" /> Metalust & Subdiskurse: September 2005 Archive

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30.09.05

Kein Mercedes, nur Deutschland!

Rätselhaft. Gut, die Idee vom Spreeblick, selbst aktiv zu werden und die wirklich in fast allen Blogs, auf die man so stößt, diskutierte "Du bist Deutschland"-Kampagne zu persiflieren ist so super wie auch die Ergebnisse. Aber was zum Teufel ist an dieser Kampagne, sei sie auch noch so eklig, schleimig und dumpf, eigentlich so wichtig?

Fände es viel spannender, wenn mal alle diskutieren würden, wieso es rentabler ist, Millionen von Euro in Abfindungen zu investieren, wie's bei Mercedes ja gerade geschieht, anstatt die Leute von der selben Kohle weiter zu beschäftigen.

Wieso das metayphysische Diktum, Angebot & Nachfrage würden alles und Jeden bestimmen, weiter so unhinterfragt durch die Gegend geistert wie der erste unbewegte Beweger bei Aristoteles, ist mir schlicht unverständlich.

Spielt es doch in der Planung der Automobilriesen ganz offenkundig auch keine Rolle, sonst würden sie doch auf den Überproduktionen ihrer Luxusschlitten nicht sitzen bleiben.

Nein, diskutiert wird nur, daß Arbeit hierzulande zu teuer sei und deshalb keine Nachfrage bestünde.

Dann kommt die Lafontainsche Gegenlinke und argumentiert auch ganz richtig, daß man bei sinkenden Löhnen die Binnennachfrage nur noch mehr schwäche und genau davon Arbeitsplätze gefressen würden, mit der Folge, daß dann die Lohnnebenkosten eben stiegen, weil die Arbeitslosen eben auch Geld bekommen müßten.

Wieso stellt dann nicht lieber irgendjemand mal ganz radikal die Angebot- und Nachfrage-Metaphysik in Frage? Von Watzlawick und anderen kann man ja so herrlich lernen, daß Probleme eben nicht auf der Ebene des Problems selbst gelöst werden können. Wenn ich's richtig verstehe, versuchen das aber alle mit den gleichermaßen von Watzlawick bekannten "Mehr desselben"-Lösungen, die zu Paradoxien führen. Da kann man dann vielleicht noch als FDP kommen und sagen: Dann geben wir denen und den Alten und Kranken doch einfach nichts mehr und alles wird gut! Wer fragt schon nach denen? Und prompt ist man aus dem Begriffgrund herausgekrochen, atmet Wahrheit und reibt sich die Augen ...

Da braucht man doch eine Foucaultsche Diskurskritik, die eben jene begrifflichen Strukturen auf der Ebene des Problems selbst analysiert, indem es sich diese von außen betrachtet und sie gegen den Strich bürstet, einen Metadiskurs zur totaliserten Betriebswirtschaftslehre also, dieser jedoch nicht einfach eine schöne, neue Welt entgegenstellend, sondern sie ernst nehmend. Führt den jemand jenseits der "Empire"-Lyrik eigentlich derzeit? Ich hätte sooooooooo gerne die Zeit dazu. Eine neue Metakritik der politischen Ökonomie tut bitter Not... gut, und "Du bist Deutschland" soll wahrscheinlich davon ablenken. Vor allem Blogger ....

Börsengespräche & die Blog-Persona

Seit ich einen Hund habe, gucke ich das Morgemagazin. Früher saß ich in der Küche und hörte Elke Wisswedel und diesen anderen, die NDR 2 Mogenshow, das war schön. Aber der Hund darf nicht in die Küche, dann gehe ich halt mit ihm ins Wohnzimmer. Und da läuft dann das Mogenmagazin, und jeden Morgen gibt es das "Börsengespräch". Da wird dann über die Kurse von Unternehmen diskutiert, als seien sie so eine Art E.K.G. des Herzens der deutschen Wirtschaft. Wie gnadenlos naiv! Die sogenannten Investoren und ihre Gewinnerwartungen sind's doch, die Massenarbeitlosigkeit produzieren und die Volkswirtschaft stagnieren lassen. Sehne mich dann des morgens danach, lieber die News von den Fluren der Jobvermittlungsagenturen zu hören ... aber Menschen sind ja nicht mehr so wichtig in Deutschland. Es sei denn, man braucht sie für 'ne Imagekampagne. Oder Kanzlerkandidaten vielleicht. Doch agieren sie menschlich, wie Schröder in der Elephantenrunde, ist's Fehlverhalten. Was zum anderen Thema des Eintrags führt: Wer oder was schreibt hier eigentlich?

Man steht ja neben sich, ich zumindest, wenn man hier schreibt und wundert sich, was zu Tage tritt. Wie 'n ausgekippter Eimer fühlt sich das manchmal an. Klarer ist's wahrscheinlich für jene, die - so sagte neulich ein Blogger - den Weg zum Journalismus auf konventionelle Weise nicht gepackt hätten (enthält ja eine unzulässige Wertung) und eben die Veröffentlichungsmöglichkeiten nutzen. Deren Seiten haben dann eine Art News-Charakter, Neues aus dem Netz und der Welt. Einige - so z.B. http://www.koelnboy.com- scheinen einfach so mit ihrem Leben im Reinen und stellen es, so scheint es zumindest, deshalb ins Netz. Sowas verblüfft und liest sich charmant, sieht auch nett aus.
Merke meinerseits eher, daß das Bloggen Ventil ist für das, was sonst nicht integrierbar ins eigene Leben scheint. So läßt man poltisch die Sau raus, weil das eben sonst so nicht geht, gerade, wenn man es auf verhältnismäßig konventionellem Weg in den Journalismus "geschafft" hat. Und da gelten dann Regeln, die ganze Teile des eigenen Seins eben außen vor lassen, sie modifizieren, sie auch schützen müssen. Ausgewogenheit, poltisch sich zurücknehmen, alles in Richtung einer teils kruden Vorstellung des "Populären drehen. Da agiert man in klaren, tradierten Formaten, da ist man an einem Markt aktiv, hat Kunden, hat seine Positionierung im eigenen Unternehmen immer neu zu sichern und zu überdenken und ist verantwortllich für 2-4 Handvoll Leute, die man mag und die auch ihre Miete zahlen müssen.
So schaffe ich mir dann diesen Denk- und Formulierraum am Blog-Nicht-Ort, philosophiere mal wieder rum, weil ich das Philosphiestudium bis heute so sehr vermisse, wüte, weil sonst ich diplomatisch und ausgewogen sein muß und nähere mich ganz langsam auch jenen Bereichen, die ich schon lange nicht mehr lebe. Und bin erstaunt, welche eigene Subpersönlichkeit mir da entgegentritt. Wie ungeformt und doch voller Energie sich frei flottierende Persönlichkeitsbestandteile am Schreibort "Metalust & Subdiskurse" bündeln ... und langsam enstehen Rückkopplungseffekte: Auf einmal steht man wieder launisch frustriert im Büro wie ein Kind, das keine Frikadellen essen darf, weil's gerade die "Kotzeritis" hat, wenn man gerade mal nicht bekommt, was man will. Hat wieder dies Gefühl, nur für Andere zu leben. Auf einmal ist nicht mehr primäres Bedürfnis darauf gerichtet, sich Freiraum, Alleinsein und Kontemplatation zu verschaffen, auch einmal will man wieder was ... wenn das mal gut geht ....

29.09.05

Geschenkte Elfmeter und der Blick

Jetzt bekommt dieser HSV auch noch Elfmeter geschenkt, ganz, als habe der Schiedsrichter heute in der BILD gelesen, daß es um Millionen ginge, wenn der HSV in Europa spielt. Den Geldsäcken schmeißt man es halt hinterher ... bitte demnächst Münzen. Was auch das Problem nicht löst, daß Wirrsinn derzeit den Diskurs über Sex in eine Richtung steuert, der alle Warnsignale grell erleuchtet ...

Vorab: Alle Initiativen gegen den sexuellen Mißbrauch von Kindern sind dringendst notwendig, unterstützenswert, in jeder Hinsicht richtig und gar nicht genug zu ehren. Die Opfer sind bedingungslos zu schützen, und diesen brutalstmöglichen Eingriff in die Psychogenese muß man täglich verurteilen. Und insofern ist bestimmt auch Frau Schimmelpenning oder so ähnlich, die neben Frau Ferres gerade bei Kerner sitzt., 'ne tolle und honorige Person.

Aber gerade deshalb dürfen Sätze ihr nicht herrausrutschen, auch "Blicke seien schon sexuelle Gewalt". Das kann man einfach so nicht dahersagen, das öffnet allerlei Büchsen, auch die der Pandora, die der Schwarzer, Schlimmes halt.

Das trivialisiert auf Gruseligste den Gewaltbegriff.

In Sartres Intersubjektivitätstheorie beispielsweise basieren alle zwischenmenschlichen Verhältnisse auf dem Blick, und immer und nur geht's um wechselseitige Unterwerfung im Rahmen hegelianischer Subjekt-Objekt-Dialektik, Herr und Knecht aus Phänomenologie des Geistes halt. Bei Sartre geht das gar nicht anders.

Aber Macht und Gewalt sind nicht identisch. Sie können wechselseitig Vorraussetzung von einander sein, aber sind nicht das Selbe.

Auch über den Sartre hinaus gedacht - haben ja seit ihm sehr viele getan - kann man nicht zulassen, daß alles und jedes, was im Kontext dessen, was wir als Sexualität leben, sofort unter "Gewaltverdacht" gestellt wird. Das macht alle Begriffe kaputt und alle Diskurse zunichte, die noch differenzieren wollen und öffnet George W. Bush-Gerede hierzulande Tür und Tor (womit Metalust bei seinem Kernthema wäre).

