Ikonen

Photo credit: Sebastián-Dario on Visualhunt.com / CC BY-NC

Diese Woche ist eine der Ikonen des Fussballs gestorben, Armando Diego Maradona. Nun, eigentlich ist nur der Mensch gestorben, der mit seiner aussergewöhnlichen Art Fussball zu spielen, dieser Ikone erst leben eingehaucht hat. Die Ikone selbst lebt natürlich weiter. Ist vielleicht jetzt, da der Mensch nicht mehr stört, lebendiger und größer, als je zuvor.

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Was muss das für ein Gefühl sein, von anderen Mitmenschen und Zeitgenossen in den Olymp gehoben zu werden. Zuerst ist es bestimmt toll. Aber irgendwie sehnen sich diese Wesen doch nach der guten alten Erde zurück, nehmen dafür Drogen und Abstürze in Kauf. So sehr wollen sie von da oben wieder weg.

Und da macht es meiner bescheidenen Erkenntnis nach auch keinen Unterschied, welcher Herkunft diese Ikone ist. Maradona kam aus armen Verhältnissen, Che Guevara war Bürgersohn. Und Massenmörder. Trotzdem taugt er bis heute zur Ikone.

Das 1960 von Alberto Korda aufgenommene Portait des zum „Commandante“ gereiften Arztes ist unverlassbare Heimat der Ikone, die dem lebendigen Che längst entrückt ist. Selbst mit dem Kommunismus hat diese nicht mehr viel am Hut. Man kann Eiscreme und Strampler ihr verzieren. Dass auch dieser Mensch aus Argentinien kam, spielt keine Rolle mehr.

Ikonen sind dabei ziemlich machtlos. Sie können aufgeladen und wieder entladen werden. Bei Che Guevara, dessen kubanische Tagebücher mich wegen der Kälte faszinieren, mit der dieser Mensch anderen das Leben genommen hat, obwohl er als Arzt schwor, eben dieses zu schützen, hat mir die Ikone gleich mit vergällt. Anderen ist das egal. Sie laden Che mit dem reinen Widerstand auf, den sie dann auf Pegida-Demos tragen. Guevaras ikonische Fotografie auf den Bauch gedruckt. Er kann sich nicht mehr wehren, der Brutalisnki schweigt. Die Ikone wirkt.

Wissenschaftlich klingt das dann so: „Pop-Ikonen bilden einen eigenen diffusen Horizont von Bedeutungen aus, der sich als Stil- und Design-Phänomen niederschlägt, so dass sie sowohl in eine ökonomische wie symbolische Zirkulation eingestellt sind. … Polit-Figuren wie Mao Tse-Tung oder Che Guevara, selbst Adolf Hitler, können zu Bild-Zeichen werden, die im populärkulturellen Gebrauch zu reinen Stil-Figuren absinken, die ursprüngliche Repräsentanz als Vertreter kultureller, ideologischer oder politischer Richtungen einbüßen und zu allgemeinen Indikatoren von Lebens- und Welthaltungen werden.“ Lexikon der Filmbegriffe der Uni Kiel

Mir scheint es so, dass Ikonen gemeinsam haben, dass sie immer auch fehlbar sind, menschlich Fehlerhaft oder sogar Böse. Maradonas bizarre Auftritte auf den Rängen der letzten WM sind mir da noch gut in Erinnerung. Und werden bald verblassen. Während die Ikone überlebt, herausgelöst aus der Zeit, die sie prägte.

Paket

Paket

Als ich in die linke Tasche meiner Jacke fasse, raschelt es. Ich finde drei Einwickelpapiere von mini Daims. Ich erinnere mich nicht, sie jemals gegessen zu haben.

Ich werfe sie gedankenverloren in den Mülleimer, dessen ausgefeilte Klappdeckeltechnik nach zehn Jahren aufgegeben hat. „Ich kann ich mich nicht erinnern“, denke ich kurz, wann das noch heil war. Ich habe mich eingerichtet in dem Verfall. Ist mir immer noch lieber so, als die Anstrengung, das alles, diese vielen Kleinigkeiten zu reparieren oder weggeschmissen zu erneuern. Ich kann das alles sehr gut verdrängen, sehe nur ein kurzes Leuchten hinter meinem blinden Fleck.

Ihr wäre das alles aufgefallen. Und es hätte sie gestört. Unentwegt hätte sie Erneuerung und Engagement gefordert. Nicht zu verteidigen, weil sie ja immer recht hatte – eigentlich.

Der Bote mit dem fiesen Lächeln klingelt. Ich höre das schon an der Art, wie die elektronische Signalgeberin sich quält. Selbst diese einfache elektronische Schalte mag ihn nicht, da bin ich sicher. „Können Sie ein Paket fuer Wumsikowski annehmen, aus dem 5. Stock?“, fragt er rhetorisch und fügt heute eine geheuchelte Erklärung hinzu: „sind nicht da, hab geklingelt“. Meine Klingel zwinkert mir zu und schüttelt mit dem Kopf, ’nee, hat er nicht‘, will sie mir damit sagen.

Seit Corona muss man immerhin nix unterschreiben, keinen Kontakt mit der weltweiten Logistikkette riskieren, die neben Plattfernsehern und Schnellschleifern auch alles mögliche andere durch die halbe Welt kutschiert. Nachdem ich die Tür geschlossen habe, sehe ich mir das Paket kurz genauer an. Es ist flach und ganz und gar mit braunem Packpapier verschlossen.

Da dringt nichtmal Knoblauchgeruch durch, denke ich. Und wer war nochmal Finja Wumsikowski? Hatte ich diese Frau jemals gesehen? Im Treppenhaus? Vielleicht beim Vorübergehen. Eher Vorüberhuschen. Irgendwie tauchen in den letzten Jahren immer neue Leute hier auf, die ganz selbstverständlich den Schlüssel im schweren Schloss an der Haustür umdrehen. Wo kommen die alle her? Und wohin verschwinden sie wieder? Hat sich das mal einer gefragt, ausser mir jetzt?

Ob ich das Paket einfach aufmache? Immerhin habe ich ja den Empfang gar nicht quittiert. Neugier breitet sich in meinem ganzen Körper aus, fliesst durch meinen Kopf und erregt mich. Ich schüttele das Paket, aber es bewegt sich nichts.

„Es gibt keinen Weg zurück“, denke ich kurz, als ich die Schere aus der Küche an das braune, glänzende Paketband ansetze. Und wie stumpf und verrostet sie ist – die müsste ich eigentlich mal wieder schleifen, denke ich noch, bevor sich aus dem Paket etwas Bahn bricht – direkt in mein Gesicht.

