Elbtower: Wie Ideen geboren werden

tldr; Wie Nierensteine

Wie das wohl abläuft? Wie wird so ein Megaprojekt, wie der Hamburger Elbtower geboren?

Ich stelle mir das so vor:
 
Herr Hoch und Herr Tief treffen ihren Kumpel Olaf auf dem Matthau-Mahl zu Ehren des großen Hamburger Schauspielers. Beim gemeinsamen Schnack auf der Herrentoilette stehen Heinrich Hoch und Olaf – nur von einem verschämten Sichtschutz getrennt – nebeneinander. Herr Hoch schaut hinunter auf seinen … Schuh … und raunt zu Olaf hinüber: „Nu, da die Elfi steht, braucht mein Kollege Tief was zu tun, sonst kommt der auf komische Ideen.“. Dabei grinst er die Kacheln an und diese werfen ein kehliges Lachen zurück.
 
Nun schaut auch Olaf auf seinen … Schuh … und sagt nach einer Weile:
„Ich hab da eine Idee.“

Immerich

All die Zeit mit Dir, mit euch, die ist wichtig für mich. Es ist mein Leben.

Nun aber sitze ich hier allein, schaue in den dunkelblauen Himmel – es ist kalt, wie auf der Ostsee im September, wenn die Sonne der fallenden Kühle Platz macht – ich fühle mich unvollständig, ja, ich habe sogar ein schlechtes Gewissen.

Ein silberner Wagen kommt die Straße hinauf gefahren als wollte der Fahrer zur mir, ein Windhauch schlägt kühle Luft in meinen Nacken. Der Südstern strahlt mir entgegen, fordert mich auf, ihm zu folgen.

All das passiert ohne dich. Es passiert nur mir. Und als wäre es eine zu enge Jacke, streife ich das Gefühl ab, die Schuld, dass ich das alles alleine erlebe.

Danke Teju

Lieber Teju Cole,

danke für Dein Buch „Open City“… nicht nur für die Spaziergänge  durch NYC, das könnten auch andere Amerikaner erzählen, nicht so kontrastreich und auch nicht mit Deiner Perspektive. Was mich aber besonders beeindruckt, ist Dein scharfer Blick auf das winterliche Brüssel, der den Schrecken von Paris vorausahnend, den Rassismus europäischer Form so lebendig beschreibt.

Das hätte ich von einem amerikanischen Autor nicht erwartet.

Wie schaffst Du diesen tiefen Blick ins Jetzt dieser Welt? Ich bin beeindruckt, wenn ich Dich lese. Tief.

Eben im Fahrstuhl

Ich komme heute morgen sehr zeitig ins Großraumbüro in dem verlassenen Gebäude in München, das so wirkt, als hätten Unternehmensberater es in instantbesetzt. Der Steuerbord-Fahrstuhl am Mitarbeitereingang funktioniert schon seit einem halben Jahr nicht mehr. Das Schild, das eine „routinemäßige Wartung“ anzeigt, beginnt an den Seiten schon Wellen zu schlagen. Heute ist dann noch der backbord ausgefallen: wenn man ihn betritt, schließt er – beinahe – und ruckelt dann wieder auf. Immerhin, ich kam noch hinaus. Es kursieren Gerüchte über verhexte Fahrstühle, die vornehmlich externe Mitarbeiter anfallen und manche für Stunden gefangen halten. Ob ungewartete Fahrstühle ein Eigenleben entwickeln und sich gegen die Menschen wenden, die sie Trägern gleich hochschleppen müssen? Ich glaube es beinahe.

Der Fahrstuhl am anderen Ende des sehr langen Ganges mit den obskuren Flecken auf dem Boden funktionierte dann. Mit mir stieg ein weiterer Mann ein, kürzer als ich, dunkle Haare, in der einen Hand einen Cappuccino Togo und in der anderen ein DELL Notebooktasche – es ist Dienstag, da belibt der Rollkoffer im Ibis.

Wie es sich in Fahrstühlen gehört, schauen wir in verschiedene Richtungen. Da die Fahrstühle hier aber verspiegelt sind, ist das nicht immer ganz einfach. Nachdem sich unsere Blicke aus Versehen zweimal begeneten, steigt er im Vierten aus; ich fahre in den Fünftfen – und überlege kurz, den Rest zu laufen, will es mir aber mit dem Fahrstuhl nicht verscherzen. Nachher nimmt er es mir übel, dass ich ihn dann sinnlos in das nächste Stockwerk beordert habe und nimmt mich nächstes Mal doch gefangen.

