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19.07.06

Endgültige Parkposition

Liebe Leser, Mitblogger, Kommentatoren, Vize Vizeweltmeister, lieber Franz,

wir haben nun unsere endgültige Parkposition erreicht. Wir bitten Sie, ihre Bierkästen voll gefüllt dem Getränkehändler ihres Vertrauens zurück zu geben, damit die Flaschen dem urdeutschen Kreislauf des Pfandes zurück überantwortet werden können. Genau so, wie wir den Rest unseres Lebens wieder dem Alltag überantworten.

Allein es bleibt die Hoffnung, dass wir uns 2008 zur EM wiederlesen und die knackigen Mädels & Jungs bei der dba ihr sexy Pumaoutfit noch eine Weile anbehalten dürfen, als Erinnerung an diesen ausnahmsweise heißen Fußballsommer.

19.06.06

Die Männer-WM und ihre FeindInnen

Fußball-Hasserinnen haben's schwer in diesen Tagen.
Deshalb sammeln sie sich wohl auch alle in einem Blog und diskutieren darüber, wie sie dem -auch hier vieldiskutierten- Fahnen-Wahn entgegentreten können.
Eigentlich keiner weiteren Beachtung wert, fand der Kick Dich Blog jedoch einen bemerkenswerten Kommentar dort.

Weil sie dort einiges auf den richtigen Punkt bringt und überhaupt, der Kommentar noch einmal geposted:
weiblicher Fußballfan mit Dokt (17.6.06 15:22)

>>
... ich bin ganz schön froh, dass ich Marx gelesen habe, demonstriert habe, die Geschichte der RAF und der 68er studiert habe, Frauen- un Geschlechterforschung quasi zu meiner Lebensaufgabe gemacht habe und Punk an manchen Tagen rauf und runter läuft bis die Nachbarn klingeln…
…und trotzdem nicht so geworden bin wie ihr. Wegen Leuten wie euch hängt heute zum ersten Mal in meinem Leben die Deutschlandfahne aus dem Fenster meines Schlafzimmers, weil es kein Zeichen von Patriotismus, Nationalismuns oder rechtem Gedankengut ist, sondern teil einer großen friedlichen Fußballparty, in der alle Nationen zusammen feiern. Wie wäre es wenn ihr euch statt solcher Aktionen mal mit dem Thema „interkulturelle Aspekte des Fußballs“ beschäftigt?
<<

12.06.06

Aussie rulez 3 gegen pomadige Japaner

Das hätte mir ja auch mal einer sagen können, dass Guus Hidding der Trainer der Australier ist. Mensch. Da hätte ich meinen Tipp doch noch geändert. Sicher, ich schwör.
War aber auch wirklich zu pomadig, wie die Japaner dachten ihr einszunull über die Zeit retten zu können.

Sind eben keine Portugiesen die Japaner. Und das Glück ist mit dem Tüchtigen, auch Downunder.

Foto: DFB.de

08.06.06

Ein Lob der Geranie

Pink Geranie 2.jpg

Foto: Dreamersplace

Morgen ist's so weit: Die WM beginnt, und der Stadt wachsen Zäune. Da steht "rendez-vous de l'amitié" drauf, und kurz fragt man sich, ob's jetzt städtische Cruising Areas gibt. Vereinzelt hängen Fahnen an den Häusern, portugiesisch, italienisch und auch mal deutsch.

Ein wenig Action für Kids wolllen auch Restaurants für notorische Draußensitzer bereithalten. Sie stellen kleine Torwände auf. Gestern vor dem Currywurst-Laden Ecke Schulterblatt: Ein Massenauflauf - Werber tauschten rudelbildend Panini-Bildchen. Das meinten Horkheimer/Adorno, als sie schrieben "Kulturindustrie schlägt alles mit Ähnlichkeit". Da braucht man nur die Schaufenster der Stadt betrachten:Deko-Elemente, offensichtlich alle beim gleichen Großhändler eingekauft, ob Blumenladen oder Media-Markt. Mit Sylvester-Flair versehen - die offizielle, deutsche Party-Fantasie läßt sich wohl nur auf Luftschlangen notieren ...

Herrlich auch die "Fanparties" - gestern ...