Photo credit: hombertho on VisualHunt.com / CC BY-NC-SA

Silvester am Hamburger Hafen

Silvester auf dem Altonaer Balkon

Ich lebe in einem Stadtteil von Hamburg, durch den immer mal wieder Menschenketten ziehen. Die einen werden von den lokalen Behörden umgeleitet, wie die Karawane von Drogendealern, die vor beinahe 20 Jahren an meinem Wohnzimmerfenster in Richtung Hafen und von dort zurück zum Altonaer Bahnhof wanderte, weil ihnen der direkte Weg versperrt war.

Andere, vor allem die regelmäßig wieder stattfindenden Prozessionen, verbietet die Polizei nicht (auch wenn da mindestens so viele Drogen im Spiel sind, aber darum soll es hier gar nicht gehen). Zu Ostern beispielsweise, schleppen junge und mittelalte Männer und Frauen kistenweise Bier an den Elbstrand. Die geübten Osterfeuerenthusiasten, meist die aus Pinneberg, einem Stamm aus dem Nordwesten, der immer mal wieder zum Saufen in Altona einfällt, setzen auf Schnaps; die mit Stil nehmen guten jamaikanischen Rum an das Ufer der Elbe mit — schicken ihn als Dora 12 nach Hause zurück. Im Sand lassen sie zersprungenes Glas und schleichen sich im Dunst des rauchenden Feuers in die S31.

Silvester soll nun das Böllern (und jede Form von Feuerwerk?) verboten werden. Es ist Corona-Time. Ausnahme formiert sich zum neuen Is‘-so Und das erste Mal in meinem Leben in Altona überlege ich ernsthaft, ein zweites Mal an Silvester zum Altonaer Balkon zu gehen. Denn, so kann man erwarten, fällt die Umland-Karawane dieses Jahr aus, steigt das Überlebensrisiko.

Wird es eine klare Nacht, wenn der Dunst verbrannten Schwarzpulvers aus Polen fehlt? Arbeiten da Menschen gegenüber im Hafen oder sind das Roboter, denen Pinneberg nichts sagt?

Ob sie auch dort gerade in den Himmel schauen?

Dieser Text ist nach der Methode der Ecriture Automatique geschrieben, und ein weiterer Versuch, mir das Bloggen wieder beizubringen. Abonniere meine Texte gerne und kommentiere, was Dir ge- oder missfällt.

Wer bist du?

screenshot, Ausschnitt: wen Facebook mir vorstellen will

Ich brauche nicht viel. Wind weht um meine Nase. Das ist gut. Und doch gibt es eine Perücke, die mich zeigt. Die ich heute ziere und zeige. Mein Profil.

Ich mag es, wenn ihr reagiert. Es ist. Es fühlt sich lebendig an.

Und dann, wenn ich allem folge, das ich kenne? Dann wirst du fremd. Obszön fremd, denn wir haben soviel gemeinsam.

Wer bist du?

Café Caravela – Verreisen in der eigenen Stadt (Hamburg)

Kurze weite Reise: Portugiesische Cafés in Hamburg

Es gibt Reisen, die finden innerhalb der eigenen Stadt statt – und man hat trotzdem das Gefühl weit zu reisen. Diese kleinen Reisen, nehmen einen mit in eine andere Welt. Es nicht und duftet neu, die Worte und das Lachen klingen fremd. Hier fühle ich mich schnell zuhause.

Heute Morgen verschlug mich ein Termin nach St. Georg, einen der Stadtteile, die sich die Bohème in Hamburg seit den 70er Jahren erschlossen hat. Ich war hier lange nicht mehr und schlug meiner Gesprächspartnerin ein Café vor – dummerweise fand ich keines, das schon um 8:00 Uhr morgens auf hat. Bis auf die portugiesische Pasteleria „Caravela“.

Tolles portugiesisches Café in St. Georg

Manchmal führt eine kurze Reise ganz weit weg. In diesem Fall nach Portugal auf einen Galao (portugiesischer Milchkaffe, traditionell im Glas serviert).

Das Caravela scheint der Frühstückstreff vieler Handwerker zu sein. Portugiesisch mixt sich mit dem hanseatischen „Moin“. Ein toller Ort. — at Caravela Lange Reihe.

Die besten Strandhotels in Florida (Top10)

Von einer Fünf-Sterne-Herberge am Strand von Miami bis hin zu einem Campingplatz auf Floridas Inseln mit weißem Sandstrand – hier finden Sie eine Auswahl an preisgünstigen Strandunterkünften im Sunshine State.

Unsere Top 10 Strandhotels in Florida

  1. Posh South Beach, Miami
  2. Catalina Hotel und Beach Club, Miami
  3. North Beach Camp Resort, St. Augustine
  4. Perry’s Ocean Edge Resort, Daytona Beach
  5. Pier House 60 Marina Hotel, Clearwater Beach
  6. Pines & Palms Resort, Islamorada
  7. Ringling Beach House, Siesta Key, Golf von Mexiko
  8. Red Coconut RV Resort, Fort Myers Beach
  9. Ibis Bay Beach Resort, Key West
  10. Surf Studio Beach Resort, Kakao-Beach

Unsere Bewertungen im Detail:

Strandhotels in Miami Beach, Florida

Der Sunshine State verfügt über mehr als 600 Meilen Strände, von denen einige zu den besten der Welt zählen. Egal, ob Sie Atlantische Ozeanwellen an Floridas Ostküste fangen oder Ihre Zehen in den pudrig-weißen Sand einer der Barriereinseln der Golfküste entlang des Westens gleiten lassen, hier ist unsere Auswahl der besten erschwinglichen Unterkünfte. Alle Preise verstehen sich zzgl. 12,5% Hotelsteuer.

Posh South Beach, Miami, Miami

Floridas glamourösester Strand bietet überraschend viel für den Budget-Reisenden. Der Posh South Beach ist ein Multimillionen-Dollar-Haus, das zu einer Fünf-Sterne-Herberge umgebaut wurde, nur einen Block hinter dem Strand und Miamis berühmtem Ocean Drive.

Luxuriöse Akzente setzen ein Dachpool, ein großes Wohnzimmer und eine Küche mit Granitarbeitsplatten sowie elegante Bäder, die über einen mit Spiegeln und Föhn ausgekleideten „verwöhnten“ Flur erreicht werden. Es gibt drei Schlafsäle (geteilt, nur Männer und Frauen) mit einer unterschiedlichen Anzahl von Etagenbetten, alle mit Memory-Schaummatratzen.

