Silvester am Hamburger Hafen

Silvester auf dem Altonaer Balkon

Ich lebe in einem Stadtteil von Hamburg, durch den immer mal wieder Menschenketten ziehen. Die einen werden von den lokalen Behörden umgeleitet, wie die Karawane von Drogendealern, die vor beinahe 20 Jahren an meinem Wohnzimmerfenster in Richtung Hafen und von dort zurück zum Altonaer Bahnhof wanderte, weil ihnen der direkte Weg versperrt war.

Andere, vor allem die regelmäßig wieder stattfindenden Prozessionen, verbietet die Polizei nicht (auch wenn da mindestens so viele Drogen im Spiel sind, aber darum soll es hier gar nicht gehen). Zu Ostern beispielsweise, schleppen junge und mittelalte Männer und Frauen kistenweise Bier an den Elbstrand. Die geübten Osterfeuerenthusiasten, meist die aus Pinneberg, einem Stamm aus dem Nordwesten, der immer mal wieder zum Saufen in Altona einfällt, setzen auf Schnaps; die mit Stil nehmen guten jamaikanischen Rum an das Ufer der Elbe mit — schicken ihn als Dora 12 nach Hause zurück. Im Sand lassen sie zersprungenes Glas und schleichen sich im Dunst des rauchenden Feuers in die S31.

Silvester soll nun das Böllern (und jede Form von Feuerwerk?) verboten werden. Es ist Corona-Time. Ausnahme formiert sich zum neuen Is‘-so Und das erste Mal in meinem Leben in Altona überlege ich ernsthaft, ein zweites Mal an Silvester zum Altonaer Balkon zu gehen. Denn, so kann man erwarten, fällt die Umland-Karawane dieses Jahr aus, steigt das Überlebensrisiko.

Wird es eine klare Nacht, wenn der Dunst verbrannten Schwarzpulvers aus Polen fehlt? Arbeiten da Menschen gegenüber im Hafen oder sind das Roboter, denen Pinneberg nichts sagt?

Ob sie auch dort gerade in den Himmel schauen?

Dieser Text ist nach der Methode der Ecriture Automatique geschrieben, und ein weiterer Versuch, mir das Bloggen wieder beizubringen. Abonniere meine Texte gerne und kommentiere, was Dir ge- oder missfällt.

Wer bist du?

screenshot, Ausschnitt: wen Facebook mir vorstellen will

Ich brauche nicht viel. Wind weht um meine Nase. Das ist gut. Und doch gibt es eine Perücke, die mich zeigt. Die ich heute ziere und zeige. Mein Profil.

Ich mag es, wenn ihr reagiert. Es ist. Es fühlt sich lebendig an.

Und dann, wenn ich allem folge, das ich kenne? Dann wirst du fremd. Obszön fremd, denn wir haben soviel gemeinsam.

Wer bist du?

Café Caravela – Verreisen in der eigenen Stadt (Hamburg)

Kurze weite Reise: Portugiesische Cafés in Hamburg

Es gibt Reisen, die finden innerhalb der eigenen Stadt statt – und man hat trotzdem das Gefühl weit zu reisen. Diese kleinen Reisen, nehmen einen mit in eine andere Welt. Es nicht und duftet neu, die Worte und das Lachen klingen fremd. Hier fühle ich mich schnell zuhause.

Heute Morgen verschlug mich ein Termin nach St. Georg, einen der Stadtteile, die sich die Bohème in Hamburg seit den 70er Jahren erschlossen hat. Ich war hier lange nicht mehr und schlug meiner Gesprächspartnerin ein Café vor – dummerweise fand ich keines, das schon um 8:00 Uhr morgens auf hat. Bis auf die portugiesische Pasteleria „Caravela“.

Tolles portugiesisches Café in St. Georg

Manchmal führt eine kurze Reise ganz weit weg. In diesem Fall nach Portugal auf einen Galao (portugiesischer Milchkaffe, traditionell im Glas serviert).

Das Caravela scheint der Frühstückstreff vieler Handwerker zu sein. Portugiesisch mixt sich mit dem hanseatischen „Moin“. Ein toller Ort. — at Caravela Lange Reihe.