Nachdenken über die eigene Begrifflichkeit, bevor man beschreibt, kann Leben retten! Ein Blick an sich kann keine Gewalt sein. Daß die Situation, in der geblickt wird, Gewalt voraussetzt, ist möglich, der soziale Status des Blickenden kann Gewalt ermöglichen, die im Blick sich äußert und ausdrückt usw. - aber solche Statements, von imposanten und respektablen und attraktiven Blondinen geäußert, sind gemeingefährlich. Bitte sein lassen! Da lauert ernstzunehmende Gefahr ... im Nebensatz oft mehr als in der großen These.

Nordlicht

So leuchten Farben nur nach Regen im Norden. Wenn die Feuchtigkeit die Klarheit des Lichts sättigt, daß selbst der Herbst Ruhe und Lebenslust, pralle Fruchtbarkeit und leisen Rückzug in einem verschwenderisch verschenkt. Ein Gang durch's fast menschenleere Planten & Blomen ist selbst bei 10°, naßgeregnet, noch schöner als jeder Urlaub im Süden. Wenn Sonnenhüte und Astern leuchten und ein Sturmtiefhimmel blaue Löcher reißt. Vereinzelt funkelt's noch am Phlox, rosa und violetter Flirt mit dem Irgendwer und Irgendwo. Unermüdlich in Pink sich ergehende, fleißige Lieschen funkeln Dich an, als würden sie blinzeln ... in ganz wenigen Momenten glaube ich doch, daß das Glück in der Einheit von Kultur und Natur liegt. Und genieße und atme tief ...
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DVB-T ist doof

Weil die Nachbarn immer schon voher jubeln. Bestimmt 20 Sekunden, bevor das Tor bei mir im Fernseher fällt. Da rennt der Altintop gerade noch an der Mittellinie rum, fenetisches Gebrülle aus dem Haus gegenüber - die haben wohl Kabel oder Satellit. Und dann fällt'sein wenig später, dieses Traumtor ... toll. Das Tor. Dies Früher-Jubeln raubt einem jede Spannung ...
Wobei angesichts des Jahrestages des Einheitsvertrages noch anzumerken sei, daß bis heute der Sprachduktus eines Altintop mir näher und vertrauter ist als sächseln oder Ost-Berliner Ich-mach-einen-auf-niedlich-Genuschel. Das zum Thema Leitkultur, die es nicht gibt ... die hat auch Münte gerade im MoMa kommentiert. "Wir hören jetzt erst einmal genau hin, was der andere meint." Das zum Thema Koalitionsverhandlungen, Wahlkampf und Subkulturen ...

28.09.05

Fuck the Fahrradfahrer, alle!

Dreckskerle! Rücksichtslose Egomanen mit durchschlagender Ellenbogenmentalität! Erzählt mir eine Hundebekanntschaft heute im Park, daß jüngst einer von diesen Killern extra auf eine Wiese abbog, um ihre französische Bulldogge anzufahren (fast). Regelmäßig Laute der Empörung oder gar hysterisches "Ich zuerst!"-Geklingel, wenn man den Bürgersteig entlang schlendert und nicht sofort zur Seite springt, nähert sich einer von diesen Herren über alle Verkehrswege von hinten oder auch von vorne. Manchmal kann ich den kleinen Vorhof unserers Bürohauses nicht verlassen, weil unablässig scheppernde Dreckskisten über den Bürgersteig rasen, der daran vorbeiführt. Und wenn man dann noch einen Hund an der Leine hat, ist die Empörung um so größer, daß man ihnen sich nicht unterwirft und sofort das Tier zur Seite reißt, weil sie den Fußweg zu ihrem Terrain erklärt haben. Ich wohne seit 1987 in Hamburg und hatte nie ein Problem mit einem Hund und kenne von den Hunderten von gemachten Bekannten nur einen einzigen, der ...

... von einem Hund gebissen wurde. Ich kenne unzählige, Autofahrer und Fußgänger, die aufgrund von definitiv schuldhaften Fahrradfahrern fast oder tatsächlich in einen Unfall verwickelt wurden. Einem Freund von mir schob sich ein Schutzblech in die Wade, ein Stück Fleisch hing runter - die Narbe hat er heute noch und war ein paar Wochen ausgeknockt.
Und macht die Hamburger SED (also die Allparteienkoalition in der Bürgerschaft)? Sie erläßt aufgrund von Beißunfällen von unter 1%, auf alle Hunde gerechnet, ein Hundegesetz und gibt gleichzeitig für Fahhradfahrer die Weg in Parks frei! Bin derzeit ständig dabei, in Büsche zu springen, um diesen Menschenverächtern mit VW-Vorstandsmentalität auszuweichen.
Und dann feiert sich dieser ja an sich ganz süße Herr Dräger, schnuckeilige Löckenchen hat der, als väterliche Schutzmacht des Bürgers durch ein Gesetz, daß in der Tat den von Norbert Elias analysierten Mustern von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entspricht.
Die da sind: Generalisierung von Negativ-Stereotypen im Falle der Fremdgruppe, Generalisierung von Positiv-Stereotypen im Falle der eigenen Gruppe. Da sehen Sie mal, wes Geistes Kind Sie sind, Herr Behrens von der GAL! Wie kann man nur so derart skandalös die Wurzeln seiner eigenen Partei sabottieren ... und Herr Dräger fährt derweil medienwirksam mit dem Fahrrad zur Arbeit. Kein Wunder!

If You Need A Friend

's wird Herbst, na, und ganz wie die heilige Knef muß den Herbst in mir ich noch nicht beschwören. "Wird Herbst da draußen und in mir" von der größten Hilde aller Zeiten sei also ganz ausdrücklich nicht zitiert. Dafür sei jedoch eine Ode an die kuscheligste Zeit des Jahres formuliert! Da warme Farben allerorten noch einmal die kommende Kühle in weiches Licht tauchen und langsam, aber sicher Wiedergeburten möglich werden. Da man in Parka und auf Sofas ...

... sich schmiegt und genießt, daß Wärme möglich, doch nicht sicher ist. Da Kerzenlicht wieder die Melancholie dunkler Abende in ein Licht taucht, das neue Sichten auf's Lachen und Weinen eröffnet. Und traurige Songs erst richtig strahlen, wie Sterne, die neue Wege weisen, das kennt man ja weltgeschichtlich ganz gut. Wo die zwanghafte Fröhlichkeit greller Sommersonne sich auflöst im Willen zu SEIN, einfach nur zu sein. Die Parks leeren sich, nur noch vereinzelt zwanghafte Drecks-Jogger und penetrante Kinder - dafür Wiesen pur und Feuchtigkeit, die nährt. Freu mich auf die Zeit des Skorpions, in der man jammernd sich windet in vergangener Nähe und deshalb wieder weiß, daß man LEBT und Zukunft IST, wenn's am dunkelsten ist - im Licht gibt es ja keine, da erdrückt die Gegenwart jeden Schritt nach vorn. "If you need a friend" singen The Concretes gerade. Der Rolling Stone hat dazu geschrieben, dies sei ein Song, der Leben retten könne ... meines macht zu viel Spaß, als daß dies nötig wäre, und toll ist der Song trotzdem.

27.09.05

Wähler nerven!

Der aktuelle Hamburger Senat ist demokratisch gewählt. Um so erstaunlicher, daß er diese Wahl nicht zurückgewiesen hat, wo er doch ansonsten jeglichen Volksentscheid ignoriert und genau das Gegenteil tut. Da Herr von Beust kann noch so unverschämt alles niederlächeln: Das "von" im Namen kommt langsam so richtig durch. Meine Lieblingsthese, einmal mehr bestätigt: Kusch, Dräger, von Beust sind Vertreter einen neuen Wilhelminismus, deshlab paßte Schill ja auch so gut zu denen. Neuster Coup unseres Alt- und Neo-Adels:Änderung eines Wahlgesetzes, das vom Volke selbst genau so gewollt wurde. Grotesk! Nachlesen kann man die Details ...

... unter anderem in der Frankfurter Rundschau,http://www.frankfurterrundschau.de. Da wettere nicht nur ich, auch andere sehen das Vorgehen der CDU als "Anschlag auf den demokratischen Grundkonsens dieser Republik", so z.B. Herr Manfred Brandt vom Hamburger Landesverband Mehr Demokratie. Frau Goetsch von Hambuger GAL, die seit den den Debatten rund um das Hundegesetz eh nicht mehr wählbar ist, faßt den neuen Wilhelminismus dahingehend zusammen: "Das Volk ist doof, wir wissen es besser." - und meint damit ausnahmsweise die CDU mit "wir" und nicht wie sonst die Hundebesitzer mit "das Volk". Was in etwas dem Inhalt meines Eintrages zu "Die Wahrheit ist nicht mehrheitsfähig" entspricht.

Wobei der aktuelle Entwurf zum Hundegesetz, nachzulesen unter http://www.hamburg.de und dann durchwurschteln, ganz plötzlich Ansätze von Vernunft enthält, diese dann aber gleich wieder unter Vorbehalt stellt: Daß nämlich, wer nachweist, daß sein Hund gehorcht, diesen auch in Grün- und Erholungsanlagen frei laufen lassen können soll. Aber das müsse man erst einmal ein Jahr testen. Mal schauen, was die Nomenclatura aus den Hamburger Bezirksämtern dazu sagt ... Herr Schnurrbart vom Bezirksamt Mitte hat sich ja schon verbal blamiert, ohne es selbst zu merken...

Marakesch, oooooo Marakesch ...

