Seltsam, wer plötzlich mittrötet zum Kampfgetöse gegen ein ach so verhaßtes Milieu, das in der Blogosphäre eher diffus denn sachlich begründet als "Die Linke" aufgebaut sich findet.
Manchmal scheint mir, daß es in vielen Diskussionen weder um Politik noch um Wirtschaft geht, sondern um Aversionen, die seit der Schulzeit der eine oder andere gegen bestimmte Leute aus der einen oder anderen Schulhofecke hatte.
Denn was attackiert wird, ist nicht zufällig das, was diese gut fanden, die man dort nicht mochte (oder zu denen am Ende man selbst auch gehörte): Greenpeace, Teile dessen, wofür '68 stand, eine tiefe Antipathie gegen US-Unterhaltungskultur und deren Wahrnehmung als Nivellierung und Propaganda, der Wunsch, daß zumindest auch ein gewisses Niveau im Fernsehen neben Unterhaltung auch möglich sein solle und Studiengänge wie Soziologie, Politikwissenschaften oder Geschichte und die Vorstellung, daß es Berreiche gäbe, in denen Geld keine Rolle spielt.
Aus Ressentiments gegen dieses Denken werden dann weltpolitische und weitreichende innenpolitische Schlußfolgerungen gezogen, und, als gäbe es in all diesen Bereichen nicht genug sachlich begründbare Kritik- und Diskussionsmöglichkeiten, behauptet man vorzugsweise, daß "die Linken" oder "die Intellektuellen" wahlweise Massenmörder feiern oder Massenmorde propagieren würden.
Was man als Albernheiten abtun könnte, wenn man nicht Entwicklungen in den USA vor Augen hätte, wo partiell, soweit ich weiß, um ähnliche Topoi ein wüster Kulturkampf tobt - mit schweriegenden Folgen. Und hätte man nicht das Gefühl, daß in der Blogospäre unverblümt ausgesprochen wird, was ein Herr Wulff in Niedersachsen und andere wirklich denken. Und, noch eins drauf: Wären diese Sprüche nicht verdammt ähnlich jenen, die die Eltern der '68er auf ihrer Zunge trugen. Da schwingt auch Börners Dachlatte als Subtext mit ...
Aktueller Anlaß: Das hier und das hier. Das erschrickt, weil der Autor ansonsten zu differenzieren vermag. Eine schlecht verdaute Diffamierungssauce gegen Künstler und Intellektuelle (diese allerdings aus verschiedenen politischen Lagern, dfür jedoch in bewährter links=rechts-Manier gestrickt) wird ausgespuckt, argumentativ so stark wie ein Otto-Katalog. Auch das könnte man wie Werbung im Briefkasten mal eben gedanklich entsorgen und es weiter bei der sonstigen Sympathie belassem, würde sich da nicht ...
... dieses so üble Gebräu von Künstler- und Intellektuellenfeindlichkeit im Text seinen Weg bahnen, das so typisch ist für den Neoliberal-Neocon-Komplex (ich meine damit eine diskursive Formation, keine konkreten Personen, und der Autor gehört für mich auch eigentlich nicht dazu). Der dann alles kommerzialisieren will, um zur Kompensation christliche oderFamilien-Werte zu fordern (letzteres würde auch Martin nie tun, einen Baustein zur Gesamt-Formation schnitzt er trotzdem).
"Sogar brilliante Philosophen wie Heidegger (packtierte mit den Nazis), Bloch (verteidigte lange Zeit den Stalinismus), Satre (fand Mao und Castro gut) oder selbst Foucault (schwärmte zeitweise für Ruhollah Chomeini) sind nicht von tyrannophilen Aussetzern sicher.
Gegen diese Masse an kollektiver Blindheit kann man die wenigen wirklich kritischen (das heißt immer auch: selbstkritischen) Künstler, Schriftsteller, Intellektuellen mit der Lupe suchen."