Außerdem können Herbergsgäste alle Einrichtungen (und die Happy Hours) der benachbarten Whitelaw Bar und Lounge sowie acht weitere stilvolle Art-Deco-Hotels (darunter die Catalina) nutzen, die alle in einem Umkreis von wenigen Kilometern liegen und von derselben Muttergesellschaft betrieben werden. Kinder sind nicht erlaubt, aber im Gegensatz zu anderen Herbergen in Miami gibt es keine Altersgrenze.

poshsouthbeach.com, +1 305 398 7000, Betten ab $27, inklusive Frühstück

Catalina Hotel und Beach Club, Miami, Florida, Florida

Wenn Sie in South Beach feiern wollen, aber keine South Beach Preise zahlen wollen, dann ist das Catalina vielleicht die Lösung – solange es Ihnen nichts ausmacht, ein bisschen Druck auszuüben.

Dieses Boutique-Hotel, nur einen Block vom Strand entfernt, verfügt über alle Annehmlichkeiten eines Boutique-Hotels, verfügt aber über „kompaktere“ Zimmer für diejenigen, die ihr Geld lieber für Cocktails sparen möchten.

Die „petite“ Zimmer sind „perfekt für eine Person, eng zusammengedrückt für zwei Personen“, während die „budget“ Zimmer zwei Personen Platz bieten, aber nur 125 Quadratmeter groß sind. Aber egal, welche Zimmerkategorie Sie buchen, Sie erhalten immer Tempur-Pedic Matratzen, belgische Bettlaken, Gänsedaunen und Kissen, und die Nutzung der beiden Restaurants des Hotels, zwei Pools (eines davon ein Dachpool mit luxuriösen Sonnenliegen) und vier Bars mit nächtlichen Happy Hours, plus kostenloser Fahrradverleih und Flughafen-Shuttle.

Das Hotel hat sogar seinen eigenen privaten Strandabschnitt von South Beach, mit kostenlosen Liegestühlen und einer Bar. Das Catalina Hotel wurde vor kurzem in einer Reality-TV-Serie in den USA vorgestellt und enthüllt, wie die Mitarbeiter des Hotels so hart gefeiert haben wie die Gäste.

Wenn Sie eine ruhige Nacht wünschen, ist dies nicht der richtige Ort, aber wenn Sie sich der verrückten South Beach-Crowd anschließen wollen, sollten Sie die Catalina in Betracht ziehen.

Catalinahotel.com, +1 305 674 1160, Zimmer ab $85

North Beach Camp Resort, St. Augustine

Dieser 30 Hektar große Familiencampingplatz befindet sich auf einer Barriereinsel zwischen einem wilden Atlantikstrand (wo die Sonne aufgeht) und einem ruhigeren Strand am Salzwasserfluss Tolomoto (wo er untergeht). Nur 4,5 Meilen nördlich des historischen St. Augustine befindet sich die Anlage im Besitz der Usinas, einer der vielen menorquinischen Familien, die 1768, als sie noch unter britischer Herrschaft stand, als Diener nach Florida gebracht wurden, aber entkamen und sich in North Beach niederließen. Die Familie betreibt nun auch zwei fantastische Nachbarrestaurants – Reef (oceanside) und Aunt Kate’s (riveride) sowie lokale Sightseeing-Kreuzfahrten (Campingplatzgäste erhalten einen Rabatt). Es ist ein malerischer Campingplatz, mit geräumigen Zelt- und Wohnmobilplätzen, die zwischen Palmen und moosbewachsenen Eichen verstreut sind, die von den Meereswinden in seltsame Formen getrieben werden und lebenswichtigen Schatten spenden. Ein- und Zweibettkabinen verfügen über große Decks, Schaukelstühle und Grillplätze in Königsgröße. Es gibt einen Pool, Basketballplatz, Shuffleboard, Hufeisen und ein Angelsteg. Bring deinen Fang zu den Köchen von Tante Kate und sie werden ihn für dich kochen.

Northbeachcamp.com, +1 904 824 1806, Camping/RV Stellplätze ab $45 pro Nacht, Hütten ab $110 pro Nacht für zwei Personen, Mindestaufenthalte an Wochenenden und Feiertagen, extra Gäste $10 pro Nacht

Strandhotels Daytona Beach

Quirlig, lebendig. Das Gegenteil von schnuckelig. Daytona, im Norden Floridas

Daytona Beach bei Nacht
Daytona Beach bei Nacht Photo credit: acase1968 on Visual Hunt / CC BY-NC-ND

Perry’s Ocean Edge Resort, Daytona Beach

Familienbesitz seit 1941, neues Management und eine kürzliche Renovierung haben diesem Daytona-Liebling ein neues Leben eingehaucht. Familien lieben die drei Pools, Volleyball, Shuffleboard und andere organisierte Spiele, und die hausgemachten Frühstückskrapfen sind legendär geworden. Die meisten Suiten haben Küchen und Familiensuiten haben separate Etagenbettzimmer für die Kinder. Es ist nicht das schönste Hotel, aber es liegt direkt am Strand und die meisten seiner über 200 Zimmer haben Meerblick. Dank des dicht gepackten flachen Sandes ist Daytona Beach einer der wenigen Strände der Welt, an denen man legal fahren kann. Nicht alles davon, aber eben nur bestimmte Abschnitte – und das mit strengen Auflagen. Wenn Sie keine eigenen Räder haben, können Sie Strandkreuzer, Cabrio-Sportwagen oder Trikes mieten. Daytona wird während der Frühlingsferien und für die Daytona 500, ein berühmtes Autorennen, überfüllt, aber den Rest des Jahres ist es ein entspannter, familienfreundlicher Ort, wo Perry’s zu einer vielbeachteten Institution geworden ist.

+1 386 255 0581, perrysoceanedge.com, ab $79 pro Nacht

Pier House 60 Marina Hotel, Clearwater Beach

Bleiben Sie mitten im Geschehen am Clearwater Beach, einem der lebendigsten Badeorte an Floridas Westküste. Pier House 60, benannt nach Clearwater’s berühmtem Pier, ist eines der neuen Hotels, die hier in den letzten Jahren eröffnet wurden und liegt direkt gegenüber dem Strand.

Die Dachbar im 10. Stock hat sich bereits den Ruf erworben, der beste Ort zu sein, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Verpassen Sie nicht die nächtlichen Straßenkünstler am Pier oder die großzügigen Portionen Meeresfrüchte-Favoriten im Frenchy’s Rockaway Grill, direkt am Strand. Die Speisekarte ist riesig.

Nur eine Meile entfernt befindet sich das Clearwater Marine Aquarium, in dem Winter der Delphin, der Star des Erfolgsfilms Dolphin Tale, zu Hause ist.