Zur besten Sendezeit (na ja, bestens zumindest für "MoMa"-Gucker) wird es verkündet: Der VW-Marakesch wird in Wolfsburg gebaut!
Jubelnde Menschen auf Wolfsburger Plätzen - Produktionsaufträge, nunmehr behandelt wie eine Art Olympia-Bewerbung, gesamteuropäisch, juchhu, WIR haben die Portugiesen geschlagen! Da fehlt nur noch so jemand wie Beckenbauer als Marakesch-Botschafter und weltweit übertragene Verkündigungen von Vorstandsentscheidungen auf Großbildleinwänden ... .Das Kamerateam war offensichtlich von irgendwelchen Arbeitgeberverbänden gesponsort, denn natürlich wurde nachgeschoben: Dank Verzicht der Belegschaft und Aushebelung des ja sowieso in die alte BRD gehörigen Haustarifvertrages dürfen nun auch 1000 Wolfsburger Jugendliche arbeiten.
Oha. Jetzt läuft's sogar als erste Meldung im Heute-Journal! Warum überhaupt noch Regierungen wählen? Lassen wir das doch lieber gleich den VW-Vorstand ran. Hartz war doch auch mal einer von denen? Da kann man im Gegenzug nur den ollen Ford mit "Autos kaufen keine Autos" und zudem die Frankfurter Rundschau von gestern zitieren: "Vielen Verantwortlichen gibt das knifflige Ergebnis, ...

... welches das Wahlvolk der Politik vorgelegt hat, zu denken. Die wirtschaftliche Elite zählt nicht dazu. Die in diesen Kreisen bewährte Arbeitsteilung wird fortgesetzt: Einerseits blüht das wirtschaftliche Leben - Börsenkurse klettern höher, ausländisches Kapital fließt in Strömen nach Deutschland, Konzerne sparen Stellen und steigern Gewinne - und andererseits mahnen Manager und Verbandsfunktionäre mehr Reformen an, beschwören die Gefahren für Wachstum und Geschäfte, die das Wahlergebnis mit sich bringe und beklagen die Reformverweigerung, die aus ihm herauszulesen sei."

Meine Güte, jedem Wolfsburger sei sein Job von ganzem Herzen gegönnt und natürlich ist's gut, wenn noch Restbestände industrieller Kerne sich erhalten lassen. Die Abwärtsspirale löst das nicht auf, und das liegt an nichts anderem als an der ideologischen Untermauerung und der Totalisierung des Prinzips der Gewinnmaximierung. Jede Wette: Dem verdanken wir Wirtschaftskrisen und Massenarbeitslosigkeit. Und daran wird auch der Bau des Marakesch in Wolfsburg rein gar nichts ändern. Daß das öffentlich-rechtliche Morgenmagazin diese Botschaft auch noch fast propagandistisch stützt, manmanman, das ermöglicht dann wohl demnächst den Smash-Hits "Marakesch, oooooo Marakesch" von DJ Ötzi. Und die Favellas rund um Lissabon, die Hütten, durch die der Fado dringt, die bleiben so halt stehen ...

26.09.05

Über Merkel schreiben? Neeeeeee

Am Ende wird die's wirklich. Quelle Dilemma. Frau Kanzlerin. Und Frau Schwarzer findet das auch noch gut. So wie alle Frauen zu bemängeln hatten, zumindest die bloggenden, daß keine Frau im Blog-Beitrag auf ARTE in TRACKS auftauchten. Die hatten im Gegensatz zu Frau Schwarzer sogar recht ... hart wird's, über Politik zu schreiben, wenn man die Frau Merkel eigentlich nicht wahr haben will und auch sonst nicht. Dann muß man stundenlang darüber schreiben, daß Momo bei Regen im Gegensatz zur sonstigenVorliebe für Gebüsche bevorzugt auf Bürgersteige kackt. Trotz ...

... der von http://wirres.netzu Recht konstatierten, demütigenden Haltung des Hundes beim Kacken (darüber hat er in TRACKS erzählt, ist ja wahrscheinlich eine uralte Story). Und es ist ganz schön eklig, diese Kacke mit dem schwarzen Beutel vom Bordstein wieder abzukratzen, was ich aber grundsätzlich tue, lieber Herr Behrens von der GAL, mein Lieblingsfeind, dessen Herr-Politik-Vorsteher-erklärt-60.0000+-Hamburger-zum-Problem-Auslassungen man bei http://www.doggy-x.de unter "schwarze Liste" nachlesen kann. Und daß die weltweit einzigartige Noah So heute trotz endlich echten Herbstwetters ihr Video am Millerntor weitergedreht hat. Und unsere Spieler nicht minder charmant mitgemacht haben als die St. Pauli-Skinheads und Smudo. Darüber schreibt man dann sogar gerne. Und daß man über die wirklich wichtigen Ereignisse des täglichen Lebens sowieso nichts in Internet stellen darf, weil das die eigene Arbeitssituation schwieriger gestalten dürfte... dabei war heute wirklich 'n wichtiger Tag ... Zeit, mal wieder ein I Ging zu schmeßen ...

Sex in der Wüste

Der Heini mit der seiner Ansicht nach nicht mehrheitsfähigen Wahrheit war gar nicht CSU, sondern Herr Bosbach von der CDU. Um so schlimmer. Und da's jetzt doch so aussieht, als bekämen wir die zutiefst gedemütigte Frau Merkel zur Frau Kanzler, wird wohl der für gesellschaftliche Zusammenhänge schlicht unbrauchbare Wahrheitsbegriff des Physikers über uns herfallen und der Volkswirtschaft den Todesstoß versetzen. Gute Chancen für rot-rot-grün 2009. Also, auf zur Baufinanzierungsberatung!

Leute wie ich, die eh genug verdienen, werden ja demnächst steuerlich noch mehr begünstigt. Ein Skandal! Dabei hätte ich ohne Hartz IV mir schon längst 'ne neue Wohung gekauft. Weil's ja im Gegensatz zur allseits nachgebeteten, britischen Perspektive, die "German Angst" uns zuspricht, gar nicht um Angst geht, sondern um Realismus und Perspektive, wenn man sich gegen immer neue Sozialreformen ausspricht. Dann macht man sich halt krisensicher. Und setzt die eigenen Ziele anders. Alles 'ne Nummer kleiner. Aber wenigstens ist das Wetter wieder der Jahreszeit gemäß. Also, auf in eine neue Woche! Letztlich macht das Leben ja Spaß ... wäre da nicht dieses Posting im St.Pauli-Forum: http://www.stpauliforum.de/viewtopic.php?t=28435&start=45. Das beunruhigt dann doch ...

25.09.05

TRACKLIST Sonntag nachmittag

1.) Joan Baez, Myths - ja, kotz nur, liebe Gemeinde. Wundervolle Honigsüße, die Sonnenschein erst zu sich selbst kommen läßt. Und Bilder aus 50er-Jahre Western vorm inneren Auge aufscheinen läßt, genau die Welt also, die Joan Baez zu überwinden trachtete. Dieser wundervollen Frau haben gerade jene, die am meisten sich über sie erheben wollen, am allermeisten zu verdanken.
2.) Elvis Presley - Help me make it trough the night, das schmalzt noch goldener. So was durfte nur er, und weil er es durfte, ist in seiner Stimme Gott.
3.) Kelley Stolz, Prank Calls - da wippt man mit ...

