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08.10.07

Angst essen Seele

Irgendjemand witzlte ja schon vor dem Spiel drüben im Fan-Fourm, daß wir sowieso wieder so spielen wie Dortmund. Vom Ergebnis her. War dann ja wirklich so, erstaunlich.Wie eigentlich das ganze Spiel erstaunlich war.

In der ersten Halbzeit hätten wir 5 bis 10 zu 0 führen und eigentlich nicht nur einen, sondern 3 Elfmeter erhalten müssen, Charles Takyi gab den Verteiler-Gott und Kuru ergänzend den Chancentod, Marvin Braun war Mann des Spiels, und glaubt man Bernd Heiser, was schon Tschechow wußte, daß nämlich Slapstick, das inszenierte Scheitern am eigenen Unvermögen, das Stolpern und so, der Entkunstung der Kunst flieht, dann haben unsere Jungs da eine Mega-Performance hingelegt.

Weil nach 35 Minuten aus unerfindlichen Gründen die Angst Seele auffraß, und was vorher tatsächlich noch lustig war, wurde sooo kläglich.

Da aber wahrer Kunst die Bedürftigkeit inhärent ist, war das eine wirklich außerordentlich ausgefeilte, soziale Plastik am Millerntor. Auch die Dummheit und Willkür der Macht war der Dramarturgie bestens integriert: Der Linienrichter da vor unserer Haupttribüne versagte völlig, und so einen Heimschiedsrichter habe ich in all den Jahren auch noch nicht gesehen: Wie der den Paderborner Kader dezimierte, da war schon erstaunlich, insbeondere, weil deren Nummer 9 von uns gar nicht zu zähmen war, daß er nun ausgerechnet den vom Platz stellte, das erstaunte in der Tat.

Die Rettung war's trotzdem nicht, je weniger die Paderborner wurden, desto besser spielten sie, und unsere Helden mutierten zum mobilen Elendhaufen - zwei mehr und doch doppelt so schlecht.

Wie kommt sowas? Gruppenpsychologie ist ja eigentlich ein ganz spannendes Thema, wie Triebsubblimierung des sozialen Systems kam mir das auch nicht vor, eher gegenteilig, also, Jungs, wen Furcht vor dem Verlieren prägt, der tut das zumeist auch, wenn nicht zufällig ein Schiedsrichter hilft, und wer nix mehr zu verlieren ha, so wie die Paderborner gestern, wird wahr und gut und schön. Völlig verdient haben die sich unserern Applaus vor dem Clubhaus, als deren Bus von dannen fuhr, und irgendwie hätte man denen ja schon noch 'nen Punkt gegönnt.Nicht beim Blick auf die Tabelle, aber so ganz grundsätzlich.

Daß unsere Mannschaft das alles dann wenigstens ganz ähnlich sah und wohlweislich auf die Welle verzichtete, das versteht sich von selbst. Ebenso die ganzen Che-Flaggen auf der Gegengeraden. In Mönchengladbach schwenkt man wahrscheinlich Batista ...

26.09.07

Mein Pakt mit dem Bestehenden - über mein affirmatives Verhältnis zum FC St. Pauli und die Regression der Spielweise unserer Mannschaft

Ja, ich liebe sie trotzdem!

Eigentlich noch viel mehr.

Gibt ja diese wundervolle Textzeile "Nach Auswärtsniederlagen fall ich immer in ein tiefes Loch, wach am nächsten morgen auf und denk: Ich lieb sie doch!" Gut, gestern passierte das dann Zuhause.

Wie wir sie trotz Deklassierung durch einen schier unglaublich und in jeder Hinsicht überlegenen Gegner noch zur Ehrenrunde sangen und sie wie die begossenen Pudel da über den Platz trabten ... seufz ... hinreißend ... charming ... als Felgen-Ralle alias Ralph Gunesch heute mittag im O-Feuer auflief, guckte der immer noch so ... ach, wer will schon ungebrochene Helden sehen, Gladbacher vielleicht, ich finde unsere Truppe einfach viel toller als diese Maschine von Mannschaft da gestern, die uns überrollte.

Kurzfristig hatte ich ja das Gefühl, daß sie so spielen würden, die "Fohlen", wie die politische Philosophie mancher ihrer Anhänger: Eben reintreten in die, die eh schon am Boden liegen und sich auf Kosten (im Falle der politischen Philosophie füge man ein "sozial" oder "ökonomisch" ein) Schwächerer amüsieren, aber gegen Ende waren sie doch gnädig und ersparten uns das durchaus mögliche 0:8.

Also, wenn Gladbach nicht aufsteigt, dann würde mich das doch arg wundern. Die Fans, die mir über den Weg lifen, sahen zwar alle aus wie De Höhner (ätsch!), wieso da am Rhein diese Mode mit den gedrechselten Schnurrbärten herrscht, werde ich ja auch nie verstehen. Hoffentlich habe ich's aber richtig verstanden, daß dieses Spiel gestern ein Dämpfer zu richtigen Zeitpunkt war und wir bitte auch nicht den Rest der Saison damit verbringen werden, immer ganz toll zu spielen und dann doch zu verlieren. Lieber umgekehrt. Na, okay, toll spielen und dann gewinnen, damit könnte schon auch leben ...

Das Schöne ist ja, das man als St. Pauli-Fan sich notfalls immer auf die Position des moralisch Überlegenen begeben kann, wenn's mal wieder weh tut, was auf dem Platz passiert, und natürlich tat das gestern enorm weh, weil ja selbst die BILD-Zeitung schreibt "Kult verliert gegen Kapital". Und wenn ich auch die Kult-Phrase so gar nicht mag, so stimmt die andere Hälfte natürlich (6 gegen 38 Millionen oder so).

Und wenn dann noch dieses unerträgliche Pokerspiel in der Halbzeitpause niedergepfiffen wird, vor dem Spiel ds Transparent vom "Terror gegen die Fans!" wegen dieser unverschämten Anpfiff-Zeit 17.30 h gehisst wird und später eines folgt mit der ewigen Wahrheit "Wer das Geld hat die Macht, und wer die Macht hat, erhält Rechte" oder so ähnlich, dann fühle ich mich eben zu Hause. Und paktiere auch nach Niederlagen voller Wonne mit dem Bestehen des FC St. Pauli.

15.09.07

Vierter! Na, für zwei Nächte ... aber immerhin!

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Quelle: DD/MM/YYYY

""Ich verstehe nicht, wie sich die Leute so verführen lassen" sagt Monika Baer beim Interview auf ihrem Balkon hoch über dem Prenzlauer Berg in Berlin und lacht ein bißchen."

Elke Buhr, Verführung wider Willen, in art Nr. 7/2007, S. 65

Tja, das kommt davon, wenn man auf dem Prenzlauer Berg wohnt und nicht auf St. Pauli oder eben unweit dessen. Ich verstehe das nämlich schon, angesichts des gestrigen Spiels unserer Mannnschaft. Ich finde unsere Jungs einfach super. Tolles TEAM.

Natürlich ist's kein Zauberfußball, so als Aufsteiger; das klar bessere Team hatten wir dennoch und eben phasenweise wieder diese Energie, diesen Willen und diesen seltsamen Zauber, der auch in Pokal-Spielen das Millerntor zum magischen Ort macht.

Ganz so schlimm wie oben auf dem Foto war's nicht, aber doch sehr, sehr naß - sitze ja zum Glück überdacht und konnte das so auch genießen, dieses ereignishafte Wettergeschehen.

Das sieht nämlich fast schon erhaben aus, wenn das Flutlicht im starken Regen breite, wabernde Lichtvorhänge bildet, die dem Wind folgen - und der hohe, dunkle, Hamburger Himmel bildet dazu einen vortrefflichen Hintergrund. Fast goldene Schlieren vor blaugrauer Tiefe, und dann laufen da noch lauter durchtrainierte Männer in komplett durchnässten Trikots über den Platz, um diesem so wundervollen, so einzigartigen, ja würde es gehen, würde ich ihn umarmen, Danke, Herr Tomte-Sänger, Mikrokosmos FC St. Pauli 'nen Super-Sieg zu schenken, Leute, dagegen ist Performance Art dann doch ein Witz.

""Meine Bilder sind Austragungsorte, Konfliktffelder, auf mehreren Ebenen", erklärt Monika Baer. Das Sujet selbst liefert eine Art von Spannung, weil es vielleicht zu eindeutig aussieht oder zu offensiv ist oder in Richtung Kitsch geht - wobei ich das immer ernst mein. Gleichzeitig sind die Bilder völlig inhomogen gedacht und gemacht. Da stoßen Zonen aufeinander, die nichts miteinander zutunn haben. Diese Grenzen und Brüche sind Räume, die für mich aufgehen.""
Ebd. S. 66

So ungefähr kann man auch die Spiele am Millerntor beschreiben. Paddy Borger stieß leider einmal ganz heftig an seine Grenze und erzeugte so einen Bruch im Spiel, der zum 1:1 führte, und die nächsten 10 Minuten mußte man dann heftig zittern. Auf einmal ging gar nix mehr. Aber die Jungs haben die Kurve gekriegt, auch und insbesondere Dank Alexander Ludwig, und deshalb dürfte das gestrige Spiel so wichtig gewesen sein, psychologisch. Daß eben nicht wie in Fürth der eine Patzer alles zunichte machte.

Zum Schluß, die letzten 5 Minuten, stand die Haupttribüne, und einmal mehr möchte ich dieser ganzen FC St. Pauli-Welt zurufen:

I have nothing, nothing, nothing, if I don't have you!

Ja, witzelt nur rum "der hat ja sonst nix ...". St. Pauli-Fantum ist Reichtum an sich.

02.09.07

Eliten ausbeuten!!!

"Dabei ist zu beachten, dass Begriffe im politischen und kulturellen Sektor nicht unbedingt im gleichen Sinn verwendet werden und es daher fraglich ist, ob symbolische Herausforderungen auf dem Sektor der Kultur die ihnen zugeschriebene politische Wirkung haben.So gibt es z.B. im politischen Bereich Versuche von konservativer Seite, "Elite" aufzuwerten, sei es bildungspolitisch, sei es im Sinne einer generellen Legitimation ungleicher Machtverteilung. Im kulturellen Bereich wird solche Kunst als "elitär" abgewertet, die kein größeres Publikum erreichen kann. Hier wird von denselben, die gesellschaftspolitisch für Eliten plädieren, dieselbe Vokabel populistisch oder marktradikal als negativer Wert verwendet und gegen öffentlich subventionierte, "unbequeme" oder verstörende Kunst eingesetzt. Somit kann es passieren, dass die Verteidgung dieser "elitären" Kulturen zu einer unbeabsichtigten generellen Aufwertung des Elite-Begriffs beiträgt, die unter Umständen politisch wirksam wird."

Frank Illing, Kitsch, Kommerz und Kult, Soziologie des schlechten Geschmacks, Konstanz 2006, S. 187-188

Cooles Buch, trotz RTL2-Allliteration im Titel. Guter Überblick über verschiedene Positionen ästhetischer Theorie zum "Geschmacksurteil", vertiefend dann die Theorien Mukarovskys (zu dem ein anderenmal mehr), das "Kulturindustrie"-Konzept Horkdornos, die "feinen Unterschiede Bourdieus und Ergebnisse der Cultural Studies aufbereitend, mit einem Anhang über "Das Modische und die Mode", "Kult-Kultur", "Kommerziell", "Kitsch", Camp" und "Trash" - ach, das sind ja ästhetische Welten, Kitsch, Trash und Camp, da fühle ich mich durchaus wohl.

Da vergißt man bei der spannenden Lektüre glatt, daß unsere Helden trotz 1:0-Führung dann in Fürth wegen Torwart-Patzers in der allerletzten Minute doch noch 1:2 verloren haben. Und daß der eklige Verein mit dem Stadion mit unaussprechlichen Namen jetzt schon wieder glaubt, diese Saison die Champions League zu gewinnen, obwohl sie doch nur UEFA-Cup spielen, und das nur, weil sie unentschieden spielten - Rote Socken sind ja nix gegen Rothosen, und Uwe Bahn, der meiner Ansicht nach unausstehlichste Radio- und TV-Moderator der Rundfunk-Geschichte, der kriegte sich auch schon wieder gar nicht mehr ein wegen eines jämmerlichen Tores gegen die Bayern eben auf NDR2.

Wir schießen aktuell zwar immer nur ein Tor pro Spiel, aber wir sind ja auch ein armer Aufsteiger mit Mini-Etat. Und ansonsten konsequent anti-elitär. Die Buisness-Seats-Sitzer und Lounge-Besitzer, die demnächst auf der Sübtribüne an uns rumschmarotzen wollen, die beuten wir halt einfach nur aus. Wird ja Zeit, daß sich das mal wieder wirklich umkehrt.

26.08.07

Dank zurück!

Na, schlechtes, aber schnelles Spiel beider Mannschaften, und zum Glück blieben die 3 Punkte dann bei uns - und Phillip Trojan und René Schnitzler haben auch gezeigt, daß man sich für sie so richtig begeistern können kann.

Alles aber eigentlich kein Grund für einen Spielbericht, Vorbericht gab's ja hier drüben, aber erwähnenswert dann doch das Transparent der Gästefans:"Freiheit für Fankultur! Fussballfreude pur - Danke 1. FCSP!".

Wir sind zwar nur der FC St. Pauli und nicht dessen Erster, aber so nette Gesten erlebt man ja auch nicht alle Tage. Deshalb Dank zurück nach Koblenz!!!

Und pure Freude, nach dem 3. Spieltag auf Platz 6 zu stehen und wieder 3 Punkte gegen den Abstieg gesammelt zu haben!

22.08.07

"Gay Church Folk Musik"

"Fußball und schwul? Das passt eigentlich nicht zusammen. Schwule finden Fußball langweilig, und Fußball ist eine der letzten vermeintlich Homo-freien Bastionen dieser Gesellschaft."
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,500238,00.html Von wegen. Blödsinn. Meine These ist ja eher, daß der männliche Durchschnittszuschauer da auf den Tribünen endlich mal ausleben kann, was er sich sonst verwehrt. Und daß gerade darin dieses vermeindliche Tabu begründet liegt.

Mehmet Scholl hat's begriffen, und über den könnte ich ja sowieso seitenlange Hymnen schreiben. Nicht, weil ich an dem nun gerade irgendwas fände in erotischer Hinsicht; nö, der ist als Fußballer, als Typ einfach drei Nummern größer als der Rest. Die zwei Male waren's, glaube ich, da er am Millerntor auflief, verfiel das Publikum in Ehrfrucht. Weiß nicht mehr, ob's Szenen-Appläuse gab, verdient hätte er's.

Und dann macht der sowas. Super! It zwar jetzt schon eine Woche her oder so, aber wer dem Druck der Aktualität sich beugt, der hat ja eh schon verloren.

Kann mir ja mir ja selbstbewußt auf die Schulter klopfen, zur Steigerung des Bekanntheitsgrad der Hidden Cameras hierzulande eine ganz kleinen Beitrag geleistet zu haben. Daß er nun diese wirklich coole Band dem bayrischen Establishment vor die Nase setzt - Respekt! Vermute mal, daß die Sportfreunde Stiller da ganz schön alt daneben ausgesehen haben ....

19.08.07

Jau! Yepp! Jaaaaaaa! Auswärtssieg

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Unser Ost-Fluch ist ja auch nicht mehr das, was er mal war .... zum Glück!!!!!!!!! 1 zu 0 für uns in Jena!

Invertiertes Köln-Spiel laut Ticker: Der Gegner hat Chance über Chance und spielt klar besser, aber wir machen das entscheidende Tor!

Aberglauben hat ja die Tendenz, sich selbst zu bestätigen: Immer, wenn ich einfach nur so auf den Ticker glotze und hysterisch warte, bis er sich aktualisiert, dann geht's schief. Wenn ich aber wie ein Bekloppter parallel Blog-Einträge verfasse und nervositätsgetränkt die Wohnung aufräume und auch wirklich nicht damit aufhöre bis zum Schlußpfiff, rumrödel bis zu schweren Schweißausbrüchen, dann geht's gut aus. Juuuuchhu! Danke, Herr Schnitzler! Noch nach dem Testspiel gegen PAOK Athen hatte ich ja gar kein gutes Gefühl Ihnen gegenüber - jetzt nehme ich alles zurück!

Na, und dieses hübsche Kapuzen.Teil da oben, das lade ich natürlich exklusiv für meinen neuen Freund "Objektivisten", den potenziellen Verehrer des unter ähnlichem Slogan auftrumpfenden Sozialistischen Realismus, hoch! Ja, Schatz, sowas zieht man bei uns sogar an! Und Jung- und Nicht-ganz-so-Jung-Männer sehen darin ziemlich schnuckelig aus, was ich gar nicht weiter erwähneswert fände, wenn nicht die im Pluaral bloggenden Subjekte da am anderen Ende der Blogosphäre so eine exklusive Blogroll hätten, bei der man's dann eben doch erwähnenswert findet.

Na, jetzt mal weiterputzen - und, liebe Mannschaft: Danke!!!

12.08.07

Hooray, Hooray, Hooray ...

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Quelle: Rantanplan/Tapeterecords

So, da nutze ich doch prompt die Gelegenheit, über dem blöden Geißbock da unten wieder das richtige Wappen zu platzieren.

Und mache hier mal Werbung, bekomme keinen Pfenning dafür:

Nicht nur für St. Pauli-Fans ist der klasse, der Sampler da oben!

Nicht nur wegen der Mitschnitte der Aufstiegs-Reportagen auf NDR 90,3, nee, zwischen einigem Geschrammel - das zum FC St. Pauli dazu gehört wie das Astra und die Klugschießer aus Block 10 - sind echte Perlen zu finden.

"Morgen sind wir raus" z.B. von SPORT, toller Gitarrenpöp mit lustig-stimmigem Georgel. Nee, auf die zweite Liga bezieht sich der Refrain nicht und wenn, dann nach oben. Ocker mag ich ja eh, Tocotronic auch, Rocko Schamoni sowieso, aber a schönsten ist "Das hier ist Fußball!" von Thees Uhlmann:

"Hooray, Hooray, Hooray, FC St. Pauli!
Würde es gehen, würde ich Dich umarmen,
das hier ist Fußball, das ist hier sind Dramen.

Bayern besiegt und in Chemnitz verloren"

- gut, schon eine Weile her, das mit den Bayern, macht nix, man ist halt die Summe der je eigenen Erfahrungen, und die mit dem FC St. Pauli gehören zu den besten, weil man die nicht alleine macht -

"man hört noch die Chöre in seinen Ohren.
Meine Schulter ist naß durch des Nebenmanns Tränen,
kann es etwas Schöneres geben"

Ach seufz, herrlich kitschig, echt deutsche Reime, ist auch sehr getragen gesungen, aber bei solchen Songs bestätigt sich meine Lieblingsthese: Guter Pop ist, was man in bierseliger Melancholie nachts um 3 oder 4 oder 5 lauthals mitsingen wollen würde.

So Sachen wie "Tränen lügen nicht" halt, oder wie "Creep" von Radiohead oder "Suspicious Minds" von Elvis und die Häflte von dem, was die Red Hot Chili Peppers so machen. Da kann das mithalten. Und "Für das es sich lohnt zu leben" von Darlo direkt danach auch. Beinahe Schön. Kaufen!

PS: Keine Angst, das wird hier nicht zum Fussball-Blog. Aber politische Texte sind nunmehr zu Shifting Reality ausgelagert.

Nachtrag: Gegen Bremen II im Pokal ist ja völlig absurd, das ist ja definitiv die High-Class-Spitzenpaarung des Pokalspieltages ;-) .... und wieder ein B ... na ja, das wird ein heimspiel da in Bremen.

Wobei ja, von einer Ausnahme mal abgesehen, die Vereine der Stammleser hier auch nicht gerade die großen Lose gezogen haben. Sorry, Rayson, aber an Maly ist einfach kein Vorbeikommen. Der kann hexen.

10.08.07

We love St. Pauli, we do!

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Na gut, Wetten muß man einlösen.

Für uns war das heute sehr bitter. Und ein gleichzeitig ein kolossaler Triumph.

Daß man gegen so eine zusammengekaufte Millionärstruppe ohne Engagement - Ausnahme: Die Nummer 21 und Mathias Scherz, der das 0:3 nicht machen wollte, weil er ja weiß, was St. Pauli bedeutet - dannn tatsächlich verliert, weil die in den entscheidenden Situationen die bessere Einzelleistung bringen, Gott, that's life.

Die mit dem Geld siegen halt, und manch Blogger - nicht der, mit dem ich gewettet habe - findet das auch noch gut. Bitteschön. Es sei euch gegönnt.

Herrscht, siegt, lamentiert: Wir sind St. Pauli. Und damit fühl ich mich wohler.

Ich würde das nicht wollen, so welchen zuzujubeln, die da für Köln auf dem Platz standen. Oder gekauftem Erfolg dann die Welle zu schenken: Nein, Danke.

Unkt nicht, genau das ist mein lebensweltliches Thema derzeit: Von dem Geld, das man mir derzeit anbietet, will ich wirklich nix haben. Ich will keine Workshops in London und keine internationale Vermarktung über Prviate Equity Fonds und deren Ableger. Nee.

Ich will St. Paulianer sein - und heute wußte ich wieder verdammt genau, warum.

