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08.11.06

Die Leidenschaft des Denkens nicht blockieren!!!

In der aktuellen Ausgabe des Cicero findet sich ja allerhand Schauerliches. Ganz großartig titelt das Blättle "Vergeßt Habermas! Das Ende der politischen Philosophie", was ja, gut begründet, zumindest anregend sein könnte, dies zu lesen - wenn's denn durchgeführt würde. Stattdessen suggestive Schein-Denunziationen und allerlei Binsen, die sich lesen wie die Sätze mancher aus dem liberalen Lager in den Kommentarsektionen der Blogosphäre:

"Denn für alle Beteiligten wandelte sich das Programm der Kritik der reinen Vernunft mit Marx in eine Kritik der schmutzigen kapitalitischen Gesellschaft, was den nicht zu unterschätzenden Vorteil mit sich brachte, immer recht präzis benennen zu können, wer nun die Guten und wer die Bösen im großen Ganzen sind - wir kennen es, das linke Machtspiel mit dem moralsichen Zeigefinger."
Wolfram Eilenberger, Der tödliche Flirt mit der Politik, in: Cicero November 2006, S. 78

Das mag Rayson zwar freuen, daß der Cicero bei ihm vermutlich abschreibt, verdient hat er's allemal, weil er auch besser schreibt als Herr Wolfram Eilenberger. Ich plädiere hiermit dafür, einen sofortigen Wechsel bei der Position des Philosophischen Korrespondenten des Cicero einzuleiten.

Ansonsten entlockt es Gähnen, weil's eben selbst ein moralischer Zeigefinger ist (da ist sogar das Bild schief sein, Zeigefinger können nicht moralisch sein), der da wedelt. Da braucht man auch nur Paul13 und andere aus der konsiberalen Mottenkiste zu lesen, um zu spüren, wo moralische Erpressung Diagnostik schlicht ersetzt. Und kann dann entspannt weiter mit Habermas denken und ignorieren, daß der Herr Eilenberger Wittgenstein mißbraucht, indem er ihn zum Urvater "geistiger Gesundheit der Gesellschaft" verklärt. Dem ging's um Klarheit, nicht Gesundheit - den degenerierten, linken Geist haben dafür andere zuvor beschworen. Nein, nicht nur die Nazis. Auch andere, geistige Schlimmfinger.

Viel, viel schöner ...

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04.11.06

RIO REISER HAT GESUNGEN:

Rauch-Haus-Song (Auszüge)

Der Mariannenplatz war blau, soviel Bullen waren da,
und Mensch Meier mußte heulen, das war wohl das Tränengas.
Und er fragt irgendeinen: "Sag mal, ist hier heut 'n Fest?"
"Sowas ähnliches", sacht einer "das Bethanien wird besetzt."
"Wird auch Zeit", sachte Mensch Meier, stand ja lange genug leer.
Ach, wie schön wär doch das Leben, gäb es keine Pollis mehr.
Doch der Einsatzleiter brüllte: "Räumt den Mariannenplatz,
damit meine Knüppelgarde genug Platz zum Knüppeln hat!"

Doch die Leute im besetzen Haus
riefen: "Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus."

(...)

Letzten Montag traf Mensch Meier in der U-Bahn seinen Sohn.
Der sagte: "Die woll'n das Rauch-Haus räumen,
ich muß wohl wieder zu Hause wohnen."
"Is ja irre", sagt Mensch Meier "sind wa wieder einer mehr
in uns'rer Zweiraum Zimmer Luxuswohnung und das Bethanien steht wieder leer.
Sag mir eins, ha'm die da oben Stroh oder Scheiße in ihrem Kopf?
Die wohnen in den schärfsten Villen, unsereins im letzten Loch.

(...)

Und ich schrei's laut:
"Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus."


Ton Steine Scherben, 1972

WELTENDE

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
in allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Jakob van Hoddis, 1911

21.10.06

"Morgencreme, wie konnte das passieren."