... und hat 'nen raucherhangegen Keller-Club vor Augen und freut sich über den schweren Piano-Sound, der wie's Einst, wie's Damals in die Ohrmuschel spaziert, mit den Fingern schnipsend ...
4.) The Radio Department, Pulling our weight - auch wieder so ein Song, bei dem man sich freut, die 80er noch erlebt zu haben. Ihr armen, kleinen Schweine, die ihr erst nach House & Techno Musik hören durftet, mein Mitleid habt ihr! Ihr fangt seit den Strokes, den Wihite Stripes, seit Maximo Park erst wieder an zu fühlen. Wir konnten das vorher schon! Na gut, 'ne Prise Grunge war ja auch dem einen oder anderen vergönnt ...
5.) Also, exklusiv für euch Maximo Park, The Coast is always changing. Würde der Typ auch so aussehen, wie er singt, wäre er geradezu unerträglich sexy ...
6.) Nach so einer Salve jungenhafter Gefühle braucht man 'ne Prise Ironie, hält ja sonst kein Schwein aus. Also: Andreas Dorau, Du bist nicht wie die Anderen. In der aktuellen Frankfurter Rundschau wettert Sven Regener ja wortgewaltig gegen eine kulturwissenschftliche Verwässerung von Politik in den Feuilletons (online unter http://www.frankfurterrundschau.dehabe ich das Interview leider nicht gefunden, aber dieseZeitung muß man eh abonniert haben, wenn man noch irgendwie an diese Demokratie glaubt) und hält dem konsequent ein Dorau-Zitat entgegen: "Das ist Demokratie - einfach war sie nie!"
7.) Nach dem fiesen, kleinen Böswitz-Gnom Dorau braucht man jemanden, der zwischen Ironie und Gefühl schon gar nicht mehr unterscheidet und deshalb zeitgemäßer ist als all die maßlos überschätzten Franz Ferdinand und dieser ganze schwer gehyptete Rest (Ausnahmen: The Libertines + Maximo Park + Bright Eyes): Funny van Dannen, Wozu noch beten.
8.) Dazu noch beten, antworten die nächstes beiden Songs. Ich sitz an Land + Der Traum ist aus von Rio Reiser. Ein Heiliger wie Elvis. Zum Niederknien. Zum Anbeten. So groß, so unendlich groß ... meine Güte, hat der Mann uns so unendlich reich beschenkt!
9.) Low, Immune. Der wahre Rythmus des Lebens ... irgendwie taoistisch ... Handeln durch Nicht-Handeln ... warten und wissen ... Musik zum Aus-dem-Fenster-des-ICE-Schauen auf hessische Täler auf dem Weg nach Mainz ...
10.) Ivy, Don't believe a word. Ja, ich geb's ja zu, ich liebe die CDs aus dem Rolling Stone, insbesondere die Rare Trax, auch wenn die so affektiert mit x geschrieben werden und auch wenn mein Freund Tom immer arrogant konstatiert, er würde da ja alles schon vorher kennen, bevor der Rolling Stone erscheine. Mädchen-Gitarrenpop, süüüüüüß ...
11.) Wolf Parade, You are a runner, and I'm my fathers son. Da fehlen einem die Worte. Einfach Kraft, gerade so gebannt in Rythmus. Toll.
12.) The Coral, She sings the mourning. Schon wieder so 'ne sexy Jungens-Stimme. Die stehen ja irgendwie quer zum Rest auf der Insel. Finden Gefühl doch eher im Spaß. Sehr sympathisch.
13.) Ach, war das schön! '87, mein erstes Jahr in Hamburg. "Try to be Mensch", was ein Motto. Auf der Fleetinsel, im Westwerk, mein erstes Konzert in Hamburg: Element of Crime. Als das widerliche Steigenberger und diese Privatklinik noch nicht die Sicht versperrten. Element of Crime, Beware of Strangers. Manchmal hörte man die auch bei Antje Waßmann in Engelbostel. Das sind so Sätze, da erscheint einem das eigene Leben wie eine Max Goldt-Kolumne und man bekommt Hunger auf Vollkornbrot mit uraltem Gouda. Ist das lange her ...
14.) Da darf doch glatt noch mal Elvis ran: Funny how time slips away ...
15.) Und weil Elvis den gerade so schön angesungen hat, jetzt noch mal Fanny van Dannen mit Fanclub der Sehnsucht. Es ist übrigens entschieden zu warm für Ende September. Momo mag doch bei Sonne nicht spazieren gehen, dieses Himalaya-Tier ....
16.) Einfach, weil's so schön zum Song davor paßt, eines von diesen Dingern, die immer wieder neu mitspielen dürfen: But Alive, Sie war, sie ist, sie bleibt (St. Pauli-Version)
17.) Da gibt's so Sachen, die schlummern im Kuriositäten-Kabinett der eigenen Biographie, so. z.B. die CD "Pop 2001 - Geschichte wird gemacht". Darauf auch, weiß auch nicht mehr warum: Dr. Ring-Ding & The Senior Allstars, Careless Love. So'n Humpe & Humpe-Cover. Nett.
18.) Plötzlich richtig auf'm Pop 2001-Trip - verstehe bis heute nicht, wieso dies Album ein Flop wurde. Da haben wir uns echt alle Mühe gegeben. Glashaus mit Seligs Ohne Dich, ein Traum!
19.) Dann doch auch gleich noch mal Rio Reiser! Bzw. Ton Steine Scherben im Westbam-Remix, der Rauchhaus-Song. War zwar 'ne ziemlich uninspirierte Version, die sich in dem Gedanken erschöpfte, "das ist unser Haus" in "das ist unser house" umzumünzen. War aber gut, daß es mit drauf war auf Pop 2001. Zu viel zu erzählen verbietet mein Arbeitsvertrag, aber ein Refrain wie "das ist unser Haus!" kann zu Zeiten des Börsengangs einer Firma schon eine enorme Bedeutung für die Belegschaft des Unternehmens entfalten ...
20.) Da lohnt's sich doch, Lee Buddah mal wieder rauszukramen und ihn Möbelhaus singen zu lassen. "Manchmal schau ich, ob der Postmann kommt, vielleicht hat jemand depechiert. Aber meist ist's nur das Möbelhaus, das mich unverbindlich informiert."
21.) Aus unerfindlichen Gründen paßt The Gopsel according to Tony Day des frühen David Bowie da gut hinter.
22.) Zum Abschluß der sonntäglichen Mini-Disc-Aufnahme der dritte Heilige der Zugfahr-Compilation, Joe Strummers & The Mescaleros, Johnny Appleseed. Überragend, unübertroffen, musikalisch Melancholie und Fernweh mit so viel Schwung und so einer Wucht und das zu so einem Text - der Mann fehlt dieser Welt so sehr ... singt jetzt im Jenseits im Fanclub der Sehnsucht mit ... so long, bis später, obwohl ja sowieso niemand dem Auspacken meines privaten Musikgeschmacks bis hierhin gefolgt ist. Blogs sind toll! Da braucht man sich endlich mal keine Gedanken um Resonanz und Zielpgruppen und Relevanz machen!

"Die Wahrheit ist nicht mehrheitsfähig"

Das sprach er, ein Heini von der CSU auf Phoemix. So einer mit Studienrat-Look. Da weiß man wieder, an wen man bei den Unionsparteien geraten ist ...

An solche, die sich eine Eliten- und Expertenlenkergesellschaft vorstellen. Solche, die sowas wie Wähler bestenfalls als zutiefst lästiges Übel empfinden. Weil diese ja "Die Wahrheit" eh nicht zu durchschauen wissen oder aber sich verweigern würden, diese auch anzuerkennen. Weil diese im Gegensatz zum so hochkarätigen Unions-"Polit-Managern" Sachlagen ja eh nicht beurteilen können. Das ist der selbe Gestus, mit dem scheinliberale Ole von Beust mal eben einen Volksentscheid beiseite fegte, der sich ganz eindeutig gegen Privatisierung von Landeskrankenhäusern wandte. Das sind Leute, die träumen heimlich im besten Fall von einem neuen Dreiklassenwahlrecht: Je - ihrer Ansicht nach - kompetenter der Wähler, desto mehr Stimmen bekommt er. Kriterium für First Class-Wähler ist Besitz, je mehr, desto mehr Stimmen erhält man. Second Class Wähler sind solche, die die Vorstellungen einer Gesellschaft ausschließlich in Termini der Betriebswirtschaftslehre befürworten und die Folgen dieses marktradikalen Perspektivismus mit obrigkeitsstaatlichen Mitteln kompensieren wollen. Na, und der Rest, dieser ahnungslose Pöbel, diese - das ist ja immer der Gipfel des Zynimsus - "Besitzstandswahrer", sitzen dann halt wieder auf Holzbänken bei der Wahl ... und Leute wie von Beust und der Herr aus dem Süden privatisieren auch deshalb wie die Geisteskranken, weil sie immer mehr gesellschaftliche Bereiche der demokratischen Kontrolle entziehen wollen, damit dann jene endlich segensreich wirken können, "die sich damit auskennen" ...

Typen wie die sind keine Demokraten, und jede Partie, die solche Leute in ihren Reihen platziert, muß sich fragen lassen, ob es sich bei ihr noch um eine demokratische Partei handelt.

Die träumen doch insgeheim von einer neuen Variante des Platonischen Staates - bei dem waren es Philosophenkönige, die im Namen der "Wahrheit" (um die es ja bei Platon eher kompliziert bestellt ist) den Staate lenken.

Karl Popper hat dieses platonische Modell nicht umsonst als Wurzel des Totalitarismus gegeißelt und als Strukturmodell auch für die totalitären Varianten des real-existierenden Marxismus-Leninismus begriffen ... um so erstaunlicher, daß ausgerechnet Roland Koch, der nur Dank ausländerfeindlicher Hetze seinen Job erhielt, sich neuerdings auf diesen Theoretiker der "offenen Gesellschaft" (vollste Zustimmung in diesem Fall mit Popper!) berief ...

Interessant hingegen der Herr Benneter in derselben Phoenix-Runde, und in der Tat wurde erneut deutlich, daß es sich bei der SPD trotz Mutierung zur Kanzlerpartei tatsächlich noch um aufrechte und wahre Demokraten handelt, da ist sogar mal Pathos gerechtfertigt.

Schröder wollte Neuwahlen nicht nur aus Machtkalkül, er wollte in der Tat auch seine Sozialreformern demokratisch legitimiert wissen. Und Benneter formuliert sehr weise und überraschend: Klar sei doch, daß die Linkspartei ihren Erfolg auch inhaltlichen Positionen verdanke. Und wenn man mit deren Personal nicht zusammengehen wolle, so sei dennoch klar, daß diese Positionen eben auch den Willen der Wähler wiederspiegele und man in zukünftigem Regierungshandeln dann eben auf diese wieder zuzugehen habe und deren Votum eben aufzuheben habe in den eigenen Zukuntsentwürfen. Dann brauche man doch gar keine Koalitionen mit diesen ... das ist in der Tat das, was zumindest ich mir unter Demokratie vorstelle und nimmt Wählerwillen ernst. Begreift Parlamentarismus eben als Mandat des Wählerwillens hinsichtlich bestimmter Inhalte und Vorstellungen des zukünftigen Lebens im Lande, und Aufgabe der Parteien ist's dann, Lösungswege anzupeilen, die diesem Mandat entprechen ... wenn die SPD weiter Leuten wie Herrn Benneter folgt, dann hab ich die SPD sogar bald wieder lieb ...

24.09.05

Der Herr Kirchhof ...

Bald schon wird er in der Versenkung der Geschichte deutscher Wahlkämpfe verschwunden sein. Weil das kollektive Gedächtnis ja nur Slogans speichert und keine Positionen. Also sowas wie "Keine Experimente!", "Willy wählen!", "Freiheit oder Sozialismus". Also somit auch sowas wie "Arnrachy in the UK", "Yeah, Yeah, Yeah" oder "Love me tender". Bei http://www.appenzeller.de (habe ich jetzt die "Link einfügen"-Funktion richtig bedient, Erik?) findet sich jedoch ein Interview des Herrn Kirchhof mit einer Zeitschrift namens "Cicero" zitiert, das das Agieren unserer Subsysteme Recht und Politik gleichermaßen illustriert ....

