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Mutationen schweben sommerblau dort am Himmel unseres Lebens und man weiß nicht genau ...

Na, das hier verlinke ich doch gerne! Und zwar nicht, weil ich Gentechnik-Experte wäre oder das Dargestellte en detail beurteilen könnte - sämtliche Tatsachenbehauptungen, die sich dort finden, könnte ich gar nicht aufstellen, weil ich da zu wenig Ahnung von habe.

Es gibt aber dieses gut begründbare Theorem, daß man nur in einem Rahmen handeln solle, innerhalb dessen die Handlungsfolgen revidierbar und kontrollierbar bleiben. Hätten sich die Atomspalter mal daran gehalten, dann hätte man heute auch nicht die gleichen Probleme mit den Irren in Teheran und Nordkorea. Ich meine die Präidenten oder wie auch immer sich deren politische Ämter nun genau nennen, nicht die Bevölkerung. Und ein paar Kids und anderen rund um Tschernobyl ginge es deutlich besser ...

Wenn also völlig unklar ist, wohin dieses ganze Gott-Gespiele führt, sollte man es doch lieber bleiben lassen.Da man die moralische Verantwortung für zukünftige Generationen auch nicht dadurch los wird, daß man sich auf den Markt beruft ...

PS: Jetzt witzelt bestimmt gleich irgendeiner in den Kommentaren über die Linken und die Risikogesellschaft ...

Kommentare

"Und zwar nicht, weil ich Gentechnik-Experte wäre oder das Dargestellte en detail beurteilen könnte - sämtliche Tatsachenbehauptungen, die sich dort finden, könnte ich gar nicht aufstellen, weil ich da zu wenig Ahnung von habe."

Da mach Dir mal keine Sorgen, die Befürworter wissen noch viel weniger von was sie sprechen oder, noch schlimmer, sie verschweigen die Risiken. Kannst Dich vielleicht an das Bild aus BSE Zeiten erinner als der damalige Britische Landwirtschaftsminister seinen Kurzen zwang pressewirksam einen Hamburger zu essen.

Außerdem find ich es gut und wichtig, dass Du die ethische Dimension betonst - traut sich unsereins ja schon gar nicht mehr, von wegen wissenschaftlichem Diskurs und so.

Ja, es stimmt meinen Beobachtungen nach, die meisten Fürsprecher der Gentechnologie wissen nicht wirklich, wovon sie sprechen. (So wie auch Edmund I. von Bayern in seiner legendären "Transrapid ... 10 Minuten - äh - Rede" deutlich erkennen ließ, wie wenig er vom Transrapid verstand.)
Leider haben die Gegner ebenfalls nicht selten extrem wenig Sachkenntnisse - was schon Formulierungen wie "genfreie Landwirtschaft" verraten.
Das Schlimmste ist meiner Ansicht aber, dass viele, die wirklich sachkundig sind, bewußt die Wahrheit verschleiern. Im Falle der Lobbyarbeit des Staatgutherstellers Monsanto scheue ich mich nicht, von Lügen zu sprechen.

Was nicht heißt, dass das, was z. B. Greenpeace über die Risiken der "grünen Gentechnik" behauptet, auch nur annähernd Hand und Fuß hätte. Die Kampagnen sind auf maximale Aufmerksamkeit angeleget, nicht auf maxinale Aufklärung. (EinigeÜberlegungen dazu habe ich auf meinem Weblog angestellt: http://martinm.twoday.net/stories/2813214/ )

Was PR-Aktionen wie die des britischen Landwirtschaftsministers, der mit seinen Kindern Hamburger aß, betrifft: Das persönliche Risiko war auch auf dem Höhepunkt der BSE-Krise gering. Sozusagen eine "negative Lotterie": nur bei "Hauptgewinn" gibts Kreuzfeld-Jacobs. Deshalb ist auch der Aussagewert solcher Aktionen gleich Null. Ich erinnere mich an einen bayrischen Umweltminister, der nach "Tschernobyl" radioaktiv belastetes Molkepulver vor laufenden Fernsehkameras aß.
Aus seiner Sicht eine geniale PR-Aktion, denn das persönliche Risiko, das ihm durch die zusätzliche Strahlenbelastung entstand, wr statistisch gesehen Null. Etwa so, wie die Auswirkung einer eiuige Zigarette auf die Lebenserwartung. Die "Strahlenmolke" war ohnehin ein unwichtiges Randthema, das zum Medienereignis gehypt wurde.


"Die Kampagnen sind auf maximale Aufmerksamkeit angeleget" Auf grobe Klötze gehören grobe Keile.