Da wird zwar Brillianz dem Denken wenigstens noch zugestanden, trotzdem ist diese Aufreihung als solche eher suggestiv denn erhellend, und das, was in der Tat spannend wäre - nämlich zu untersuchen, welche Denkschritte zu welchen Konsequenzen führten - bleibt unerwähnt. Und sowas führt dann schnell zu solch lächerlichen Plakaten wie jenem der FDOG, daß der Weg zu Hölle mit guten Absichten gepflastert sei, eines, das selbst die Ästhetik der Totalitären nicht zufällig reproduziert.
Heidegger zum Beispiel: Es gibt unzählige Texte, die dessen Hinwendung zum Nationalsozialismus nachzeichnen und Spuren auf dem Weg dorthin nicht in guten Absichten, sondern eher im seherischen Gestus, der sich der Argumentation entzieht, vermuten. Ein Thema, das zusätzlich spannend ist, vergleicht man es mit der Rede Gottfrieds Benns an die Emigranten 1933, in der der Dichter das Irrationale beschwor - übrigens in Auseinandersetzung mit einem anderen Dichter, Klaus Mann. Das liefer ich noch mal nach, falls meine Ereinnerung trügt.
Auf jeden Fall würde eine solche Auseinandersetzung im Gegensatz zu diesem Konstrukt der "Tyrannophilie" Wege zum Totalitären erhellen. Ein Beispiel nur für diese Art der Auseinandersetzung findet sich in Ernst Tugendhats Selbstbeußtsein und Selbstbestimmung - zugegebenermaßen philosophisch schwere Kost:
"Heidegger hat nun aber nicht etwa, wie man erwarten könnte, mit dem Begriff des Guten auch den des Wahren über den Haufen geworfen. Die Sache liegt komplizierter. Ausgehend davon, daß eine Aussage etwas "erschließt", hat Heidegger den Wahrheitsbegriff so formalisiert, daß er ihn schließlich so weit faßte wie den Begriff der Erschlossenheit (§44). Damit ist jedoch der spezifische Sinn von "wahr" - nämlich Begründungs- und Ausweisungsanspruch - entfallen; indem gleichwohl das Wort Wahrheit beibehalten wird, entsteht gleichzeitig der Schein, als ob der Wahrheitsbegriff erhalten bliebe und sogar vertieft würde, und dadurch ergibt sich eine eigentümlich schillernde Situation. So bezeichnet Heidegger z.B. die Entschlossenheit, die Existenz im Modus der Eigentlichkeit, als die "ursprünglichste", weil eigentliche Wahrheit des Daseins, und das ist natürlich ganz konsequent, weil die Entschlossenheit die Erschlossenheit im Modus der Eigentlichkeit ist. (...) Wohin aber diese entrationalisierte Konzeption von Wahl führen kann, läßt sich an einer Rede sehen, die Heidegger im November 1933 zur Unterstützung von Hitler vor dem Volksreferendum zum Austritt aus dem Völkerbund gehalten hat. Sie beginnt so: "Das deutsche Volk ist vom Führer zur Wahl gerufen; der Führer aber erbittet nichts vom Volke, er gibt vielmehr dem Volke die unmittelbare Möglichkeit der höchsten, freien Entscheidung, ob das ganze Volk sein Dasein will, oder es dieses nicht will.""
Ernst Tugendhat, Selbstbewußtsein und Selbstbestimmung, Frankfurt/M. 1989, 4. Auflage, 239 + 243
Da sind jetzt einige Schritte der Darstellung der heideggerschen Philosophie ausgelassen, nichtsdestotrotz wird klar, daß eine Mischung aus Entfremdungsdenken - bei Heidegger heißt das "Eigentlichkeit" - und irrationalistischem Dezisionismus nachhaltig zum Überlaufen zu den Nazis einst beitrug, und da werden die von Martin aufgeworfenen Fragen dann auch tatsächlich erhellend. Aber nicht, indem man Intellektuellen die Applaus-Sehnsucht unterschiebt.