Die Blogger-Typologie vom Dreibein ist wirklich lustig (via Augenzuppler). Am besten gefällt mir das hier:

"Morgencreme, wie konnte das passieren. Lag es an der Dusche oder an Elvira? Sie war der Guß auf meinem Haupt und die Sonne schien doch lange in der kalten Hand. Wahrheit liegt auf einem anderen Planeten, dort aber an der Rückseite des irrealen Seins!”

Mutiere hier schließlich gerade von einer Mischung aus Politblogger und Betroffenem zum Verquasten, da sind solche Passagen für mich geradezu vorbildlich. Aber natürlich noch lange unerreicht. Muß ich mir jetzt deshalb zur Optimierung eine Elvira suchen? Nee, lieber nicht ...

05.04.06

Heut' mal 'n Adorno

"Erfüllte Leben geradewegs seine Bestimmung, so würde es sie verfehlen."

Theodor W. Adorno, Minima Moralia, Frankfurt/M. 1973, S. 101

Heute blau, morgen blau ...

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Foto: Museums-Magazin

Geschah die Geburt der Menschheit aus dem Geiste des Alkohols? Das eine oder oder andere Phänomen menschlichen Mit- und Gegeneinanders wäre dann leichter erklärbar. Auch der Mythos von den "grünen Männchen" - nur ein verquaster Rousseauismus. Loriot hingegen: Visionär mit seiner Figur des "blauen Klaus". Ja, da oben hinterm Sessel lukt er hervor, und das erinnert an Abende mit der "Ibu"-Aldi-Chipstüte, im Schlafanzug vorm Fernseher, als man sehnsüchtig auf den "Thööööööööööööööölke!"-Ruf wartete ... aber das ist eine andere Geschichte.

31.03.06

Was soll das denn heißen?

ausgezeichnet.jpg

Mein Immanuel ...

17.03.06

Echt scharf

eggplant-coconut-curry.jpg

Ich sach's ja immer wieder: Curry kochen! Und dabei vielleicht Jazz hören? Wer leckere Curry-Rezepte braucht, kann sich jederzeit gerne an mich wenden.

14.03.06

Fördert Bill Kaulitz indirekt und ungewollt und nur benutzt für den schnöden Mammon die Inflation?

Oder hat das gar nix mit Inflation zu tun, wenn man 10 Euro-Scheine für mehr Geld verkauft, als als Nennwert drauf steht? Sagt man da überhaupt Nennwert zu?

Wirft das nicht insgesamt Logik unseres Wirtschaftssystems über den Haufen, Geldscheine als zu versteigernde Objekte anzupreisen, obgleich doch sie selbst das Mittel sind, um zu ersteigern? Oder wird so nach und nach der Geldschein so etwas wie eine Aktie mit variablem Wert in kapitalimmanenten Relationen, wenn dies Beispiel Schule macht (wobei "Schule" in diesem Zusammenhang evtl. ein Reizwort ist)? Weiß ich dann nie, was ich gerade wirklich im Portemonnaie habe, weil ich nie weiß, wer zuvor dies Geld in den Händen hielt?Trägt e-bay so unfreiwillig und ungewollt zur Erschütterung unseres heißgeliebten Kapitalismus bei? Ist das die Revolution, auf die wir immer schon gewartet haben? Fragen über Fragen .... (via koelnboy)

05.03.06

Wacht auf, verdammte ...

Das ist sogar ganz informativ: Wer wird Revolutionär?

02.03.06

Die schönste Suchanfrage ...

... heute kann man der Welt nicht vorenthalten: "Warum ist das n bei nutella schwarz"? Das spornt Recherche-Ehrgeiz an ...

17.02.06

Donnerwetter! Wettervorhersagenbeeinflussung!

Das ist ja so dermaßen abstrus - ist das Satire? Einfach lesen bei Donnerwetter.de! (via Knusper).

14.02.06

Fleisch- und Beziehungsmarktverhältnisse

Ganz amüsant liest sich die Darstellung des Werbens & Verkaufens auf dem Beziehungsanbahnungsmarkt in diesem Buchauszug - "Freakonomics" heißt das Werk von: Steven D. Levitt, Stephen J. Dubner, und das belegt, daß alle negativen Utopien von Horkheimer/Adorno längst wahr geworden sind ...