Sinngemäß sagt er, der Professor aus Heidelberg (ich bitte, sie Herr Schröder!), daß Politiker ja gar nicht beraten werden wollten. Sie wollten lediglich, daß Stichworte geliefert würden zur Legitimation von Entscheidungen, die längst getroffen seien.

Niklas Luhmann läßt dazu aus dem Jenseits verlauten:

"Weil Gründe als Garanten für Entscheidungszusammenhänge schwer ersetzbar sind, erscheint es dem Juristen so, als ob die Gründe die Entscheidung rechtfertigten und nicht Entscheidungen die Gründe!"
(N. Luhmann, Die soziologische Beobachtung des Rechts, Frankfurt/M. 1986, S. 33, zitiert nach J. Habermas, Faktzität und Geltung, Frankfurt/M. 1992, S. 71)

Ha, Herr Verfassungsrichter a.D., der Sie sogar Homophobie noch essentialistisch aus der Verfassung herausinterpretieren wollten, das hätten sie mal vorher lesen sollen, anstatt sich hinterher zu beklagen! Und: Da unterscheidet sich, zumindest Luhmann zufolge, ihre Ex-Posse gar nicht so sehr von der, die sie dann aufsuchen wollten. Nur Schein oder Nicht-Schein etabliert da 'ne Differenz ... also jetzt mal nicht so besserwisserisch-beleidigt nachtreten. Wer Luhmann nicht liest, der läßt sich vom System halt foppen ...

No more Sportschau anymore

Jetzt wird einem sogar der samstägliche Frühabend versaut ...

Einfach nur, weil dieser HSV ständig gewinnt. Unerträglich. Ist's für digitale Regionalligisten bisher doch so oft von Genuß gekrönt gewesen, dem eigenen Jammertal zu entweichen, wenn man die Sportschau sah und den HSV verlieren ... und jetzt sowas. Das ist doch nur wieder Wasser auf die Mühlen des HSV-verseuchten ARD-Sports (gut, Beckmann und Delling haben uns auch ganz gerne, aber dieser Uwe Bahn ...), wo man schon jedes Mal beim Tor des Monats oder Woche oder wasweißich Herrmann Rieger jubeln sehen muß, der sowas wie Jenfeld oder Rellingen oder gar Henstedt-Ulzburg so gnadenlos mühelos ausstrahlt. Also von nun an Samtags lieber ab 18.05 h in den Park und sich von Eichen mit Früchten beschmeißen lassen, verglichen mit HSV-Siegen macht das dann sogar mehr Spaß ... zum Glück ging's heute wenigstens gegen die Bayern, ein schwacher Trost, aber immerhin ...

Auch das ist Natur

Da latscht man durch den Park und genießt die frühabendliche Idylle. Und plötzlich bleibt der eigene Hund entsetzt und verwirrt stehen ...

Man steht da auch und wundert sich. Die Kleine wuselt nur völlig verstört hin und her, traut sich noch nicht mal, auf Zuruf zu kommen. Plötzlich ein stechender Schmerz am eigenen Kopf. Gut, niedergestreckt hat es mich nicht ... aber tat schon richtig weh. Eicheln waren's! Mensch, hüte Dich im Herbst unter Eichen zu stehen. Die fielen ab, als würde der Baum wütend sie auf uns schmeißen. Das meint der alte Satz "Eichen sollst du weichen" also!

Fußball Digital

0-0-1-0-0-0 ... so die Ergebnisse der letzten Spiele des FC St. Pauli. Zählte man jetzt die Spiele gegen Wuppertal, Leverkusen und Lübeck dazu, dann läse sich das: 1-1-1-0-1-1. Wie findet man das jetzt? Fühlen tut man Angst und Genervtsein: Daß mit diesem uninspirierten Fußball binnen kurzem das Team einbricht oder aber kreislaufend den Rest der Saison dann doch nur noch 0 zu 0 spielt. Andererseits sind wir Dritter und vor den ekligen Essenern, weil unser Torverhältnis Dank der Abwehr besser ist. Trotzdem gegen Abstiegskandidaten wie Chemnitz viel zu wenig ... dafür war Momo der Star der Hundeschule! Meine Güte, hat die gut gehorcht!

Didi, Marx und "Nein, lieber keine Callas"

Samstag morgen, Schwummerstimmung, das Selbst schwappt durch Licht und Laute und sammelt sich nicht. Das sind so Morgende, da man auf keinen Fall Maria Callas hören darf, auch wenn man sich noch so sehr danach sehnt. Weil man ja keine 23 mehr ist, als man den Restalkohol nach durchzechten Nächten bei Katharina oder in der Wunderbar genoß, um dann ganz in dramatischen Gefühlen sich halb verzweifelt, halb Intensität genießend aufzulösen. Als Kitsch-Schinken voller Wahrheit wie die Streisand oder "Miß Saigon" - "Why, God, Why", "The Movie in my mind" - aus den Boxen dröhnten. Als man noch an Liebe glaubte, weil man nicht nicht wußte, was das ist. Heute liebt man Fußballvereine heiß und innig und sorgt sich um das Spiel am Nachmittag ...

Zu Didi Demuth, FC St. Pauli, auf nach Chemnitz. Den Didi vermisse ich ja doch und trotz alledem, auch wenn er in der 1. Liga schlicht versagte und auch den Abstieg aus der 2. mitzuverantworten hatte. Aber nach über einem Jahr Bergmann sehnt man sich nach einem Trainer, der Fußball als Kampfsport definierte und dessen Motto "Karo einfach spielen" uns derzeit so fehlt, wenn auf dem Platz sie sich verdribbeln und dann aus lauter Verzweiflung nach langem Herumirrlichtern auf die schlechteste "Karo Einfach"-Variante setzen, den langen Ball nach vorn. Unter Didi war zumindest im Auftiegsjahr Pressing und geradeaus nach vorn angesagt. Jetzt fordert der Trainer spielerische Verbesserung und erreicht damit genau das Gegenteil ... bitte Jungs, nehmt Didis Aura an und verleibt sie euch ein! Biitte, Meggle, erinner Dich und zeig Bergmann, wie man's macht!!!

Außerdem plädiere ich für die Rück-Benennung von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt. Den muß man wieder lesen, den Marx. Gerade nicht den hegelianischen Unsinn seiner Geschichtsphilosophie oder gar diesen hirnrissigen Quatsch von der Diktatur des Proletariats, dessen Folgen, leninistisch gewendet, ja als weltgeschichtliches Unheil wohlbekannt sind. Aber, um Gregor Gysi einst in "Unsere Besten - Wer ist der größte Deutsche?" zu zitieren: Man kann Jesus ja auch nicht die Inquisition vorwerfen. Marx Analysen des Kapitalismus nämlich, zweifellos Vorreiter der gelungenen Varianten der Systemtheorie, die täte bitter not. Kann man nachlesen. In "Marx lesen" von Robert Kurz, Eichborn-Verlag, Frankfurt am Main 2000. Nein, mit voller Absicht kein Link. Bücher haben ja auch was für sich ... vor allem, weil sich die Frage stellt, was man in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit mit dem Marxschen Kernbgeriff "Arbeit" anzufangen sei. Sind wir schon viel näher an seiner Utopie, als wir derzeit glauben?

23.09.05

Bianca - Wege zu Peter Hahne

Soeben auf arte, also www.arte-tv.com, ganz plötzlich Inspiration. Die These der Reportage "Das Gesetz der Serie" (http://www.arte-tv.com/de/geschichte-gesellschaft/geliebte-glotze/Themenabend/968908.html) bzw. derer Protagonisten kurzgefaßt: Was Charakterzeichnung und Erzählweisen betrifft, so habe in den USA dank Networks wie HBO die TV-Serie das Kino längst hinter sich gelassen und sei dessen stereotyper Effekthascherei schlicht überlegen. Ein Signal mehr - also sowas wie 'ne Ampel, aber das darf man ja derzeit nicht sagen - , daß wir hierzulande schlicht falsch amerikanisiert sind, anstatt von denen dann zu lernen, wenn's wirklich was zu lernen gibt. Und genau deshalb gibt es Peter Hahne! Der steht symbolisch für die Verweigerung genau dieses Gedankens.

Weil: Der Mann ist so eine Art Bibelstunde, auf Sesamstraße reduziert. Womit Grundzüge der falschen Amerikanisierung der Post-BRD (Christian Ulmen hat nämlich meiner Ansicht nach recht, siehe www.ringfahndung.de) bereits auf den Punkt gebracht sind ... in den USA produziert man die Sopranos, Sex in The City, Six Feet Under und und und. Und die, die den Machern solcher Serien Arbeit geben, haben von Faßbinder, von La Haine usw. gelernt, wie Konflikt und Charakter wirklich zu faszinieren vermögen. Hierzulande hingegen läßt man "Tele Novela" produzieren und "Verliebt in Berlin", was ja schon als Titel denkunmöglich ist und amerikanisiert somit falsch. "Deutsch" als Herangehensweise, die sich hiervon offensiv absetzt, ist dann Handwerk, "Der letzte Zeuge" z.B.., Erzählhandwerk wie Wurzelschnitzerei wie Derrick. Und der Serien-Rest bleibt auch weiterhin schlicht Volkstümelei oder eben auch wieder nur falsche Amerikanisierung.Oder sowas wie VIVA, das einzig eigenständige, das Deutschland in den 90ern vervorbrachte ... und das ist ja bekanntlich auch nicht besser und geschluckt.

