Bye, Bye und Dankeschön (mit bitterem Subtext)
Na, was'n das jetzt? Wenn schon Berti Vogst, ausgerechnet der, das klarste und eindeutigste aller Symptome der Kohlschen Republik, vorprescht und sofort die Deutungshoheit aufsucht ... spuckt der Klinsi dem neu erwachten "Patriotismus" in's Gesicht, wenn's denn überhaupt ein solcher war, und wird Trainer der US-Nationalmannschaft? Das hätte was. Ist's 'ne Abrechnung? Das sei ihm gegönnt.
Der Lesarten werde viele sein. Da wird gerangelt werden. Mittendrin und teils auch voll daneben werden die Deutungen rund um's Unternehmertum sich tummeln: Ob positiv oder negativ, es wird davon die Rede sein, daß erfolgreiches Wirtschaften nur noch als Projektarbeit denkbar sei, und dann kontern andere (und das zu Recht), daß der Ex-Bundestrainer symptomatisch sei für jene, die nur noch auf den kurzfristigen Gewinn schielen und den momentanen, emotionalen Kick (gut, er hat 2 Jahre viel einstecken müssen, aber was sind schon 2 Jahre?), anstatt langfristig Strukturen aufzubauen.
Wieder Andere werden auf verknöcherte Verbandsstrukturen in Deutschland eindreschen, wobei's beim DFB dann die Richtigen träfe - eingereiht in ein Abfeiern des heroisierten Individuums, dem gegen graue Apparatschikhorden strahlend dann mit allen Qualitäten charistmatischer Führung ausgestattet - heute sagt man dazu ja "großer Motivator" - nur die Flucht noch bleibt. Um dergestalt FDPisiert, also atomisiert, mal wieder so zu tun, als sei jeder freiwillige Zusammenschluß von Individuen in Verbänden, Vereinen und Parteien an sich schon ein Kollektivismus derbster Art. Noch wieder Andere werden Klinsis Familiensinn loben, weil ja die gute, alte Kleinfamilie ansonsten gar nicht mehr geachtet würde - kurz: Die Anti-Traum-Droge wird strukturiert ihr immer schon festgelegtes, diskursives Feld um das Ereignis schließen, damit's auch niemand als Ereignis spürt.
Dazu gehören wird auch die Kalenderspruchhaftigkeit des "Man soll ja aufhören, wenn's am Schönsten ist!" - tja, das sagen sich Legionen von Hartz IV-Empfängern dann wahrscheinlich auch alltäglich ...