Was war ich eben stolz auf unsere Kämpfertruppe!

Und auf jeden einzelnen da im Stadion, der nach dem Schlußpfiff "You'll never walk alone" und "We love St. Pauli, we do!" gesungen hat (außer dieser Sponsoren-Horde da vor uns, die amüsiert und bestens unterhalten guckte, wenn wir sangen. Nee, von euch will ich nicht länger konsumiert werden. Bleibt weg. Lest von Mises oder sonstwas, aber laßt uns bitte in Ruhe. Dann lieber das Littmann-Loch.).

Kein Wunder, daß diese Luftballon-Truppe da im gegnerischen Fanblock noch versammelt stehen blieb, um zu gucken und zu lauschen, wie man das macht: Eben der besseren MANNSCHAFT zuzujubeln. Und das war definitiv die unsere heute.

Zu den liberalen Mythen gehört ja, es käme auf den Einzelnen an und nicht auf das Zusammenspiel zwischen Einzelnen, nicht auf das Zusammenspiel zwischen echten Charakteren und tollen Typen.

Heute hat dieser Mythos sich sogar bewährt.Scheinbar.

Aber wenn ich Thimo Schultz und Björn Brunnemann und Thomas Meggle und Charles Takyi und Marcel Eger und Fabio Morena und die anderen beklatsche, dann weiß ich, daß das selbst dann noch Lüge ist, wenn die ANDEREN gewinnen. Sollen sie doch, wir haben diese Jungs. Und das ist allemal besser.

Mal ehrlich: Ich möchte mal die Börse sehen, wo Kursverluste bejubelt werden. Einfach, weil man weiß, daß da kolossale gute Typen da auf dem Platz waren, die einfach alles gegeben haben und 80 Minuten auch klar besser spielten.

Gut, an der Börse bekäme der Verlierer dann den nächsten, gut dotierten Job, während Belegschaften gefeuert würden. Bitteschön. Nehmt ihn doch, den nächsten, gut dotierten Job. Unsere Spieler wissen, daß es wichtiger ist, zusammen Karaoke zu singen ...

Bei uns passiert genau das: Weil's bei uns eben auch um Liebe geht, nicht nur um Erfolg.

Viel Erfolg auch weiterhin, Köln.

04.08.07

Freude schöner Fußballzauber: Auf zum Pillenknicken!

"Bayer 04 wird in Packungsgrößen von 11 Stück à 71 bis 83 Kilogramm ausgeliefert, die unter freiem Himmel oder auf der Couch (dann unter Zuhilfenahme eines Bildröhrengerätes) über einen Zeitraum von i.d.R. 90 Minuten eingenommen werden. Während die visuelle Einnahme durch Betrachtung gemeinhin als gut verträglich für Säuglinge, Kinder und Erwachsene gilt, kann die alternative Verabreichungsform per Direktbegegnung zu Atemnot, Blutergüssen oder anderen Blessuren führen. Sie findet daher meist unter medizinischer Begleitung auf weichem Rasen statt."
Na, haben unsere Stadionszeitungsautoren aber mal stilistisch so richtig gekonnt 'ne Idee durchgespielt. Wenn unsere Jungs heute so spielen, wie dieser Text geschrieben ist, dann gewinnen wir haushoch. Auch wenn Bayer nicht zu den großen Charismatikern unter den Fußballvereinen zählt, trotz Rheinland sind die gar nicht so großkotzig wie die anderen da unten (drücke auch Werder II alle Daumen! War schließlich das Schlüsselspiel zum Aufstieg gegen die!), da in der "Bucht", wo's immer schwül und stickig ist. Der Rudi - also jener, der vor Klinsi der Gefeierte war und den's nur einmal gibt - hat auch schon die ihm eigenen Expertisen in Demut vorausgeschickt:
"WELT ONLINE: Herr Völler, den FC St. Pauli sehen Sie heute sicher nicht als großen Stolperstein, oder?

Rudi Völler: Für uns kann es nur darum gehen, weiterzukommen. Aber es wird schwer, zumal wir um die Pokal-Historie von St. Pauli wissen, die schon die Bayern oder Bremen rausgeworfen haben."


Na, einen Hang zu Halbwahrheiten würde ich dem Ex-Bundes-Rudi aber sonst eigentlich nicht unterstellen wollen ...

Ist auf jeden Fall suuuuuuuper, daß es wieder losgeht! Ganz schlicht, ganz platt, ganz simpel: Dieses Kribbeln im Bauch, das man nie mehr vergißt .... ja, Pe Werner hat mein FC St. Pauli eigentlich nicht verdient, aber irgendwie trifft's das ja, und außerdem fiel mir nix anderes ein.

Das Testspiel gegen diesen außerordentlich gut gewachsenen Griechen letzte Woche, das dank dieses sensationellen Gesinges, das bei deren Toren dann eingspielt wurde, irgendwie trotzdem Spaß, wenn auch nicht unbedingt Mut machte, das war bestimmt nur eine gleungene Finte unseres "Funktionsteams". Da saß ja einer von den rechtsrheinischen Pillenknickern mit auf der Tribüne der Adolf-Jäger-Kampfbahn, blöde Sitze haben die da, da kann man gar kein Bier drauf abstellen, und den haben sie so richtig verarscht. Haben fortwährend suggeriert, daß unsere Abwehr nach all den Verletzungen erschütternd löcherig sei, im überfüllten Mittelfeld sich alle wechselseitig die Füße platttreten und vorne auch keiner so richtig treffsicher ist - und all das nur, um Leverkusen in Sicherheit zu wiegen. Ganz schön raffiniert.

So daß wir heute natürlich mit dem einzigartigen Millerntor-RAR, pardon, Roar im Rücken die aus dem Stadion fegen werden. Um dann zum eigentlichen Saisonauftakt nächste Woche die nach einem 3:1 gegen die B-Elf der Bayern zum gefühlten Champions-Teilnehmer mutierten Kölner recht locker auszukontern.

Das wird das einfachere Spiel. Die scheitern eh immer an ihrer eigenen Überheblichkeit ...

26.05.07

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Irgendwann im Winter habe ich mir mit Jahrzehnten Verspätung den "Bodyguard"-Soundtrack gekauft und das hier wurde mein Lieblingslied.

Jetzt weiß ich auch warum! Ja! Ja! Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaa (recht hat er mit der Tafel da am Schluß!)!

Was ein Gezitter in Liga 2 gestern abend - egal, man, war dat schön!

Und diesen Jungs da auf dem Platz hätte ich noch bei jedem Fehlpaß und jeder neuen Nervositätsaufwallung die Füße küssen, die Waden ablecken und sonstwas antuen können! Was eine Aufholjagd, was ein Triumph! DANKE, Danke, Danke, Danke, Danke, Danke,. Danke, Danke, Danke, Danke, Danke, Danke, Danke an diese unglaubliche Mannschaft, die den guten, alten St. Pauli-Song, in dem behauptet wird, daß diese Trümmertruppe immer wenn's ernst wird, vergeigt, Lügen strafte! Sie waren, sie sind, sie bleiben - nie allein!

Wenn dann noch der letzte Angriff, der Schuß Mazingus, nicht gegen den Pfosten gegangen wäre - was habe ich über den gelästert, was bereue ich das heute! Ich tue Buße, Michel Mazingu, Dein 1:0 in Erfurt war's, das uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt wieder sind - wie auch das 2:1 gestern des unvergleichlichen Herrn Rothenbach, das Charisma und die Technik des Herrn Sako, der verwandelte Elfmeter des Charles Takyi, der noch Weltstar werden wird, garantiert!, was ein Kicker!!!, die stoische Ruhe des Paddy Borger (auch wenn sie gestern nicht wirklich zu spüren war), die neu erwachte Kampfeslust des Thomas Meggle, und die schier unglaubliche Abwehrleistung eines Marcel Eger (definitiv Mann des Spiels gestern abend!) und eines Fabio Morena - nicht zu vergessen diese unermüdlichen Ziehaufmännchen Thimo Schulz und Marvin Braun - ach, auch alle namentlich nicht erwähnten, ihr habt's vollbracht!!!!!!!!!!!!!!!!!! St. Pauli lebt!

Das Stadion kochte trotz zwischenzeitlichem Entsetzen, daß da noch was schiefgehen könnte - ach, wat sollen die Worte, ich schlaf jetzt weiter meinen Rausch aus und freu mich auf Mainz und Freiburg und Köln und Gladbach!

PS: Kleiner Nachschlag - St. Pauli ist halt international!

20.05.07

Ohne Worte!

Und so sitzt man auf einmal da und heult.

SMSsen treffen ein: "Yaaaaaaaaaaaaaaah!" Ich rufe Freunde an, weil ich bange, daß sie in irgendwelchen Parks sitzen und das gerade nicht mitbekommen. Drangsaliere den Hund mit Freudenschreien, bis der ganz kirre durch die Gegend hüpft. Will schon zum Nachbarn laufen, dem ich genau das bereits in der Winterpause prophezeite - da hat der mich noch ausgelacht.

Das Forum abgestürzt, der Basis-Ticker auch. Zum Glück gibt's den NDR .... so starre ich eine Halbzeit lang auf den Bildschrim und ertrag's nicht mehr. Surfe 'n bißchen rum.

Dann läuft auf der Mini-Disc, die ich seit einem Jahr oder so nicht mehr gehört habe, Johnny Cash' Version von "You'll never walk alone". Da war mir alles klar: Muß geklappt haben. MUSS TATSÄCHLICH GEKLAPPT HABEN!

Also ran an den NDR-Ticker: 3:0 für St. Pauli. In Erfurt!!!!!!!!!!!!! Der erste Sieg im Osten seit 2003! Einen Tag, nachdem Schalke wieder Zweiter wurde - das war damals nämlich auch so, die berühmte "Meisterschaft der Herzen", am Tag vor dem Nürnberg-Spiel. Immerhin haben wir auch lauter Stuttgarter im Kader.

Ich glaube, sogar das Datum haut hin. Was waren wir in der Winterpause? Zwölfter? Dreizehnter? Was haben wir zu Sasionbeginn für Grottenkicks abgeliefert - mit Schauern erinner ich mich an das Spiel bei der Zweiten der Hertha auf dem Prenzlauer Berg .... und jetzt 6 Punkte und 9 Tore vor dem Dritten, zwei Spieltage noch. Hallelujah.

Und so sitzt man auf einmal da und heult ...

12.05.07

Hier kommt: Rock'n'Roll!

"Hier kommen die Jungs mit den Egoproblemen (...) hier kommt das Leben, und was davon übrig blieb - viel mehr als mir lieb ist, hier kommt: Rock'n'Roll!

Hier kommen wir und packen unsere Sachen, verlassen die Städte, um Liebe zu machen. Hinterlassen keine Zeichen und drehen uns nicht um, hier kommt der Sommer, hier kommt: Rock'n'Roll".


Sowas hört sich ja inmitten der Midlife-Crisis anders als mit 20. Meine aktuelle Hymne, von den Flowerpornos. Liedermacher-Pop, soft, sweet an lazy: Ein verhaltener Song zum Wunderkerzen zünden. Und sooooooooo schön. Mannomann. Gibt ja dieses seltsame Wort "Lebensgefühl", diese Melancholie, erschöpft, die's trotzdem will, die trifft's schon, was ich aktuell so fühle.

Kenne so irrsinnig viele Leute, die in den frühen 90ern in die Medienexplosion vorstießen, die dann von der New Economy einmal durchgeschleudert wurden und seitdem einfach machen, so vor sich hin, die irgendwie um ihre Utopie betrogen wurden.

Die einen lebten sie in Underground-Techno-Clubs, die nächsten rund um die Hafenstraße, und die Hip Hop und Pudel-Fraktionen gehören da ja auch mit zu.

Wieder andere suchten ihre Utopie im Wirtschaften selbst und glaubten all die Startup-Phrasen, die von Low Spirit beseelt dann Leute, die ganz anderes suchten, in die ganzen Internet-Klitschen trieben und dort versanden ließen.

Und jetzt sitzen sie da, das große Geld haben doch wieder nur die Schweine gemacht, jene, die selbst noch linke Sprüche draufhaben und sich vor sich mit Notwendigkeiten rechtfertigen, die im Tempo-Kosmos weiterschweben und auf "BRAVO" als Kult hängen geblieben sind, dabei aber die ekligsten Schleimer und Lügner sind und sich Ausbeutung viel größer auf die Fahne geschrieben haben als alle Generationen davor, während sie andere Leute bescheißen. Und die Anderen, von diesen Ausgesaugten seufzen sich durch ihr Leben, weil man ja muß.

Das hat für mich viel mit meinem FC St. Pauli zu tun. Als ich, völlig fußball-desinteressiert, damals erstmals das Stadion betrat, fiel mir als erstes auf, daßda all die Gesichter, gealtert, doch trotzig, rumliefen, die ich noch aus Dschungel, Mitternacht und Subito kannte. Die gab's alle noch. Und die waren da. Und dann lief mir, noch nicht Präsident, auch noch Corny Littmann über den Weg - in diesem kleinen Stück Utopie der ersten zwei Jahre seines Schmidt's Tivoli, als ich 15 mal "Beiß mich, ich will das Leben spüren" guckte, habe ich ja doch die dollsten Zeiten verlebt.

Und das war da alles versammelt am Millerntor: Meine Biographie, sozusagen, die ich mit so vielen anderen dann eben doch teile.

Und heute spielen wir gegen die Fortuna aus Düsseldorf und können einen weiteren Schritt auf die Zweite Liga zu machen. Bitte, bitte, bitte, lieber Fußballgott! Wird einfach Zeit, daß Leute wie wir wenigstens wieder in der zweiten Liga mitspielen. Nee, für die Dritte sind wir nun doch noch zu agil. Und wollen noch zu viel.

In der Ersten spielen eh fast nur die Schweine, und in den V.I.P.-Logen fressen sie dann Scampis und hauen rassistische Sprüche raus, zumindest beim HSV soll das so sein. Bezahlen das von der Kohle, die sie unserer Lebenszeit abgerungen haben. Sollen sie doch. Lieber glücklicher Zweitligist als Schwein sein - hier kommt: Rock'n'Roll!

28.04.07

Spizznreida, Spizznreida, hey, hey: Hallelujah, sing a Song! Und der heißt: You'll never walk alone ...

Es gibt ja so Spiele, da singt und ruft und feuert an auch das Haupttribünenpublikum, als hinge das je eigene Leben davon ab. Das gestern war so eines. Da waren mehr Emotionen im Stadion, als andere Menschen sie in 20 Jahren Eheleben so erleben. Die wollen dann einfach nur sitzen - wir sind aufgesprungen! Immer wieder!

Wat ein starker Gegner in Halbzeit 1! Rot-Weiß-Ahlen, entparfümierte Provinztruppe - clever, aggressiv. gemeingefährlich. Respekt, das beste Team, das ich bisher so als Gast in dieser Saison am Millerntor gesehen habe.

Aber dann kam in Halbzeit 2 der Olymp - unsere Fußballgötter Takyi und Sako: Merkur und Herkules, sozusagen. Wie in Pokalduellen Stimmung und Spiel: Dauerdruck, und der Heber von 2,85m-Sako über den Ahlener Torhüter hinweg brach deren Mannschaft mitten hindurch. Das war so'n Tor mit Performance Art-Charakter. Die waren platt, geschockt, wie hypnotisiert, die Ahlener (deren Nr. 7: Unbedingt kaufen!!!) - und wieso man "an die Wand spielen" sagt, das sah man auch: Über die Mittellinie kamen sie kaum noch hinaus und wurden von der Energie unserer Jungs an ihre Grundlinie geschoben.

Hallelujah, was sind wir alle explodiert beim 1:0, Sex ist ein Witz dagegen, und bei den beiden weiteren Toren - noch mal Sako, und Meggle, der die Diva in den Schrank gestellt hat und jetzt kämpft - waren alle nur noch dabei, lautstark und euphorisiert sich selbst als Konfetti zu versprühen.

Hallelujah, was für ein geiler Fußball-Abend! Das Millerntor lebt und pulsiert - als unsere Mannschaft zur Ehrenrunde antrat, wollten die Ahlener Spieler gar nicht vom Platz und genossen klammheimlich mit. Weil an solchen Abenden die 15.000 St. Paulianer mit der Elf plus Auswechselspieler auf dem Platz jenes Erlebnis zelebrieren, das es auch in Bundesliga-Stadien nur selten gibt: Den puren Fußballzauber. Magie. Voodoo. Ein Zeitsprung im Dasein - in eine andere Dimension, in der nur pure Emotion und Intensität dann Funken sprühen und das je eigene Leben für einen Abend lang in ein Licht tauchen, das man noch nicht mal malen könnte .... na gut., Turner vielleicht. Aber sonst niemand. St. Pauli!

PS: Hier gibt's auch was zu gucken - echte Videokunst: Mittendrin statt nur dabei! Und der Siebener fiel auch der Nordkurve auf!

24.04.07

Tabellenführung !!!!!!!!!!!!!!!!!!

Yeah! 2:0 in Bremen für uns - vor 8000 St. Paulianern! Yiiiiiiiiiiiiiiiipiiiiiiiiiiiiieh! Walk on, walk on, with hope in you're heart ...

22.04.07

You'll never walk alone!

Oh ja Seufz. Tränen der Rührung. Schön! Soooooo schön! Gestern den ganzen späten nachmittag Liza Stansfields "If I could change ..." gehört. Und jeweils das Neueste von Patti Smith, Bright Eyes und Coco Rosie geholt - alles ganz außerordentlich empfehlenswert, das nebenbei. Aber anstatt im Bökelberg-Ersatzstadion mitzusingen und zu saufen - vielleicht fahren wir da ja nächste Saison wieder hin? - dann eben Sonntags um 6 h aufstehen, um arbeiten zu dürfen. Lieber Arbitsmarkt-Gott, Danke! Danke, daß ich so flexibel sein darf! Ich fühle mich so frei! Soooooooooo frei!

01.02.07

Schadenfreude ...Häme ... ich bin ein schlechter Mensch ...

Ach, es gibt ja doch so Bundesliga-Spieltage, da sitzt man selbst als Drittligist feixend vor Radio, Fernseher und Netz und bekommt so richtig gute Laune!

Daß nun gerade das unternehmerische Schlachtschiff da unten unweit von Österreich so richtig konsequent auf frische Gesichter und innovative Ideen setzt, das ist ja schon lustig genug. Gladbach ist für mich eh sowas wie Prilblumen, RAF-Fahndungsplakate und braun-orangene Tapeten, ein Stück 70er Jahre halt, und wenn die Hertha auf die Glocke bekommt, dann schäme ich nur aus Mitgefühl für Rayson ein wenig für meinen unverhohlene Freude. Aber Berlin ist ja eh bald endgültig out, denn bald kommt RAR.

Am besten freut unsereins natürlich, was unweit der Müllverbrennungsanlage passiert - Doll weg, lustig! Snief hat im St. Pauli-Forum es auf den Punkt gebracht:

"Sehr schade und völlig panisch. Ich habe immer den Eindruck gehabt, dass Doll sehr gute Arbeit bei den Rauten geleistet hat und der Tabellenplatz entspricht ja nun letztlich auch unseren Zielvorgaben."
Nicht umsonst hing neulich am Millerntor das Plakat "Dolli ist einer von uns!", aber so ganz richtig ist das doch nicht.

Meine These ist ja, daß er so damit beschäftigt war, sein eigenes, mediales Positiv-Image zu zitieren - jeder O-Ton vor der Kamera ganz "in-Rolle-Sein", die Theatralik des Authentischen, furchtbar, sogar wie eingeübte Sätze über das Lächeln, das auf die Lippen seiner Spieler zurück solle, würg, zum Schluß mutierte er ja zum Pseudo-Poeten - und zu bestätigen, daß er gar nicht mehr mitbekam, wie seine Vereinsführung weiter die immer gleichen Fehler machte: Teure Transfers, die sich entweder nicht in die Mannschaft integrieren oder ständig verletzt sind und sowas wie dem Abstiegskampf schon gar nicht gewachsen sind. Solche Leute holen sich dann ja lieber eine rote Karte ab, anstatt die Konnotationen niederer Tabellenregionen sich anziehen zu wollen. Gediente Recken werden weggeschickt, andere Spieler sind nicht zu halten, weil dieser Verein eben doch snicht o dolle ist, wie er immer glaubt - und dann kommt noch die völlige Unfähigkeit hinzu, eigene Talente aufzubauen. Das ist der Gegensatz zu Werder Bremen, die können das.

So scheitern die Stellinger im Grunde genommen wieder mal an ihrer eigenen Großkotzigkeit und setzen nun die einzige Figur nach Uwe Seeler, die sie selbst - ausnahmsweise - mal groß gemacht haben, vor die Tür. Ein guter Tag! Der kann was werden! Und wir haben nächste Saison wieder ein "großes Derby" - in Liga 2!

26.12.06

Schon lustig, ...

... wenn das hier ausgerechnet am Vormittag des zweiten Weihnachtstages im Radio läuft. Und das auch noch auf NDR 2! Da freut man sich ja glatt auf die Rückrunde ...

21.12.06

Mönsch, hätten wir das doch gepackt!!!