Pierhouse60.com, +1 727 683 0002/855 859 2952, Zimmer ab $129 pro Nacht, inkl. Frühstück

Pines & Palms Resort, Islamorada

Dieses idyllische Resort am Meer verfügt über 25 niedrig gelegene Bungalows, die mit hübschen pastellfarbenen Blau- und Violett bemalt sind. Es ist in Islamorada, einer Ansammlung von sechs Inseln in den Upper Florida Keys, bekannt als die Sportfischerei-Hauptstadt der Welt.

Das Resort hat seinen eigenen kleinen privaten, künstlichen Strand mit nur etwa einem Dutzend Sonnenliegen und einer doppelten Hängematte zwischen den Palmen. Angelstege ragen in das ruhige türkisblaue Wasser hinein und man wird Ihnen verzeihen, wenn Sie denken, dass Sie sich in der Karibik befinden.

Es gibt einen beheizten Süßwasserpool und eine intime Tiki-Bar, in der Cocktails, Wein, Bier, Smoothies und Limettenkuchen serviert werden. Biegen Sie rechts vom Resort ab, um das Morada Bay Beach Café zu besuchen, das für seine Sonnenuntergangspartys berühmt ist, und um das malerische kleine Aquarium von Islamorada, Theater of the Seas, zu besuchen.

Biegen Sie links ab zu Robbie’s, einem alten Yachthafen im Keys-Stil und der Islamorada Institution, wo Sie ein Fischerboot oder ein Kajak mieten können, um die Mangroven zu erforschen, den riesigen Tarpon zu füttern, zu schnorcheln oder in Garnelen oder geschwärzten Zackenbarschen zu stecken, am Hungry Tarpon, einer charmanten Strandhütte mit atemberaubenden Ausblicken am Hafen.

pinesandpalms.com, +1 305 664 4343/800 624 0964, Zimmer ab $110

Ringling Beach House, Siesta Key, Golf von Mexiko, Florida

Sarasota’s Siesta Key wurde 2011 vom Strandliebhaber Dr. Beach zum besten Strand der USA gewählt und ist ein 8 Meilen langes weißes Sandparadies, gesäumt von wunderschönen Häusern direkt am Strand.

Es gibt nur ein einziges Hotel direkt am Strand – das Fünf-Sterne-Hyatt – aber es gibt mehrere hübsche, pastellfarbene Unterkünfte auf der anderen Seite der Strandstraße. Eines der süßesten ist das Ringling Beach House: Es ist flach, zurückhaltend, entspannt und nach den Ringling-Brüdern benannt, deren Zirkusimperium hier in Sarasota begann.

Jeder der 10 Bungalows ist nach Zirkus-Acts benannt – Ring Master, Lion, Seal, Clown – und verfügt über Küchen, gemütliche Wohnräume und kleine Holzterrassen mit bonbonfarbenen, muschelförmigen Sonnenstühlen. Es gibt zwei Pools (einer beheizt, einer nicht beheizt), während der Strand auf der anderen Seite der Straße liegt und einen sandigen Pfad durch grasbewachsene Dünen entlang führt.

Nur wenige Blocks entfernt liegt das Siesta Key Village mit seinen schrulligen Bars, Fischrestaurants, Eisdielen und Strandgeschäften.

ringlingbeachhouse.com, +1 941 349 1236, Bungalows ab $160 für vier Personen

Red Coconut RV Resort, Fort Myers Beach

Diese Vintage RV Resort ist die einzige in Florida, wo Sie Ihr Campingfahrzeug direkt am Strand parken können. Leider gibt es nur 41 erstklassige Strandpunkte und man muss im Voraus buchen, um sich einen zu sichern, besonders in den Wintermonaten, wenn sie von so genannten Schneevögeln (Amerikaner aus den nördlichen Staaten, die wegen der Wintersonne nach Florida ziehen) geschnappt werden.

Um einen Platz direkt am Strand zu bekommen, ist es vielleicht besser, im August und September zu fahren, wenn es ruhiger ist. Alternativ, bleiben Sie nur über die Straße, wo es viel mehr Wohnmobile und Wohnmobile zu vermieten gibt. Der Park hat eine treue Anhängerschaft von Stammgästen und ein freundliches Gemeinschaftsgefühl.

Viele Stammgäste schließen sich den Eigentümern und Mitarbeitern für ihre jährlichen Treffen an: Thanksgiving, Weihnachten, Ostern und die Super Bowl Party. Es gibt einen chinesischen Imbiss und ein sehr gutes deutsches Restaurant vor Ort, während das sieben Meilen lange Fort Myers Beach mit strohgedeckten Tiki-Bars übersät ist.

Nehmen Sie an den Feierlichkeiten zum Sonnenuntergang im Outrigger Beach Resort teil oder speisen Sie in der Nervösen Nellies oder Smokin‘ Oyster Brewery (SOB) am nahegelegenen Times Square.

redcoconut.com, +1 239 463 7200, Wohnmobilstellplätze ab $67, Strandstellplätze ab $89-$108, Mobile Homes ab $110 pro Nacht

Ibis Bay Beach Resort, Key West

Es ist schrullig und lustig und einer der erschwinglicheren Orte, um in Key West, dem südlichsten Punkt der Florida Keys, zu übernachten. Das Resort hat eher ungewöhnliche Akzente, darunter ein Willkommenspapagei, zwei Riesenschildkröten, ein Känguru (nicht echt) und wöchentliche „Dive-in“-Filme, die auf einem 20-Fuß-Bildschirm neben dem Schwimmbad gezeigt werden. Die Zimmer sind klein und einfach, aber hell und fröhlich dank der tropischen Wandmalereien von lokalen Künstlern und der persönlichen Sammlung des Besitzers von Surfbrettern, Angelruten und allem anderen, was ihm ins Auge fällt. Alle, bis auf einige wenige Zimmer, haben angrenzende Hängematten und einige wieder einen kleinen künstlichen Strand. Um den Platz zum Sonnenbaden zu erweitern, hat das Resort vor kurzem ein großes hölzernes Sonnendeck hinzugefügt, das sich über das Wasser erstreckt. Mieten Sie einen seiner Jetskis, um die nahegelegene Insel zu erkunden, ein Zufluchtsort für den Ibis-Vogel, oder nehmen Sie eines der neuen Kajaks mit Glasboden, die mit LED-Leuchten ausgestattet sind. Oh, und wenn Sie Zeit haben, vergessen Sie nicht, auch Key West zu besuchen!
ibisbayresort.com, + 1 305 296 1043, Zimmer ab $109

Surf Studio Beach Resort, Kakao-Beach

Östlich von Orlando erstreckt sich Floridas Space Coast 72 Meilen entlang des Atlantiks, von Titusville bis Cocoa Beach und dann weiter südlich bis Melbourne. Wie der Name schon sagt, beherbergt es das Kennedy Space Center und Cape Canaveral, aber auch einige der besten Surfstrände Floridas. Am nächsten zu Orlando (eine Autostunde entfernt) liegt Cocoa Beach, der auch vom US-Strandexperten Dr. Beach in diesem Jahr hoch bewertet wurde. Mit direktem Strandzugang ist das Surf Studio Beach Resort ein beliebtes Motel in Familienbesitz mit 11 Zimmern, sieben Suiten mit Küchen (zwei davon mit Meerblick), einem großen Pool direkt am Meer und einem 125-Fuß-Sonnendeck, von dem aus man den Absturz der Atlantikwellen hören kann.

