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Das Erhabene - aber schön war es doch

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Foto: Sabona Holidays

Ach, seufz, schon jetzt kommt Wehmut auf ... nicht nur wegen dieses blöden Kopfstoßes des auratischen Heiligen, der hat der ganzen Fußballwelt wohl mehr weh getan als dem, der von ihm niedergestreckt sich fand da auf dem Rasen. Auch sonst kann man ja jetzt, jetzt, nachdem es vorbei ist, die Falschen Weltmeister wurden (Glückwunsch trotzdem, zähneknirschend), eigentlich nur eins tun: Hilde anstimmen!


"Aber schön war es doch, aber schön war es doch,
und ich möcht' es noch einmal erleben!
Dabei weiß ich genau, dabei weiß ich genau,
sowas kann es doch einmal nur geben ..."

Eigentlich müßte man das ganze Lied umdichten ... "Da war das Spiel, das erste, das wir sahen, ein 3 zu 2, nicht wirklich souverän. Am Tag darauf jedoch kam Drogba, zeigte der Welt, wie Blicke sexy sind" oder sowas. "Da ist der Weg, der erste, den wir gingen, da ist die Bank, da sagtest Du Adieu. Da ist der Baum, an dem die Blüten hingen, die Du mir gabst - doch jetzt liegt drauf Schnee" heißt es im Original, was ja nach all den vegetativen Ausführungen hier auch was hat. Und in Sachen Vegetation gibt Südafrika auch was her, aber sowas von, siehe oben. Also auch noch mal ...

... schnell den ziemlich verwirrenden und verstörenden Gipfelpunkt philosophischer Ästhetik zitieren, alleine schon, weil's trotz alledem zu Zidane und zu Drogba sowieso paßt und sogar zu Klose, wenn der zum Kopfball aufsteigt: Die Kantische Analyse des Erhabenen.

"Das Gemüt fühlt sich in der Vorstellung des Erhabenen in der Natur bewegt: da es in dem ästhetischen Urteile über ds Schöne derselben in ruhiger Kontemplation ist. Diese Bewegung kann (vornehmlich in ihrem Anfange) mit einer Erschütterung vergleichen werden (...). Das Überschwengliche für die Einbildungskraft (bis zu welchem sie in der Auffssung der Anschauung getrieben wird) ist gleichsam ein Abgrund, worin sie sich selbst zu verlieren fürchtet; aber doch für die Idee der Vernunft vom Übersinnlichen nicht überschwenglich, sondern gestzmäßig, eine solche Bestrebung der der Einbildungskraft hervorzubringen (...). Das Urteil selber aber bleibt hierbei immer nur ästhetisch, weil es, ohne einen bestimmten Begriff vom Objekt zum Grunde zu haben, bloß das subjektive Spiel der Gemütskräfte (Einbildungskraft und Vernunft) selbst durch ihren Kontrast als harmonsich vorstellt. Denn so wie Einbildungskraft und Verstand in der Beurteilung des Schönen durch ihre Einhelligkeit, so bringen Einbildungskraft und Vernunft hier durch ihren Widerstreit subjektive Zweckmäßigkeit der Gemütskräfte hervor: nämlich ein Gefühl, daß wir reine selbstständige Vernunft haben, oder ein Vermögen der Größenschätzung dessen Vorzüglichkeit durch nichts anschaulich gemacht werden kann als durch die Unzulänglichkeit jenes Vermögens, welches in Darstellung der Größen (sinnlicher Gegenstände) selbst unbegrenzt ist."

Immanuell Kant, Kritik der Urteilskraft, §27, Von der Qualität des Wohlgefallens in der Beurteilung des Erhabenen, zitiert nach der Ausgabe des Felxi Meiner Verlages, Hamburg 1990, S. 103-104

Das Erhabene sei, was schechthin groß sei, nicht im Sinne der mathematischen Vergleichbarkeit, sondern in sich schechthin groß - ja, und was das Zitierte bedeutet, das zu enträtseln, dazu hat man ja jetzt 4 Jahre Zeit ...


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