„Routinemäßige Wartung“

Der aussteigende Mann grüßt kurz, ich grüße mit einem „Moin“ zurück, hänge noch spontan ein „hab einen schönen Tag“ dran. Der Mann, beinahe schon durch die Tür, dreht sich um und schaut entgeistert, so als hätte ich etwas Ungehöriges gesagt.

Ein paar Stunden später treffen wir uns im Vierten kurz wieder – auf Klo (da gehe ich immer in den Vierten, denn auf der fünften Etage sind alle WCs defekt oder werden seit einem halben Jahr „routinemäßig gewartet“) – da lächelt er kurz und murmelt: „dir auch einen schönen Tag“. Zum Glück hat das außer mir keiner gehört. ;)

Französisch

„Weißt Du, was ich besonders sexy finde?“, fragt Peter in die mittägliche Stille hinein.

‚Nein‘, antworte ich, ‚was denn?‘

„Französinnen, die ‚Eckernförde‘ sagen.“

Heute Morgen am Hamburger Flughafen

Heute Morgen am Hamburger Flughafen: eine ältere Dame fragt die Frau am Boardingcardcheck, wo sie hin muss. Die Gefragte schaut die Dame gelangweilt an (offenbar keine Viefliegerin, sie hat nur ein Stück Handgepäck) und entgegnet, ohne das rhythmische Kaugummikauen zu unterbrechen: „Folgen Sie einfach der Masse da“

Heute Morgen am Hamburger Flughafen: eine ältere Dame fragt die Frau am Boardingcardcheck, wo sie hin muss. Die Gefragte schaut die Dame gelangweilt an (offenbar keine Viefliegerin, sie hat nur ein Stück Handgepäck) und entgegnet, ohne das rhythmische Kaugummikauen zu unterbrechen: "Folgen Sie einfach der Masse da

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Von der Scham überwältigt

Von der Scham überwältigt, bricht beinahe die Stimme. Nun schauen sie alle zu mir. Zu spät; jetzt muss es raus. Wieder und wieder: ‚Entschuldigen Sie die Störung, ich lebe derzeit auf der Straße und …‘ – warum nur spüre ich keine Routine? Die meisten Menschen im Waggon scheinen eine zu spüren, routiniert lassen sie meinen Hilferuf über sich hinwegziehen.

Von der Scham überwältigt, bricht beinahe die Stimme. Nun schauen sie alle zu mir. Zu spät; jetzt muss es raus. Wieder und wieder: 'Entschuldigen Sie die Störung, ich lebe derzeit auf der Straße und ...' - warum nur spüre ich keine Routine? Die meisten Menschen im Waggon scheinen eine zu spüren, routiniert lassen sie meinen Hilferuf über sich hinwegziehen

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Zurückbleiben bitte

„Zurückbleiben heißt Zurückbleiben“, bellt der Fahrer der U1 durch seine altersschwachen Lautsprecher. Ich bleibe vor Schreck stehen und verpasse so den Zug.

Traurig blicke ich den Waggons hinterher, als sie im Tunnel verschwinden. Ein unachtsam weggeworfenes Einwickelpapier wird gegen seinen Willen hinterhergesogen.

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Immerhin, den Zurückgebliebenen gehört nun für ein paar Minuten der ganze Bahnsteig. #ecriture #ecritureautomatique #munich #prosa

Soziale Hilfewelle #hollerkaputt

Ich habe eben das erste Mal einem mir Unbekannten Geld geschickt. Nun, so richtig unbekannt ist er mir nicht: wir haben viele gemeinsame Freunde, Menschen, die auch seine sind und die seinen Hilferuf geteilt haben. Menschen, denen ich vertraue.

Das macht es dann auch einem skeptischen Zeitgenossen, wie mir,  einfach, aktiv zu werden. Nebenbei zeigt es die ungeheure Macht loser digitaler Verbindungen, etwas, was Forscher ‚weak ties‘ nennen und was bisher meist durch Hasskommentarwellen offenbar wird.

Nun zeigt das Netz via Facebook und Twitter seine solidarische Seite:

Aufstehverbot

Es ist ein nasskalter Tag, die Wolken hängen tief über den glänzenden Dächern der Stadt, als ich mich gegen Mittag aus dem Bett schäle. Das Herunterwerfen meiner Decke war schon eine Überwindung, das Heraussteigen aus der Mulde, in der ich die letzten 12 Stunden verbracht habe, ist eine Quälerei. Statt Tanzverbot sollte es am Karfreitag ein Aufstehverbot geben – ich würde mich daran halten. „Aufstehverbot“ weiterlesen

Aux Armes, Töchter von Elysion

Ich wundere mich. Darüber, dass nach der Attacke der Terroristen nun wieder Flaggen gepostet werden, Nationalflaggen. Gestern die französische, heute die belgische.Man verstehe mich nicht falsch, ich liebe die Marseillaise, die Version von der Piaf besonders, und Struppi kann ich auch gut leiden. Aber waren das nicht Angriffe auf uns alle?, ob Deutscher, Brite, Türke oder Bulgare?