Wie kommt er darauf? Auch dieser Unsinn, kritische und selbstkritische Intellektuelle müsse man mit der Lupe suchen - nur auf die mir bekannten eingehend: Gerade die Moralphilosophie Tugendhats ist in immer neuen Anläufen eine einzige Selbstkritik, kann ich bei Glegenheit gerne darstellen, Habermas hat den Fallibilismus nach dem Positivismusstreit in seine Theorie ebenso eingebaut wie den Systembegriff nach Kritik von Luhmann. Sartres in der Tat skandalöse Parteinahme für den Stalinismus verdankte sich einer Selbstkritik vermeindlich "bürgerlichen Denkens", das in seinem frühen Existentialismus sich gezeigt hätte (man lese dazu auch die Memoiren von Simone de Beauvoir, eine einzige Geißelung der einst bürgerlichen Einstellungen). Auch die Fallen einer teleologischen Geschichtsphilosophie kann man bei Sartre und wahrscheinlich auch Bloch, den kenne ich kaum, nachvollziehen - nur daß auch jene, die glauben, alles liefe alternativlos auf Markt und Kapitlismus hinaus, eine solche vertreten. Und daß diese Reinheit des Marktes, die gefordert wird, strukturell Entfremdungstheoremen ähnelt - die Naturalisierung von Märkten im Zuge von Evolutionstheorien birgt auch die Gefahr des Entfremdungsdenkens.
Applaus hat Sartre für seine stalinistischen Ausflüge zudem nicht erhalten, es kam vielmehr zum Bruch mit Merleau-Ponty und Camus, wenn ich mich recht entsinne, und auch sonst fanden außer der KP Frankreichs das alle ziemlich Scheiße. Man muß wirklich nicht mit der Lupe die selbstkritischen Intellektuellen suchen, und Applaus ist wohl kaum die primäre Triebkraft.
Auch mal eben so hinzurotzen, daß Foucault für "Ruhollah Chomeini" schwärmte, verwandelt ein ausgesprochen interessantes, hochdramatisches und brandktuelles Thema in reine Demagogie. Das ist der Stil, der bei PI fortwährend behauptet, Volker Beck würde Pädophilie legalisieren wollen. Kurz fassen kann das Thema Foucault/Iran so:
"Es ist gewiss nicht schändlich, seine Meinung zu ändern. Aber es gibt keinen Grund zu behaupten, man habe seine Meinung geändert, wenn man heute gegen das Abhacken von Händen ist und gestern gegen die Folter der Savak war."
Michel Foucault, Analytik der Macht, Frankfurt/M. 2005, S. 178
Michel Foucault ist einst mehrfach als Journalist in den Iran geflogen, als Ruhollah Chomeini noch im Pariser Exil weilte. Das Schah-Regime war weiß Gott kein Zuckerschlecken. Ein paar Tage, bevor Foucault flog, am 8. September 1978, hatte die Armee das Feuer auf die protestierende Menge eröffnet - annährend 4000 Menschen starben. Foucault verstand schnell, daß das, was dort vorging, mit klassischen Mitteln der Politikwissenschaft nicht mehr zu fassen war - er diagnostizierte den Aufständischen eine neue Form "politischer Spiritualität", und seine Artikelserie schließt er mit den Worten:
"Ihre historische Bedeutung hängt vielleicht nicht von ihrer Übereinstimmung mit einem bekannten "revolutionären Modell" ab. Sie verdankt sie wohl eher der Möglichkeit, die sie hat, die politischen Gegebenheiten des Mittleren Ostens umzustürzen, nämlich das weltweite strategische Gleichgewicht. Ihre Einzigartigkeit, die bisher ihre Stärke ausmacht, birgt die Gefahr in sich, in der Folge ihre Expansionskraft zu fördern. Gerade als "islamische" Bewegung kann sie die gesamte Region in Brand stecken, indem sie die die instabilsten Regimes überrennt und die solidesten verunsichert. Der Islam, der nicht nur Religion, sondern auch Lebensweise ist, Zugehörigkeit zu einer Geschichte und zu einer Zivilisation, droht ein gigantisches Pulverfaß im Maßstab von Hunderttausenden von Menschen zu bilden. Seit gestern kann jeder muslemische Staat von innen heraus revolutioniert werden, aus seinen weltlichen Traditionen."