Ein klein wenig Sprachkritik - allerdings fundamentale - sei dennoch angebracht. Zitat:

"75 Prozent der Nutzer waren Männer, und das mittlere Alter für alle Nutzer lag zwischen 26 und 35 Jahren. Obwohl alle Rassen ausreichend vertreten waren, um einige Rückschlüsse über die verschiedenen Rassen zuzulassen, waren die Nutzer doch überwiegend Weiße."

Daß es menschliche Rassen a.) nicht gibt und b.) solche Begrifflichkeiten immer diskreditieren, kann man immer wieder neu u.a. bei Noah Sow nachlesen, und solche Sprach-Desaster sollte die SÜDDEUTSCHE doch lieber redigieren. Rassen gibt's bei Hunden und sind dort das gezielte Ergebnis von Züchtung.

Ansonsten liest sich der Buch-Auszug ...

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07.02.06

Den Rosen folgen

Alan Titmarsh.jpg

Wahrscheinlich - so zu ca. 77,3 % - ist's angesichts der aktuellen, globalen Lage an der Zeit, über die Rosen-Neuzüchtungen für die nächste Balkon-Saison zu reden.

Und beim Anblick eines die Vorlust anstachelnden Fotos wie dem obigen dann, dem Adorno-Zitat aus dem vorherigen Eintrag folgend, in den Flow des Daseins kopfüber einzutauchen und in vorweggenommener Ganzkörper-Mimesis den Duft, den Wind, die Temperatur an Sommerabenden und die Salzigkeit auf den Lippen zum Bildnis hinzu zu fühlen. All das, was man vor 13 Jahren ja auch anders empfand als heute ...

Über ein solches Verhältnis von Natur und Kultur ...

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31.01.06

Der ultimative Test für Schaaf, Allofs und so

Bin nur ein Durchschnittstyp. Mit unserer Mannschaft kann ich also nicht mithalten. Die hätte wohl die maximale Punktzahl erhalten bei diesem Test hier (via mistkerl), ist nachweislich Anti-Jammerlappentum. Pokalspiel gestern noch mal geguckt, und wie bereits im Stadion war zu sehen: Die weitaus größte Gefahr für die Gesundheit derer auf dem Platz ging von den Bremer Spielern aus. Und von den Allofschen Ausfällen. Sowas macht Magengeschwüre.

Zurück zum Test: Auf die Frage, ob ich ein Jammerlappen sei, folgende Antwort:

"Sie scheinen dermaßen wohlgeraten zu sein, dass an Ihnen einfach nichts auszusetzen ist. Kein Jammerlappen, aber auch kein Rambo - das kommt auch bei den Frauen an. Und sollte Ihnen das Durchschnittsleben auf die Dauer doch zu langweilig sein, können Sie sich noch immer eine interessante Schrulle zulegen. Käferfallen konstruieren vielleicht, denken Sie mal drüber nach!"

Dabei will ich doch gar nicht bei Frauen ankommen. Also, zumindest nicht so. Aber Tomte singen dazu gerade sowieso "Erzähl mir etwas, was lustiger wär'." Okay. Habt ja recht ...

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30.01.06

Inder im Paris der 70er

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Es fing alles damit an, daß mein Bruder mit seinem Cassettenrekorder auf den grünen Ledersessel vor den Fernseher stürmte und wir, die ganze Familie, dann schweigen mußten. Er rief zuvor Sachen wie "Oh, Rasputin" aus - um dann die Aufnahme zu starten, die ersten Takte waren schon gespielt - und das Starten war gar nicht so leicht, da mußte man zugleich den "Play" und "Record"-Button drücken, und so bannte er zuzüglich hüstelnder und raschelnder Raum-Atmo Boney M. auf's Band. Auf die Musik-Cassette. Oft waren die orange und von BASF.

Des Themas an nimmt sich heute auch Hans-Peter Lauf auf der Homepage von DIE ZEIT:

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11.01.06

Benimm Dich! Wie die Hunde ...