Ich zögere, einzustimmen in den Chor derer, die fragen, wo unsere Batches waren, als in Istanbul Bomben explodierten, genauso nebenan, wie Tel Aviv. Auch wenn die Frage berechtigt ist.

Ich suche das Verbindende und finde es. In der Vergangenheit, in der Europäer im Terror zuversichtlicher wurden, bei jedem Abwurf deutscher Bomben trotziger. Ich nehme mir ein Beispiel, an mutigen Israelis, die Tag für Tag Tram fahren. An syrischen Neudeutschen, die NPD-Kader bergen, an den Carsi Ultras, die gegen Erdogan aufbegehrten.

Ich verachte De Maizière. Und bleibe ein Grundrechtspatriot. Aux Armes, Töchter von Elysion: Lasst unsere Solidarität unsere Hymne und Umarmungen unsere wirksamste Waffe sein.

Mehr solche Flashmobs!

Hundert Jahre

Dich zu küssen ist so schön,
Als würde die Zeit nicht vergehen.

Lass Deine Lippen bitte noch auf meinen liegen.
Lass uns zu den Sternen fliegen.

Ein Jahr lang, oder hundert.
Bis sich niemand mehr über die Küssenden wundert,
Die unter der Laterne stehen.
Oder liegen.

Bleib mit mir verbunden,
Das heilt alte Wunden.
Wenn wir nur keinen Strafzettel kriegen.

Alte Zöpfe

Kehraus, alles muss raus.

Das globalisierte Schweden wirft Bäume aus dem Fenster. Nadeln verkletten mein Haar, wie Konfetti bei der Einlaufparade. Alt ist das nun, was gestern noch lila strahlte. Raus damit; aus Herzen und Köpfen.

Nur meine Gärtnerin mahnt, ‚lass die alten Blütenstände stehen, sonst wissen die Neuen nicht, wie sie sich entfalten sollen‘ – stoisch streben sie immer noch gen Himmel; halten liebevoll die Stellung, während der kalte Ostwind an ihnen zerrt.

Einsame Vorbilder, tapfere Platzhalter.

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Imagine…

Um der Wahrheit genüge zu tun:
egal, wie gut Du logisch zu denken vermagst,
egal wieviel Du weisst und wie sehr Du dich bemühst zu denken,
Du wirst die Wendungen Deines Lebens, die vor dir liegen,
mit ihr nicht sehen.

Die Freunde, die dir noch begegnen werden auf diesem Weg,
der noch nicht begangen ist, die glücklichen Umstände und das Fortune,
das auf Dich wartet.

Denn dafür ist die Phantasie da.
Deine.

Imagine…
Venus Nordsee

Ich bin kein Held,

Ich mache dich nicht heil, ich kann dich nicht retten; ich kann die gefrorenen und zerbrochenen Teile in dir nicht kitten.

Das übersteigt mein Vermögen; ich kann deinen Schmerz nicht lindern.

Ich bin trotzdem voller Hoffnung; ich kann vielleicht viel mehr als das: Ich kann dich lieben.

„I am not a hero; I cannot fix you. I am not strong; I cannot save you. I am weak; I cannot melt the frozen, broken places in you. I am insufficient; I cannot heal your pain. But I have hope, because I can do much more than that. I can love you.“

  • Beautiful poem from Kate Bartolotta, auf deutsch von @ring2

Plug-off

Wenn ich mir die Ohrstöpsel in die Ohren lege und die Musik anschalte, dann verwandelt sich die tristeste Umgebung in eine Filmszene. Langsam weben sich Sound und das vorwinterliche Deutschland zu einem Track, der ertragbar ist.

Ich schaue hin, höre zu, wie die Landschaft an mir vorbei zieht. Zwischen meinen Ohren trifft die Information aus Auge und Ohr zusammen. Fast ist mir, als könnte ich sie berühren. Auf jeden Fall berührt sie mich. Animal.

Q

Ich bin nicht weg.
Ich bin noch da. Überall.
Geronnen in roter Zeit.
Eingewoben in Geschichten findest du mich.

Ich schminke mich auf dein Lächeln, wenn ihr jubelt.

Ich singe mit, jedesmal.
Schimpfe, rauche, verzeihe.

Wetten?

Ich bin nicht mehr hier, aber immer da.

Q.