Michel Foucault, "Ein Pulverfaß namens Islam", in: Corriere della sera, 13. Februar 1979, zitiert nach: Didier Eribon, Michel Foucault, Frankfurt/M. 1991, S. 413-414
So falsch ist das ja nicht, was er da schrub. Und, wohl wahr: Foucault zeigte sich fasziniert von den Vorgängen während der Revolution, gerade weil sie als Erhebung seiner Ansicht nach so neuartig verlief. Weil die Intensität des Glaubens in dieser Form ihm nicht bekannt war. Weil sie stattfand ohne Kommunikationswege, wie wir sie kennen. Er bezeichnete die Erhebung als "modernste" und auch "verrückteste" Revolution und sah ein für allemal den Versuch gescheitert, eine Weltregion mit so differenter Geschichte und so differentem Selbstverständnis nach europäischem Vorbilde formen zu wollen. Er ließ sich ein auf das Geschehen und zeigte Züge dessen, was heute als "Islamversteher" von ganz rechts gegeißelt wird. Es gab Leserbriefe, die damals, 1978, ihm das islamische Schreckensregime in Saudi-Arabien vor Augen hielten, denen er entgegnete:
"(Der Leserbrief) enthält zwei nicht leichtzunehmende Dinge: 1.) Die Verquickung aller Formen, aller Aspekte und aller Kräfte des Islam in ein und derselben Verachtung, nur um sie dann kurzerhand alle unter dem jahrtausendealten Vorwurf des Fanatismus abzulehnen. 2.) Die Verdächtigung jedes Abendländers, sich nur aus Verachtung für die Muselmanen für den Islam zu interessieren (und was wäre wohl von einem Abendländer zu sagen, der den Islam verachtete?). Das Problem des Islams als politischer Kraft ist eine entscheidendes Problem für unsere Epoche und für die kommenden Jahre. Die erste Bedingung, wenn man es auch nur mit einem bißchen Intelligenz in Angriff nehmen will, ist die, nicht damit anzufangen, Haß zu säen."
Michel Foucault, Reponse à une Irannienne écrit, in: Nouvel Observateur, 13. November 1978, zitiert nach: Didier Eribon, a.a.O.
Ich weiß nicht mehr, wann genau die Besetzung der amerikanischen Botschaft mitsamt der grauenhaften Geiselnahme stattfand, vermutlich danach - doch selbst angesichts dessen hat Foucault hier Positionen formuliert, die auch der heutigen Debatte nicht fremd sind und die man auch angesichts der scheußlichen Hisbollah und dem aktuellen Irren in Teheran je nach Argumentation für falsch halten kann oder auch nicht. Sie sind aber keine blinde Schwärmerei. Er hat Ruhollah Chomeini auch einmal getroffen, tatsächlich, bevor das ganze Grauen im Iran sich breit machte; die Stellungnahmen, die ich zumindest gefunden habe, sind jedoch kein In-den-Himmel-heben. Will aber gar nicht ausschließen, daß sich solche fänden. Beschreibt er jedoch z.B. den Konflikt Schah/Ayatollah als jenen zwischen dem König und dem Heiligen, dann nur, indem er mythische Motive zur Beschreibung heranzieht. Und unmittelbar nachdem sich der neue Terror mit seinem wahren Gesicht zeigte, mahnte Foucault in einem offenen Brief an den damaligen Premierminister des Iran, Mehdi Bazargan, die Einhaltung der Menschenrechtean - aus dem Islam heraus begründet.
Man kann da vieles falsch finden, wenn man will - aber zum Teil weitsichtig war's allemal. Mir ist auch nicht bekannt, was vom Denkens der Mullahs zuvor bekannt war und was nicht - eine wichtige Frage. Das alles ist aber kein Grund, in Nebensätzen mal eben eine "Tyrannophilie" zu diagnostizieren, sorry, das trifft's nicht.