Focus-Benimm.jpg

Immerhin: So lernt man Uwe Fenner kennen! Auf dessen Seite sind bis dato unerreichte Höhepunkte der Portrait-Photographie ebenso zu entdecken wie die Erkenntnis, daß das Mittelalter gar nicht nur finster war:

"Die ältesten bekannten schriftlichen Ratschläge zum guten Benehmen stammen tatsächlich aus dem Jahre 1240.
Ein fahrender Dichter und Minnesänger, der sich als „tanhuser“ bezeichnete, schrieb in jedem Jahr ein Traktat mit dem Titel „Tischzucht“."

Benimm einerseits, Zucht und Ordnung andererseits hängen somit zumindest etymologisch zusammen, und die Überschrift dieses Eintrags ist ganz ausdrücklich nicht auf Uwe Fenner zu beziehen! Aber auf den Focus. In nur einer Hinsicht:

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26.12.05

Eine kleine Weihnachtsgeschichte mit Nietzsche, dem Papst und dem heiligen Geist

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(Quelle: Igor Warneck)

Dabei sind's doch einfach nur die kürzesten Tage des Jahres, ist's kurz nach der Wintersonnenwende, der folgend bald neues Licht die Tage ausleuchten wird ... nix gegen die Bibel oder das Christentum, aber heute schien's doch wieder offenkundig: Weihnachten ist, wenn selbstgerechte Väter mit Bauch und sächsischem Akzent in überfüllten Zügen vor sich hinzischeln "Wie kann man hier nur 'nen Hund mit reinnehmen!". Um prompt zum Angriff mit der Kinderkarre überzugehen und alles aus dem Weg zu pflügen, was nicht von selbst zur Seite springt ...

Als hätte Jesus das gewollt! Daß so einer behauptet, dessen Stellvertreter auf Erden zu sein, wollte er aber bestimmt auch nicht ... wenn man sich mal wieder ernsthaft jenseits des Monumentaltheaters in Rom ...

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20.12.05

Seufz!

Neuss + Richie.jpg

Da seh ich den Richie, also den Herrn von Weiszäcker, eben - siehe voheriger Eintrag - auf dieser "Perspektive Deutschland"-Seite den Schirm halten, da fällt sie mir wieder ein: Diese legendäre Talkshow aus dem Café Kranzler mit Richard von Weiszäcker und Wolfgang Neuss. War nämlich, ...

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19.12.05

Nie mehr Ibiza ...

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- Ein Nichtraucher -

Wenn's um die Gesundheit geht, dann ist aber ganz fix Schluß mit der Freiheit! Ja, rufet mir zu: Mörder, Mörder! Ihr werdet mir noch danken, im nächsten Leben wird nämlich alles besser!

In nicht allzu ferner Zukunft werde ich meine Wohnung wahrscheinlich gar nicht mehr verlassen dürfen, es sei denn, bis dahin ist meine Krankenkasse befugt, mich zum Zwangsjogging zu verdonnern. Und dann trabe ich genau so ferngesteuert und lust-entfremdet wie diese ganzen jämmerlichen Gestalten durch die Wallanlagen, die nach Hunden treten und in Büsche scheißen, ohne 'nen schwarzen Beutel dabei zu haben, und sehe irgendwann aus wie Joschka Fischer zwischenzeitlich ...

Was das alles mit Ibiza zu tun hat und warum in Deutschland noch Hoffnung besteht, kann man sehr lustig nachlesen beim Mehrzweckbeutel.

18.12.05

Sensationell: Ringfahndung in Höchstform!

Schön! Lustig! Lesen und Genießen! Da geht's einem ja gleich besser!

Ich plädiere ergänzend noch für eine "Pro-Anal"-Initiative! Da wäre ich dabei! (... natürlich nur mit Kondom ...)

Zudem ja auch ViB erstaunlich an VEB erinnert. Oder auch "Verweigerung irdischer Belustigung", "Verrückte im Börsenrausch", "Vollzeitkräfte imitieren Bildung", "Verbraucher irrer Bedürfnisse", "Verlautbarung intimen Blödsinns", "Vertrauen in Bullshit" und vieles andere mehr bedeuten könnte.