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05.06.06

Hingabe und Schönheit

Liest zwar sowieso jeder auch so, auch wenn ich's nicht verlinke, aber schön isses trotzdem, was der Wiglaf Droste da im SpOn-Interview sagt:


"Es geht um Hingabe und um Schönheit, die man nur gemeinsam in einer Mannschaft herstellen kann. Warum das auf dem Altar medialer Verseuchung kaputtgehauen wird, lässt sich zwar kommerziell erklären, aber geistig nicht nachvollziehen. Was übrig bleibt, sind Kot und Spiele. Perverserweise wird dabei immer von der Liebe zum Fußball gesprochen. "

02.06.06

I love German Angst!

Ach, ist das schön! Da schaltet man des Morgens das Radio an, die Sonne scheint, die Preßlufthämmer nagen am Asphalt und der Hund hat Durchfall - dann kommt, sie die unvermeidliche Berichterstattung über den täglichen Status Quo der Nationalmannschaft. Das Ballack-Spaltpilz-Statement wird eingespielt, daß man sich doch mehr um die Defensive kümmern solle. Herrlich zaghaft hat der das in die Mikrophone gesprochen, mit dem diesem typischen "Ich bin so niedlich!"-Genuschel zwischen den Lauten. Macht komischerweise auch Judith Holofernes von "Wir sindHelden" und eigentlich alle großen Ostrocker des längst versunkenen kleines Stücks des "großen Friedenslagers". NDR 2 spielt unmittelbar im Anschluß "Why does my heart feel so bad" von Moby. Großartig! Einst säbelrasselte und kraftmeierte sich die Nation noch durch jedes Sport-Event, und nun Verzagtheit, Nörgeln und Pessimismus - ein Feeling zwischen Blues und Fado. Das sind die Momente, da liebe ich dieses Land ...

31.05.06

Japanisch sollt ihr spielen

Da spielt der xtplatzierte der FIFA-Weltrangliste gegen seinen akuten Tabellennachbarn und es kommt ein Unentschieden dabei heraus. Das zeigt doch herrlich deutlich, wo man steht.

Soweit.
Ich habe mich gestern trotzdem gefreut.
Über die Vogelfluglinie Basti-Poldi, die frisch an ihr jugendliches Werk gehen, dabei fast alles verstolpern, wie einst ihr heutiger Trainer und väterlicher Freund.
Über Odonkor, der nicht nur schnell zu laufen vermag, sondern sich am Ende auch noch selbst hinten den Ball geholt hat. Stark.
Über Oliver Neuville. Endlich mal wieder ein Spieler im Kader, der das Trikothemd als Kleid trägt. Unten lugt noch ein kleiner schwarzer Rand durch, wenn der Stürmergeist über den Platz fegt. Das gab es zuletzt bei Tante Käthe!

Kinder ich freu mich. Ich freue mich auch darauf, dass die FIFA in Hamburg und anderswo, aus Angst vor den so genannten“leeren Rängen“, VIP- und Sponsorenkarten kurz vor Spielbeginn über Blogs, das Radio und in der U-Bahn verteilt. Das wird ein Spaß.

28.05.06

Spielerfrauen - eine Art Fitness-Gerät?

Behauptet zumindest dieser ganz hervorragende Text zum Thema "Schwuler Fußball" (einfach auf der Startseite "Wann kommt der schwule Fußball" anklicken). Und macht's plausibel. Und macht macht auch vieles andere mehr plausibel. Z.B. das hier - Fußball als Männerbund:

"Zentrales Merkmal des Männerbundes ist aber die rigide Desexuierung, d. h. die Dethematisierung von sexuellem Begehren und sexueller Identität. Ähnlich wie die Armee vereinnahmt auch der Fußball die einzelnen über eine Zurichtung der Körper, die über das Training hinaus eine weit reichende Kontrolle von Lebensbereichen beansprucht, die gemeinhin als privat erachtet werden, wie etwa Ernährung und Gesundheit. Sexualität hingegen wird möglichst vollständig aus den Gefilden des Männerbundes entsorgt, was ja - insofern Heterosexualität bei einem Fußballer als selbstverständlich unterstellt wird - mit dem Ausschluss von Frauen ohnehin erledigt scheint. Dringt Sexualität dann doch einmal in diese symbolische Ordnung ein, so geht es dabei wie in der leidigen Sex-vor-dem-Spiel-Diskussion vornehmlich um die physische und psychische Funktionstüchtigkeit der Spieler, während der Körper der so genannten Spielerfrauen entweder zum zulässigen "Fitnessgerät" degradiert oder zur "Bedrohung der mühsam erlangten Perfektion von Körper oder Konzentration" stilisiert wird (). Auch im Falle seiner temporären Duldung untersteht der Sex also dem übergeordneten Interesse des Männerbundes, der Entscheidung von Trainern und Medizinern."