Ganz plötzlich fiebert man mit den Bayern. Ist mir seit meinem 13. Lebensjahr nicht passiert. Selbst wenn die international spielen, bin ich, wenn's nicht gerade ein Mailänder Verein ist oder Lazio Rom, immer für den Bayern-Gegner.

Aber daß nun ausgerechnet Aachen das schafft, was wir auch beinahe zustande gebracht hätten, das tut dann doch weh. Ausgerechnet Aachen, wo Schiedsrichter Spiele abbrechen wollen wegen rassistischer Chöre oder Rufe (war doch so?), und dann dieser Tivoli, der ständig völlig zu Unrecht mit dem Millerntor vergleichen wird. Ha! Ich lach mich schlapp. Kein Vergleich. "Philip, Du Arschloch!" würde bei uns nicht gesungen. Schon gar nicht gegen Philip Lahm - dieses Tor gegen Costa Rica alleine schon hat dem Jungen lebenslange Standing Ovations zu bescheren.

Und unsere Freunde aus Burghausen wurden ...

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07.12.06

Meine Güte, Herr Wortmann!

Was habe ich mich gestern weggeärgert, als ich "Deutschland - ein Sommermärchen" im Fernsehen sah. Kann ja sein, daß das gemeinsame Kino-Erlebnis diese komplett uninspirierte Montage mit der schlechtesten Musikauswahl der Filmgeschichte kompensieren konnte. Aber wie kann man denn bitte bei derart sensationellem Material, bei dem jeder, der auch nur ein einziges Mal in bewegten Bildern eine Geschichte zu erzählen hatte, vor Begeisterung kollabieren würde, so eine schnarchnasige Erzählweise wählen!

Am schlimmsten dieses affige Piano-Geplänkel oder was das war unter den Spielszenen. Gut, später setzte er dosiert auch Stadion-Atmo und Off-Kommentare ein und ließ die Fahrstuhl-Musik kurz verebben. Vermutlich sich steigernd, am Anfang gar nicht, am Ende mehr davon und dann auch emotionaler, als der Lehmann den Elfer hielt, okay. Aber ...

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18.11.06

Die erotischen Fantasien der Fans von Rot-Weiß-Erfurt

"Wir ficken euren Müttern in den Arsch" haben sie gesungen. Oder sogar "Wir ficken eure Mütter in den Arsch". Hip Hop hat wohl doch was angerichtet, von selbst kämen die nie auf so einen Chor. Schon wegen des dank Ego-Shooter- Spielchen und SMS verkrüppelten Sprachzentrums dieser Horde. Das muß man sich mal bildlich vorstellen. Wahrscheinlich hätten sie 'nen Film-Handy dabei, wenn sie's denn täten, und würden das Ganze dann bei youtube online stellen.

Lustig auch "Wixer". Verstehe ich schon, daß sie uns dabei gerne zuschauen würden. Gibt ja ganze Pornos mit so einem Plot und wirklich hübsche Jungs in unseren Geraden. Im St. Pauli-Forum stand auch, sie hätten "Juden" gerufen. Ich habe thüringisch "Bullen" verstanden, diese mußten den Mob ja einkesseln. Das, was im Forum stand, ist angesichts derer da im Fan-Block jedoch nicht unwahrscheinlich. Verstehe gar nicht, wieso sie glaubten, das würde bei uns auch nur irgendjemand als Schmähruf empfinden. Daß sie's potenziell als solchen empfinden, ist ganz klar ein Grund für die Aberkennung des Bleiberechts für die ganze Fan-Community. Illegale einbürgern, Erfurter Fans raus, sozusagen. Vielleicht war es ja auch die berühmte Lust an der Provokation. Möchte nicht wissen, wie viele aus dieser Lust heraus damals in die SA eingetreten sind. Aber vielleicht haben sie ja wirklich nur "Bullen" gerufen. Was aber ja im Grunde genommen auch nicht nett ist. Die sind ja nicht freiwillig in den Block gegangen.

"Nazipack St. Pauli" lautstark zu delirieren hat ja noch eine gewisse Originalität einem Verein wie unserem gegenüber, bei dem tatsächlich jeder Zweite in jedem Ossi einen potenziellen Nazi sieht. Eine nette Antwort auf Gastfreundschaft ist das trotzdem nicht. Und komisch nur, daß so viele in den Fankurven der DDR-Vereine immer wieder bereit sind, diese, unsere Vorurteile auch prompt zu bestätigen. Wenn man sich diese Typen so angeschaut hat, auch die, die, wenn's ich richtig gesehen habe, unseren Block stürmen wollten, verhalf der Chor "Fußballfans sind keine Verbrecher" der gegröhlten Aussage nicht gerade zu Glaubwürdigkeit. Erstmals hörte ich den Chor "Ostdeutschland, Ostdeutschland"; ich persönlich hätte gegen separatistische Bestrebungen nix einzuwenden: Macht mal.

Ansonsten war das Spiel eine gute Illustration in Sachen Handlungstheorie: Kooperation versus individuelle Nutzenmaximierung, sozusagen. Und bei einem Haufen Männer, die alle versuchen,der individuellen Nutzenmaximierung sich hinzugeben, kommt hinten wenig Nutzen für den Einzelnen bei raus. Ausnahmen: Scharping und Takyi, die einzigen Teamplayer in unserer Mannschaft. Die Erfurter ...

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28.10.06

"Mönchen Glad-Pauli"

Gladbach-Choreoweb.jpg

Foto: Ultra' Sankt Pauli

Dann schreibe ich doch lieber erst mal über die Gladbach-Fans als über das Spiel. Da waren so um die hundert angereist, und das ist ja an sich schon bemerkenswert - bei Leverkusens Zweiter stehen da vielleicht 3 Leute rum und schweigen. Gute Unterstützung für eine Zweite, die auch noch Tabellenletzter ist.

Die Gladbacher stimmten wirklich schöne Chöre an: "Mönchen Glad-Pauli" als Dauergesang, das ist ja schon fast eine Liebeserklärung an uns. Sehr nett. Dazu eine Polonaise, mit Oberkörper frei und bar jeder Nüchternheit wohl auch - sehr sympathisch. Und dann hielten sie auch noch ein Transparent hoch: "Pauli gehört in Liga 2!" Auf das Spiel unserer Mannschaft kann das nicht bezogen ...

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22.10.06

Richtig toll ist ja nur, wenn man dabei ist ...

Jubelinkiel.jpg

Foto: FC42

Na, abgesehen davon, daß die Jungs von der Müllverbrennungsanlage heute bedauerlicherweise mal wieder gewonnen haben, zum Glück nur gegen Leverkusen, war das ja mal wieder ein richtig feines Fußball-Wochenende!

Wenn man "Und ihr wollt deutscher Meister sein" trällernd Bier kaufen spaziert, dann kommen nicht nur tolle Erinnerungen hoch, dann haben auch die Bayern gegen Werder verloren, schön - noch schöner freilich das Gelingen unseres ersten Auswärtssieges dieser Saison!

Und das auch noch bei den Kielern, wo zu Beginn er Hinrunde noch jeder gedacht hätte, ...

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16.09.06

Unmotiviert? 2 Halbzeiten und wie das Leben so spielt ...

Unmotiviert.jpg

Foto: Kiezkicker

So weit isses mal wieder: Vor lauter mittelalten Performances in Bürogebäuden in Münchener Vororten (der Konfi: Weiß und rein funktional im 70er-Jahre Bau) und unweit der Frankfurter Innenstadt (wo Taxifahrer-Stadtführungen sich ungefähr so anhören: "Das ist das Commerzbank-Gebäude, das ist Deutsche Bank, das die Dresdener und das die alte Oper" - der Konfi in Frankfurt: Holzgetäfelt und wahrscheinlich aus den Fünfzigern) kommt man noch nicht mal mehr zum Bloggen. Oder zu irgendwas anderem. Löst sich auf im Dschungel der Funktionen und Kommunikationen. Ist gar nicht mehr wirklich. Vielleicht ja, weil das Sein west. Keine Ahnung.

Antwortet dann Freitags, am frühen Abend, auf jede Frage, wie man die bis nächste Woche Mittwoch noch zu bewältigenden Aufgaben ...

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10.09.06

"Und IHR wollt deutscher Meister sein, und IHR wollt deutscher Meister sein ..."

Gut, gesungen kommt das besser, was da in der Überschrift steht. Gesungen kommt das sogar verdammmt gut. So richtig gut.

Nach dem Spiel, nach der Ehrenrunde unserer Mannschaft, unserer göttlichen, unser mitreißenden, unserer überragenden Mannschaft, da wollten wir nur noch eines: Dem Bayern-Bus vor dem Clubheim dieses Lied hinterher schmettern. Einfach, weil's sich so gut singt. Und weil das kein verdienter Sieg für die war ...

Die Mannschaft da im Bayern-Bus guckte auch extrem betreten, zu Recht: Gestern waren wir schon eindeutig Sieger. Nicht das Ergebnis betreffend, aber sonst schon. Das wußten die auch. Das war kein Sieges-Jubel, als dieses Häufchen Millionäre ihre uninspirierte Fan-Ecke abklatschte. Da haben sich die Stars schon ganz schön geschämt.

Wobei: Jetzt gar nix gegen die Bayern-Fans. Die waren schon ganz nett im Smalltalk nach dem Spiel. "Beim Weltpokalsiegerbesieger-Spiel war ich auch hier" sprach der Schnurrbart und lachte bei der Nachfrage, wo er denn das T-Shirt habe. Und daß Uli Hoeness uns dieses Mal nicht aus dem Bus zuprostete, das hatte schon seinen Grund ...

Und was sagt Paddy Borger zum Spiel?

"Das ist die größte Scheiße, die ich je erlebt habe, das wird mich bis an mein Lebensende verfolgen. Ich sollte besser keine Kinder haben, das werden die denen noch in zehn Jahren auf dem Schulhof nachtragen."

So steht's bei SpOn. Ach, Junge, Du warst überragend. Trotz dieses punktuellen Total-Ausfalls, der zum Bayern-Sieg führte. Du hast Dir ein Denkmal gesetzt. Du bist St. Pauli. Vielleicht sogar wegen dieser Groteske. Endlich wieder 'n sexy Torwart, und wie Du zuvor den Poldi immer wieder neu ausgebremst hast, das war Weltklasse. Du warst nur Oberliga-Torwart bisher, Mönsch! Auf so'n Daddy wären Kids verdammt stolz.

Den "Ihr seid nur Gammelfleisch ..."-Chor habe ich leider nicht mitbekommen. Macht nix. Das ...

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09.09.06

Hu, Hu!

Der HSV ist raus, die Bremer sind raus, dann sind die Bayern heute abend auch fällig.

Stammleser bitte ich, zu Hause vorm Fernseher "You'll never walk alone" kraftvoll mitzusingen und bei jedem unserer Tore zum "Song 2" aufzuspringen und in's "Hu, Hu!" mit einzustimmen. Selbst dann, wenn sie Hertha BSC-Fans sind. Also, ab unter die Dusche und dann in's Stadion ... "Hu, Hu"! (... auch Damon hätte das mit "u" geschrieben ...)

09.08.06

Je Regen, desto Sieg?

"33% Regenwahrscheinlichkeit geht eigentlich noch."

"Mal o.t.:
Was heißt das denn?
Es regnet vielleicht, wahrscheinlich aber nicht?
Es regnet 1/3 des Abends?
Es regnet von jeder Stunde 20 Minuten?"

"je regen, desto sieg."
gruppo 100% regenwahrscheinlichkeit."

Quelle: St. Pauli Forum

Ja, so ist das mit der Wahrheit, der Statistik und dem Rest. Erstes Heimspiel einer neuen Saison, Kader aufgerüstet, vom Aufstieg bereits im Vorfeld getönt, Stadion-Aus- und Neubau in Sicht und - und doch bleibt uns nichts als die stete Freude darüber, daß es hier in dieser Stadt nur Flüsse, aber keine Weinberge gibt. Nur Astra, und das kommt ja eh besser als Traubensäfte. Das wird heute abend von Nöten sein, nachdem das Auftaktspiel so gnadenlos vergeigt wurde. Ausgerechnet in Wuppertal. Als würde man da nicht normalerweise nur durchfahren auf dem Weg nach Köln.

Der Eindruck, das Team wolle den Trainer spielerisch entsorgen, wird sich mit 33% Wahrscheinlichkeit bestätigen. Und dann sitzt man da wieder, ...

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12.07.06

Bye, Bye und Dankeschön (mit bitterem Subtext)

Na, was'n das jetzt? Wenn schon Berti Vogst, ausgerechnet der, das klarste und eindeutigste aller Symptome der Kohlschen Republik, vorprescht und sofort die Deutungshoheit aufsucht ... spuckt der Klinsi dem neu erwachten "Patriotismus" in's Gesicht, wenn's denn überhaupt ein solcher war, und wird Trainer der US-Nationalmannschaft? Das hätte was. Ist's 'ne Abrechnung? Das sei ihm gegönnt.

Der Lesarten werde viele sein. Da wird gerangelt werden. Mittendrin und teils auch voll daneben werden die Deutungen rund um's Unternehmertum sich tummeln: Ob positiv oder negativ, es wird davon die Rede sein, daß erfolgreiches Wirtschaften nur noch als Projektarbeit denkbar sei, und dann kontern andere (und das zu Recht), daß der Ex-Bundestrainer symptomatisch sei für jene, die nur noch auf den kurzfristigen Gewinn schielen und den momentanen, emotionalen Kick (gut, er hat 2 Jahre viel einstecken müssen, aber was sind schon 2 Jahre?), anstatt langfristig Strukturen aufzubauen.

Wieder Andere werden auf verknöcherte Verbandsstrukturen in Deutschland eindreschen, wobei's beim DFB dann die Richtigen träfe - eingereiht in ein Abfeiern des heroisierten Individuums, dem gegen graue Apparatschikhorden strahlend dann mit allen Qualitäten charistmatischer Führung ausgestattet - heute sagt man dazu ja "großer Motivator" - nur die Flucht noch bleibt. Um dergestalt FDPisiert, also atomisiert, mal wieder so zu tun, als sei jeder freiwillige Zusammenschluß von Individuen in Verbänden, Vereinen und Parteien an sich schon ein Kollektivismus derbster Art. Noch wieder Andere werden Klinsis Familiensinn loben, weil ja die gute, alte Kleinfamilie ansonsten gar nicht mehr geachtet würde - kurz: Die Anti-Traum-Droge wird strukturiert ihr immer schon festgelegtes, diskursives Feld um das Ereignis schließen, damit's auch niemand als Ereignis spürt.

Dazu gehören wird auch die Kalenderspruchhaftigkeit des "Man soll ja aufhören, wenn's am Schönsten ist!" - tja, das sagen sich Legionen von Hartz IV-Empfängern dann wahrscheinlich auch alltäglich ...

10.07.06

Das Erhabene - aber schön war es doch

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Foto: Sabona Holidays

Ach, seufz, schon jetzt kommt Wehmut auf ... nicht nur wegen dieses blöden Kopfstoßes des auratischen Heiligen, der hat der ganzen Fußballwelt wohl mehr weh getan als dem, der von ihm niedergestreckt sich fand da auf dem Rasen. Auch sonst kann man ja jetzt, jetzt, nachdem es vorbei ist, die Falschen Weltmeister wurden (Glückwunsch trotzdem, zähneknirschend), eigentlich nur eins tun: Hilde anstimmen!


"Aber schön war es doch, aber schön war es doch,
und ich möcht' es noch einmal erleben!
Dabei weiß ich genau, dabei weiß ich genau,
sowas kann es doch einmal nur geben ..."

Eigentlich müßte man das ganze Lied umdichten ... "Da war das Spiel, das erste, das wir sahen, ein 3 zu 2, nicht wirklich souverän. Am Tag darauf jedoch kam Drogba, zeigte der Welt, wie Blicke sexy sind" oder sowas. "Da ist der Weg, der erste, den wir gingen, da ist die Bank, da sagtest Du Adieu. Da ist der Baum, an dem die Blüten hingen, die Du mir gabst - doch jetzt liegt drauf Schnee" heißt es im Original, was ja nach all den vegetativen Ausführungen hier auch was hat. Und in Sachen Vegetation gibt Südafrika auch was her, aber sowas von, siehe oben. Also auch noch mal ...

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09.07.06

Die No-Name Kletterrose

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Foto: Frost Burgwedel

"In der zweiten Trauerweide tummelt sich diese "Noname" Kletterrose."

Frost nicht nur in Burgwedel - auf der Seite dieses Namens findet sich obiger Satz. Trauerweide ist das Pflanzenwesen für's Endspiel dieser ansonsten so traumhaften WM. Das denkbar blödeste Ergebnis und dann noch dieser Abschied des göttlichen Zidane - wahrscheinlich hat der Italiener irgendwas von PI oder so zitiert, bevor der Kopf dann zustieß ...

Insofern sei die No-Name-Rose der Hoffnungsschimmer, daß sich was verbirgt in diesem mißlungenen Schluß eines sonst so tollen Ereignisses, 4 Wochen lang ... daß da was wächst inmitten des so falschen Finales. Was Neues. Was Schönes. Was Gutes. Was noch Namenloses ...

Hymnus auf Cristiano Ronaldo

Delphinium.jpg

Foto: Soulcatcherstudio

Nee, diese Art Schönheit wie jene des Fotos aus den zwanziger Jahren war's gestern nicht. Und doch möchte man wissen, wie jener Kurt Bloßfeldt, der's schoß, wohl die Nackenlinie, die Augenbraue, den Spann eines Cristiano Ronaldo fotografiert hätte. Welche Urform er identifiziert hätte - veröffentlicht wurde dieses Foto des Rittersporn, der derzeit nicht nur Rosen begleitend in Parks verschwenderisch blüht, so blau wie jene Blume der Romantik, in einem Buch namens "Urformen der Kunst" 1928. Interessant könnte das sein, weil Bela Rethy gestern ja nicht müde wurde, die "brotlose Kunst" und das Spiel "für die Galerie" des immer neu Ausgepfiffenen zu betonen. "Effizienz" und "Party" und "schwarz-rot-geil" sind ja die Stichworte, die ...

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06.07.06

Taktik als "supplement": Frankreisch, Frankreisch Teil 3

Josefine.jpg

Na, ein Sturm auf die Bastille war das ja gestern abend nicht gerade. Trotz völligem Entflammtsein für meine Franzosen taten mir die Portugiesen leid, wie sie vergeblich ein Spiel als Zurückweisung durchleben mußten. Sozusagen. Ausgebremstes Begehren war das, als sie gegen dieses Abwehrbollerk anrannten, gegen in dieser Hinsicht höchst souveränen Franzosen, die ihre Kräfte schonten .... oha. Darf man Souveränität seit Agamben noch sagen? Oder hat gar ...

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05.07.06

Gewinnen kann doch jeder ...

apfelbaeumegef1.jpg

Foto: Alte Bäume erleben

"Eines Tages lagen die Apfelbäume entwurzelt auf der Wiese. Sie waren alt und brachten keinen Ertrag mehr. Sie lagen dort ein paar Wochen. Sie fingen an zu blühen. Jedes mal wenn ich auf meinem Spaziergang an diesen entwurzelten Bäumen vorbei kam, bewunderte ich ihre Lebenskraft und mich erfaßte Trauer, weil sie keine Chance zum überleben mehr hatten."

Schöne Seite, diese Alte Bäume erleben-Seite. Nun haben wir ja eigentlich eine junge Mannschaft, insofern ist das Bild schief und trotzdem schön. Eine, die so vortreffllich erblühte, um jetzt doch nicht dier erhofften Früchte zu tragen. Aber man muß es den Italienern, dieser unsympathischten Mannschaft (nicht Nation!) des Turniers, zugestehen: Die haben die Säge schon ziemlich zielsicher angesetzt. 120 Minuten gegen den Sturm anlaufen führt dann eben doch zur Entwurzelung, wenn man's nicht packt, auf diesem mitzusegeln. Die deutsche Mannschaft hat gegen die Logik dieses Spiels angespielt. Das geht schief.

Der gestrige Abend schien mir ...

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02.07.06

Cogito Interruptus

lavendel1.jpg

Foto: Wolfgang Hawerkamp

Mmmmmh ... solch ein Foto ist ein Beleg für die Verknüpfung der Sinne. Man sieht's, und man riecht den Lavendel und fühlt sich gleich frischer. Ob Zinedine Zidane aus solchen Anblicken einst seine Virtuosität zog, ob dieser Duft ihm seine ungeheure Leichtigkeit und Eleganz verliehen hat? Oder ist er nie aus dem "Problemviertel" La Castellane herausgekommen in seiner Kindheit, um ein wenig weiter nördlich die so unglaubliche Landschaft der Provence mit all ihren Düften einzuatmen, um Bilder wie jenes oben als zen-hafte Meditationen, als Kraftquelle inmitten des Straßenstraubs der wirklich heftigen Hafenstadt Marseille in sich zu tragen? Als ich dort war, in Marseille, Ostern 1987, da habe ich mich nachhaltig gegruselt auf dem Weg durch die Gassen hinauf zu jenem Haus, in dessen Garten am Morgen nach dem Bier wir Ostereier suchten. Weil eine Freundin von mir dort als Au Pair-Mädchen arbeitete.

Es gibt Spiele, da setzt dann das "Ich denke" kurzzeitig aus ...