Und es verweist viel mehr auf ganz anderen Aspekt, man ist versucht, trotz alledem Geschichtsvergessenheit zu beschwören: Focault hat sich vor allem dafür begeistert, daß das Schah-Regime endlich verschwand. Man muß die maoistische Kulturrevolution geißeln, man darf aber nicht verschweigen, was zu ihr führte. Man kann Castro verurteilen, sollte aber auch das Davor mit berücksichtigen. Leute, die sich da auskennen: Immer her damit! Selbst wenn man hinterher die Position beziehen sollte, daß das Danach doch in allen Fällen noch viel schlimmer war als das Davor... ich sehe mich außer Stande, das Schah-Regime im Nachhinein super zu finden, alles auf einem allerdings auch nicht ausgeprägten Kenntnisstand beruhend diesbezüglich. Wer klärt auf?
Und stelle doch den Satz Horkheimers, den Foucault in seiner abschließenden Stellungnahme zum Thema Iran formulierte, ins Netz:
"Ich ziehe es vor, wie einst Horkheimer die naive und etwas fiebrige Frage zu stellen, ob diese Revolution denn wirklich so wünschenswert sei."
Michel Foucault, Analyltik der Macht, a.a.O., S. 176
Womit aber noch nicht Schluß ist mit meiner Empörung - der hier ist ja nicht minder blöd.
"Künstler halten sich gern für etwas Besseres als schnöde "Normalmenschen". Das macht sie anfällig für totalitäre Ideologien."
Wie kommt der Martin darauf? Woher neuerdings diese seltsame Lust, ständig Eliten konstruieren zu wollen, gegen die man sich dann wendet? Dali war ein Idiot, keine Frage, aber die Beschäftigung mit Van Gogh zum Beispiel würde da deutlich differenzieren.
Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Ästhetisierung des Politischen und totalitären Ideologien, und kunstgeschichtlich betrachtet waren die bildenden Künstler zumeist Dienstleister im Auftrag der Großen und Mächtigen und insofern immer schon Realisten. So doll ist das nicht, was von Moralkeulen-Walser da zitiert wird, und es ändert nix daran, daß zwar das Verkaufen von Schuhen und Gemälden sich ähneln mag, die "Produkte" aber eben nicht.
In vielen Lebenslagen von Menschen auf dieser Welt sind zweifelsohne Schuhe ungleich wichtiger als ein Werk von Beckett, die Größe dessen Werkes schmälert das nicht. Diese Strategie, gegen Kunst zu polemisieren, indem man die Dinstinktionsgewinne von Kunstschaffenden und deren Rezipienten attackiert, ist wohlbekannt von Bourdieu. Das sagt nur rein gar nichts aus über die gesellschaftliche Rolle der Künste, der damit gleich mit die Legitimation entzogen werden soll. Selbst wenn das von Martin so nicht intendiert war, er tut's, und darüber kann ich mich in der Tat aufregen. Gut ist nicht nur, was sich verkauft, umgekehrt hilft es ungemein, sich als Genie zu inszenieren, wenn man denn verkaufen will. Auch das ist Marketing.
Und überhaupt: Realist, und dieses seien "die Linken" natürlich mal wieder nicht. Realist in Teheran 1981 war, wer den Mullahs nach dem Mund redete, 1933 der, der nicht mehr bei Juden kaufte, 1910 der, der dem Kaiser treu diente und in den Flottenverband eintrat, um nicht als "vaterlandsloser Geselle" zu gelten . Was ein Kriterium! Es sagt so, wie's dort dargestellt wird, nichts aus.
Wenn ich die Leute, die zunehmend aus Papierkörben sich ernähren, hier in Hamburg mir anschaue und dabei vor mich hinmurmel "... eine andere Welt ist möglich ...", dann finde ich das auch nicht irreal. Und Künstler und Intellektuelle müssen schon dabei sein, bei der Reflexion auf mögliche Welten, wenn man Freiheit ernst nimmt ... und sollten sie sich noch so gut verkaufen.