Das Motel wurde 1948 von Norman Greenwald, einem jungen New Yorker, der seine Sommer in Miami verbrachte und als Rettungsschwimmer arbeitete, erbaut. Er diente im Zweiten Weltkrieg und gelobte, dass er sich, wenn er überlebte, seinen Traum vom Bau eines kleinen Motels an der Ostküste erfüllen würde. Er hielt sich an sein Wort und ein paar Jahre später hatte Norman eine Urlaubsromanze mit einer der Gäste, Helen, die seine Frau wurde. Ihr Sohn, Gregg, leitet jetzt den Laden.

Das Motel befindet sich an einem ruhigen Ort, aber wenn Sie mehr Action am Strand erleben möchten, können Sie sich an der Party auf dem Stranddeck im Restaurant / Bar Coconuts on the Beach beteiligen, einen Spaziergang am historischen Pier machen oder sich in Ron Jon’s berühmtem Surfshop mit einem coolen Kit eindecken. Ron’s Flagshipstore ist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr geöffnet.

surf-studio.com, +1 321 783 7100, Zimmer ab $110

Urheber aller Länder, vereinigt euch!

Krieg der Verwerter

(Links und Meinungen)

Die Kampagne für und die gegen die neue EU Urheberrechtsreform, über die heute in Brüssel abgestimmt wird, betrifft nicht nur die Generation Instagram, sondern alle, die ins Internet schreiben. Auch mich.

Ich habe mich lange schwer damit getan, mich klar dagegen zu positionieren; die Materie ist einfach zu komplex für einfache Slogans.

Umso glücklicher bin ich über fundierte Meinungen in meiner Tmeline, die mir das Thema näher zisellieren, wie der Tweet-Thread von Enno Park.

Tweet lesen

Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, dass die EU-Politik unsere Zukunft in Technoligiesilos, wie Google, Amazon, Facebook oder Apple (kurz GAFA genannt) offenbar für eine Gaspipeline verschachert hat.

Spätestens dadurch tritt der Politikbetrieb selbst in den Fokus des Widerstands. Warum nicht Politikverdrossenheit das Problem darstellt, sondern Bürgerverdrossenheit der politischen Kaste, leitet Thomas Knüwer am Beispiel der US-Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez her.

Der Protest gegen die EU Urheberrechtsreform, die Ignoranz der deutschen Politik gegen ‚Fridayforfuture‘ und der Brexit befeuern die Europawahl im Mai. Es bleibt spannend, bleiben wir widerspenstig.

Dorothy Holden: „Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass dieses Buch auch gefunden und gelesen wird, nachdem ich gegangen bin.“

„Sehr viele Leute haben mir geraten, ein Tagebuch zu führen. Sie sagen, dass, wenn man ein Tagebuch führt, es wahrscheinlicher ist, interessante Ereignisse zu finden, die um einen herum passieren. Also werde ich, Dorothy, dieses Tagebuch behalten.

Ich bin 12. Nächsten Monat werde ich dreizehn Jahre alt. Ich bin jetzt in meinem ersten Jahr der High School und hoffe auch den Rest dieses Jahres dort zu sein. Ich habe einen Vater, eine Mutter und einen Bruder.

Auch eine liebe Freundin, ihr Name ist Sara Louise Spear. Ich traf sie am Hampton Beach, wo unsere Familie im Sommer wohnt. Sie ist ein Schatz, und ich liebe sie wirklich.

Meine beste Freundin hier zu Hause ist jetzt Marion Hansome. Ich mag sie wirklich sehr, obwohl unsere Freundschaft jetzt etwas angespannt ist.

Ich habe so viele Bücher über andere Mädchen gelesen, die vor Jahren Tagebücher geführt haben und dann haben Mädchen dieses Jahrhunderts sie wieder gefunden. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass dieses Buch auch gefunden und gelesen wird, nachdem ich gegangen bin. Ich hoffe, dass die Leute, die es finden, es interessant finden.“

Dorothy B. Holden;
13. September 1919.

Via Sally’s Diaries (Text & Photo), Übersetzung: Blogfrei

Old Owls Nest schlafen im echten Tipi in Florida

Wir haben auf unserer Florida Rundreise überall übernachtet: in einem 4-Sterne Hotel, einem Beach Resort an der Golfküste und in einem Super-Luxus-Sport Resort in Key West. In einem Designerhotel in Miami und in einem schlimmen Motel. Aber nirgendwo haben wir besser geschlafen, war die Übernachtung ein größeres Erlebnis, als im Tipi des Old Owl’s Nest.

Nach unserem Beachtag in Fort Meyers Beach hatten wir uns etwas ganz besonderes vorgenommen: Eine Übernachtung in einem echten Indianer-Tipi. Ich hatte diese exotische Location schon von Deutschland aus gebucht, weil wir auf unserer Florida Rundreise etwas spezielles erleben wollten – wir wurden nicht enttäuscht.

Schlafen in einem echten Indianerzelt – der Natur näher geht nicht.

Floral City, FL.: – zunächst fährt man vom Interstate Highway eine Weile ins Landesinnere. Die Straßen werden immer schmaler, die Häuser kleiner. An vielen hängt die Südstaaten-Flagge. Wir merken, wir sind auf dem Land. An der angegebenen Adresse weist nicht viel auf ein „Indianer-Dorf“, ein kleiner Pfeil zeigt auf ein Movable Home, das so ausschaut, wie viele andere hier auch. Darüber ragen die Spitzen der Zeltstangen von zwei Tipis in den inzwischen blau-weißen Himmel. Uns kommt ein schmächtiger Mann entgegen und winkt uns hinein. Er heißt Oleg – er und seine Frau Aleks betreiben seit Januar diese zwei Tipis, die sie nach Original-Vorlagen haben bauen und von einem Schamanen mit einer Rauchzeremonie haben weihen lassen.