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01.07.06

Phonologie und Phonetik zum Trotze: Leidenschaft, schaff neue Lieder!

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Foto: Der kleine Garten

Tja, da muß man erst mal rüberkommen. Das 1:1 war schon saucool. Tja, da muß man erst mal durchkommen. Lehmann hat schon die Qualität einer liebevoll gehegten Hecke wie jener dort oben auf dem Bild. Die Ukrainer hingegen - schade!!! - wußten trotz Zwischenhoch keine Schneisen in das italienische Stellungsspiel-Labyrinth zu schlagen. So'n Barock-Garten ist schon ein gutes Bild für Spiele, die von Defensiv-Taktiken leben.

Ich frage mich ja auch heute noch, wieso Herr Peckermann oderwiederheißt seine besten Spieler vom Platz genommen hat. Empfehlen kann ich jedoch jedem, ...

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28.06.06

Natural Mystic

La vie en rose.jpg

Foto: Naturklinik Michelrieth


"Pflanzen haben vielerlei Gesprächsstoff. Häufig unterhalten sie sich z.B. über die Attacken von Insekten."

Spiegel 26.06.06, S. 114

So sagt's Ian Baldwin. Der hat den multiplen Überwachungsmöglichkeiten des ganz alltäglichen Lebens eine neue Variante hinzugefügt: Er belauscht Gewächse. Im Dienste der Wissenschaft. Am Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena. Die Pointe: Alles ist Infomation. Auch der Duft der Rose. Ob's stimmt?


"Die Sprache des Grünzeugs: Reine Chemie. Das Vokabular: ein Sammelsurium giftiger Wirksubstanzen und hochpotenter Duftstoffe. Sogar Selbstgespräche führen die grünen Schwatzmäuler. Erstaunt ist der Forscher drüber kaum: "Versetzen Sie sich einmal in eine Pflanze: Sie sind festgewachsen, Sie sind die Basis der Nahrungskette, und alle um sie herum will sie auffressen."

Ebd.

Schön ist das nicht. Wie man sich wohl als Feldsalat fühlt? Die Lima-Bohne immerhin ist pfiffig genug, z.B. bei Spinnmilben-Befall - die fiesen Viecher kenne ich nur allzu gut! - per Duftstoff Ameisen und andere animalische Feinschmecker herbeizurufen. Die ekligen, winzigen, gelben Spinninsekten werden dann genüßlich vertilgt. Der soeben erwhnte Feldsalat hat's hingegen schwer: Feldfrüchte seien in dieser Hinsicht ziemlich dumm. Weil die Kompetenz zur Selbstverteidigung nie Zuchtziel war, so Baldwin.

Hallelujah, wenn solche Texte in die falschen Hände fallen, dann landet man auf diesem Wege wieder ratzfatz in den eliminatorischen Biologismen des 19. Jahrhunderts. Wahrscheinlich bringt wie üblich die Fragestellung die falschen Antworten hervor - ...


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26.06.06

Ja, ja, die Liebe ...

Venusfliegenfalle.jpg

Wie kommt die Journaille eigentlich dazu, einem allenfalls übermäßig rustikalen Fußball-Spieler den Spitznamen "Kannibale" einzubrennen, so, wie man das auch bei Kälbern im Western sehen kann? Der hat gestern schließlich nicht ein Stück der Schenkel des Cristiano Ronaldo abgebissen, sondern nur außerordentlich fies zugetreten.

Ist wohl Neues aus dem Exotismus-Paradigma, und das alles nur, weil Columbus, der Depp, dachte, er sei in Asien unterwegs. Kaum hat jemand 'nen Marokkaner als Vater, schlägt das Archaische im Europäer gnadenlos zu mittels des Blicks auf den Anderen. Eben so gnadenlos, wie die beiden christlich-europäischen Mannschaften da gestern zutraten, zuschlugen und zeigten, daß sie's mißverstanden haben, diese Sache mit dem Fußball als Kampfsport.

Hat der Khalid Boulahrouz das eigentlich an der Müllverbrennungsanlange gelernt? Da sollen ja tatsächlich archaische Riten gang und gäbe sein, außer im Langnese-Familieneck. Van der Vaart hat sich so dermaßen für das geschämt, was er dort alles gelernt hat, daß er lieber völlig untergetaucht ist - Boulahrouz hingegen hat so gespielt, wie sich das anhört, wenn die da in Stellingen das seit Jahrzehnten falsche "Wer wird deutscher Meister? anstimmen. Völler (wie fühlt man sich wohl, wenn man morgens in den Spiegel guckt und das Gesicht von Rudi Völler sieht?) und Jauch hatten wohl recht, daß dieses Neid-Foul an dem Jungen, der die "geileren Weiber" (Fußballersprech, Worte wie das Gesicht von Rooney) abkriegt, der Knackpunkt zur Eskalation war. Aber wenigstens ...

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25.06.06

Geil. Stimmung ist gut.

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Ich werde es ihr nie verzeihen, daß sie ausgerechnet an meinem Geburstag vor die Wand fuhr. Nicht, daß sie etwas dafür konnte. Sie ist ja noch nicht mal selbst gefahren. Aber jedes Jahr am eigenen Jubeltag in den Nachrichten den Jahrestags ihres Ablebens zelebriert zu sehen und zu hören, nee, das ist nicht schön. David Austin hat damals sogar eine Rose (die oben wohnt auf meinem Balkon, ich weiß aber nicht ganz genau, ob das nun Yellow Charles Austin ist oder nicht) nach ihr benannt, an english rose namens England's Rose. Den Namen mußte er zurückziehen. Ist mir entfallen, warum. Vielleicht hat das englische Königshaus das ja als Marke schützen lassen? Keine Ahnung. Zuzutrauen wär's ihm. Und Austin, dieser neureiche Aufsteiger unter den Rosenzüchtern, ein einfacher Bauer, und dann am symbolischen Kapital des Adels sich nähren - nee, nix da.

Ich glaube ja, daß, wer heute mit England jubelt - falls es da überhaupt was zu jubeln geben wird -, insgeheim davon träumt, ein Adliger zu sein. Statt im Unterhaus die Mühen der Ebene zu bewältigen, im Oberhaus edle Marken süppeln, das wär geil. Dann wär ...

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24.06.06

Zur Phänomenologie des gelebten Fußballs: Frankreisch, Frankreisch Teil 2

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Irre wie ich blättern ja beim Spiel Frankreich-Togo in Bernhard Waldenfels' "Phänomenologie in Frankreich". Da geht's um Leute wie Sartre, der den Literatur-Nobelpreis einst zurückgewiesen hat und auch sonst bei allen politischen Irrtümern einfach ein verdammt cooler Typ war, um Paul Ricoeur, neben dem Michel Foucault nicht im Flugzeug sitzen wollte, was als Geschichte nur für jene interessant ist, die sich für Klatsch und Tratsch im Yellow-Press-Style auch rund um Philosophen begeistern können, also für solche wie mich mich.

Und um Maurice Merleau-Ponty, dessen Philosophie so ziemlich das exakte Gegenteil der Spielweise der französischen Mannschaft gestern war. Obwohl ... dazu später mehr. Ich fand die ja richtig gut gestern, die Blauen. Natürlich zeigten sich auf Seiten der Linienrichter antifranzösische Ressentiments, und ebenso natürlich schmettert ich zu akuten Verwirrung meines Hundes jene Textfetzen, die mir aus der Marseillaises geläufig sind, lautstark mit, was mir bei der deutschen Nationalhymne bei aller Lust am allgemeinen Flaggen-Mix dann doch nicht passieren würde.

Was hat uns diese Achteck, L'Hexagone, Großartiges geschenkt! Nicht nur Fußballgötter wie Thierry Henry oder Patrick Vierra, auch eine Edith Piaf, einen Jean Genet, und dann natürlich diese so unglaublichen, so unerreichten, so immer wieder neu verblüffenden Maler des 19. Jahrhunderts. Jene, die ...

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17.06.06

Bye, bye Drogba: Rosen drücken auf's Herz

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Es gibt diesen Roman von Boris Vian - "L'ecume des jours", "Der Schaum der Tage". Da ist nicht nur diese sensationelle Sequenz drin, in der Jean-Sol Partre - na, wer damit wohl gemeint ist - einem Popstar, Philosophenkönig, Patriarchen gleich zu einem Vortrag vor hysterisierten Studenten einreitet:

"Chick, eine der Hauptpersonen, ist ein fanatischer Bewunderer von „Jean- Sol Partre". Es geht ihm aber nicht um den Inhalt seiner Bücher, sondern darum, alle möglichen Ausgaben und Reliquien zu besitzen - wie zum Beispiel die in Stinktier gebundene Ausgabe von „Moder oder Erbrechen". Besonders komisch ist die Schilderung des berühmten Vortrags „Der Existentialismus ist ein Humanismus", den Sartre am 29. Oktober 1945 gehalten hatte, und der zu einem Massenereignis geworden war. Sartre erscheint dabei auf einem Elefanten, umringt von Scharfschützen. Die draußen wartenden Massen werden von dem Elefanten niedergetrampelt, während sich drinnen Sartre mit einem Beil den Weg zum Podium freischlägt, wo er dann ausgestopfte Exemplare von Erbrochenem vorführt. „Für mich gibt es keine Essenz."

Quelle: Wienerzeitung



Zentrum der Geschichte ist eine Blume. Eine Seerose. Sie wächst in der Lunge von Chloé. Diese leidet schwer unter dem Gewächs ....

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16.06.06

Fantasien auf Sofas in Doppelhaushälften bei Ahrensburg zum Thema Last-Minute-Giftbaskets

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Foto: Gifts-Flowers-Giftbaskets.comhttp://www.gifts-flowers-giftbaskets.com/index.cfm/Last_Minute_Gifts

Der Trend geht zum Last-Minute-Tor. Ökonomisch WM gucken hieße, immer erst ab der 80.Minute einzuschalten. Um diese unerträglich öden Vorspiele sich zu ersparen - gut, die Nummer in Dortmund war durchgängig dramarturgisch spitze, aber diese Kicks gestern hatten ja nix mit quick & dirty zu tun. Mal abgesehen von Ecuador - ich sach' nur: Vorsicht, Favoriten! Denkt an Griechenland!

Wahrscheinlich hat der Fußballgott das alles nur inszeniert, um diese unsäglichen "Ich verlasse das Stadion früher"-Existenzen, die Ehrenrunden und Endlos-Jubel nicht genießen wollen, genießen können, ja, für die Genuß an sich schon Lethargie nur noch bedeutet, die Schranken ihres entsagungsvolllen Lebens so richtig deftig und schmerzhaft spüren zu lassen. So Leute wie Beckenbauer halt - er und Klinsi ...

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14.06.06

Was Deutschland nicht ist ...

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"Schön und kaffeebraun sind alle Frauen in Kingston Town" sang der Vico Toriani einst vor sich hin. Gut, Kingston Town ist nicht in Brasilien, aber er meinte das, was Deutsche denken, wenn sie über Brasilien reden. Ein wenig Gauguin halt. Deshalb ist es auch kein Zufall, wenn Beckmann den alten, schimmeligen, fiesen und garstig gemeinen Hut vom "Farbigen" sich aufsetzt, während er sich ernsthaft einbildet, er würde gerade Spiele kommentieren.

Es ist nicht erstaunlich, daß neben so viel deutschen Flaggen an Hamburger Balkonen derzeit die brasilianische weht. Deren Nationalmannschaft ist einfach das Positiv zum Negativ des Selbstbildes vieler Deutscher - Exotismus in Reinform. Da brauchte man sich gestern nur diesen Waldi-Talk im Ersten anschauen - ...

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13.06.06

Kontingenz, Krisenbewältigung, Kunst

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Konnte zwar das erste Spiel gestern nicht sehen, vom zweiten Spiel nur die Tore, aber trotz chronischer Harmlosigkeit Ghanas war das dritte Spiel wenigstens ein wenig weniger langweilig als Portugal gegen Angola.

Wobei's natürlich ärgerlich ist, die Schlußphase Japan - Australien verpaßt zu haben und noch ärgerlicher, daß es die Japaner nicht geschafft haben. Habe an sie geglaubt. Die sind Pop, die Australier nicht.

Dafür waren die Rosicky-Tore selbst in der Zusammenfassung ein Traum,wahrhaftig. Und das Ergebnis hatte ich auf's Tor genau getippt, kann hier nachlesen.

Heute prognostiziere ich wagemutig drei Unentschieden - glaube, daß weder Brasilien noch Frankreich gleich im ersten Spiel groß auftrumpfen werden. Und nach diesem ganzen Pogo in Togo werden diese entfesselt aufspielen, um sich dann dumme Gegentore zu fangen: 2:2.

Dieser Kuffour-Fehler gestern war so dermaßen kurios, daß man ihn dafür knuddeln möchte, den Sammy - ja, beim Fußball geht's halt um Kontingenz. Zufall, Geworfensein sein in die Situation ...

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12.06.06

Das Naturschöne

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"Das zaghafte Ziel des "Public Happiness", gerade unter dem Aspekt seiner Öffentlichkeit, fiel den reichgewordenen "armen Leuten" zum Opfer, die entschlossen für nichts anderes leben als für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse ihrer nun in's Gigantische gestiegenen Bedürfnisse."

(Hannah Arendt, Über die Revolution, München 1963, S.180, zitiert nach: Heuer, Wolfgang, Hannah Arendt, 1987 Reinbek bei Hamburg, S.105)

So schrieb Hannah Arendt über Zeit nach der Revolution - der amerikanischen. In tiefer Ehrfurcht vor dem Geist der US-Verfassungsväter, deren Umsicht und deren Behauptung des prinzipiellen Vorrangs des Prozeduralen vor dem Prinzipiellen, kontrastierte sie in ihrem Werk über die Revolutionen den schaurigen Verlauf der jakobinischen Herrschaft mit jenem der Befreiuung vom Kolonialherren in Nordamerika.

War zwar auch nicht alles richtig, was sie dort schrub - nichtsdestotrotz ist's schon spooky, daß einige nun wieder so tun, als sei das Konkret-Historische, was auf den Sturm auf die Bastille folgte, nunmehr, im Jahre 2006 endlich von ihnen als "totalitär", na, was sonst, alle totalitär, nur wir nicht, entdeckt worden, das am Rande. Ebenso spooky ist's, setzt man das obige Zitat in Beziehung zu einem weiteren Text aus dem taz-Sonderheft, das ich ...

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11.06.06

Hoffnung auf die Desert Rose

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Unter politischen Gesichtspunkten mag man den heutigen Spieltag gar nicht betrachten. Iran, Serbien - da pfeifft's dann in Demokratenohren wie 'n ganz schwerer Hörsturz. Holland - da hat's die neue Rechte geschafft, daß sofort Assoziationen an jene, die auf "Multikulti" sich stürzen wie durchgeknallte Jack Russel-Terrier auf's Karnickel, im eigenen Hirn sich breit machen.

Dann spielt da noch eine ehemalige Kolonie gegen ihre Unterdrücker von einst, und wiederum bildet sich ein dumpfes Echo in der eigenen Schädeldecke, eines, das weh tut wie pochender Schmerz. Weil's ja schon wieder trendy ist, den Kolonialismus retrospektiv zu legitimieren, zu relativieren, zu verharmlosen. Weil ja der Wohlstand der westlichen Nationen sich dem Kolononialismus nur peripher verdanke, so wird behauptet, und außerdem hätte man denen ja die Eisenbahnen gebaut.

Der Topos vom "zu zivilisierenden Wilden" verhält sich spiegelbildlich zu jenem des "edlen", aber das war's nicht, was mich gestern abend am Spiel der Elfenbeinküste so begeistert hat. Das war einfach toller Fußball, gegen den die Cleverness der Argentinier ...

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10.06.06

Kaffee statt Tee!

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Foto: David Austin Roses

So weit ist's schon: Des morgens singe ich meinen Hund an "Ohne Sonnenbrille geh ich nicht hinaus, ohne Sonnenbrille geh ich nicht hinaus ...". Ist schließlich Kaiserwetter.

Wahrscheinlich kommunziere ich dann innerhalb der nächsten Wochen nur noch in Formen des Fan-Gesangs. Begrüße im Büro mein Team mit einem tief empfundenen "You have to walk alone!", im Sinne der Eigenverantwortung und des auf individuellen Vertragsverhältnissen basierenden Miteinanders, meine ich, und beginne Meetings mit "Hört mir zu, wenn ihr bleiben wollt!". Weil Vertreter des Aufweichens des Kündigungsschutzes ja in dieser Form Anreize durch Angst schaffen wollen, weil: Daß man mit Ansgt vortrefflich regieren kann, hat die Geschichte schon oft genug gezeigt. Im konkreten Fall jene um Verlust des Arbeitsplatzes, die motivieren soll.

Das einzige Arbeitsrechtsseminar, daß ich mal durchleiden durfte, erläuterte mir Middle-Management-Vertreter dann auch primär, wie man richtig kündigt. "Zieht dem Pöbel das Selbstbewußtsein aus", na, nicht ganz auf den Punkt, okay. Aber vielleicht klappt's besser, wenn wir Arbeitsplatzbesitzer dann "Service-Agenturen" entern und all den Geknechteten, die dort freiwillig Eigenverantwortung negieren und nur auf "unsere" Kosten leben, ein Becksches "Anstand's coming home!" entgegenschmettern und dabei Fahnen mit dem Emblem der Deutschen Bank schwenken, Euro-Zeichen auf die Wangen gemalt?

Ja, Fußball wird unser aller Leben verändern, und wie Angstfreiheit zu Niederlagen führt, das hat man ja gestern bei den Polen gesehen: Die waren eine Halbzeit vollkommen überzeugt davon, daß sie das überlegene Team sind. So, daß sie zunächst gar nicht merkten, daß das gar nicht stimmt, sondern allenfalls, daß da was nicht stimmt. Etwas sinnentleert verteilten sie sich auf dem Platz und weigerten sich inständig, die Realität anzuerkennen und einfach mal gegenzuhalten. Na, und dann war's auch schon zu spät. Fast schwant mir, daß Ecuador zu einer Mannschaft werden könnte, wie's Griechenland bei der EM war ... aber nur fast, das Spiel Ecuadors gefiel mir deutlich besser als das von König Ottos ....

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09.06.06

So oder so ist das Leben

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"Die Fülle der Pflanzenarten Costa Ricas ist dermaßen groß, dass man sich die Zahl der bisher nachgewiesenen Arten nur schwer vorstellen kann. Bislang sind in dem vergleichsweise kleinen Land rund 12.000 Pflanzenarten aufgespürt worden, das entspricht nahezu vier Prozent der in aller Welt vorkommenden Pflanzenspezies. Auf dem gesamten nordamerikanischen Kontinent kommen knapp 300 Hartholzarten vor, in Costa Rica sind es in etwa zehn Mal so viele. Und nicht nur im Bereich der Harthölzer hat das Land viel zu bieten: etwa 800 Farnarten, mehr als 1.400 Orchideenarten und an die 150 Helikonienarten sind nur einige der Superlative, mit denen die Pflanzenwelt des Tropenlandes auftrumpft." (Foto und Text: Fotoreiseberichte)


Na sowas! Habe ja gestern schon festgestellt, daß eine mögliche Zugangsweise zum Fußball der Eintritt in die bunte Welt der Flora ist - und in Costa Rica ist in dieser Hinsicht schwer was los! Wat bei Omma auf der Fensterbank steht, kommt vielleicht aus dem Lande des heutigen Auftaktspielgegners - schön musses da sein! Ob das Hartholzvorkommen was über die Abwehrleistung aussagt? Die Vielfalt der Orchideen etwas über die Ästhetik des Spiels? Und was für eine ...

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08.06.06

Ein Lob der Geranie

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Foto: Dreamersplace

Morgen ist's so weit: Die WM beginnt, und der Stadt wachsen Zäune. Da steht "rendez-vous de l'amitié" drauf, und kurz fragt man sich, ob's jetzt städtische Cruising Areas gibt. Vereinzelt hängen Fahnen an den Häusern, portugiesisch, italienisch und auch mal deutsch.

Ein wenig Action für Kids wolllen auch Restaurants für notorische Draußensitzer bereithalten. Sie stellen kleine Torwände auf. Gestern vor dem Currywurst-Laden Ecke Schulterblatt: Ein Massenauflauf - Werber tauschten rudelbildend Panini-Bildchen. Das meinten Horkheimer/Adorno, als sie schrieben "Kulturindustrie schlägt alles mit Ähnlichkeit". Da braucht man nur die Schaufenster der Stadt betrachten:Deko-Elemente, offensichtlich alle beim gleichen Großhändler eingekauft, ob Blumenladen oder Media-Markt. Mit Sylvester-Flair versehen - die offizielle, deutsche Party-Fantasie läßt sich wohl nur auf Luftschlangen notieren ...

Herrlich auch die "Fanparties" - gestern ...

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02.06.06

I love German Angst!