28.04.06

Hast Du schon gehört?

INTER DEUTSCHLAND.jpg


"Hast Du schon, hast Du schon gehört?
Das ist das Ende - das Ende vom Kapitalismus.
Jetzt ist er endlich vorbei.
Vorbei, Vorbei, vorbei, vorbei, vorbei, vorbei .... (...)
Weißt Du noch?
Wir regelten unsere Dinge über's Geld - vorbei, vorbei .... (...)
Der Kapitalismus, der alte Schlawiner,
der hat uns lange genug auf der Tasche gelegen, vorbei, vorbei vorbei ...
Ist ja auch lang genug gewesen."


Ach, schön, was der Peter Licht auf der CD da oben singt! Man stelle sich gerade angesichts des "Fußball WM 2006"-Urteils, wie die Fankurven aller Nationen den anwesenden Sponsoren, also ca. 75% der Zuschauerschaft, dieses Lied entgegenschmettern ... wie Arm in Arm Holländer, Deutsche, Kameruner und Cost Rica ... äh ... wie nennt man die? Costa Ricenser? Costa Ricen? Egal, Hauptsache Arm in Arm durch deutsche Innenstädte laufen, singend dieses Lied wie die Marseillaise, dann auf ein "Hop, Hop, Atomraketen stopp!" umschalten und gemeinsam mit den iranischen Fans dem Irren in Teheran entgegenschmettern: "Es ist vorbei mit Dir, vorbei, vorbei auch mit DIR, vorbei!" ... auch das kann man ...

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08.04.06

Tränen lügen nicht!

Wir St. Paulianer sind ja faire Menschen und insofern so eine Art Vorhut des hoffentlich irgendwann eintretenden Spätkapitalismus. Insofern wird in unserem Fan-Forum bereits eifrig diskutiert, wie man das hinkriegt, den Olli Kahn am nächsten Mittwoch nicht zu verhöhnen.

Das ist gar nicht so einfach.

Nachdem die Klinsmannsche, selbsterfüllende Prophezeiung des potenziellen Patzens Kahns ja schon "Wir spielen nur noch sommerlich, sonst spiel'n wa nich', sonst spiel'n wa nich'!"-Werder zum 3:0-Triumph peitschte (pardon, habe die Tore noch nicht gesehen, weiß nicht, ob's dem Olli seine Schuld war), nachdem selbst der Schweini die ehemalige Nr. 1 brutalsmöglichst verspottet hat - auf der Kicker-Seite stand sowas wie "Schweini überwindet Kahn noch vor der Halbzeit" -, nach all diesen massenmedial vortrefflich aufbereiteten Pointen steht man doch eher vor Mitleids triefend da am Mittwoch im Stadion - zum einen Selbstmitleid, nachdem in Jena mal wieder der Aufstieg verspielt wurde, aber eben auch in tiefer Emphatie angesichts des Ent-Titanisierten ...

Also: Ein aufrechter und moralisch integrer User, ...

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07.04.06

Who's pimpin' was, wen oder wie?

normal_Fredrik Ljungberg 02.jpg

Na, sowas! Die Schweden, die ollen Sozis, opponieren mal wieder gegen den freien Markt in seinem realen Existenzvollzug:

"Zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland wird ein Anstieg der Zwangsprostitution erwartet. Die Schweden diskutieren nun, ob die Fußball-WM aus moralischen Gründen boykottiert werden soll. Im eigenen Land ist Prostitution verboten. Freier werden bestraft."

Da fragt man sich nicht nur "Who's pimpin' was, wen oder wie", wenn man sich das Foto da oben anschaut, und weiß angesichts dessen Produkte des Fleischmarktes durchaus zu schätzen. Da ist man aber auch - ganz im Ernst! - froh, daß die Schweden ein solches Thema - Zwangsprostitution - auf die Tagesordnung setzen. Und wäre zudem ...


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25.03.06

Rasierpickel?

Wallpaper_Poldi_AXE_1280x1024.jpg

Um die für den einen oder die andere lustvollen Seiten der Nationalmannschaft nicht zu kurz kommen zu lassen, sei, ohne dafür auch nur einen Pfennig zu erhalten, auf die Seite zum Poldi-Axe-Werbespot verwiesen. Adresse steht ja oben, würde ich jetzt noch den genauen Link noch mal suchen, müßte ich mir noch mal die schreckliche Musik auf der Seite da anhören ... (via Koelnboy)


Mit freundlicher Unterstützung durch:
ringfahndung.de