Und somit macht eben Peter Hahne im Heute-Journal mit dem Merkel-Wahlkampf ganz unverblümt weiter, und das ist dann eben Bibelstunde auf Sesamstraße reduziert. Und in den Börsennachrichten fällt der Satz: "Der Hurricane Rita war ja an der Börse in der letzten Woche Top-Thema". Autsch! Gegen solche Sätze sind Vollpfosten vom Tagesspiegel sogar noch harmlos, liebes wirres.net.

Aber zum Glück gibt es ja bald 1 EURO TV auf dem ZDF-Theaterkanal. Den können zwar nur wenige gucken, aber allein deshalb lohnt sich die Anschaffung der Zugangsmöglichkeit ...

Heißt Peter Hahne eigentlich wirklich Peter mit Vornamen?

Frau Birthler, IMs und

Frau Birthler, bestimmt sehr nette Nachfolgerin des Herrn Gauck, hat jetzt schon mal vorgelegt: Die Linkspartei sei alte DDR und deshalb Stasi-verseucht. Mindestens 7 Abgeordnete seien inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen. Die anderen Parteien werden den Ball einlochen. Das ist nicht schön und stellt doch Fragen ...

Welche Relevanz hat dies, und was warum verkündet Frau Birthler dies? Letzteres ist ja klar - ist eben die einfachste Methode, DDR-Biographien und Erfahrungen zu diskreditieren. Notfalls durch Fomulierung des Verdachts. Stützt die Meinung vieler, die meinen, man könne die Linke.pds nicht wählen, weil diese eben die böse Seite der alten DDR in sich aufgesogen hätte ... und diese wolle sie nun ausspeien über Bundestags-Bänke und gehöre nicht dorthin. Der faulige Atem der alten IMs vernebele auch allen anderen die Sinne, mehr als 40 Abgeordnete (die genaue Zahl habe ich nicht im Kopf). Und die Bev;lkerung habe ein Recht darauf, daß auch diese nun überprüft würden.

Ist dies freilich nun, 15 Jahre nach der Wiedervereinigung, wirklich sinnvolles Zentrum der Debatte? Das erscheint so christlich. Wie Erbsünde, die mit herum geschleppt würde. Und folgt diesem uralten "Geh doch drüben Schema", das schon, als noch die Mauer stand, nur eine Antwort erlaubte, nämlich: "Ich will aber hier was ändern!"

Diese Diskussion ist eben Ablenkung von Sinn, Unsinn und Zwängen des West-Systems, das die Ossis, blöd, wie sie waren, auch noch 1 zu 1 übernehmen wollten. Und über unsere Verfassung - mit Habermas bin ich Verfassungspatriot - wurde einst wenig geredet, sondern nur über Autos und schnödes Geld.

Dabei ist's Zeit, nunmehr ganz genau zu analysieren, welche Zwänge des ganz realen Kapitalismus, der ganz normalen Durchmachtung der jetzigen BRD analoge Effekte zeigen zu jenen der untergegangenen DDR. Der gestern gegeißelte Leinenzwang ist ja nur ein verhältnismäßig harmloses Beispiel der DDRisierung der BRD. Da braucht man nur die Äußerungen von Herrn Behrens oder so 'hnlich von der Hamburger GAL auf www.doggy-x.de zu lesen (unter schwarze Liste), das ist nicht weit weg von dem, was Ex-DDR-Bürger als Habitus der SED-Funktionäre beschreiben.

Insbesondere jedoch die Vergötzung des Eigentums und dessen, der Besitz hat, als Allesdürfer bei totaler Ignoranz der verfassungsgemäßen Verpflichtung und dann die Folgen des Handelns eben derer als strukturgebendes Prinzip der neuen BRD - die Folgen dieses Prinzips mal genau durchzuspielen, auf Zwangswirkungen hin zu durchdenken, dafür hätt' ich so gerne die Zeit ... und es ist schlicht Verdienst der Linkspartei, genau solche Fragestellungen wieder auf die Tagesordnung gesetzt zu haben. Daß man Besitzlose eben nicht einfach so entrechten und deligitimieren darf. Spätestens, wenn der Elbstrand und die Hamburger Parks privatisiert werden, wäre diese Aufgabe ja vollbracht ... und ich wette, Pläne dafür liegen schon in irgendeiner Behörde.

Zunehmend scheint's, daß ganz wie in der Jungianischen Psychonalyse die alte DDR als Schatten der neuen BRD immer stärker wird. Das Verdrängte beginnt, das Handeln zu bestimmen. Aber gerade nicht dort, wo Frau Birthler dies verortet. Sondern in der metaphysisch aufgeladenen Selbstbeschreibung des West-Systems als ohne Einschränkung gut (abgesehen von so Anachronismen wie dem Sozialstaat, als sei nicht auch dieser in der Verfassung festgeschrieben) und in der Behauptung seiner eigenen Geschichtsnotwendigkeit. All diese Super-Subjekte wie MARKT, WIRTSCHAFT, GLOBALISERUNG, die als Mega-Akteure Unterwerfung fordern, sind ja nix anderes als die zentralen Begriffe einer invertierten, marxistischen Geschichtsphilosphie. Ganz zu schweigen von Konsummöglichkeiten als Mitttelpunkt wirklich jeder Debatte. Ebenso schreit ja dies bleierne Sicherheitsbedürfnis nach Renaissance der Stasi, lieber Herr Schily, lieber Herr Beckstein. Die hatten Möglichkeiten, da träumt ihr doch nur von!

22.09.05

Leinenzwang, Koalitionen und die gute alte Musik-Cassette

Momos Kommentar zum anvisierten, allgemeinen Leinenzwang ist eindeutig: Sie beißt fortwährend in die Leine hinein. Dabei ist's doch 'ne Regel, der Leinenzwang, die metaphorisch fast schon universell funktioniert und Deutschalnd ansatzweise strukturiert, z.B. das aktuelle Koalitionsgerangel ... liegt's daran, daß die gute, alte Musikcassette nur noch in den Schubladen allter Säcke wie mir liegt?

Momo beißt allerdings auch in das I Ging hinein, gerade eben. Hoffentlich rächt sich das nicht demnächst beim Münzenwerfen ... um metalustig weiter mit der Leine zu flirten: Typisch Hamburgischer Senat ist typisch für Deutschland. Man tarnt sich liberal und mißbraucht dazu auch noch Lust & Liebe zu eigenen Geschlecht, als sei es nicht unglaublich demütigend, sich ausgerechnet von Ronald Schill outen zu lassen. Man setzt auf präsidiales Lächeln an der Oberfläche, um in der Tiefenschicht ganz wilheminisch die Sau rauszulassen. Ist nämlich eigentlich ein Wilhelminismus, der Deutschland weiter noch im Innersten zusammenhält. MARKTliberalismus (DEN MARKT gibt's übrigens auch nicht, höchstens den auf dem Großneumarkt) + obrigkeitsstaatliche Wichtigtuerei mit bösen Konsequenzen, Schily ist so eine oder auch die eine oder andere Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Bochum. Dem steht Spontanität, diese unmittekbare Energie, diese pure Lebenslust spielender Hunde schlicht entgegen. Die haben einfach Spaß, ohne Geld dafür zu bezahlen - na ja gut, die Hundesteuer -, das kann nicht gut für DIE WIRTSCHAFT sein. Die sind ja noch nicht mal gesponsort. Also: An die Leine! Weil - so dieser Bezirksamtsleiter Mitte, der mit dem Schnurrbart, der immer mal für die BILD-Zeitung posiert-: Man müsse Nutzungskonflikte in Grünanlagen a priori ausschließen.

Was hat das mit der Lage der Nation zu tun? Viel. Auch Merkel und Schröder wollen sich nicht anleinen lassen derzeit und tun so, als setzten sie gemeinsam mit allen anderen Parteien urplötzlich auf Inhalte. Na ja, das ist das dieselbe Ebene der Oberflächenstruktur, die Ole von Beust liberal erscheinen läßt ... und, außerdem: Auch hier, in der hohen Politik, herrscht ja Leinenzwang. Eben Koalitionszwang. Das braucht man hierzulande, ohne Zwang keine Bewegung ist oberstes Prinzip. Man stelle sich ein Parlament vor, in dem auf rein argumnetativer Basis mit wechselnden Mehrheiten je nach Sachlage einfach gemacht wird, was besser sich begründen läßt. Wechselseitige Überzeugungsarbeit, z.B., hätte doch was.

Weil's ja keiner Wunder ist, daß sie keinen Wähler überzeugen, wenn sie sich auf so etwas gar nicht mehr einlassen. Aber auch Nutzungskonflikte, das Land betreffend, sind vom Volke derzeit unerwünscht. Sonst würden ja nicht so viele rot-rot-grün ablehnen und eine große Koalition für richtig halten. Auf einmal fordern alle: Rauft euch zusammen! Aber nicht im oben genannten Sinne. Nein. Legt euch an die Leine. Was bei dem einen oder anderen SM-Event bestimmt 'ne Menge Spaß macht ... in seinem politischen Facettenreichtum ist die Metapher aber hier aus Platz - und Zeitmagel gar nicht wirklich durchzuspielen. Alle reden über "Maulkorberlasse", aber niemand über Leinenzwang als poltisches Leitprinzip der BRD. Das muß sich ändern. Dafür blogge ich.

So beschließt man also, diesen Abend nicht vor dem Fernsehen zu verbringen, weil das derzeit so ärgerlich ist. Obwohl's ja in TRACKS diesen sensationellen Beitrag über BLOGGER gibt ... und auch sonst viel Schönes. Sondern sich eine Mini-Disc aufzunehmen. Ganz konservativ. Stück für Stück bei laufendem CD-Player. Diese ganzen MP3-Freaks wissen ja gar nicht, wie wunderschön es war, die guten alten,analogen Musik-Cassetten aufzunehmen. Und noch mit Schere, Kleber und einem Stapel Zeitungen hübsche Cover zusammenzubasteln statt am Computer sie zu designen. Und sie dann mit Lackstift zu beschriften. Der war wichtig, der Lackstift, der schmierte so, wie Robert Smith einst sang ...