Ach, ist das schön! Da schaltet man des Morgens das Radio an, die Sonne scheint, die Preßlufthämmer nagen am Asphalt und der Hund hat Durchfall - dann kommt, sie die unvermeidliche Berichterstattung über den täglichen Status Quo der Nationalmannschaft. Das Ballack-Spaltpilz-Statement wird eingespielt, daß man sich doch mehr um die Defensive kümmern solle. Herrlich zaghaft hat der das in die Mikrophone gesprochen, mit dem diesem typischen "Ich bin so niedlich!"-Genuschel zwischen den Lauten. Macht komischerweise auch Judith Holofernes von "Wir sindHelden" und eigentlich alle großen Ostrocker des längst versunkenen kleines Stücks des "großen Friedenslagers". NDR 2 spielt unmittelbar im Anschluß "Why does my heart feel so bad" von Moby. Großartig! Einst säbelrasselte und kraftmeierte sich die Nation noch durch jedes Sport-Event, und nun Verzagtheit, Nörgeln und Pessimismus - ein Feeling zwischen Blues und Fado. Das sind die Momente, da liebe ich dieses Land ...

01.06.06

Na, immerhin!

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Foto: Blödes Volk

Der FC St. Pauli spielt auch nächstes Jahr im DFB-Pokal - und Luz verabschiedet sich mit 4 Toren im Oddset-Pokalfinale. 7:0 gegen Meiendorf!

12.05.06

Gerne in die Ferne schweifen ...

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Foto: Backpackerinfo

.. denn das Gute liegt nicht nah. Heute abend kommt schließlich nur die zweite Mannschaft des 1. FC Köln an's Millerntor, angemesserner Gegner im heroischen Kampf um Platz 5 - da freut man sich vor allem auf lecker Astra und nedde Leude und endlich mal wieder Singen, Gröhlen, Fluchen und so. Fühlt auch ein wenig freudige Erregung angesichts des Fluchtlichtgegurkes einer sich grundlos selbst durcheinander würfelnden Mannschaft und erinnert sich gerne an ein Match zurück, da Bounoua 3 oder 4 Tore gegen die "Domstädter", "Geißböcke", gähn, gegen die aus der engen, stickigen Stadt mit dieser Jahrtausende alten Baustelle in der Mitte halt, geschossen hat. Aber sonst .... gibt's jetzt endlich wieder einen Grund, sich auf die WM zu freuen!!!

Auf Tobago findet sich 'ne Piratenbucht, siehe oben, angeschnitten, blöde Formatierung hier, das Foto ist jedoch ein journalistischer Beleg für deren Existenz - und da dachten die sich wohl, die Tobager und Trindisten: Mönsch, da oben unweit der coolen Küste mit den garantiert palmenfreien Stränden spielen doch ein paar Irre so gar nicht Steel-Drum-kompatibel als "Freibeuter der Liga" gerade um Platz 5 der Liga 3!

Das könnte doch lustig sein, mal gegen die zu spielen! Palmen ham wa eh genug zu Hause, 'n bißchen Punkrock und Rock'nRoll ist zwischendurch auch mal was Schönes, wo jeder Depp bei uns sofort exotische Klischees von Palmen, Steel-Drums und sich räkelnden, kaffeebraunen Leibern an weißen Stränden im Kopf hat, schon Kant, als er über die faulen Südseebewohner schrieb, die sich nur der Neigung, nie der Pflicht hingeben würden.

Sämtliche Klischee widerlegen jetzt einfach, indem wir uns in nordischen Bruchbuden Blutgrätsche und Küstennebel hingeben und uns mit Grönland verbrüdern. Grönland? Ja, weiterlesen! Warum soll man auch in Rotenburg versauern und die schönste Stadt Deutschlands den Amis überlassen? Nix wie hin ...

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07.05.06

'ne Rückrunde Kitsch: Shirley Bassey's "Still"

Die Bayern schon wieder Meister und Pokalsieger, "Wixer, Arschloch, Hurensohn"-Gesangsvereine wie Essen und Aachen steigen auf (sorry, Eule70, ich kann da nicht aus meiner Haut!), Sympathen wie Köln oder Duisburg verlassen die erste Liga und wir bleiben in der dritten, während Oberhausen es wohl nicht mehr packt - worüber soll man sich in dieser Saison eigentlich noch freuen?

Gut, Mainz hat den Klassenerhalt geschafft , der HSV wurde zum Glück nicht Meister und hat sich gestern bei der so unangenehmen Hertha wenigstens mal wieder ordentlich blamiert, den Bochumern und Jenesen gönne ich Aufstiege von ganzem Herzen ... daß mein Millerntor-Verein auf der Zielgeraden nach all der Euphorie so jämmerlich verreckte, das verstehe ich trotzdem nicht.

Kein Nachbericht zum Wattenscheid-Spiel, kein Vor-, kein Nachbericht zum gestrigen 0:2 in Essen (es gibt nur eine Hafenstraße!, für die steht der Totenkopf im Logo) hier im Blog , noch nicht einmal mehr in unserem Forum werden die Spiele diskutiert - soll dies große Nichts, das einen überfällt wie die Zahnfee, nun wirklich alles gewesen sein?

Zum Glück gibt's ja die großen Hymnen alter Diven ...


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03.05.06

Nicht mitspielen dürfen

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Manche Textpassagen gehen einem tagelang durch den Kopf. Selbst dann, wenn sie olle (aber bedeutende) Briefe aus dem 19. Jahrhundert weiterspinnen. Birgit Recki, Philosophie-Professorin an der Hamburger Universität und Leitung der hiesigen Ernst-Cassirer-Arbeitsstelle, bespricht im aktuellen Merkur das aktuelle "Kong Kong"-Remake. Äußerst lesenswert, wie sie den Film als eine Art Mythos der Menschwerdung interpretiert. Hängen blieb bei mir folgendes:


""Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt", heißt es bei Schiller im fünfzehnten seiner Briefe über die Erziehung des Menschengeschlechts. Das heißt aber auch, und Schiller notiert es mit aller gebotenen Vorsicht, daß wir überall dort, wo wir Spielerisches in der Natur antreffen, schon auf dem Weg zum Menschlichen sind." (Merkur, Mai 2006, S. 454-455)

Schön! Ausgeschlossen zu werden, wenn Männer miteinander spielen - darüber empört sich die EMMA auf unterschiedlichen Niveaus in der aktuellen Ausgabe. Im Wesentlichen ...

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28.04.06

Hast Du schon gehört?

Neues von mir
heute auch hier.

Der schönste Part sei aber vorweggenommen:

"Hast Du schon, hast Du schon gehört? Das ist das Ende - das Ende vom Kapitalismus. Jetzt ist er endlich vorbei. Vorbei, Vorbei, vorbei, vorbei, vorbei, vorbei .... (...) Weißt Du noch? Wir regelten unsere Dinge über's Geld - vorbei, vorbei .... (...) Der Kapitalismus, der alte Schlawiner, der hat uns lange genug auf der Tasche gelegen, vorbei, vorbei vorbei ... Ist ja auch lang genug gewesen."

Peter Licht, Lied vom Ende des Kapitalismus

Trotz Trudchen: Wir tuen's für Oberhausen!

Wattenscheid? Ich weiß noch nicht mal genau, wo das liegt. Haben da nicht die Altintops ihre Karriere gestartet? Ist, glaube ich, der "Farmverein" von Schalke, also das, was der HSV aus uns immer machen wollte, was aber gar nicht und niemals machbar wäre ... Hamburg ist schließlich braun-weiß ... na, und daß das den Schalkern wenig nutzt, sich Wattenscheid als Nachwuchs-Aufwuchs-Stadion zu halten, hat man ja gestern abend wieder sehen könen, hähähä ... voll rasiert worden in Sevilla (blöder Witz, mußte jetzt aber sein, wegen dem Barbier und so).

Heute abend also gegen Wattenscheid, und gegen die müssen wir schon wegen Oberhausen siegen. Das ist ja das verbleibende Saison-Ziel: Die Konkurrenz von RWO schlagen. Wird bestimmt ein völlig demotivierter, müder ...

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22.04.06

Ich fieber jetzt mit Oberhausen!

Nicht, weil ich nicht mehr mit ganzer Seele und allen Emotionen St. Paulianer bin. Sondern, weil's bei uns nix mehr zu fiebern gibt. 0:2 in Osnabrück, so what? Wir werden eh wieder Sechster. Der Liveticker stürzt noch nicht mal mehr ab, kurz vor Abpfiff. Willkommen im Dazwischen.

Immerhin hat Oberhausen heute auswärts 'nen Dreier eingefahren, und das gegen Wuppertal mit dem Maly im Tor. Außerdem mag ich die. Gegen die sind wir Mainstream. Die sollen in der Liga bleiben! Bitte, bitte, schafft es! Immerhin seid ihr punktgleich mit dem Tabellenvierzehnten und nur 2 Punkte hinter Platz 12. Und Lübeck hat auch vergeigt, das ist schön. Nicht, daß ich die noch gerne in der Liga haben will - einfach so. Reine, boshafte, unmoralische Schadenfreude.

So bleibt nur die Politik, und Dr. Deans Versuch, per Blogroll ein linksliberales Bündnis zu schmieden, hat immerhin schon was Tolles mir gebracht: Ich bin auf diesen Text und die ihm angemessene Diskussion dazu gestoßen. Großartig!

Auf in's Dazwischen

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Quellle: Efraims Tochter

Manchmal passiert in Osnabrück auch heute noch Großes. Siehe oben. Ansonsten ist ist Osnabrück ja eher die Hälfte. Jene zwischen Hamburg und Köln mit dem Zug. Die Halbzeit. Die Mitte. Das Dazwischen. Vorher fährt man, nachdem die wirklich schönen Landstriche Deutschlands hinter einem liegen, weil man die Weser überquerte, ca. 1 1/2 Stunden durch's hügelige Nichts. Obwohl auch Syke vorbeirrauscht, wo der mütterliche ...

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19.04.06

Eines der wahrscheinlich schlechtesten Spiele ...

... der Regionalliga-Geschichte fand gestern im Hamburger Millerntor-Stadion statt.

18.04.06

Berlin, Berlin, wir schlagen heut' Berlin!

Welcome back in den Niederungen der Post-Euphorie! Daß es zumindest einen netten Hertha-Fan gibt, weiß ich ja mittlerweile - trotzdem ist's deprimierend, gleich, um jede Austiegshoffung gebracht, gegen die zweite Mannschaft des Hauptstadtclubs anzutreten, nachdem man die erste aus dem Pokal gekegelt hat. Es regnet, es stürmt, kann ein lustiger Kick voller absurder Zufälle werden ... wenigstens können die Jungs aus Berlin ...

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16.04.06

Und wir harren der Auferstehung, die da komme ...

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Da hoffte man noch mal kurz. Ist immerhin Ostern - da geht's um Auferstehung aus dem Leiden. Das sind zwar eigentlich die Tage, wo man den Balkon in Ordnung bringt - gestern zwei Clematis gepflanzt, weil "The President" den Winter leider nicht überlebt hat -, Fenster putzt und dabei die Passionen von Bach hört. Ich mag ja die Johannes-Passion viel lieber als die Mathäus-Passion. Die hat mehr Power, mehr Leidenschaft, ist ungleich expressiver. Ja, ich weiß, das ...

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15.04.06

Fußballers Tierwelt

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Bild: Michael-Otto-Institut

Ball wegschlagen gilt nicht! Das Bild, ein journalistischer Beleg, daß Störche eben auch nicht immer siegen - wie sich ja gerade in letzter Zeit häufiger gezeigt hat. Gut, wir auch nicht, das konnten sich ja gerade über 10 Millionen live im Fernsehen anschauen, wie virtuos, kampfstark und leidenschaftlich wir nicht siegen. Aber Kiel hat noch ein wenig mehr verspielt, immerhin waren die in der Liga mal ganz oben, wir nur nah dran, und wenn wir schon nicht sollen, dann gönne ich doch eher den Jenesen den Aufstieg. Weil sie keine Sachsen sind. Obwohl ich gar nix gegen Kiel habe. Mag die Stadt ...

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13.04.06

Never mind the Ballacks!

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Foto: FC 42.

Angeschlagen, heiser und doch ganz glücklich und beseelt wacht man auf... in vorauseilendem Kater-Bewußtsein lieber 'nen Tag freigenommen ... die Bilder des gestrigen Abends ziehen vorbei: Wie man vor dem Clubheim sich sammelt, der Bayern-Bus durch zufriedene St. Paulianer hindurchfährt, Uli Hoeneß uns durch die Scheibe zuprostet, zum Beispiel. Wir haben zurückgeprostet, und dafür wird mein Kumpel Tom aus Oberhausen ...

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12.04.06

Gib mir ein FF ...

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Nein, nicht Fist-Fuck. Auch nicht Fuck Forever. Frankfurt im Finale ist gemeint!!! Oder wir nennen's doch einfach weiter Bankfurt. Wegen der B-Serie.

Heute also die Bayern. Was soll man dazu groß zu schreiben ... auf jeden Fall haben wir bessere T-Shirts als alle anderen. Siehe oben. Dieses Bankfurter "Berlin, wir kommen" gestern abend war ja trotz des außerordentlich appetitlichen Oberkörpers von Amantanidis oder wie der heißt ungefähr so aufregend wie Äbbel Woi (oder wie sich das schreibt), eben leicht abgestanden, fad, dumpf und trübe (sorry, Bembelkandidat!)... da lob ich mir doch 'n spritziges Astra ... wären da wenigstens lustvolle Spieler, ganz im Orgasmus aufgehend, abfotografiert worden für's Bankfurt-T-Shirt, aber nee, nix da, einfach nur'n naheliegender Spruch, plump, platt, ohne Esprit. So haben die sich das Finale gar nicht verdient - da haben wir mit "Wir sind Pokal" vorab schon mal 'nen moralischen Sieg errrungen.

Das gute Stück da oben hingegen - Danke, Jan! - heute abend aufzutragen, das alleine schon ist doch ein gutes Omen, ebenso wie das trübe, feuchte Wetter heute. Vielleicht wird's ja eines dieser Shirts, das man dann jahrelang nicht waschen darf, das da oben ...

Also: Auf in den Kulturkampf zwischen Großkonzern und regem, hoch kontroversem Vereinsleben! Postpunk, Nordish by Nature, und Postmaterialismus versus süddeutscher Protz und barocker Pomp und Geldsackhaftigkeit, Leidenschaft, Liebe, Glaube, Hoffnung versus pures Geschäftsleben, Vielfalt versus millionenschwere, gleichgeschaltete Erfolgsverwöhnheit - never mind the Ballacks! Here's St. Pauli!

08.04.06

Vergeigt, Verspielt, Verschissen, Vertan, Verloren, Verkauft - Verdammt!

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Da freut man sich ja noch nicht mal mehr, wenn der Schweini dem Olli die Dinger jetzt selbst reinhaut. Und das nach der gestrigen Entscheidung, dem Klinsischen Vernichtungskrieg pro Lehmann! Und im Falle des FC St. Pauli ist's auch nur ein Gerücht, vom Freudenhaus der Liga zu reden - eigentlich ist dieses Gesaufe und Gesinge da am Millerntor nur ein ausgefeiltes Trauerritual um eine andere Liga. Mal um eine, aus der man rausfliegt, mal um eine, in die man nicht hineinkommt. Heute zumindest scheint's mir so, als stünde der Totenkopf dafür: Für Dauer-Trauer im Liga-Betrieb. Erst inna Hinrunde Hoffnung anfachen, und die dann mit sowas wie heute schon wieder löschen. Oberhausen. Leverkusen, Wuppertal, Jena: Lauter Sargnägel. Nie wieder bin ich so freundlich zu Thüringern, nie wieder ... und dann auch noch so ein jämmerliches, unspektakuläres 0:1. Und meiner armer Hund hat auch seine Unschuld verloren. Leidenschaftliche Spielgefährtin voller Genuß war sie bis vor kurzem in der Hundeschule. Nun wollen die geilen Böcke alle ständig auf sie drauf, sie ist nur noch am wegbeißen und ganz verstört. Ein schwarzer Samstag. Aber jetzt kann man ja wenigstens befreit gegen die Bayern aufspielen ... und der Schweini und der Olli spielen sich ja schon mal ein.

Jena: Zum Glück keine Sachsen!

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Erschütternd eigentlich, über Jena so rein gar nix zu wissen. Wenigstens scheint's Thüringen zu sein und nicht Sachsen.

Meiner Ansicht nach haben wir ja weder ein Araber- noch ein Türkenproblem, sondern eines mit Sachsen. Allein schon die Bezeichnung "Niedersachsen", und da komme ich immerhin her, belegt ja deren kulturell tief verwurzelten Herrenmenschen-Gestus. Wahrscheinlich haben die damals unter Androhung von Prügel mit dem Baseballknüppel und Schlimmerem irgendwelche Befreiungsgsoffiziere in der englische Zone dazu gebracht, beim
Neuerfinden eines Bundeslandes gleich schon mal klarzustellen, daß es niedere und höhere Sachsen gibt.

Zu Zeiten der DDR wurden dann Amerikanismen wie Baseballschläger unterdrückt, um so mehr konnte man nach der Einheit wieder so richtig schön die Sau rauslassen mit den Dingern. Aber zurück in die Nachkriegszeit: Die ganze Globkes und wie sie alle hießen, die Adenauer dank einer "immensen Integrationsleistung" (Guido Knopp) ...

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04.04.06

Die Provokationstheorie der Wahrheit

Daß sich hier in Hamburg eine Art autoritärer Allparteienregierung etabliert hat ist ja nicht erst seit der Diskussion rund um das letztlich menschenverachtende, neue Hundegesetz offenkundig. Weil dieses sich miener Ansicht nach unmittelbar gegen die frei Entfaltung der Persönlichkeit richtet und den Bürgern der Stadt die Fähigkeit zu eigenverantwortlichem Handeln abspricht. Also genau das, was ansonsten zugunsten des Sozialabbaus zweckentfremdet propagiert wird.

Nun ist auch höchstrichterlich das Sammeln von Unterschriften für Volksentscheide auf Hamburgs Straßen unterbunden worden, und die Hamburger Schein-Opposition findet das auch noch prima. Na ja, nur indirekt, prima findet sie, daß in anderer Hinsicht die Hürden für Volksentscheide nicht erhöht wurden und CDU-Wünschen nicht nachgegeben wurde, daß z.B. an Wahltagen solche nicht stattfinden dürften. Aber wahrscheinlich freute die Oppostion ebenso, daß sie, falls sie noch mal ans Ruder kommen sollten, nicht in die Gefahr geraten werden, diese dann ebenso zu ignorieren, wie's der aktuelle Senat tut, weil das Volks ja keine Ahnung hat. Weil eben Unterschriften jetzt nur noch in Amsstuben gesammelt werden dürfen.

Wie sich das für Regime im wilhelminische Geiste gehört, agiert jetzt auch die Hamburger Polizei. Zumindest in Sachen Realitätskonstruktion. Heute z.B. nachzulesen bei SpOn und auch in offiziellen Verlautbarungen dieser Freund-und-Helfer-Institution als solcher. Da zitiert man im Gegenzug dazu auf einmal ....

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03.04.06

Bio-Macht: Alles nur eine Frage der Evolution ...

Die gesamte Hamburger Presse berichtet heute über die ekligen, kleinen und großen Nazis aus Chemnitz am Samstag am Millerntor. Am tiefsten hinab in die Logik des braunen Sumpfes steigt die taz hinab.

"Auch aus Rostock und Cottbus waren sie angereist, um das "rote" Hamburg aufzumischen. Und, wie es schon vorher in der Szene hieß, um den "Kiez von Punks, Zecken und Türken zu säubern"."

Wieso fällt mir dazu ...

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02.04.06

Anti-Antirassismus und seine Folgen

Habe mich soeben schon schon in "Du bist Weltmeister" darüber ausgelassen. Zusätzlich zu "Weiß ist nicht nur eine Hautfarbe"-Widerwärtigkeiten ist freilich folgender Passus bemerkenswert an der tagesschau.de-Meldung:

"Unterdessen versucht die NPD auch mit anderen Mitteln, das Fußballfest im Sommer für ihre politischen Ziele zu instrumentalisieren. So kündigte sie an, bei den Spielen mit iranischer Beteiligung die Solidarität mit Präsident Machmud Ahmadinedschad ausdrücken zu wollen. Dieser genießt seit seinen antisemitischen Hetztiraden hohes Ansehen bei den Rechtsextremisten."

Vertieft wird das Ganze hier. Insofern sei noch einmal präsizisert, ...

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01.04.06

Bloß nicht provozieren!

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Das ist für mich doch eine neue Erfahrung. Daß ein Stadionsprecher stelllvertretend für den Einsatzleiter der Polizei dazu auffordert, doch besonnen zu bleiben und die "Nazis raus!"-Chöre zu unterlassen. Bloß keine Nazis provozieren! Nachdem kurz zuvor kleine, Chemnitzer Glatzen ein nicht gerade harmloses Feuer in ihrem Fan-Block entzündeten und mit Knallkörpern auf Menschen warfen. Und die Haupttribüne stürmen wollten.

Keine Ahnung, ob's stimmt, daß unser Fan-Beauftragter in der Halbzeit deren Block räumen lassen wollte. Steht so in unserem Forum, wo ich auch obiges Foto her habe. Die Polizei hat die Jungs stattdessen lediglich freundlich umzingelt. Da habe ich schon aus minder schweren Gründen Geknüppel gesehen. Habe mich auch gewundert, daß es für mein rein subjektives Gefühl ziemlich lange dauerte, bis die Polizei und die Ordner es für nötig hielten, dagegen einzuschreiten, als ein paar kleine Nazis über den Zaun zum Block neben unserem klettern wollten. Zu uns wollten. Rumprügeln wollten.