- der außerordentlich geschmacklose artur -

@MartinM

wollte auch nicht sagen, dass ein hohes Risiko bestand mir geht nur der unwillige Gesichtsausdruck des Kindes nicht aus dem Kopf - bis heute. Außerdem war zu der Zeit, wenn ich mich richtig erinnere'96 und noch mehr bei der zweiten Krise 2000 das Problem längst gegessen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Hab übrigens immer Rindfleisch gegessen, damals fast ausschließlich bis hin zu Salami und Schinken, alles eigene Produktion und natürlich BIO. Für meine Vermarktung war das damals ein richtiger Schub und die Nachfrage war bei weitem größer als mein Angebaot. Alles eine Frage des Systems, des Vertrauens und damals auch eine Frage der Farbe: Meine Kühe waren rot und stammten ursprünglich aus Frankreich, demgegenüber hatten Kollegen mit Britischen Rinderrassen, völlig zu Unrecht, teilweise starke Einbrüche.

@artur

so einen groben Keil wie er nötig wäre, werden wir wohl kaum finden (wollen)

@Balou + Martin:

Danke auf jeden Fall auch für die Aufklärung!!!! So Leute wie ich sind's ja gewöhnt, immer alles prinzipiell-begrifflich zu diskutieren, und da sieht's bei meinem Detail- und Faktenwissen gelegentlich schon ganz schön dramatisch aus ... abgesehen davon ist es mir ein Rätsel, warum moralische Argumente etwas sein sollten, was man sich nicht trauen sollte. Gehört doch zum Leben ebenso dazu wie Erkenntnis oder Ätshetik ...

Finde aber, und ich glaube, das kann man sogar prinzipiell so diskutieren, daß BSE der ungleich harmlosere Fall ist.

Es gibt ja auch das Prinzip, daß man manches gar nicht wissen können kann, aus rein wissenschaftstheoretischen Erwägungen - so würde ich immer bei den Klima-Veränderungen argumentieren.

Die Möglichkeit einer Daten-Basis, anhand derer ein derart komplexes Gebilde wie Weltklima und die Einflüsse auf dieses sich darstellen lassen, die soll mir mal jemand plausibel machen. Worauf ja gerade Klimaforscher unaufhörlich hinweisen - auf die klaren Grenzen ihres Wissens. Hat allenfalls Modellcharakter. Ein Genforscher, der da nicht mit der gleichen Demut rangeht, lügt schon mal in dieser Hinsicht.

Da gilt dann einfach einfach ein gesunder Skeptizismus und eben gerade ein Bleibenlassen dessen, was Unheil hervorbringen KÖNNTE, glaube ich. Das ist viel wichtiger als die Frage, ob's dieses Unheil faktisch hervorbringt oder auch nicht. Weil der Eingriff ein potenziell so gewaltiger un irrevidierbar ist.

(Nein, man kann daraus kein generelles Nicht-Handeln ableiten, um diesem Einwand schon mal vorzubeugen)

@artur:

Außerordentlich geschmacklos hinsichtlich des konkreten Themas in der genannten Diskussion manchmal. Die Kritik mußt Du mir schon zugestehen. Es gibt andere Themen, da habe ich keinerlei Probleme mit Geschmacklosigkeit ;-) ...

@Momo

Damit sind wir bei einem Grundproblem der "Modernen" Wissenschaft, in meinen Augen so etwas wie der Sündenfall: Die Trennung von Naturwissenschaft und Philosophie, potenziert durch das Bestreben nach ökonomischer Effizienz in allen Lebensbereichen.

@Balou:

Ja.

Wobei es da auch kein Zurück vor den Sündenfall gäbe: Es gab ja gute Gründe, Ästhetik, Moral und Erkenntnistheorie voneinander abzukoppeln und ein Primat des Empirischen in allen 3 Bereichen sozusagen argumtentativ durchzusetzen. Und jeder Bereich muß auch seine Eigenständigkeit behaupten können dürfen. Sonst hätten wir heute noch nur Kirchenkunst.

Jeder Bereich kann aber die anderen Sphären des Vernünftigen nicht mal eben für irrelevant erklären, und genau das geschieht in den aktuellen Zeiten totalisierter, instrumenteller Vernunft. Oder im Gegenzug durch das Widerlegen der Evolutionstheorie durch einen Kreationismus. Als könne man nicht auch beides behaupten.

Die Sphären müssen schon aufeinander bezogen bleiben. Man kann ja auch Tarrantino-Filme moralisch kritisieren oder für gut befinden, je nachdem. Und auch eine Erkenntnis in diesen entdecken.

ot: wollte damit auch nur zu erkennen geben, dass ich die kritik zur kenntnis genommen habe. :-)

@artur:

Alles klar ;-) ...

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