21.09.05

Gutes tun, Gutes tun oder wer zum Teufel ist eigentlich DIE WIRTSCHAFT

"Gutes tun, Gutes Tun, Gutes tun ist gar nicht schwer, man kann so viel Gutes tun, zu Hause und im Kreisverkehr ..." Heute gibt wieder ganz uncool Funny van Dannen das Tagesmotto vor. Denn da gibt's jemanden, der oder die WIRTSCHAFT heißt, der ist laut www.spiegel.de bitter enttäuscht über die deutschen Wähler, weil sie für ihn nichts Gutes taten. Wäre er dazu bereit gewesen, DER WÄHLER, fiele für DIE WIRTSCHAFT doch noch mehr ab in Zeiten der totalisierten Gewinnmaximierung ... mein Vater hat diese Theorie von DIE WIRTSCHAFT, der man Gutes tun müsse, immer als die "Pferdeäpfel-Theorie" gekennzeichnet - man muß vorne das Pferd nur oderntlich stopfen, dann fällt hinten für die anderen schon ordentlich was ab ...

Momo kurbelt hingegen tatsächlich gerade Konsum an, weil sie sich wie so oft mein Clopapier schnappt und genüßlich zerfetzt. Das ist wahrscheinlich zutiefst feindlich gegen DIE WIRTSCHAFT, daß mir lieber ist, sie kaut auf Clopapierrollen als auf meinen Schuhen. Weil, würde ich so oft Schuhe kaufen wie Clopapier, würde ich doch Gutes tun für DIE WIRTSCHAFT ... oder war das jetzt die Lafontainsche Position mit der Binnennachfrage? Dann sorry dafür, sowas zu denken an einem Morgen wie diesem ...

Da liest man dann erstaunt weiter, daß es gar nicht DIE WIRTSCHAFT ist, die zu solch tiefen Emotionen fähig ist wie bitterer Enttäuschung, sondern ein Herr Thumann. Der muß sowas sein wie Hans-Olaf Henkel, Gott hab ihn selig - oder lebt der noch? Sorry dann dafür ... der Herr Thumann auf jeden Fall gibt der Wirtschaft und der Industrie hinzu zur Emotionalität auch noch 'ne Sicht - ich für meinen Teil schaue auf einen Früh-80er-Sozialbau aus den frühen 80ern und roten Klinkern ...

Als wüßten wir nicht seit Wittgenstein, daß - sinngemäß - die meisten Probleme nur deshalb als solche sich benannt finden aufgrund der Verhexung des Menschen durch die Sprache. Und bei begrifflicher Klarheit lösten diese sich dann auf in Scheinprobleme. Oder so ähnlich. Muß ich noch mal nachlesen.

Klar ist, daß eine Sprachschludrigkeit wie jene des journalistischen Internet-Leit-Mediums www.spiegel.de und all der anderen Deppen, die glauben, es gäbe DIE WIRTSCHAFT, die Emotionen habe und sich in den Worten interessegeleiteter Verbandsvertreter dann auch noch äußern könne, geradezu notwendig falsche Problemlösungsversuche nach sich zieht ...

Ebenso wie Herr Kauder von der CSU notwendig solche nach sich zieht. Wer dem Noch-Kanzler morgens im Frühstücksfernsehen Drogenkonsum (Alkoholkonsum zähle ich dazu) unterstellt, anstatt ihm nun mal wirklich Emotionen zuzugestehen, im Gegensatz zu DIE WIRTSCHAFT haben Kanzler nämlich solche, demonstriert damit auch sein Menschenbild, innnerhalb dessen nur stoische Effizienzsmaschinen sich normal verhalten.Das abschließend zum Thema Böses tun ...

Zu wenig, zu wenig, zu wenig!

Meine Güte, nur'n 0 zu 0 und dann sagt der Ticker noch, der letzte Kick habe gefehlt. Ja, warum denn wohl? Wenn man so überhebliche Schleicher wie den Dinzey auf den Platz stellt, ist das ja auch nur bedingt erstaunlich. Eigentlich ist doch seit allerspätestens dem Spiel gegen Braunschweig in der letzten Saison klar, daß in der aktuellen Situation des FC St. Pauli diese Alte-Recken-Nummer-sicher-Taktik eben schiefgeht und man die Arifis dieser Welt genau so dringend braucht wie Shubi und Meggle.

Das kann so'n Luz auch nicht alles alleine machen.Mann, Mann, Mann, alle Zutaten sind da für's 5-Sterne-Menü und unser Trainer kann nur Salat machen ... jetzt sind Kiel und Essen mal eben an uns vorbeigezogen, das DARF nicht sein. Aber wenigstens hat RWO mal wieder gewonnen und Anschluß an die Nicht-Abstiegs-Plätze bekommen, wenigstens was ...denen gönn' ich's ...

18.09.05

Sensationell!

1.) Jede Wette: Es wird Schwarz-rot-grün geben. Alles andere macht das machtbewußte Auftreten des Kanzlers heute abend schlichtweg nicht verständlich, und in Nebensätzen haben sowohl Gerhard Schröder (in der "Elefantenrunde", Fischer bleibt Außenminister, hat sinngemäß er gesagt) als auch Fischers (ob in der Opposition oder der Regierung, sagte er, wieder sinngemäß) dieses Kalkül angedeutet. Deshalb auch das Betonen der stabilen Mehrheit macht so Sinn, weil die Stimmenbasis noch breiter wäre als im Falle einer reinen, großen Koalition. Fischer bleibt Außenminister, Schröder Kanzler, und die schwarzen Regierungsmitglieder dürfen zeigen, was sie als Sozialreformer so drauf haben und dadurch den Dauer-Schwarzer-Peter leben müssen. Wenn die CDU nicht mitmacht, wird sie als Vaterlandsverräter gejagdt und getrieben. Dadurch, daß er in einer solchen Konstellation als Vertreter zweier Parteien auftreten wird, wird er eben auch die Regierungsbildungskompetenz für sich beanspruchen können.

2.) Respekt und Glückwunsch, Herr Schröder! Das Kalkül ist aufgegangen: Die CDU muß nur lange genug beweisen, daß sie Hartz IV etc. in Sachen Sozialabbau, Abschaffung von Arbeitnehmerrechten etc. zu toppen weiß, dann brechen die ebenso und aus den selben Gründen ein wie die SPD zuvor. Dazu braucht man aber Neuwahlen und einen entsprechenden Wahlkampf, daß die CDU genau dies beweist. Dann erscheint selbst dieser Kanzler als das soziale Gewissen der Nation. Zudem er's geschafft hat, daß sogar ich ihm geglaubt habe, er wolle mit Hartz IV etc. den Sozialstaat in eine neue Ära retten. Für falsch halte ich das trotzdem, wie er's tut, aber es wurde zumindest eine ernstzunehmende Position und kein dummes Nach-Geplapper mehr über Investoren, Deregulierung, vermeindlich mögliche Eigenverantwortung usw., das andere einfach nur komplett unreflektiert wie's Vaterunser vor sich hinbeten ... das ist in der Tat eine Leistung, die an Demokratie noch glauben läßt, weil's eben Argumentation ist ...

3.) Fischer und Schröder heute abend engültig Frau Merkel nieder und ins Nichts gegrinst zu haben, das habe ich den beiden wirklich von ganzem Herzen gegönnt. Sie haben's geschafft, das diese Frau niemand mehr ernst nehmen wird. Falls sie wieder Erwarten doch Kanzlerin wird, wird sie zur Tragödie von Shakesspeareschen Ausmaßen ...

4.) Es ist tatsächlich erschütternd, ausgerechnet Roland Koch gegen vermeindliche "Angstkampagnen" der bösen SPD wettern zu hören, Der Mann ist im Amt, weil er brutalstmöglich Ängste vor vermeindlicher Überfremdung schürte ...

5.) Keiner sagt's, und doch ist es der Fall: Wir haben heute Abend die rot-grüne Mehrheit von '98 zurück. Damals, als die SPD ziemlich gelungen durch das Spitzen-Doppel Lafontaine (für klassisch-linke Politik) und Schröder (für notwendige Modernisierung) ins Rennen schickte. Die Linkspartei ist ja nur so stark, weil Schröder irgendwann darauf verzichtet hat, die Lafontaineschen Postionen weiter in eine vermittelnde Politik einzubeziehen, wie sich's in einer Volkspartei wie der SPD und deren so bewundernswerter Tradition eigentlich gehören würde. Dieses ganze Hin- und Her rund um Koalitionen wäre bei einer solchen vermittelnden Politik gar nicht zum Fall geworden - in Sachen Postionen und Argumentationen haben wir eine rot-grüne, keine rot-rot-grüne Mehrheit. Aber wer sein Erbe auch nur zum Teil leugnet, den holt es ein ...

Rio Reiser hören

Am Wahlmorgen muß man einfach Rio Reiser hören. "Der Traum ist aus" singt er gerade, und dann bleibt bis heute abend ja nur die Frage, wessen ... "nix zu sagen außer blabla", singt er nun gerade ... auch das am Wahlkampfmorgen, aber den kann er diesmal nicht gemeint haben, ausnahmsweise wurde ja mal halbwegs klar, wer was will, und schlimm ist nur, daß die Christiansens dieser Welt das gar nicht wissen wollen, wer was will.