Habe mich nicht gewundert, daß ein paar Familien mit Kindern die Flucht ergriffen, als dieses Pack da am Zaun hing wie die Affen. Bei den anderen schon, die sich aus der Situation verpissen wollten und hinter die Haupttribüne liefen, bei denen habe ich mich schon gewundert. Die Jungs am Zaun waren vielleicht 15,16,17. Fanden sich saugefährlich. Möchte auch lieber nicht wissen, wieviele Mitschüler ...

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Karl Marx, Fußball und der 1. April

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"Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose "bare Zahlung". Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt."

Seufz! Der olle Kalle und sein Kumpel aus Wuppertal und ihr "Kommunistisches Manifest", was haben die darin doch für wundervolle Sachen geschrieben! Allein schon deshalb steht Chemnitz in der Tabelle zu Recht genau da, wo sie stehen. Wer benennt denn bitte eine Stadt wieder um, die nach so einem Koloß des Denkens benannt wurde? Wie der Kapitalismus als solcher ...

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29.03.06

Voodoo oder Schadenzauber

Irgendwo in Wuppertal, im Schatten der Schwebebahn oder unweit des Geburtshauses von Friedrich Engels, sitzt noch heute morgen jemand finster grinsend vor seinem Tipp-Kick Tor. Das hat er mit Frischhaltfolie eingewickelt und dabei böse Beschwörungformeln gesprochen...

So etwas Unglaubliches wie gestern habe ich am Millerntor auch noch nicht gesehen. Es gab zwar mal ein Spiel gegen Freiburg, wo Richie Golz, obgleich heimlicher St. Paulianer, auch noch die unmöglichsten Bälle irgendwie bekommen hat. Aber wieviel Großchancen hatten wir gestern? 10? 12? Gut, in der ersten Halbzeit ging der Ball wengistens noch haarscharf am Pfosten vorbei. Dann, in der 30. Minute, sah ein Wuppertaler rot, alle anderen stellten sich von da an um und in ihrem Strafraum auf - und die Chancen, die sich die unseren doch noch herausspielten, krakte ein Herr Maly mit Zorro-Maske dann doch noch irgendwie weg. Schlimm. Grauenhaft. Frustrierend. Wahrscheinlich lag's einfach nur dran, daß Benny nicht gespielt hat ...

25.03.06

Ich schwöre!

Allzubald hänge ich nicht wieder vor diesem Liveticker herum. Kaum, daß ich mal reinschaue, steht's 1 zu 1, unser Torwart wird von irgendwelchen Münster-Spielern vom Platz getreten, unser Abwehrchef vom selben geprügelt, blutend aus Platzwunde, muß runter, die Helden nur noch zu zehnt - oh Gott, schnell wieder raus hier, ich bringe Unglück!

Viertelstunde später, ich geh wieder rein, nur mal nachschauen, und: 88. Minute, 1 zu 2! Schnell wieder weg, will nicht Schuld am späten Ausgleichstor sein, erinner mich da an Spiele, nee, nicht drüber schreiben, Mythos ist ja immer auch der Glaube an den magischen Gebrauch von Worten, und Fußball ist mythisch, also, hektisch auf die Achse des Guten gehen und irgendeinen neuen Aufreger suchen, steht kein richtiger, oder ich hab's vor Aufregung überlesen, bei den B.L.O.G.'s auch nix Neues, was ist da eigentlich los, das Schweigen im Düsseldorfer oder niedersächsischen Walde, oder was?, zurück zum Liveticker, und, ja, das Spiel ist aus, jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, tatsächlich haben die Mannen das 1:2 noch gehalten, Mazingu war's, das zweite Tor von ihm, dem Phantom, zu zehnt haben sie es noch erkämpft, und, noch toller: Essen verliert, Kiel und Lübeck spielen nur unentschieden, nur verliert Essen dummerweise ausgerechnet in Jena, so daß Jena jetzt ganz dick im Aufstiegsgeschäft mit drinnen ist, Platz 2, und die waren leider neben Düsseldorf zumindest am Millerntor die beste Truppe, die ich da bisher gesehen habe ... hoffentlich brechen die noch ein, wie bei starken Aufsteigern ja oft zu beobachten ... trotzdem sieht die (wegen Spielausfällen zu unseren Gunsten verzerrte) Tabelle auf einmal wieder anders aus, und selbst wenn dem nicht so wäre, habe ich das "Ihr seid Helden"-Foto heute morgen nicht zu Unrecht hochgeladen, Danke, Norbert!, und egal, was noch komme, das ist schon verdammt cool, was ihr da heute geleistet habt, Jungs, Danke!!!!!!!!!!!!!!!!! Walk on, walk on, with hope in your heart, and you'll never walk alone - ehrlich nicht! Darf nur nicht mehr per Liveticker dabei sein ...

Balsam für die St. Pauli-Seele ...

... ist das hier - auf den Totenkopf klicken und genießen, daß so auch international gilt: Hamburg ist braun-weiß!

Weltmeisterliches!

Wen's interessieren sollte, was mir zu Fußball über den FC St. Pauli hinaus so alles einfällt, der kann das von nun an hier lesen.

New Ways To Dream? Und: Der westfälische Frieden!

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(Quelle: FC 42)

Komisches Gefühl. Seit der zweiten Hälfte der Hinrunde jedes Spiel als existenziell wichtig erlebt, als einen weiteren Schritt hin zu Liga 2 - und heute, wo's gegen Münster geht, höre ich melodramatische Musik und trage innerlich Trauer.

Man wagt kaum noch, an Siege zu glauben; Münster steckt im Abstiegskampf und unsere Helden, die ich genau wie den Trainer weiterhin jedes Mal feiern werde, wenn sie mir über den Weg laufen, sind mental ausgeknockt. Vielleicht ist auch ...

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21.03.06

Ohnmacht und Hingabe, Teil 2

Wieder keine Zeitungen lesen morgen. Wieder sich darüber ärgern, das "St. Pauli - Ich will nicht drüber reden"-T-Shirt damals nicht gekauft zu haben. Wieder diese mitleidigen Blicke der Kollegen.

Dann sitzt man debil des mittags im "Olympischen Feuer", starrt auf das Lechner-Trikot an der Wand und kann es nicht fassen, daß das Parallel-Universum sich doch aufgetan hat. Wahrscheinlich sitzen dann Teile der Mannschaft am Nebentisch und reden über ihre neuen Vereine. Auch die richtig guten Jungs, aber was sollen sie auch tun?

Gut, immer noch besser mit St. Pauli in der 3. Liga bleiben als mit Jena, Kiel oder Essen aufsteigen, immer noch besser ein neues, junges Team auf dem Platz zu sehen, als abgehalfterten Söldnern wie Feinbier und van Lent zujubeln zu müssen ... obwohl ..

Ein Debakel. 1:2 verloren. Neuer Wiederaufbau im Sommer, wieder Spielen gegen den Abstieg ... so ist das im Kapitalismus - ein wenig Medienpräsenz, und schon kaufen die Geldsack-Vereine unseren Kader leer und die Spieler schließen als freie Individuen neue VERTRÄGE. Super. Unter den Umständen sollte man Fußball vielleicht lieber verbieten und nur noch Tennis erlauben ... fuck. Ich geh jetzt heulen und schlage meinen Hund.

Nee, keine Angst, letzteres nicht, bin ja kein Hertha-Fan oder so ...

Ohnmacht und Hingabe

Die emotionale Verfaßtheit des Fußballfans ist ja gar nicht tiefe Enttäuschung, wie Hornby meinte, sondern Ohnmacht. Tiefe Ohnmacht. Im Stadion kann man das wenigstens noch kompensieren, da brüllt und singt man sich die Lunge aus dem Hals, säuft gemeinsam, reißt Witze und starrt dann wieder in diesem Mix aus Euphorie und Angst, Faszination und Wille dem Ball hinterher. Und am heiligen Millerntor, da gibt es dann auch diese magischen Momente, wo erneut man lernt, daß als Einzelner man zwar nix bewegen kann - aber mit dieser entfesselten Horde rund um den Rasen dann doch mystische Energien freizusetzen in der Lage ist, die Spiele entscheiden.

Aber vor einem Liveticker zu sitzen und genauestens zu verfolgen, wie er Sekunden runterzählt - grausam!!!!!!! Hätte ja auch hinfahren können, bin aber kein Auswärtsspiel-Glücksbringer. 1 zu 1 zur Halbzeit, dabei haben wir nach 5 Minuten geführt. Und dann sitzt man hier, starrt auf diesen blöden Bildschirm, der Puls rast, Schweißperlen auf der Stirn, zitternde Hände, komme mir vor wie beim Lügendetektortest.

Dieses Spiel, können wir einfach nicht verlieren, das wäre sachlich falsch! Als hätte jemand den Realitätsschalter umgelegt und das falsche Paralleluniversum aufgemacht. Nach dieser sensationellen Hinrunde, nach diesen fußballgeschichtsschreibenden Pokalspielen, man ey, das klappt noch!

Man fühlt sich dann wie einst, wenn man auf den Liveticker starrt. Damals, als man über beide Ohren verknallt auf den Anruf wartete. So ganz mit sich im Nichts verharrte und wollte, daß es durch ein Telefonklingeln mit ganz viel Gefühl gefüllt würde. Die Grenze zwischen Ohnmacht und Hingabe ist doch außerordentlich fließend, im Liebesleben wie im Fußballfandasein ... aber heute muß es noch gut gehen, bitte, bitte, lieber Fußballgötter, helft!!! Ja Mazingu, Luz, Schultz, euch meine ich! Und BITTE, lieber Fußballgott, hilf, BITTE!!!!

It ain't necessarily so

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(Quelle: KDOW)

... daß wir das Spiel heute abend verlieren. Ganz im Gegenteil: Ich prophezeie, daß nach Abpfiff die Lübecker laut "Tell me why!" jaulen werden (habe gestern in den Kommentaren einen Zusammenhang zwischen Bronski Beat und Fußball behauptet, hier muß ich ihn jetzt einlösen), weil wir eindrucksvoll siegen werden. All diese Selbst-Techniken da oben in der wie ein cooler Freistoß angeschnittenen Grafik (das mit dem Jubilbilder hochladen hat nicht mehr als Beschwörung funktioniert, mußte mir was Neues einfallen lassen) werden unsere Spieler zum Sieg führen, weil wir im Gegensatz zu Lübeck, Jena oder Kiel in die zweite Liga gehören. Und sowieso das coolste Team haben. Jeton Arifi ist auch wieder dabei, der macht dann ja gerne mal ein Joker-Tor, Scharping wird im Alleingang die Lübecker Abwehr auseinandernehmen und überhaupt, ich will jubeln, Punkt.

14.03.06

Die Backstory zum Welthit

Wer als St. Paulianer diese eigentlich unerträgliche Niederlage bei Leverkusen II vorrübergehend vergessen und stattdessen aus erster Hand erfahren will, wie dieser herrliche "Pokalfinale"-Song, der spätestens nach dem 12.4. endgültig die Charts rocken, sorry, zum grooven und ungezügelten Mitsingen bringen wird, der lese hier!

11.03.06

Ich will raus aus dieser Drecksliga ...

... und will nicht, daß wir jetzt ausgerechnet bei einer von diesen zweiten Mannschaften, die sowieso eine Zumutung sind, den Aufstieg vergeigt haben!!! Was für eine Scheiße, Führung nicht gehalten, rote Karte, 2 Tore in zwei Minuten, was soll denn der Mist? Jetzt bitte wie nach dem 1 zu 4 in Kiel eine Siegesserie starten, Turnaround nach Tiefpunkt, die Liga rocken, und zudem noch Pokalsieger werden! Und bitte Meggle nur noch als Joker einsetzen - auch wenn der das 1 zu 0 gemacht hat und ein toller Typ ist, der lähmt das Spiel ... was für ein Scheiß-Samstag-Nachmittag!

3 Punkte mitnehmen, wo man durchfährt

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(Quelle: FC42)

Leverkusen ist ja eigentlich was, wo man durchfährt. Dann auf Industrie-Anlagen guckt und sich innerlich bereit macht, gleich durch den Kölner Innenstadt-Kessel sich kämpfen zu müssen. Wo man Beklemmungen erfährt, weil man an die Schildergasse denkt.

Heute müssen unsere Helden dort hin. Demütigenderweise gegen eine zweite Mannschaft spielen. Als wäre nicht Bayer Leverkusen sowieso schon, ähnlich wie Wolfsburg, als Verein sekundär. Ein Stadion, in dem Fan-Gesänge elektronisch verstärkt werden müssen, damit sie überhaupt jemand hört, ich weiß ja nicht ... kurios, daß die "Werksmannschaften" es immer nur geschafft haben, den Konzern und Geldsackhaftigkeit zu repräsentieren. Der Arbeitermythos landete dann woanders ...

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10.03.06

Angst!

Oha. Schon wieder scheint's verschobene Spiele in der Regionalliga gegeben zu haben. Herr Zwanziger sagt zwar gerade im Morgenmagazin, daß es nicht sicher sei, ob es sich um einen Wettskandal handele und daß Schiedsrichter wohl diesmal nicht betroffen seien. Dafür aber Spieler. Es könnte Tor-Absprachen gegeben haben. Der KICKER verweist auf Verdachtsmomente gegen den 1. FC Eschborn in der Regionalliga Süd.

Natürlich gruselt's da den St. Paulianer. Daß dadurch die Tabellensituation z.B. zu unseren Ungunsten verschoben werden könnte. Außerdem hockt man dann wie alle Fans von Regional-Liga-Vereinen derzeit da und bangt, daß ein eigener Spieler einbezogen sein könnte ... wobei mich das bei einem Aufstiegskandidaten doch wundern würde, ganz abgesehen davon, daß wir sowieso nur hochintegre Spieler haben ;-) ... Eschborn hingegen ist Letzter in der Regionalliga Süd und steht kruz vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Beim letzten Wettskandal gehörten wir ja auch zu den Gearschten, wurden nachweislich verpfiffen - während der HSV 2 Millionen zugeschanzt bekam, gab's bei uns keinerlei Entschädigungen. Dabei zeigt der HSV doch gerade wieder, daß er mit dem Geld gar nicht umgehen kann ... wir schon ... neuerdings zumindest wieder ... bezeichnend, daß wieder nur "Oha, und das kurz vor der WM!" kommentiert wird. Drittligisten gehen offensichtlich Kommentatoren am Arsch vorbei. Es sei denn, sie lassen sich in die David-Goliath-Erzählung einweben. Narrativer Standard. Und als Erlebnis ja doch schön ... soooo schön ....

02.03.06

Sie haben's geschafft ...

... ich höhne wieder! Lach mich schlapp, wenn die deutsche Nationalmannschaft binnen kurzem 0 zu 2 zurückliegt. Aber Leute wie mich hat man ja früher eh als "vaterlandslose Gesellen" bezeichnet, und einer der schlimmsten, politischen Momente in meinem Leben war, als mein heiß geliebter und hoch verehrter Willy Brandt neben Kohl die Nationalhymne zum Einheitstag einst sang ...

Sie haben's geschafft, u.a., weil das Auftreten von Frings und Borowski (den ich, glaube ich, immer falsch schreibe) am Millerntor so unsäglich war. Diese Diven ohne jeden Stolz mit ihren sauteuren Beinen, die dann unsere Spieler immer schlechtgelaunt und beleidigt umtreten wollten, wenn's weder Schiedsrichter noch Kameras gerade sehen konnten. Dieses arrogante Naserüffeln in den Gesichtern, auf so einem Platz gegen diesen billigen Sozialschrott - unsere Mannschaft - überhaupt antreten zu müssen. Diese Sprüche von Schaaf und Allofs: "Stellen sie sich vor, ein Spieler verletzt sich, und wir werden deshalb nicht Weltmeister!"

HAR,HAR,HAR! Alle standen gestern auf dem Platz und haben gezeigt, wie sie Weltmeister werden wollen. Das Ganze war ja so dermaßen langweilig, daß ich freiiwillig zu Britney Spears umgeschaltet habe ... weil ich bei diesen Neue Deutsche Welle-Trikots mit dem schwarzen Ärmel sowieso nur noch an Sponsoren-Karten und chinaeske "Sicherheits"-Gesetze denken kann. Und nichts würde ich mir mehr wünschen, als daß irgendeine afrikanische Underdog-Mannschaft Weltmeister würde ...

Es gab eine Phase in der Völler - und frühen Klinsmann-Ära, da habe ich wirklich wieder mitgefiebert. Da saß ich bibbernd vorm Fernseher. Da fand ich die Mannschaft sympathisch und wollte, daß sie gewinnen, da war ich geradezu versöhnt und habe nur bei der Nationahymne weggezappt.

Jetzt höre ich mich um, und immer mehr Leuten geht's so, daß ihnen die WM auch gestohlen bleiben kann und sie mit Klinsi und seinen Jungs nicht mehr jubeln können ... kann mal jemand erklären, wie das jenseits von Pokalspiel-Erlebnissen dazu kam? Das sind nicht nur Niederlagen oder Schlechtspielen ... wahrscheinlich ist's die System-Lebenswelt-Differenz nach Habermas. Einmal schlaumeiern pro Eintrag muß ich. Damit nicht aus Versehen ix hier liest.

Viel schlimmer in Sachen Fußball als die Niederlage der Nationalflaschen gestern ist somit, daß Holstein Kiel das Nachholspiel gegen Leverkusen II gewonnen hat und wir nicht mehr Zweiter in der dritten Liga Nord sind. Ich will raus aus dieser Drecksliga! Und bei uns wird wenigstens noch Fußball gelebt und nicht nur noch verkauft ...

28.02.06

Gute Omen

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(Quelle: Basis St. Pauli)

"Jeden Morgen das gleiche Ritual, jeden Morgen mein Gesicht in alter Qual, jeden Morgen dieses Fügen vor dem Spiegel und im Bus, jeden Morgen die Frage, ob ich will und ob ich muß" - die guten alten, Zeilen von Klaus Hoffmann vor mich hin plappernd, taumele ich wie jeden Morgen zur Kaffeemaschine, den Wecker und den Zeitpunkt seines schaurigen Fiepens als permanenten Affront gegen das "gute Leben" als solches verfluchend. Da durchfährt's mich, dieses Kribbeln im Bauch, nee, nicht das von Pee Werner oder wie diese olle Heulboje einst hieß, nee, das Wissen: "Ey, heute abend geht's ja nach Lübeck!" Noch ganz mit dem Filter und dem Aufreißen der ...

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25.02.06

0 zu 0 in Oberhausen ist entschieden zu wenig!

Mußte ich jetzt nur mal so loswerden. Nie wieder schreibe ich vorher so viele nette Sachen über den Gegner ...

Auch wenn wir heut' siegen: Oberhausen, Du steigst nicht ab!

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(Quelle: FC42)

"Beim Umstieg in Dortmund jedoch zeigte sich, das es durchaus eine lustige Veranstaltung werden würde! Auf einmal war aus den 175 St.Pauli-Fans eine Horde Blumenkinder und Hippies geworden; Perücken, Sonnenbrillen (bei 5 Grad) und sogar zwei echte Friedensengel mit Flügeln hatten sich eingefunden! Auf zahllosen Pullis war die berühmte weiße Taube auf blauem Grund, und es erklangen recht seltsame Gesänge wie z.B. "We shall overcome" oder die berühmten Hymne "If youre going, to San Francisco, make sure wear, some flowers in your hair!".
Den erstaunten Polizisten, die uns zum Umsteigegleis geleiten sollten, wurden statt bösen Blicken und dummen Sprüchen je ein Blümchen überreicht, meist mit den Worten "Peace, Bruder!", was meist einen recht verwirrten Gesichtsausdruck hinterließ. (...) Ketten wurden gebildet, und zu fünft nebeneinander mit "Hopp Hopp Hopp, Atomraketen Stop!" durch den Bahnhof gehoppelt, "Ho Ho Ho-Chi-Minh" durfte natürlich auch nicht fehlen, und jeder Bundeswehrsoldat auf dem Weg zum Dienst wurde mit einem fröhlichen "Frieden schaffen! Ohne Waffen!" in den Wochenbeginn geschickt! " (Die feuchten Biber)

St. Paulianer sind ja auch so Leute, zumindest die Mittelalten, die sich bei irgendwelchen Friedensemos '82 das Hirn weggekifft haben - deshalb ist der Lifestyle von einst partiell noch präsent in den Köpfen! Zum Glück! Da obige Zitat ist ein Bericht ...

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24.02.06

Freude! Ich habe sie!

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.... Pokalfinale, Pokalfinale, wir fahr'n jetzt jedes Jahr zum Pokalfinaaaaale ...