Zu NEON könnte man noch nachtragen: Naive Elite Ordert Nonsens, Neues Eigentum Orientierungslsoser Nihilisten, Nahkampf Erotisierter Ochsen Nachgestellt - oder auch einfach Nachwuchsjournalisten Erobern Oberflächliches Neuland. Wobei Neben Einem Ofen Nächtigen oder Nähe Ehrlichkeit Offenheit Naschsucht freilich nicht zu toppen sind ....

06.12.05

Was Schönes zum Nikolaus ...

rotesau.jpg

(Quelle: www.opa-unten.de)

Den nennt man in der Schweiz übrigens Samichlaus, den Nikolaus. Und Knecht Ruprecht - wer war das eigentlich noch? - heißt dort Schmutzli.

Was mich ja nicht mehr losläßt, ...

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29.11.05

Augsburgs wilde Szene

Keine Ahnung, warum im Städte-Streit - nachzulesen u.a. unter http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,387218,00.html - nicht schon das folgende Kriterium herangezogen und leidenschaftlich diskutiert wurde: http://www.sueddeutsche.de/,trt2m1/wissen/artikel/241/65176/.

Der Artikel verschweigt zweierlei:

1.) Inmitten Bayerns ist die Kopfschmerzendichte deshalb am höchsten, weil allerlei Weißbier bzw. Weizenbier-Varianten Brummschädel geradezu notwendig hervorbringen.

2.) Und: Am lustigsten ist's gar nicht in Metropolen wie Hamburg oder Berlin. Da masturbiert man nur fröhlich auf die eigene Wichtigkeit, die tollsten (und grundsätzlich gänzlich irrelevanten, überflüssigen, nervtötenden) Szenephänomene und tanzt um allerlei Hypes wie um's goldene Kalb.

Richtige Spaß-Fähigkeit erwirbt hat man hingegen nur und ausschließlich nur in Städten mit Einwohnerzahlen unter 250.000. Kann man auch nachlesen unter http://www.whudat.de/?p=495. Holsteiner Fun-Export in's satte, selbstgefällige Hamburg ... und Berlin ist ja noch nicht mal satt, sondern nur selbstgefällig. Als Conclusio der bundesweiten Kopfschmerz-Konkurrenz ist also nur zulässig die folgende: Je trinkfreudiger die Provinz-Metropole, desto mehr.

Somit plädiere ich hier für die Verlegung der Bahn-Zentrale nach Augsburg. Die Jungs und Mädels von der Bahn, die ständig hochaggressiven Verbalinjurien in verspäteteten und überfüllten Zügen ausgesetzt sind, müssen doch auch mal Spaß haben. Und, ganz ehrlich: So jemanden wie Herrn Mehdorn will ich hier auch gar nicht haben ... und Herrn von Beust gönne ich rein gar nichts. Schon gar keinen politischen Erfolg ...


28.11.05

Wie-Worte und Wer-Worte

Noah hat Recht: http://www.blogfrei.de/noahsow/2005/11/super_kommentar_werner_kevin.html#comments - köstlich"!

Lieblingssatz:

"Genausogut könnte man versuchen, Autos in Gesprochenes zu stecken oder Orgasmen in Butterbrotapier einzuwickeln und in der Mittagspause zu bekommen."

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27.11.05

Das Fliewatüt

Der schwarzgelb geringelte Leuchtturm. Die dreieckige Burg.

Muß etwas mit dem unaufhaltsam nahenden Weihnachten zu tun haben, daß ständig mir Erinnerungsfetzen aus der eigenen Kindheit durch den Kopf schwirren.

Aktueller Anlaß: Ein Beitrag in der immer wieder hervorragenden, allerdings zur didaktischen Schnarchnasigkeit gelegentlich dann doch tendierenden WDR-Sendung Cosmo TV. http://www.wdr.de/tv/cosmotv/.