Es ist in diesem Juni am Nachmittag noch sehr heiß und schwül. Gerade hat es noch wie aus Eimern gegossen. Wir sind gespannt, wie das Tipi von innen aussieht.

Aleks und Oleh kommen beide aus New York, ursprünglich aus dem russischen Teil der Ukraine, was man ihnen auch nach 20 Jahren in den USA noch anhört. Aleks ist Künstlerin und hat die Tipis selbst bemalt und verziert. Innen finden sich haufenweise Naturmotive; „alles Tiere, die man hier sehen kann und die einen nachts besuchen kommen“, erklärt uns Oleg. „Wir haben hier eine große Eule, ein uralter Vogel, den hört man nachts jagen“.

Fischen, relaxen, Feuer machen. Eine Insel der Entspannung

Hinter den beiden Tipis – unseres heißt Sitting Bull, nach dem großen Häuptling benannt und von einem seiner Nachfahren geweiht – liegt ein Fluss, an dem man gut fischen kann. Es gibt dort Aal-ähnliche Fische, die scharfe Zähne haben und eher an einen Alligatoren erinnern. Ihr Fleisch schmeckt wie Hühnchen, sagt Oleg.

Heute Abend gibt es aber veganes Essen – Aleks kocht und immer vegan. Leider hat sich heute alles ein wenig verschoben, sodass wir eine Weile werden warten müssen. Das macht uns nichts aus, wir machen ersteinmal Feuer und trinken auf unsere gute Wahl ein amerikanisches Guiness. Das habe ich in einem Super Target gefunden und war sofort neugierig geworden: Eine kleine Brauerei in Pensilvania  braut dieses helle Bier mit der Lizenz der berühmten irischen Brauerei. Es ist sehr lecker, frisch und vollmundig. Meine Empfehlung, wenn gerade kein Craft-Bier-Laden zur Verfügung steht.

Als die Sonne über den Wipfeln untergeht, hören wir die alte Eule rufen und wie auf Signal, kommt Aleks mit einem veganen Chili, das seines Gleichen sucht.

Als wir uns satt schlafen legen, hören wir, wie um uns herum Floridas Tierwelt erwacht. „Die Traumfänger funktionieren sehr gut“, hatte Oleg uns noch eine gute Nacht prophezeit, „hier hat noch nie jemand schlecht geträumt“. Und in der Tat, langsam rutsche ich in einen tiefen Schlaf und wache am nächsten Morgen erfrischt auf.

Ruhiger Schlaf dank Traumfänger

Wir machen uns mit der kleinen Kaffeemaschine unseren lieb gewonnenen Starbucks Verona Kaffee und schnacken noch eine Weile mit Oleg. Sie wollen dieses Haus verkaufen und sich noch mehr Zelte anschaffen, das Geschäft läuft gut an. Sie haben vornehmlich Gäste aus Europa und aus der Nähe. Für die meisten Amerikaner ist das Übernachten in einem Tipi einfach schwer vorstellbar, sagt er. Europäer sind da neugieriger und weniger verwöhnt.

Dabei hatte das Tipi alles, was man in den USA als Standard ansieht:

  • Einen guten Insektenschutz
  • Eine Klimaanlage
  • Gemütliche und gute Betten (Queen Size)

Wir versprechen wiederzukommen und in unserem Bekanntenkreis ein wenig zu trommeln. Oleg winkt uns zu, als wir mit unserem Ford Expedition vom Hof fahren. Der Name unseres Autos stimmt sprichwörtlich, das erste Mal in diesem Florida-Urlaub. 😉

„Es ist alles gut“.

Als ich den Raum betrete, in dem Du seit drei Wochen wohnst, atmest Du einen vorletzten Zug von dieser Welt.

Eine kurze Pause, die ewig erscheint, ich streichle Dir die Wange und sage das, was alle sagen, die beim Abschied zurück bleiben: „Es ist alles gut“.

Einmal wendest Du noch den Kopf, ein letzter Atem verlässt Dein krankes Haus. Ist es vorbei, nun? Ist es aus?

Ja. Du regst Dich nicht mehr. Das merke ich erst nach einer Weile, als nichts weiter passiert. Deine Hand ist noch ganz heiß. Ab und an, glaube ich, hebt sich Dein Brustkorb, doch in Wahrheit tut er das nicht.

Falls jemand fragt, es war halb zwei. Keine Ahnung, ob das wichtig ist, dass das jemand weiß.

Ich mache das Fenster auf und lasse frische Luft hinein und Dich hinaus.

Nach einiger Zeit kühlt Deine Hand merklich ab. Die selbst und so lange erzeugte Wärme verlässt Deinen Körper.

Es ist still. Beinahe. Nebenan guckt ein Todgeweihter RTL2, ansonsten ist es sehr still. Draußen begrüßt eine Amsel den Frühling.

Ich bleibe noch eine Weile neben Dir sitzen, singe ein Matrosenlied, das schon lange in unserer Familie wohnt; rund Kap Hoorn und wedder retour.

Es kommt lange niemand. Hier herrscht keine Eile, wozu auch. Du bist den Zwängen des Notfalls, der Zeit an sich entzogen; endgültig.

In Hamburg ist für heute kein Regen angesagt, es bleibt wohl trocken.

Du hast nicht das Recht zu glauben, was du willst.

 

Haben wir das Recht zu glauben, was wir glauben wollen? Dieses vermeintliche Recht wird oft als das letzte Mittel der absichtlich Unwissenden, der Person, die durch Beweise und wachsende Meinungen in die Enge getrieben wird, behauptet: „Ich glaube, der Klimawandel ist ein Schwindel, was auch immer jemand anderes sagt, und ich habe ein Recht darauf, es zu glauben!“. Aber gibt es ein solches Recht?

Wir erkennen das Recht an, bestimmte Dinge zu erfahren. Ich habe ein Recht darauf, die Bedingungen meiner Anstellung, die Diagnose meiner Erkrankungen durch den Arzt, die Noten, die ich in der Schule erreicht habe, den Namen meines Anklägers und die Art der Anschuldigungen usw. zu erfahren. Aber Glaube ist kein Wissen.

Überzeugungen sind fakultativ: zu glauben ist anzunehmen, dass etwas wahr ist. Es wäre absurd, wie der analytische Philosoph G. E. Moore in den 1940er Jahren sagte: „Es regnet, aber ich glaube nicht, dass es regnet.“ Der Glaube strebt nach Wahrheit – aber er bringt sie nicht mit sich. Überzeugungen können falsch sein, nicht gerechtfertigt durch Beweise oder begründete Überlegungen. Sie können auch moralisch abstoßend sein. Zu den wahrscheinlichsten Anwärtern gehören: Überzeugungen, die sexistisch, rassistisch oder homophob sind; der Glaube, dass die richtige Erziehung eines Kindes „den Willen brechen“ und schwere körperliche Bestrafung erfordert; der Glaube, dass ältere Menschen routinemäßig eingeschläfert werden sollten; der Glaube, dass „ethnische Säuberung“ eine politische Lösung ist, und so weiter. Wenn wir diese moralisch falsch finden, verurteilen wir nicht nur die möglichen Handlungen, die aus solchen Überzeugungen hervorgehen, sondern auch den Inhalt des Glaubens selbst, den Akt des Glaubens und damit den Gläubigen.