Darf man eigentlich Hunde mit ins Wahllokal nehmen, oder gelten die als Erholungsanlage, die Wahllokale? Und warum heißen die eigentlich Lokale?

Momo leckt mir gerade die Füße. Keine Ahnung, warum die das mag.

17.09.05

Es gibt nur einen Jeton Arifi!

... zumindest beim FC St. Pauli. Mann, Mann, Mann. Da hängt man fast schon schwitzend und außerordentlich aufgeregt vorm www.liverticker-basisstpauli.de und kriegt die Krise! Scheint ja ein Spiel der schönsten Chancentode da in Berlin zu sein bei Hertha II ... was alleine Meggle da laut Ticker neben das Tor befördert, das kann doch nicht wahr sein!

Warum läßt unser lieber Herr Bergmann aber auch Arifi immer draußen? Das ist immerhin unser kommender Weltstar (wobei, sobald das jemandem ernsthaft auffällt, ist er ratzfatz auch nicht mehr unser)! Auch wenn er gegen Leverkusen II eine 1000prozentige vergab, kann er den doch nicht auf der Bank sitzen lassen ... da rauft man sich die Haare, hängt bei Traumwetter vor dem Computer und brüllt 'nen Ticker an ...wenigstens hat Osnabrück in Kiel ausgeglichen, aber Essen macht Didis Chemnitzer platt ... immerhin hat 'nen Blog ja eindeutig therapeutische Funktion. Ist wie Fingernägelkauen, zumindest, wenn der FC St. Pauli gerade auswärts spielt und man nicht mit dabei ist, Nervositätsabbau halt. Und Momo schläft ... unglaublich. Ich will, daß jetzt auf der Stelle Arifi eingewechselt wird und zwei Tore in zwei Minuten schießt!

Joschka & Simon & Simon

Im Prinzip ist's ja furchtbar. Übrigens ein Einstiegssatz, der einem, in ganz egal welchem Massenmedium, ratzfatz wegredigiert würde. Da soll man positiv einsteigen. Okay, drastisch ist auch genehm. "Sie hat ihr Kind umgebracht, obwohl sie es noch nicht einmal haßte", so zum Beispiel. Damit sich dann jeder fragt: Aber warum denn dann? Und: Oh, wie schrecklich, Kind umgebracht ... Na ja, so ungefähr. Aber wenn nicht in menschlichen Abgründen wühlend, dann doch bitte postiv, bunt und lustig. "POPULÄR"!

Aber im Prinzip ist's wirklich furchtbar. Eben noch Renate Künast auf Phoenix gesehen. Gute Rede, gute Rhetorik.Ehegattensplitting abschaffen für kinderlose Paare, vollste Zustimmung, warum auch, nur weil zwei heiraten, denen mehr Geld zugestehen? Und nebenbei noch dafür sorgen, daß sie zu Hause putzt und er arbeiten geht? Künast hat so richtig Forderungen wie die Linkspartei. Doch dann kleben wieder all diese gesundheitsfetischistischengegendickekinderpolemiken der guten Frau Ministerin, diese bulemiegeilen Kate-Moss-fördernden zutiefst repressiven "Lebt gefälligst so!"-Imperative im Ohr der Erinnerung, und schon wieder würgt's bei der Vorstellung, diese Partei auf dem Stimmzettel anzukreuzen ...

Und dann kam Joschka, auch auf Phoenix, live und in grün. Mit einem Bus. Irgendein blöder Sixties-Rock'n'Rollodersowas-Song, in dem es um einen Bus geht, wurde eingespielt, und alle jubelten, als würden jetzt gleich die Stones selbst eine Show hinlegen. POPULÄR! Und dann mußte ich wegschalten ... dem kann ich ich nicht mehr zuhören, dem Joschka. Dem glaube ich kein Wort mehr. Der zitiert nur seine eigene Attitude, und diese Pseudo-Pop-Inszenierungen mit Bussen und Joschka-Superstar ... neee!

Deswegen ist's tatsächlich im Prinzip furchtbar. Meine Güte, was haben wir gejubelt, ich weiß gar nicht mehr in welchem Jahr genau es war, in den frühen 80ern auf jeden Fall, als die GRÜNEN in Baden-Würtemberg abräumten, in Freiburg über 10% lagen und wir JUBELTEN! Weil wir dachten, yeah, da kommt was, da kommt das, was wir wollen, da hat selbst das auf Friedensdemos nur mitlatschen und in Freizeitheimkellern Friedenslyrik lesen noch irgendwie zu 'ner allgemeinen Stimmung beigetragen und yeah, das sind jetzt wirklich UNSERE Leute in den Parlamenten. Und dann kam ich-nivellier-und-reduzier-alles-und-und-jeden-auf-mein-Niveau-Kohl, hat durchgesetzt, was Macher-statt-Visionär-und-deshalb-ideenlos-Schmidt so mit Haig und Weininger und den anderen in die Welt gesetzt hatte, Atomraketen waren das, die hat er gedanklich sie vermehrend in die Welt gesetzt, die hat Alle-lachen-über-mich-aber-Bauernschläue-siegt-Kohl dann Schmidt folgend hier aufstellen lassen und alles war nur noch Pustekuchen, Massenbewegungen wirkungslos, Wave und Öko-ist-uncool ersetzten Politik und ob die GRÜNEN nun in Parlamenten saßen war gar nicht mehr so wichtig. Daß dann die SPD später ausgerechnet "Das weiche Wasser bricht den Stein" der unsäglichen Bots auch noch zu ihrer Hymne kürte, das waren auch nur Tropfen auf heiße Trauersteine ...

Und dann kommt Joschka heute mit dem Bus in diese Halle gefahren und das alles fällt wieder ein. Es fällt ein, wie man 3 Jahre nicht mehr wählen ging, weil Joschka und Gerd, dieses Friedens-Duett, Bomben auf Ex-Jugoslawien regnen ließen.

Daß es im Prinzip so furchtbar ist, dieses Denkmal seiner selbst auch als Denkmal des Scheiterns der Hoffnungen und Visionen von einst wahrzunehmen ist, die ich war, als Teil eines Prozesses, der von der Hoffnung in wahre Demokratie in Zeiten der Friedensbewegung letztlich in so ein diffuses Irgendwas in Sachen Politik sich wandelte und daß eben Joschka daran mit schuldig ist, das sitzt tief und wühlt bis heute.

Und das ist im Prinzip so furchtbar, weil genau diesen frühen 80er ja die Zeit war, da die eigenen Prinzipien sich formten.Und das tut weh, wenn diese eigenen Prinzipien so verwoben sind mit der Geschichte von Parteien und diese - jetzt mal klassisch gesprochen - einen verraten, dank Gerd und Joschka. Ich wollte nie wegzappen von Schlußkundgebungen der GRÜNEN, war damals noch bei der Grünen Raupe, einer Wahlkampfveranstaltung mit viel Musik in den frühen 80ern. Und jetzt zappe ich von Joschka zu "Simon & Simon" auf Super RTL ... das ist eben im Prinzip einfach nur furchtbar.

16.09.05

Zigaretten & Bier

"Gib es zu, Du warst im Nana Mouskouri" - schreibt die sich so? - "Konzert, ich hab Dich gesehen, mein Freund." Seit Wochen Funny van Dannen hören, ständig, schon, als wir den Hund in der Nähe von Niederfischbach abgeholt haben. Funny van Dannens Kosmos ist anders als Alltag - sondern ist was, was was sagt.

Momo schläft, am Sonntag wird die Linkspartei gewählt und in einem Atemzug damit Frau Merkel gefürchtet, weil mir ja Joschka Fischer sozusagen persönlich mittels FR gedroht hat, wenn ich Gysi und Lafontaine wählte (das war jetzt der kanzler-Konjunktiv), dann würde ich meine Stimme verschenken und seine samtharte Hand in zukünftigen internationalen Krisen eben missen.

Der droht sowieso nur noch, den ganzen Tag droht er, der Joschka. Das muß er zu Zeiten der großen Apocalypsen-Furcht gelernt haben, daß Angst bewegt, was ja stimmt, und im besten Fall hat die ja auch Gründe, die Angst, auch und gerade die vor Frau Merkel.

Wer mit Beckstein kungelt, der forciert Integrationskurse. Und das ist Grund für massive, phobische Reaktionen .... In was, also in was man oder der gemeine Immigrant und wer sonst noch so der deren Ansicht nach nicht dazu gehört sich da integrieren soll, sagen die nicht, die Merkel und der Beckstein und - o Schreck - der Merz auch nicht, dabei würde mir das wirklich Angst machen, mich in Merz zu integrieren. Ihm aber auch!

Hat er ja gefordert, der Beckstein, Integrationskurse für Ausländer. Was man da wohl lernt im Integrationskurs?

Und ob's dabei bleibt? Angesichts dessen, daß ja Herr Rüttgers auch die Deklaration des Homosexuellen als Normalität in Schulbüchern als eine seiner ersten Amtshandlungen sofort unterbunden hat, ist numehr zu befürchten, daß, um auch die endlich zu integrieren, die Homos, auch diese demnächst zwangweise mit Frauen schlafen müssen - in Kursen, in so einem Volkshochschulambiente also - , weil man ja irgendwas auch mit diesen ganzen ukrainischen Prostituierten anfangen können muß, die der Joschka reingelassen hat.

Und was hat das alles mit Zigaretten und Bier zu tun? Na ja, mein realer Schreibtisch sieht schon so aus wie unten rechts das Bild, so ungefähr zumindest, und ein Abend in Hamburg ohne Astra ist eben gar kein Abend, sondern Sublust und Metadiskurs, und wer will das schon ...

Mit freundlicher Unterstützung durch:
ringfahndung.de