Die berichteten über das, worüber auch ich hier schrieb: http://www.blogfrei.de/metalust/2005/11/5_freunde_schluempfe_und_nutel.html#more.

In Cosmo TV erzählte eine sehr sympathische Korpulenz in der mobilen Blue-Box von "Robbi, Tobbi und das Fliewatüt". Mehr dazu auch unter http://www.netgefluester.de/2005/11/16/robbi-tobbi-und-das-fliewatuut/.

Ganze Welten gingen da auf .in mir ... da riecht man Tannen, sieht Schalen mit Marzipankartoffeln und Spekulatius vor sich, auf Weihnachtsservietten deponiert. Auf einem Teakholz-Tisch. Unsere ...

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Gemeinsame Erfahrungen

"Wer kennt das nicht? Man steht in Norwegen an den Filetiertisch mit seinem Floating oder Thermoanzug und filetiert seine Beute und anschließend sieht man aus wie sau. Da man ständig am Rand von den Tisch ran gekommen ist, und sich richtig schön eingedreckt hat. "

(Quelle: http://www.naffen.de/forum/showthread.php?p=117658#post117658)

Klar, wer kennt das nicht?

21.11.05

Kevin

Unter http://www.blogfrei.de/noahsow findet sich derzeit eine Diskussion des "Werner"-Begriffs - einfach nachlesen. Ergänzend zu all den zutreffenden Worten möchte ich ganz eklig-kulturkonservativ noch einen Begriff einführen, der einfach auch mal Eingang finden muß in alles, was derzeit so gedacht, verfaßt und geschrieben wird: "Kevin". Mit ...

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20.11.05

5 Freunde, Schlümpfe und Nutella

Vorab: Kirsch-Lollis habe ich definitiv nicht gemocht! Und auch sonst weiß ich nicht, was ich davon halten soll:
http://www.becoming-german.de/home.htm.

Kurz beschrieben findet sich das auch unter: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21328/1.html.

Ist ja bestimmt nett gemeint und künstlerisch wertvoll (und ein netter Zeitvertreib allemal), aber ich weigere mich einfach ...

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01.11.05

Snofru, Schepseskaf und das Kuhgehörn von Hathor

Zeit-Kulturgeschichte.jpg

Da flattert einem als Abonnent wieder die Versuchung ins Haus. Nach dem Lexikon nun also DIE ZEIT Welt- und Kulturgeschichte zum Sammeln. Erster Band umsonst ... immerhin mit Marx und Luther auf dem Umschlag, und Kennedy sieht man dort statt Adenauer. Gut so. Jetzt also das Live-Experiment: Ich schlage nun, in genau diesem Moment irgendeine Seite auf: "Die Bronze - ...

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16.10.05

Schnellbuslinie 36

Ich mag Omis, Opis, Rentner, Rentnerinnen, würdige und unwürdige alte Menschen wirklich gerne. Daß auch an Wochenden jedoch sie ganze Busse besetzen und man samt Hund keinen Platz mehr findet, das ist schlicht unfair der arbeitenden Bevölkerung gegenüber. Man fühlt sich plötzlich, als würden gleich Heizdecken verkauft, sitzt einem ganzen Bus voller identischer Frisuren gegenüber und muß den Hund auf den Schoß nehmen. Muß ertragen, daß ältere Damen, deren Outfit plus Make up glatt eines meiner Monatsgehälter verschlingen würden, unaufhörlich auf meinen Hund einquatschen "Du hast es schwer, ja, Du hast es ja so schwer". Denn es stimmt nicht, wie einem ja auch ständig unterstellt wird, so, als dürfe man sein Single-Leben nicht genießen dürfen, daß ich einen Hund mir als "Kontakthund" halte. Gemein. Zudem sowieso alle hübschen Typen und auch reiferen Männer hier im Viertel, die wegen Hundekontakten man trifft, entweder eine Freundin haben oder gar verheiratet sind. Selbst wenn es ein sogenannter Kontakthund wäre also: Keine Chance! Also, liebe 65+-Personen, räumt am Wochenende die Busse, die habt ihr doch in der Woche schon ganz für euch ...