Solche Urteile können implizieren, dass der Glaube ein freiwilliger Akt ist. Aber Überzeugungen sind oft eher Geisteszustände oder Einstellungen als entschlossenes Handeln. Einige Überzeugungen, wie z.B. persönliche Werte, werden nicht bewusst gewählt; sie werden von den Eltern „geerbt“ und von Gleichaltrigen „erworben“, versehentlich erworben, von Institutionen und Behörden eingeimpft oder vom Hörensagen übernommen. Aus diesem Grund halte ich es nicht immer für bedenklich, einen Glauben zu haben, sondern es ist vielmehr die Aufrechterhaltung eines solchen Glaubens, die Weigerung, ihn zu bezweifeln oder abzulehnen, die freiwillig und ethisch falsch sein kann.

Wenn der Inhalt eines Glaubens als moralisch falsch beurteilt wird, wird er auch als falsch angesehen. Der Glaube, dass eine Rasse weniger als vollständig menschlich ist, ist nicht nur ein moralisch abstoßender, rassistischer Grundsatz; er wird auch als falsche Behauptung angesehen – wenn auch nicht von den Gläubigen. Die Falschheit eines Glaubens ist eine notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung, damit ein Glaube moralisch falsch ist; ebenso wenig ist die Hässlichkeit des Inhalts ausreichend, damit ein Glaube moralisch falsch ist. Leider gibt es in der Tat moralisch abstoßende Wahrheiten, aber es ist nicht der Glaube, der sie so macht. Ihre moralische Hässlichkeit ist eingebettet in die Welt, nicht in den Glauben an die Welt.

Wer bist du, dass du mir sagst, was ich glauben soll“, antwortet der Eiferer. Es ist eine irreführende Herausforderung: Es impliziert, dass die Bestätigung des eigenen Glaubens eine Frage der Autorität ist. Sie ignoriert die Rolle der Realität. Der Glaube hat das, was Philosophen eine „Mind to World“-Richtung der Anpassung nennen. Unsere Überzeugungen sollen die reale Welt widerspiegeln – und in diesem Punkt können die Überzeugungen verrückt werden. Es gibt unverantwortliche Überzeugungen; genauer gesagt, es gibt Überzeugungen, die auf unverantwortliche Weise erworben und beibehalten werden. Man könnte Beweise ignorieren, Klatsch, Gerüchte oder Zeugenaussagen aus zweifelhaften Quellen akzeptieren, Inkohärenz mit anderen Überzeugungen ignorieren, Wunschdenken umarmen oder eine Vorliebe für Verschwörungstheorien zeigen.

Ich will nicht auf den strengen Evidentialismus des mathematischen Philosophen William K. Clifford aus dem 19. Jahrhundert zurückgreifen, der behauptete: „Es ist falsch, immer, überall und für jedermann, irgendetwas zu glauben, wenn die Beweise nicht ausreichen“. Clifford versuchte, einen unverantwortlichen „Überglauben“ zu verhindern, bei dem Wunschdenken, blinder Glaube oder Gefühl (und nicht Beweise) den Glauben stimulieren oder rechtfertigen. Das ist zu restriktiv. In jeder komplexen Gesellschaft muss man sich auf das Zeugnis zuverlässiger Quellen, Expertenurteile und die besten verfügbaren Beweise verlassen können. Darüber hinaus, wie der Psychologe William James 1896 antwortete, müssen einige unserer wichtigsten Überzeugungen über die Welt und die menschliche Perspektive ohne die Möglichkeit ausreichender Beweise gebildet werden. Unter solchen Umständen (die manchmal eng, manchmal breiter in Jakobus‘ Schriften definiert sind), berechtigt uns der’Wille zu glauben‘ dazu, die Alternative zu wählen, die ein besseres Leben projiziert.

Bei der Erforschung der Vielfalt religiöser Erfahrungen erinnert uns James daran, dass das „Recht zu glauben“ ein Klima religiöser Toleranz schaffen kann. Jene Religionen, die sich durch erforderliche Überzeugungen (Glaubensbekenntnisse) definieren, haben Unterdrückung, Folter und unzählige Kriege gegen Ungläubige geführt, die nur mit der Anerkennung eines gegenseitigen „Rechts auf Glauben“ beendet werden können. Doch auch in diesem Zusammenhang können extrem intolerante Überzeugungen nicht toleriert werden. Rechte haben Grenzen und tragen Verantwortung.

Leider scheinen heute viele Menschen eine große Lizenz mit dem Recht zu glauben zu haben, indem sie sich über ihre Verantwortung hinwegsetzen. Die absichtliche Ignoranz und das falsche Wissen, die gemeinhin durch die Behauptung „Ich habe ein Recht auf meinen Glauben“ verteidigt werden, entsprechen nicht den Anforderungen von James. Betrachten wir diejenigen, die glauben, dass die Mondlandungen oder die Schießerei in der Sandy Hook-Schule unwirkliche, von der Regierung geschaffene Dramen waren; dass Barack Obama Muslim ist; dass die Erde flach ist; oder dass der Klimawandel ein Schwindel ist. In solchen Fällen wird das Recht zu glauben als ein negatives Recht proklamiert, d.h. seine Absicht ist es, den Dialog zu unterbinden, alle Herausforderungen abzulenken und anderen zu verbieten, sich in die eigene Glaubensverpflichtung einzumischen. Der Geist ist geschlossen, nicht offen für das Lernen. Sie mögen „wahre Gläubige“ sein, aber sie glauben nicht an die Wahrheit.

Der Glaube, wie der Wille, scheint grundlegend für die Autonomie, den ultimativen Grund der eigenen Freiheit zu sein. Aber, wie Clifford auch bemerkte: „Niemandes Glaube ist auf jeden Fall eine Privatangelegenheit, die sich nur um sich selbst kümmert“. Überzeugungen prägen Einstellungen und Motive, leiten Entscheidungen und Handlungen. Glauben und Wissen bilden sich innerhalb einer erkenntnistheoretischen Gemeinschaft, die auch ihre Wirkung hat. Es gibt eine Ethik des Glaubens, des Erwerbs, der Aufrechterhaltung und des Verzichts auf Glauben – und diese Ethik erzeugt und begrenzt unser Recht zu glauben. Wenn einige Überzeugungen falsch, moralisch abstoßend oder unverantwortlich sind, sind einige Überzeugungen auch gefährlich. Und darauf haben wir kein Recht.