(hat ja schon mal geklappt. Beim Fußball sind Rituale wichtig. Und beim letzten Bayern-Sieg war ich schließlich auch dabei ... kann mich noch so gut an dieses kurze Schweigen, diese Zehntelsekunden totaler Stille im Stadion erinnern, nachdem das 1:0 fiel, weil keiner glauben konnte, daß es fiel ... und das noch etwas längere Schweigen nach dem 2:0, weil das alle noch weniger glauben konnten, daß jetzt sogar noch das 2:0 fällt ... und mein armer Kumpel Sven, seit einem Jahrzehnt Millerntor-Gänger, war bei beiden Toren Bier holen ... und dann dieses Beschwören in der Halbzeit: "Die erste Halbzeit kann uns keiner mehr nehmen! Ganz egal, was noch kommt, kein Mensch auf dieser Welt kann uns das nehmen!" Und dann Sieg trotz Anschlußtreffer - weiß noch, wie nach langem Jubel und totaler Euphorie "Wunder gibt es immer wieder" aus den Stadion-Boxen dröhnte, spüre noch dieses Gefühl, damals im Winter ... "Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose" ... ein Luz ist ein Luz ist ein Luz ... St. Pauli ist St. Pauli ist St. Pauli ... und Bayern München ist halt einfach nur "Bayern". Mehr nicht.)

23.02.06

Karnevals-Alternativ-Programm

... und jetzt der Weltfrieden: Ist das schön!
(via mequito - oder Mek Vito? Weiß ich nie so genau ...)

PS: Trotzdem Glückwunsch an Werder Bremen wegen gestern abend! Und unsereins mußte wieder langweilige Bayern-Spiele gucken ... na ja, aber da gibt's ja demnächst auch mal wieder ein spannendes!

18.02.06

Wärt ihr doch in Düsseldorf geblieben ...

... liebe Fans der Fortuna, dann wäre mir euer Verein noch immer sympathisch. Aber länger als 90 Minuten könnt' ich euch nicht ertragen - gut, laut wart ihr, aber ansonsten doch eher ziemlich verprollt und unangenehm, unhöflich, tarzanesk trotz Bierbauch, verpöbelt, so humorfrei wie die meisten Karnevaltreibenden. Fast wie RWE-Fans. Ganz schlimm auch dieses Lied, in dem "Heimat" und "Deutscher Meister '33" in einem Atemzug gesungen wurden.

Wobei ich gerade noch im St. Pauli-Forum folgendes gelesen habe: "Sehr schöne Geste der Fortunen-Fans nach Spielschluss, unsere Mannschaft auf der "Ehrenrunde"ebenfalls zu beklatschen und ihr dann noch zuzusingen: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus ...Ganz prima ...". Habe ich nicht mitbekommen. Vielleicht waren's ja nur die, die um uns herum saßen, dann habe ich halt mit dem da oben Unrecht.

Die Manschaft der Fortuna auf jeden Fall: Zweikampfstark, ...

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"Sexueller Notstand ...

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... was Dir bleibt ist Deine Hand, drum nimm Dir ein paar Pornos und pinn sie an die Wand." Waren die nicht Düsseldorferinnen, die das eher kreischten denn sangen?

Das hier war auch von denen: "Ich fahr' mit meinem Punk S-Bahn und alle Leute starren uns so komisch an. Ja habt ihr denn sowas noch nie gesehen? Oder warum bliebt ihr alle stehen? Die merken nicht, die merken nicht, daß sie selber stinken, vor lauter Selbstzufriedenheit, die wägen sich in Sicherheit".

Heroische Zeiten, als Östro 430 das raus rotzten und der Ratinger Hof eines der Zentren dessen war, was später zur Neuen Deutschen Welle trivialisiert wurde. Hannover - ja, Hannover, Hans-A-Plast "Du bist so'n geiler Lederhosentyp" und alles andere rund um's No Fun-Label von Hollow Skai -, Hamburg, Berlin, da ging's ab, während Köln, ganz typisch für sich selbst, in Öko-Langweile vor sich hindarb und München erst mit arger Verspätung ganz witzige Spotlights wie die Marionetz hervorbrachte. Am Anfang gab's da auch irgendeine Kunst-Truppe, habe aber vergessen, wer das war, und die Marionetz waren eh lustiger.

So atmen die Düsseldorfer Fortuna, vermittelt über den Inbegriff deutscher Gröhlkultur, den Toten Hosen, und unser heißgeliebter FC St. Pauli, vermittelt über die Nähe zum Karoviertel und später die Hafenstraße, noch heute ein wenig den Geist jener so fantastisch produktiven Jahre. Hannover und Berlin waren ja zu blöd, so einen Spirit ...

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15.02.06

Gerald Asamoah IST Deutschland

Gerald Asamoah IST Deutscher. Und was jubel ich jedes Mal, wenn er aufläuft - atme dann tief durch, daß diese unterschwellig "rassische" Definition (zu "Rasse" und Rassismus kann man hier in den Kommentaren Aufschlußreiches lesen), was denn deutsch sei, durch Deutsche wie ihn offensiv unterlaufen wird.

Der Bundesliga-Blog hat jetzt eine Gegenkampagne gestartet, um diesen Rassisten-Dreck aus Brandenburg zurückzuweisen.

Wie schnell dieser vermeindliche Kampf gegen die ach so repressive und "unwahre" Politcal Correctness in ganz üble, braune Sauce umkippt, das kann man z.B. im Latinblog lesen.

(All das via bembelkandidat - und ihm ist zuzustimmen, daß die Formulierungen im Bundesliga-Blog noch nicht ganz auf den Punkt gebracht, aber natürlich trotzdem voll zustimmungsfähig sind)

Im Gegensatz zu einem Kommentar beim Bembelkandidaten denke ich auch nicht, daß man die rechten Statements einfach ignorieren solle - wenn schon Liberale dafür plädieren, den vermeindlich existenten evolutionsbiologischen Rassenbegriff auch im Falle von Menschen "tabufrei" zu benutzen, dann reicht ein "Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" nicht mehr aus.

Klar wollen die Raysons eigentlich was anderes, aber sie tragen zum Gegenteil des von ihnen gewünschten Gesellschaftsmodells mit solchen Statements bei: Das sind zwei Diskurse, die sich wechselseitig stützen, der zum "Neger" ("hieß doch schon immer so Deutschland, muß man doch sagen dürfen") und der zur "Rasse".

Und dann wird kurz darauf wieder bitterböse darwinistisch gewitzelt, daß die "Neger" ja gar nicht an das Klima, die Heide und die Eichen- und Tannenwälder hier angepaßt seien, Huskies gehörten ja schließlich auch nicht in die Großstadt, harhar. Und diese ganzen deutschen Dackel kläffen erneut eine so menschenverachtende Stimmung herbei, daß in naher Zukunft die Affenlaute in Stadien wieder lauter werden, wenn die Asamoahs am Ball sind - und dann wird weiter gezündelt. Nee, Leute, da muß man schon lautstark gegenwettern. Das alles ist ja nicht irgendeine linke ...

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04.02.06

Kickers Emden spielt besser als Werder Bremen ...

... und hat gestern trotzdem am Millerntor verloren. Die Mannschaft hat mir im Gegensatz zu ihren Fans aber wirklich imponiert. Hatte immer diese kurzen Momente, wo ich tiefe Sympathien für den Underdog hegte, obwohl die ja gerade gegen uns spielten. Und ihr 2:2 war einfach ein saugeiles Tor ... habe denen dann auch applaudiert nach dem Spiel. Super waren die.

Die ersten 30 Minuten waren die Deichkicker den Kiezkickern sowas von überlegen - aggressiver, frischer, lockerer, was ja alles kein Wunder ist, wenn man sich diesen so wundervollen, emotionalen Extremismus rund um die Pokalspiele vergegenwärtigt. Da brauchten alle, jene auf den Geraden und jene in den Kurven wie auch die Spieler auf dem Platz einfach einen Moment, um zu begreifen, daß jetzt mal Schluß ist mit heroisch und es wieder einfach nur um die Liga geht. Danach haben die Unseren aber wieder aufgedreht und die Sache klasse gemacht. Danke, Glückwunsch!!!

Die Emdener regen sich jetzt ...

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03.02.06

Keine Ostfriesenwitze! Solidarität trotz Sieg!

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(Quelle: Bildergalerie Basis-St.Pauli)

Ostfriesland ist ein Traum. Plattes Land, gute Luft, gutes Bier, hoher Himmel, Weite, Meer, Ruhe. Und herrlich unaufdringliche, unprätensiöse Menschen. Und Schafe auf'm Deich. Diese Tiere haben's ja nicht verdient, phonetisch so gerufen zu werden wie der Trainer von Werder Bremen, den ich bis vor kurzem noch so klasse und sympathisch fand ...

Freu mich auf die Haupttribüne heute abend! Freu mich auf unsere Mannschaft, die uns uns jetzt schon so oft so glücklich machte! Freu mich darauf, daß es wieder ein ganz normales Liga-Spiel ist und nicht diese affektierten Millionäre da über den Platz laufen. Emden ist mir ja äußerst symptahisch, ist so frei von Glamour und großer Geste - you're welcome! Und ich glaube inständig daran, daß keine Spur von Überheblichkeit unser Dream-Team von einem wahrscheinlich nicht allzu hohen, aber klaren Sieg abhalten wird!

01.02.06

Amok-Allofs und Zigarrenrauchen

Falls die BILD jetzt keinen Borderline-Journalismus betreibt oder einfach nur das macht, was sie sonst auch macht, erwägt Werder Bremen jetzt das entschlossene Ergreifen juristischer Maßnahmen gegen den DFB. Für den Fall, daß finanzielle Schäden entstünden. Nicht etwa Schmerzensgeld für Klose, nö. Verletzungen sind nur hinsichtlich wirtschaftlicher Schäden relevant.

Glaubwürdiger erscheinen da die Gerüchte, Allofs habe den Schiri vorm Pokalspiel angepflaumt, ob dieser denn wisse, wie viele Millionen da auflaufen würden. Meine Güte, ein Sympath mutiert mit voller Midienwirkung zum unfairen Humankapitalisten, und muß jetzt aufpassen, daß ihm nicht sowas widerfährt:

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28.01.06

Wir sind Pokal, denn: Wir sind Fußball!

Gestern, dieses Bayern-Gladbach-Spiel: Ich konnt's beim besten Willen nicht gucken. Unser so traumhafter, hochverdienter und nachhaltig beglückender Sieg über Werder Bremen hat mich nur darin bestärkt, in diesen arroganten Schwerverdienern vom Schlage eine Borowsky, Frings oder Ballack personifizierte Todesstöße für jenen Spirit zu sehen, den ich am Fußball so großartig finde. Schon die Körpersprache dieser Anti-Helden - nee, will ich nicht mehr, repräsentiert all das, was mir alle Vorfreude auf die WM lange schon ausgetrieben hat. Ist auch nur eine Variante des Ackermannschen Victory-Zeichen. Na, und Allofs und Schaaf jetzt eben auch. Schade. Als Entgegnung noch zweierlei:

"vielleicht sollten die bremer "profis" sich mal daran erinnern, was fussball eigentlich ist: ein ball-mannschafts-kampf-sport und da zählen andre dinge als schicke frisuren, dicke autos und bunte schuhe: kampfgeist und sportliches können.

und dies, nicht nur in ein paar BL-Stadien, sondern auf tausenden von plätzen jedes wochenende, auf grand, asche und rasen, bei schlechtem wetter und da spielen ärzte, schweisser und betonbauer und riskieren ihre gesundheit.

und zwar umsonst, nur für verein und spass!

und wenn sie verletzt sind und nicht arbeiten können, riskieren sie beruflich so einiges und bestimmt mehr als klose und andere profis, die dafür sehr, sehr, sehr viel geld bekommen.

und ich liebe den pokal dafür, dass er den "grossen" vereinen, ein stück des alten spiels zurückgibt... ob sie nun wollen oder nicht"

So schreibt Oldtroublemaker, offensichtlich 'n direkter Nachbar hier in der Hamburger Neustadt, im St. Pauli-Forum, und ich stimme ihm in jeder Hinsicht zu. Auch schön ...

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26.01.06

Was liebe ich dieses Team!

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(Quelle: FC 42)

Noch immer Augenreiben. Na ja, auch wegen des Katers - aber ein Kater nach einem solchen Abend ist schöner als Frischverliebtsein. Heiser, glücklich, tief ergriffen - da dröhnt der Mini-Disc-Mix mit Mando Diao und Paul Weller-Balladen aus den Boxen, und deren Hymnen treiben Tränen, weil die Emotionen noch beben: Werder aus dem Pokal geworfen! Völlig verdient aus dem Pokal geworfen! Aber sowas von verdient!

Diese Truppe nickliger Jammerlappen hat sich bis tief hinein in die Interviews mit Allofs und Schaaf (konnte sie nur lesen, nicht sehen, war ja im Stadion ;-) ) bis auf die Knochen blamiert, und unsere Mannschafthat einmal mehr gezeigt, was LEIDENSCHAFT, WILLE, TEAMGEIST und eben ein optimales Ausnutzen der Gegebenheiten bewirkt. Wahrer Erfolg ist immer kompensatorisch, sag ich mal. Dieses ...

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25.01.06

Gib mir ein B ...

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(Quelle: TV Spielfilm 2/06, S. 97)


Auch diesen hinreißenden Text aus der TV Spielfilm kann man der Welt nicht vorenthalten ... und ein weiteres B ist ja gestern schon mal durchgekommen (obwohl ich ganz mit Mainz war, war für uns der Bayern-Sieg ein gutes Omen). Hat allerdings gerade geschneit, hoffentlich kann gespielt werden, das Wetter an sich ist schließlich auch gut für uns ... und St. Pauli ist ja Glaube, Liebe und Hoffnung, drum: Bitte Anpfiff heute, 20.30 h!

Pokal sind schließlich wir!

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( Quelle: Bildergalerie Basis St. Pauli )

Bei aller Sympathie für Borowski, Valdez, na, und für Ivan sowieso, der ist ja durch und durch St. Paulianer: So dumm aus der Wäsche guckend wie den Hertha-Spieler da oben im Hintergrund möchte ich euch heute auch sehen ... "wir haben keine Chance, aber wir nutzen sie". So das geflügelte Wort in aller Munde derzeit, garantiert vogelgrippefrei: Ich habe ein ziemlich gutes Gefühl für heute abend ... Pokal sind schließlich wir!

11.01.06

Ein Luz für's Jahrestor!

Da schließe ich mich doch glatt Ringfahndung und Tausenden im St. Pauli-Forum und überhaupt der Forderung nach dem Wahren, Guten und Schönen an: Votet für Luz! Ein traumhafter Flugkopfball, ein Tor für die Ewigkeit kann zum Tor des Jahres gewählt werden! Es war das Tor zum 2:2 gegen die Hertha im Pokal, und was dann kam, kann man ja hier lesen ... und zwischen ca. 11 mal Lukas Podolski und einem Luz sollte die Wahl ja nicht so schwer fallen (obwohl der Poldi ja auch ganz niedlich ist, mit der unbändigen Energie des bravourösen Vorkämpfers unserer Truppe kann er dann doch nicht mithalten).

05.01.06

Freude! Ich habe sie!

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.... Pokalfinale, Pokalfinale, wir fahr'n jetzt jedes Jahr zum Pokalfinaaaaale ...

( ... allerdings ganz schön teuer ... ist seinen Preis aber wert, so'n Spiel des FC St. Pauli ... )

23.12.05

Meine Schulter ist naß durch des Nebenmanns Tränen kann es etwas Schöneres geben?

Da ist man auf einmal noch glücklicher. Weil: Sven Regener bleibt sich und Bremen treu und käme nicht auf die Idee, 'ne St. Pauli-Hymne zu schreiben. Das würde auch massive Gewissenskonflikte tief in mir aufbrechen lassen - Vers-Schwurbel, die Liebe, Lust und Leid um drei Sprachwitz-Ecken herumbiegen und dann doch auf den Punkt bringen, Chansoneskes, das in zickig- zeternder Melancholie Glück erst sucht und ein wenig später sogar, gebrochen, findet, also genau das, was ich an Element of Crime seit mehr als einem Jahrzehnt so heiß und innig liebe - das paßt wirklich in kein Stadion. Und dann müßte ich auf einmal was von Element of Crime blöd finden. So viel Eleganz paßt schon gar nicht an's Millerntor, das ist schließlich purer ist Rock'nRoll. Zudem dort ja auch schon Bela B. grandios gescheitert ist, als er versuchte, die Fan-Hymne neu einzuspielen ...

Die schönsten St. Pauli-Lieder sind aber, wie im Rock'n'Roll üblich, Balladen. Wie z.B. "Sie waren, sie sind, sie bleiben" von But Alive. Sind aus denen nicht auch Kettcar hervorgegangen? Und wenn der von Regener zitierte Song von Tomte der ist, der vor dem Spiel im Stadion gespielt wurde, dann ist Runterladen Pflicht! Dann isses auch 'ne Ballade, ein Traum von einem Song ...

Und vielleicht sitzt ja der Herr Regner dann im Pokalspiel gegen Bremen im Gäste-Block, Block 11, gleich rechts von uns, jenseits des Gangs, auf unserer heiligen Haupttribüne statt im Irish Pub an der Feldstraße. Während der Spiele wär' das 'ne gute Wahl - da ist's im Stadion ganz einfach schöner als draußen vor der Tür ...

22.12.05

Wir sind Pokal!

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(Der tollste aller Mannschaftkapitäne beim Feiern, Fabio Morena. Quelle: FC 42)

Es gibt ja sowas wie Glücks-Schocks. Da man fassungslos sich irgendwann auf dem eigenen Sofa wiederfindet, immer mal wieder kurz schluchzend, da man sich fragt, ob denn das alles wirklich wahr sein kann ... es ist wahr. Und es ist sooooooooooooooo schön, so überwältigend, so großartig ...

Wer's Millerntor nicht kennt, kann's vielleicht nicht verstehen - aber so ein Spiel wie gestern, als die so unerträglich arrogante Hertha mit ihren nicht minder unerträglichen Fans aus dem Stadion geschossen wurde, das ist so intensiv, so unglaublich mitreißend, das geht durch und durch und man ist dann St. Pauli und einfach nur GLÜCK und BEGEISTERUNG und weiß gar nicht, wohin mit den eigenen Gefühlen. Da bilden das Team auf dem Platz und das Publikum eine Einheit - und unser Team, zwei Klassen tiefer als der Gegner spielend, hat keine Sekunde aufgesteckt, hat 110 der 120 Minuten besser gespielt, hat diese Truppe ...

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21.12.05

Glaube, Liebe, Hoffnung - Sieg!

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(Quelle: Bildergalerie Basis St. Pauli)

Nein, ich hasse die Hertha nicht. Fremd ist sie mir allerdings, ich mag die nicht .... und gewinnen will ich heute auch gegen sie! Habe seit gestern nachmmitag ein so unverrückbar gutes Gefühl für das Pokal-Spiel heute ...

Jungs, liebe Mannschaft, Gewinner seid ihr auch schon vor dem Spiel, weil ihr uns so weit gebracht habt und allein schon für dieses so unglaubliche Gefühl beim Bochum-Sieg dieses Leben sich gelohnt hat! Aber ein Triumph heute ... mehr Glück, mehr Leidenschaft ist kaum noch vorstellbar! Make it real!

20.12.05

Jaaaaaa!

Jetzt darf ich ihn ja zum Glück doch schreiben, den Satz, daß mir Mainz als nächster Gegner im Pokal ja viel lieber ist als Kaiserslautern! Habe eben so laut "Jaaaaa!" geschrien, als der letzte Elfmeter von den Mainzern versenkt wurde, daß mein Hund nur verstört guckte und dachte, es wäre irgendwas passiert ...

Warum weiß man vorher, daß Babbatz den Elfmeter verschießen wird, gerade weil er extra wegen des Elfmeterschießens eingewechselt wurde? Warum weiß man vorher, daß Zandi es auch nicht packt, weil er halt vom VFB Lübeck kommt (auch wenn's vielleicht, wie's Wembley-Tor, doch drinnen war? Aber wer beim VFB Lübeck gespielt hat, hat's auch nicht besser verdient ...)? Warum weiß man, daß ein Altintop, weil er so gehypet wird, eher daneben schießen wird als manch anderer? Warum denkt man noch: Zidane (schreibt der sich auch so?), das ist 'ne coole Sau, der schafft's?

Mysterien der Fußball-Psychologie, diesmal: Elfmeterschießen.

Und immer wieder durchfuhr mich der Schreck: Ist das Spiel gegen die Hertha nicht doch schon heute? Was für eine Vorstellung - da hat man 'ne Karte, und könnte es verpassen! Drei mal noch nachgeguckt, wie, wenn man noch drei mal in die Wohnung zurückkommt um zu schauen, ob die Herdplatte wirklich aus ist ... Glückwunsch, Mainz! Euch gönne ich's!

10.12.05

Magischer Kreis

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Scheiße, nur noch 'ne Viertelstunde zu spielen und wir liegen 0:2 zurück ... schnell den Auswärtssiegeskreis hochladen, vielleicht hilft's als magischer Akt!

Nachtrag: Ein Tor hat's immerhin noch gebracht, das Hochladen, aber das reichte nicht - Scheiße!!!!!!!!

