Die Leidenschaft des Denkens nicht blockieren!!!
In der aktuellen Ausgabe des Cicero findet sich ja allerhand Schauerliches. Ganz großartig titelt das Blättle "Vergeßt Habermas! Das Ende der politischen Philosophie", was ja, gut begründet, zumindest anregend sein könnte, dies zu lesen - wenn's denn durchgeführt würde. Stattdessen suggestive Schein-Denunziationen und allerlei Binsen, die sich lesen wie die Sätze mancher aus dem liberalen Lager in den Kommentarsektionen der Blogosphäre:
"Denn für alle Beteiligten wandelte sich das Programm der Kritik der reinen Vernunft mit Marx in eine Kritik der schmutzigen kapitalitischen Gesellschaft, was den nicht zu unterschätzenden Vorteil mit sich brachte, immer recht präzis benennen zu können, wer nun die Guten und wer die Bösen im großen Ganzen sind - wir kennen es, das linke Machtspiel mit dem moralsichen Zeigefinger."Wolfram Eilenberger, Der tödliche Flirt mit der Politik, in: Cicero November 2006, S. 78
Das mag Rayson zwar freuen, daß der Cicero bei ihm vermutlich abschreibt, verdient hat er's allemal, weil er auch besser schreibt als Herr Wolfram Eilenberger. Ich plädiere hiermit dafür, einen sofortigen Wechsel bei der Position des Philosophischen Korrespondenten des Cicero einzuleiten.
Ansonsten entlockt es Gähnen, weil's eben selbst ein moralischer Zeigefinger ist (da ist sogar das Bild schief sein, Zeigefinger können nicht moralisch sein), der da wedelt. Da braucht man auch nur Paul13 und andere aus der konsiberalen Mottenkiste zu lesen, um zu spüren, wo moralische Erpressung Diagnostik schlicht ersetzt. Und kann dann entspannt weiter mit Habermas denken und ignorieren, daß der Herr Eilenberger Wittgenstein mißbraucht, indem er ihn zum Urvater "geistiger Gesundheit der Gesellschaft" verklärt. Dem ging's um Klarheit, nicht Gesundheit - den degenerierten, linken Geist haben dafür andere zuvor beschworen. Nein, nicht nur die Nazis. Auch andere, geistige Schlimmfinger.
Viel, viel schöner ...
Weiter lesen "Die Leidenschaft des Denkens nicht blockieren!!!" »