Übersetzt vom Blogautor, Original von AEON, unter CC Lizenz by-na
Daniel DeNicola
ist Professor und Professor für Philosophie am Gettysburg College in Pennsylvania und Autor von „Understanding Ignorance: The Surprising Impact of What We Don’t Know (2017)“, der von der Association of American Publishers mit dem PROSE Award in Philosophy 2018 ausgezeichnet wurde.

Published in association with
The MIT Press
an Aeon Partner

Photo credit: PHOTOGRAPHY Toporowski on VisualHunt / CC BY

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Podcast Learnings: (1) Die Reichweite entsteht im Long Tail

Nun ist es knapp drei Monate her, dass ich meinen ersten Podcast gestartet habe. Inzwischen sind wir bei Folge (5) und haben noch immer Lust. Während ich selbst das Podcasten also noch lerne, versuche ich so viele Erkenntnisse, wie möglich festzuhalten; Fakten, die mich erstaunen, Erfahrungen, die ich so nicht erwartet habe.

Reichweite meiner Podcasts

Obige Grafik zeigt die Reichweite der dritten Folge meines St. Pauli Podcast und soll stellvertretend für eine Erkenntnis stehen, die sich bei allen meine bisherigen Folgen so ähnlich zeigt:

Ein großer Teil der Podcast Reichweite kommt aus dem Long Tail: 43%

In der ersten Woche nach VÖ sind erwartungsgemäß die meisten Zugriffe zu verzeichnen (57%), davon 29% am ersten Tag. Allerdings ergeben die kleckerhaft erscheinenden Zugriffe seitdem, dass

  1. Podcast Folgen auch nach der Veröffentlichung immer mal wieder angehört werden
  2. Der Anteil am Long Tail, also der Zugriffe und Downloads nach der ersten Woche auf inzwischen erkleckliche 43% beträgt (Downloads & Streams)

Fazit: Podcast-Produktion für einen längeren Verwertungszeitraum scheint sich zu lohnen.

 

Was ich lernte, als ich einen Podcast startete …

Ich bin seit über einem Jahrzehnt Blogger, genauer: ich schreibe seit 2002 in das Internet. In verschiedenen Formen und zu verschieden Themen. Vor gut zehn Jahren sind soziale Netzwerke dazu gekommen, vornehmlich Twitter und Facebook. Bei Youtube bin ich einfach nicht heimisch geworden, was auch daran liegen mag, dass ich nicht besonders telegen bin.

Podcasts habe ich lange gemieden

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Do it like Puff Diddy – literalize yourself

diddy: „I did it again BREAKING NEWS!!!! MY NEW NAME IS LOVE OR BROTHER LOVE!!! Or NOTHIN!
HAPPY BIRTHDAY TO ME!!!“

Warum ich auf Facebook meinen Namen ändere

Die banale Ernsthaftigkeit mit der die meisten von uns ihr digitales Alter Ego pflegen, langweilt mich – ich langweile mich.

Ich blogge nun seit 2003 und bin seit Juli genau zehn Jahre bei Facebook. Ich habe die sozialen Medien kommen gesehen und habe mich in ihnen niedergelassen. Dabei ist mir schon früh aufgefallen, dass ziemlich schnell alles Interessante aus meinem Leben und meinem Wahrnhemen erzählt ist. Bereits 2006 habe ich mich – damals noch bezogen auf das Phänomen Blog – mit einem Grimme-Preis-bewehrten Freund darüber unterhalten, wie man der Falle der Profanität entkommen kann.

Mehr Fantasie, mehr Stil, mehr Prosa

Er sagte mir damals, „dass sich die Blogosphäre weiter literarisieren müsste. Weniger bierernste Recherche (das kriegt man als Blogger sowieso selten hin), Nachgeplapper und Befindlichkeit. Mehr Fantasie, mehr Stil, mehr Prosa.“

Als ich heute im ZEIT Magazin Online einen Text über Puff Diddy, aka Daddy, aka Brother Love las, erkannte ich einen Ausweg.

„Das Prinzip, sich auch mal einen neuen Namen zu gönnen, wenn man spürt, dass man nicht mehr derselbe ist, der man gestern noch war, überzeugt uns total.“ – Peter Dausend im ZEIT Magazin

Ich habe es Brother Love gleich getan und meinen Namen auf Facebook geändert. Ich heiße dort nun „Erik Ilih“, Ili ist hawaiianisch und heißt auf deutsch „Haut“. Das „h“ habe ich, wie bei meinem Taufnamen dran gehängt.

Warum?

Ich erhoffe mir dadurch zweierlei:

  1. Innere Freiheit: ich habe mir – privat und beruflich – einen Ruf erworben. Grundsätzlich halte ich es zwar mit meiner Großmutter, die mir oft auf Platt riet: „Mok wat de wülls, die Lüt snack doch“; trotzdem will ich doch vermeiden, dass Menschen irritiert werden durch das, was ich schreibe. Dies unter einem Pseudonym zu tun macht freier und den Absender klarer – eine Kunstfigur.
  2. Äußere Freiheit: ich pflege meine beruflichen Kontakte über XING und Linked.in. Letzteres ist Drehpunkt meiner beruflichen Postings. Dies will ich stärken. Also gerne dort vorbei schauen.

Mein Mittel der Wahl: Camp

Um mein digitales Ego zu literarisieren, wähle ich die Form des „Camp“. Susan Sontag, amerikanische Publizistin, schreibt dazu: „(Im Camp) muss eine gewisse Theatralik, Leidenschaftlichkeit und Verspieltheit sichtbar werden; Camp-Ironie ist auch überwiegend auf sentimentale und liebevolle Weise ironisch, will die erwählten Gegenstände, Personen und Kunstwerke nie nur vorführen oder der Lächerlichkeit preisgeben. Ferner entsteht gute campy Kunst eher naiv und unfreiwillig“.

Das klingt nach viel Freiheit und weniger Langeweile. So kann ich ganze Winter auf Mallorca verbringen, mit Wolle Kubicki über Weißwein streiten oder einfach theatralisches Pathos spinnen – ohne dass ihr euch allzu sehr wundern müsst. :)

I did it again BREAKING NEWS!!!! MY NEW NAME IS TRIK OR Tricky RIK!!! Or NOTHIN!
HAPPY BIRTHDAY TO ME!!!