10.10.05

Was reimt sich auf Kardamom?

Ganesha.jpg
Ist so wichtig auch nicht. Hauptsache, es schmeckt. Bin mir ja sicher, daß Hindu-Gottheiten das Rad des Lebens am Laufen halten, z.B. Ganesha, der Elefantengott. Und deshalb schmeckt indisches Essen so köstlich. Man nehme 35 grüne Kardamom-Kapseln und bemühe sich, sie mit ein wenig Wasser zu einer Paste zu verrühren. Gebe diese mit 2 Teelöffeln schwarzem Pfeffer in ein wenig heißes Öl und schwitze sie 2-3 Minuten an. Dann kommt 1 kg Lamm hinzu, 1 TL Kurkuma, 1 TL Chili-Pulver und 2 TL gemahlener Koriander. 10 Minuten braten, viel Wenden, daß nix ansetzt. 3 Tomaten und 125 ml Joghurt dazugeben und das ganze gar köcheln. Je nachdem, wie hoch die gewünschte Geschmacksintensität dann sein soll, kann man bis zu 1l Wasser hinzuschütten und dann dieses Wunder von Lamm in Kardamom genießen ... spüren, wie sich die Gefäße weiten und Leben pur über Geschmacksnerven durch alle Zellen dringt ... mir und Ben hat's gestern super geschmeckt!

06.10.05

Die Frustrierten

Ist ja zur Mode geworden: Böse, unzulänglich und ungerechtfertigt ist, wer frustriert ist. Heute im MoMa war es der Herr Merz, der von der CDU. Den mag ich zwar auch nicht, aber seine Kritik an Frau Merkel wurde von ARD-Offiziellen darauf zurückgeführt, daß er eben frustriert sei, weil er keine Chance für sich Kabinett sähe. Vorher nutzte in berühmten Zitaten der Vorsitzende einer christlichen Partei diesen Ausdruck zur Diffamierung ganzer Landstriche. Ja, Leude, kann's dennn wahr sein? Nur wer frustriert ist, kann bewegen! Ein bißchen mehr Verständnis für jene bitteschön, die noch in der Lage sind zu artikulieren, daß ihre Bedürfnisse nun auch mal dran sind! Es ist boshaft, dieses rhetorische Mittel zu nutzen und zeigt ein Menschenbild, das ungefähr dem unsäglichen "Willkommen auf der Erfolgsschiene!" im Zuge Metropolitan, Gott habe ihn selig, entspricht ... und das sollte, gemeinsam mit der New Economy, nun langsam mal untergegangen sein. Ich bin stolz auf meine Frustration!

28.09.05

Fuck the Fahrradfahrer, alle!

Dreckskerle! Rücksichtslose Egomanen mit durchschlagender Ellenbogenmentalität! Erzählt mir eine Hundebekanntschaft heute im Park, daß jüngst einer von diesen Killern extra auf eine Wiese abbog, um ihre französische Bulldogge anzufahren (fast). Regelmäßig Laute der Empörung oder gar hysterisches "Ich zuerst!"-Geklingel, wenn man den Bürgersteig entlang schlendert und nicht sofort zur Seite springt, nähert sich einer von diesen Herren über alle Verkehrswege von hinten oder auch von vorne. Manchmal kann ich den kleinen Vorhof unserers Bürohauses nicht verlassen, weil unablässig scheppernde Dreckskisten über den Bürgersteig rasen, der daran vorbeiführt. Und wenn man dann noch einen Hund an der Leine hat, ist die Empörung um so größer, daß man ihnen sich nicht unterwirft und sofort das Tier zur Seite reißt, weil sie den Fußweg zu ihrem Terrain erklärt haben. Ich wohne seit 1987 in Hamburg und hatte nie ein Problem mit einem Hund und kenne von den Hunderten von gemachten Bekannten nur einen einzigen, der ...

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24.09.05

Auch das ist Natur

Da latscht man durch den Park und genießt die frühabendliche Idylle. Und plötzlich bleibt der eigene Hund entsetzt und verwirrt stehen ...

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