
... zumindest immer wenn ich mit Air Berlin auf den alten dba-Strecken, wie MUC-HAM und retour fliege. Gefühlt ist das erst so seitdem das bordeauxrote Signet der Airline auf dem Flieger prangt, die eigentlich „Air Mallorca“ heißen müsste und bei der dann auch im Namen offensichtlich wäre, dass das bestimmt keine Businessflieger sind in die wir PAXe da gepfercht werden. Freiheit für die Knie, Genossen Passagiere, „Business Class für alle“ - vor allem, wenn man das bei der dba gewohnt war und sich bei Air Berlin niemand schämt, diesen Claim frech fortzuführen, den Service und die Beinfreiheit aber immer weiter zu verkürzen. Seit dem Markenswitch übrigens sind die Dinger auch immer ausgebucht, die Flüge am nächsten Freitagnachmittag, so kommt es mir vor. Die Mittelreihen freigelassen, wie „in den guten alten Zeiten“ üblich bei der dba, wird auch nicht mehr, auch wenn ich heute eine Reihe erwischte, in der es so war.
Bei einer Reisedauer von 4,5 Stunden von Tür zu Tür bietet sich die Deutsche Bahn durchaus als Alternative an. Mit ihren 5,5 Stunden von Altona nach „München Mitte“ wäre sie erste Wahl, würde sie verlässlich pünktlich sein, auf dieser langen Strecke. Viel fehlt aber wirklich nicht mehr.
Sitze übrigens gerade wieder zur Abflugzeit (19:10 Uhr) am Hambuger Flughafen als gerade die Maschine aus München eintrifft. Die Servicekraft am Gate spricht von 5-10 Minuten, die noch zum Boarden fehlen sollen. Hihi sowas, jetzt fangen die auch noch an, mich auch noch zu verarschen.
Nachtrag: Tatsächlich, nach fünf Minuten gings ans Boarden, Grund für die Verspätung war nach Angaben des Kapitäns eine Notlandung auf dem Hamburger Flughafen und die damit verbundene Sperrung der Landebahnen. Kann mal vorkommen. Der Zustand der Maschinen im Innern allerdings unterliegt nicht Gottes Geschick, und so kauerte ich, wie bereits öfter in letzter Zeit, in einer viel zu engen Reihe und fütterte mein economy class-Syndrom, während gegenüber die Pufferung der Gepäckfächer lustlos und vergreist sich nach unten hängen ließ. Da half es auch nicht, dass die Flugbegleiterinnen diese ebenso lustlos wieder in ihre Ecke zu stopfen versuchten.
Die Lehne meiner Vordersitzerin hatte sich auch schon in die Rückenlage verabschiedet. So ganz ohne ihr zutun. Putzig wirkt dann der Aufruf der Stewardess beim Landeanflug, selbige in eine waagerechte Position zu bringen. Meine Vordersitzerin handelte sich dann auch einen Tadel ein. Der ließ die Lehne aber unbeeindruckt.
Mache mir inzwischen Sorgen. Nicht um die Sicherheit, wie ich meinen besorgten Kindern immer wieder erzähle bevor ich fliege, sondern darum, dass der enorme Kostendruck, der zur Zeit auf Air Berlin lastet, eben diese Entfremdung von der Marke dba, den ich ja schon öfter beweint habe, beschleunigt. Nähert sich Air Berlin nicht nur von der Reisedauer der Bahn an? Denn soviel sei hier auch gesagt, der ICE, mit dem ich letztes WE nach München fuhr war derart versifft, dass es geboten gewesen wäre, schwarz zu fahren. Das geht aber leider ebenso wenig, wie schwarz fliegen. Schwarz ärgern, wird dagegen wohl bei beiden Unternehmen billigend in Kauf genommen. Kein Wunder, wenn dann Menschen Rot sehen und ausgerechnet zurück zur Lufthansa sich wenden, kapitulieren.