Hierzu fällt mir keine Überschrift ein, die passend wäre

Da hatte mich schon das nackte Grauen gepackt, als ich auf allerlei Seiten das Foto zum folgenden Text gefunden habe. Dieses Foto selbst will ich nicht auf meiner Seite haben. Der Text sei hier jedoch komplett und zustimmend zitiert:

"06.12.2005: Vorfälle beim Spiel Dresden-Cottbus

PRESSEMITTEILUNG 6.12.2005


BAFF fordert Vereine und Verbände zum Handeln gegen Rassismus auf

Beim gestrigen Topspiel der 2.Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und Energie Cottbus entfalteten einige Cottbusser Fans ein Transparent auf dem das Wort „Jude" zu lesen war. Das D in Jude wurde ersetzt durch das Emblem von Dynamo Dresden, flankiert von zwei Davidsternen mit den Buchstaben DD für Dynamo Dresden. Beschimpfungen der gegnerischen Mannschaft und Fans als „Juden" sind in einem deutschen Fußballstadion kein Einzelfall, diesmal geschah es jedoch während eines DSF - Livespieles, für jeden am Fernseher klar ersichtlich.

Am nächsten Tag: Kein empörter Aufschrei in den Medien, keine Reaktion des DFB oder der DFL, keine Entschuldigung des FC Energie Cottbus. Stattdessen allenthalben Entsetzen über die abgeschossenen Feuerwerkskörper unter dem Aufhänger „Fan Randale".
BAFF-Sprecher Martin Endemann äußert sich hierzu: "Im Zuge des Sicherheitswahns zur kommenden WM wird stets die angeblich gestiegene Gewaltbereitschaft betont und über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen diskutiert. Rassistische und neofaschistische Tendenzen in manchen Fanszenen werden jedoch nicht thematisiert"

Das Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) fragt sich, warum die sogenannte „Fußballfamilie" beim Thema Rassismus nicht in der Lage ist, offenkundige Probleme klar zu benennen.
Im Vorfeld der WM wäre es wichtig, neben den Fragen Sicherheit, Kultur-Events und Vermarktung, auch im Bereich der Antirassismusarbeit Akzente zu setzen und dabei auf die Kompetenz und Erfahrung von regionalen Projekten vor Ort, der Arbeit der Fanprojekte und von „Football against Racism in Europe" (FARE) und seinen angeschlossenen Mitgliedern zurückzugreifen. Alibiaktionen ohne konkreten Unterbau und nachhaltige Arbeit vor Ort verpuffen nur. Mit dem Finger auf rassistische Ausfälle in anderen Ländern zu zeigen ist dabei wenig hilfreich, Rassismus ist auch in deutschen Stadien kein ausgestorbenes Phänomen, wie das Spiel in Dresden deutlich gezeigt hat.

BAFF-Sprecher Endemann fordert die Verbände und Vereine erneut auf, Initiativen von FARE und anderer unabhängiger Faninitiativen und Fanprojekte zu unterstützen und das Problem klar beim Namen zu nennen. "Alle Vereine und müssen endlich den 9-Punkte Plan des DFB gegen Rassismus konsequent umsetzen." so Endemann.
Vom Verein FC Energie Cottbus fordert BAFF nicht nur eine Entschuldigung bei Dynamo Dresden und seinen Fans (wie sie der Fanclub-Arbeitskreis dort schon leistete) sondern auch alle Maßnahmen präventiver Art zu ergreifen, die es ermöglichen rechte Tendenzen in der Cottbusser Fanszene nicht zur vorherrschenden Meinung werden zu lassen. Stupide Forderungen nach immer mehr Stadionverboten für „Einzeltäter" sind dabei wenig sinnvoll und zeugen nur von einem großen Maß an Hilflosigkeit.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Martin Endemann (endi@aktive-fans.de) oder Matthias Bettag (m.bettag@t-online.de).

Mit freundlichem Gruß und der Bitte um Veröffentlichung,
Martin Endemann
Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF)
"

Schade nur, daß daß die BAFF nicht ausreichend zwischen Antisemitismus und anderen Formen des Rassismus unterscheidet. Auch wird nicht vertieft, wieso ...

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Euer Sieg - auch wegen Jon Bon Jovi!

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(Quelle: www.bildergalerie-basisstpauli.de)

Auch wenn der Morena da rechts oben heute fehlt: In Erfurt könnt ihr's packen! Weihnachten auf 'nem Aufstiegsplatz verbringen, Kiel, Essen und Lübeck haben gestern abend allesamt gelooset ... bitte, macht euch und uns glücklich!

Ich fand Rot-Weiß Erfurt zwar damals gar nicht so schlecht am Millerntor, wundere mich, daß die in der Tabelle nicht besser dastehen - aber in eurer aktuellen Verfassung schafft ihr sie, da können die noch so heimstark sein, aktuell könnt ihr jeden schlagen, wenn ihr wollt! Und noch 'nen Grund gibt's, dort zu siegen:

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03.12.05

Eigentlich 7:1

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Banknachbar: "Gleich fällt das 2:2".
Ich: "Quatsch, dazu sind die Bremer zu schlecht in ihrer Chancenverwertung".

Bremen versemmelt 'ne Chance.

Ich: "Du mußt einfach nur den Satz, den ich eben gesagt habe, wie so'n Mantra immer wieder innerlich vor Dich hinbeten!"
Banknachbar: "Gute Idee!"

Das 2:2 fiel. War wohl nix.

Das 3:2 fiel.

Ich: "Komm, zwei schaffen wir noch!"
Banknachbar: "Du bist ein Spinner!"

Er hatte ja Recht ... es fiel nur noch eins ...

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02.12.05

Freude!

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(Quelle: http://www.fc42.de)

Wenn einem schon morgens die Ode durch die Freude durch den Kopf geht und deren Chöre echogleich darin hin - und herschwingen, dann kann ja eigentlich nix schief gehen ... freu' mich schon die ganze Woche darauf, wieder ein Flutlichtspiel!

Obgleich ich Werder Bremen auch wirklich gerne mag. Auch wenn ich das Spiel gegen die Werder-Amateure als das schlimmste Spiel der letzten Saison in Erinnerung habe. Lustlose Renten-Fußballer gegen hochengagierte Jungspunde ... war eines dieser Spiele, da man wutentbrannt sich dachte, daß man da einfach nicht mehr hingehen könne, an's heißgeliebte Millerntor.

Um dann schon mitten in der Trauerarbeit steckend beim nächsten Heimspiel doch wieder da zu sitzen, gegen Braunschweig, und ein wirklich furioses Kampfspiel zu erleben mit traumhaftem Arifi-Tor und wieder Herzchen über dem eigenen Kopf schweben zu haben, wenn man an den FC St. Pauli dachte ... da hätten wir nicht nur beinahe den doofen Braunschweigern den Aufstieg verhagelt. Da habe habe ich auch euphorisierte SMSsen an Peer-Arne geschickt, der nicht im Stadion sein konnte, weil da spürbar war, bei diesem Braunschweig-Spiel, daß diese Saison was gehen könnte ... da fiel der Entschluß, doch wieder eine Dauerkarte zu kaufen: "Komm, Peer-Arne, nächste Saison geht was, da sind die Rentner weg, da kommt die zweite Reihe zum Zuge, die kann was, die will was, da müssen wir wieder dabei sein, den Kopf nicht hängen lassen!" ... und mittlerweile geht ja wirklich was, mit ganz ähnlichen Mitteln wie damals beim Braunschweig-Spiel .

Also, Jungs: Werder heute schafft ihr! Weil ihr nach dem Spiel in der letzten Saison den irrevedierbaren Turnaround geschafft habt! Und so viel coole, neue Spieler auf dem Platz stehen! Ich sag nur: Ein Luz ist ein Luz ist ein Luz ....

28.11.05

Da fehlte ja noch was ...

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(Quelle: http://www.bildergalerie-basisstpauli.de/displayimage.php?album=124&pos=36)

vom Wochenende...

26.11.05

Hamburg ist braun-weiß!

Manche Fußballspiele sind wie Wundpflaster für's eigene Seelenleben, wo kaum verschorft noch manches abwechselnd schmerzt und juckt, was in den letzten Jahren ...

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Über die neue Mitte ganz nach oben!

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(Quelle: http://www.fc42.de)

So'n Auswärtsspielsiegeskreis werden wir auch heute sehen!

Denn ich quäle mich heute dahin, in diesen neudeutschen Protz im Hamburger Vorort. AOL-Arena nennt sich das Ding. Ein Event-Veranstaltungs-Center - sowas ähnliches wie die Köln-Arena oder die Preussag-Arena in Hannover. Mit so einer einer "Gleich treten hier wahlweise die Scorpions oder Westernhagen auf"-Atmosphäre.

Dahin muß ich heute, an den Ort, wo nur dank sauteurer Einkäufe vorgefertigten Spielermaterials wieder in der Bundesliga oben mitgespielt wird. Dieser Aufbau-unfähige, sogenannte "Dinosaurier" ...

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15.11.05

St. Pauli ist Leidenschaft!

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(Quelle: BILD-Zeitung, 14.11.2005)

Da kann man ja glatt neidisch werden auf den Dinzeyda links - ein journalistischer Beleg dafür, daß der FC St. Pauli von Leidenschaft und Emotionen lebt! Warum die BILD aber unbedingt das "belohnt" in Anführungsstriche setzen muß ... klarer Fall von Homophobie. Oder der zuständige Redakteur würde lieber von anderen Spielern als Arifi geknutscht werden. Was ich nicht verstünde ...

(PS: Ich mochte das ja früher, wenn man Cassetten für Freunde so beklebt hat, daß noch Buchstabenreste ins Ausgeschnittene ragen)

12.11.05

Köln II - FC St.Pauli 1:2

Dazu gibt nur eines zu sagen: Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Alles, was über Köln zu sagen ist ...

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(Quelle: http://www.bildergalerie-basisstpauli.de)

Kriege heute noch ein Gänsehaut angesichts genau dieser Szene da oben. Direkt vor unserem Block, dem Block 10 der Haupttribüne des schönsten Platzes der Welt, des Hamburger Millerntors. Die Gesichter der Spieler - das war mehr ein als ein mehrfach-multipler Orgasmus, was sich da abspielte nach dem 3:0 gegen Bochum. Heute geht's nach Köln - eines dieser demütigenden Erlebnisse, da man gegen die zweite Mannschaft von Bundesligisten antritt. Als wären wir in der aktuellen Verfassung nicht sogar in der Lage, die eine oder andere erste Mannschaft eines Bundesligisten zu schlagen. Wird auch gut gehen heute, glaube ich ... nicht triumphal, aber überzeugend. Auch wenn Spiele gegen den Tabellenletzten immer die ekligsten sind. Grund genug, sich über Köln grundlegend mal auszulassen ...

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10.11.05

Armes Holstein Kiel!

Ist ja Liga- und Aufstiegs-Konkurrent, mir weder sonderlich sympathisch noch unsympathisch. Aber was machen die Kieler an sich? Ihr Verein spielt eine furiose Saison, und die gucken nordisch-stur weiter Handball. Oder, noch schlimmer: Lassen über ihrer Intenet-Präsenz so ein typisch AOL-protziges "Hier regiert der HSV" aufploppen. So z.B.: http://mcwinkel.wd-tietze.de/, das mit Abstand beste und lustigste Blog-Angebot, das sich in der deutschen Blogosphäre finden läßt. Und jetzt gerät man als Stammleser in ernstzunehmende Gewissenskonflikte. Weil: An sich kann man als Mensch mit auch nur einem Funken Anstand im Gemüt eine Seite, die mit einem solchen Slogan aufwartet, nicht mehr besuchen ... da steht Lesegenuß gegen Prinzipientreue. Und auch gegen das Mitgefühl mit Holstein Kiel ...

07.11.05

Ein kleiner Faux-Pas dann doch

Ein Faux-Pas verbaler Natur. Und das, nachdem unsere Spieler so virtuos ihre Schritte richtig zu setzen wußten und ihre Füße so vortrefflich zu gebrauchen am samstag - bin heut' noch innerlich am Jubeln. Danke!

Eine kleine Formulierung unseres Managers jedoch, jenes des FC St.. Pauli, Holger S., ist unbewußt und aus Versehen signifikant . Nachzulesen unter: http://www.welt.de/data/2005/11/07/799935.html. Der will den Platz an der Sonne, der Holger S. . Das war einst Motto der deutschen Kolonialbewegung, damals, im Kaissereich, als alles begann...

Da konnte Udo Jürgens das Motto noch so nachhaltig im Schlager verwursten: Das ist nur ein weiteres Zeichen dafür, daß gerade angesichts der Jugendkrawalle in Frankreich eben genau diese deutsche Kolonialgeschichte und ihre Nachwirkungen in der deutschen Mentalität auf die Tagesordnung gehört ...

05.11.05

Sie sind Götter!

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(Quelle: http://www.fcstpauli.de)

So souverän! So geil gespielt! So klar den Gegner kontrolliert! Kampfstark, mit Pressing und Zweikampfhoheit die Essener schlicht an die Wand gespielt ... großartig. Gehörte noch vor gar nicht langer Zeit zu jenen, die den Trainer lieber gehen sehen wollten und Herrn Dinzey zurück nach Braunschweig oder in andere Wüsten schicken wollten ... verzeiht mir!!!!! Tolle Mannschaftsleistung, alles toll !!!


04.11.05

Rücksicht, Nachsicht, Zuversicht

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(dank an olivegreen, flickr)

Wer hat diesen ollen Song da in der Überschrift noch gesungen? Gab's wirklich mal und allen Ernstes ein Duo, daß Hoffmann & Hoffmann hieß? Immer wieder erstaunlich, was sich so alles ablagert in den eigenen Hirnwindungen, .und dann ganz plötzlich, uups, wieder vor einem steht und die Arme schwenkt und "Hallo!" ruft ...

Die Woche über eher ein mulmiges Gefühl zum Spiel gegen RWE morgen. Maues 0:0 oder so.

So einen ekligen Mob, wie die mitbringen - nach Dresden wirklich das Unangenehmste, was mir am Millerntor bisher über den Weg lief. Und wenn man liest, was die im St. Pauli-Forum ( http://www.stpauliforum.de) so schreiben, freut man sich auch nicht gerade auf sie ... alle mit so tarzanhafter Schreibe, aber trotzdem Bierbauch (es gibt Bierbäcuhe und Bierbäuche!) und billiges After-Shave zwischen den Zeilen ... die stellt man sich dann immer gleich beim Masturbieren auf terracottafarben/bordeuaxrot gestreiften Otto-Katalog-Sofas vor, mit heruntergelassener Trainigshose und irgendwas aus der Mikrowelle, Geschnetzelstes oder so, vor sich auf dem gekachelten Tisch stehen, in dessen Reste dann das Taschentuch rülpsend geworfen wird, so wie die schreiben ...

Doch: Üben wir uns rücksichtsvoll in Nachsicht und lassen die mal mit hanseatischem Understatement einfach links liegen. Manch einer von denen hat ja schließlich auch den Rücksitz voll zur Nachtschicht ... weil: Spätestens zur Rückfahrt haben die das Nachsehen. Und finden das Spiel dann rückblickend buchstäblich zum Kotzen ...

Denn ich bin soeben mit Hund am Heiligengeistfeld vorbeispaziert, sah das Riesenrad gegen den tiefblauen Hamburger Nachthimmel sich abheben, und auf einmal durchdrang sie mich wie buddhistische Weisheit: Volle Zuversicht! Tiefe Gelassenheit, daß das ein ziemlich cooles Spiel werden wird... anfänglich wird's sehr eng für uns aussehen, aber je länger das Spiel läuft, desto mehr wird sich das legen ... mit für uns gutem Ausgang. So sei es.

01.11.05

Konzentration und Röhrengucken

Manche Wahrheiten sind so gnadenlos billig: Wer hat, dem schmeißt's man's auch noch hinterher. Das Geld ist gemeint, klar. Es ist komplett lächerlich, von freiem Markt und freier Preisbildung und all diesem liberalen Kitsch daherzuschwafeln. Da sind doch in Domestos getränkte Reinheitssehnsüchte am Werke und wahrscheinlich haben die, die glauben, nach diesen Regeln funktioniere die Welt oder könne nach ihnen funktionieren, irgendwelche Probleme in der analen Phase (nach Freud) gehabt.
Fakt ist, daß Konzentration als Prinzip soziale Prozesse steuert. Insbesondere die Konzentration von Macht und Kapital. Insofern ist die Gesellschaft derzeit zunehmend nach Zentrum und Peripherie organisiert, war's vielleicht auch schon immer, keine Ahnung - ein freies und chancengleiches Spiel zwischen Vertragspartnern zu behaupten ist schlicht zentrales Propaganda-Element einer zunehmend immer unerträglicheren Legendenbildung. Ob sich nun ...

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26.10.05

Die Nr. 1, die Nr. 1 ...

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Quelle: http://www.bloedesvolk.de

... die Nr. 1 im Pott sind wir ... ein Morgen, da gelegentliche Glücks-Schluchzer die Stimmung prägen und sogar der Kater sich wohlig anfühlt. 4 zu 0!!!! Dieses Leben hat sich gelohnt! Danke an alle, die gestern dabei waren, Danke an die so unglaublich fairen Fans des VFL Bochum, Danke an diese, unsere Mannschaft, Danke, Danke, Danke, ich liebe euch alle!

25.10.05

Keine Tränen im Taxi, aber Tränen zuhause

Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaan war das schöööööööööön! 4:0 gegen den Ersten der zweiten Liga. Sie haben gespielt wie die Götter. Jedem einzelnen würde ich stundenlang die Füße küssen. JEDEM! Es war soooooooooooooooooo überragend!!!!
Die Worte fehlen, aber es sei erwähnt: Nach dem Spiel. Viele Bochumer waren schon gegangen. Unsere Mannschaft, die auf aber sowas von verdienter Ehrenrunde war - Bochum hatte eine einzige Chance!!!!!!!!!!!!!!!! - kommt an der Bochumer Fankurve vorbei. Und sie stimmen an, die Mannen in Blau-Weiß, die Bochum-Fans: "St. Pauli, St. Pauli!", starten die Welle, starten das Hände hoch und "Hey, Hey!"!. Unsere Mannschaft macht mit. Wird von Bochum-Fans bejubelt. Und das ganze Stadion, mehr als Zehntausend stimmen an: "VFL, VFL!" Eben Pro-Bochum. Laut. So laut. Und so schön ....

22.10.05

So werdet ihr auch heute jubeln!

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(Quelle: http://www.fcstpauli.de)

Dieses Foto muß aus gegebenem Anlaß einfach zitiert werden. Weil nämlich uns auch heute eine ähhliche Überraschung widerfahren wird wie bei dem Spiel in der letzten Saison gegen Braunschweig. Da wurde dieses Foto geschossen. Als, vom Verletzungspech gebeutelt, keiner im Stadion mehr irgendwas auch nur erhoffte und dann 'ne wilde B-Mannschaft über den Platz pflügte, mein absoluter Lieblingsspieler Jeton Arifi ein tolles Tor schoß und die von Trainer Bergmann ansonsten lahmgelegte Energie der Mannschaft ungezügelt , frisch und mitreißend den Stammspielern zeigte, wie man's macht. Außerdem wurden wir in der letzten Saison im Heimspiel gegen Osnabrück krude verhoyzert, und die Sprüche von Chef-Proll Pelle Wollitz (oder Wolle Pepitz?) vor dem Rückspiel waren schlicht 'ne Frechheit. Obwohl Osnabrück ja an sich ganz okay ist als Verein. Mein Tipp: 2 :1 für uns.

15.10.05

Wie soll man's überstehen?

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Warum zum Teufel gibt es diese scheußlichen Schlüsselspiele, bei denen es um so furchtbar viel geht? Schäme mich hiermit öffentlich, nicht beim Spiel in Kiel dabei zu sein. Ohne eine Ausrüstung wie die obige - Dank an Hansecowboy - steht man diesen Live-Ticker bei http://www.basisstpauli.deheute bestimmt nicht durch. Ich will raus aus dieser Drecks-Liga! Liebe Spieler, diese Forderung ist euch zwar nicht neu, doch nehmt sie ernst: Kämpft! Macht es, wie Jena es euch vorgemacht hat - immer dieses eine, entscheidende Mal mehr nachsetzen, statt 'nen tollen Paß spielen zu wollen! Bitte, Bitte, stürzt uns und euch nicht in die große Depression!

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01.10.05

Bitte nicht!

Nicht, daß dieser Tag in die Geschichte eingeht als jener, da der FC St. Pauli den Aufstieg vermasselte und dann langsam, aber sicher zerbrach ... da ist man auf einmal fast neidisch auf des Gegners Mannschaft, wenn die eigene Trupppe nur hilflos rumwuselt und 1 zu 2 verliert ... trotzdem ist's gruslig, da gegnerische Fans zu sehen, die sowas wie 1. Weltkriegs-Euphorie verbreiten und singen, als würden sie marschieren. Selbst wenn sie lustig wurden, waren ja fast liebevoll im Inhalt mancher Gesänge - da wehte was Miltaristisches aus dem Jena-Block durch's Stadion ... das machte die Niederlage symbolisch noch schlimmer ...

Schlammcatchen und ein Morgengebet

Da will man brav in die Hundeschule, um gegen alle Gehorsamstests gewappnet zu sein, und dann sowas von Wetter ... Blick aus dem Fenster ist ja fast wie Blick ins Aquarium, gleich kommt bestimmt 'nen Zitterrochen zwischen meinen Rosen hindurchgeschwommen ... das dürfte das Spiel gegen Jena zu einem echten Schlammcatchen ausraten. Wenigstens muß man sich bei so 'nem Wetter nicht über mangelnden Spielfluß dann aufregen, weil der da eh nicht stattfinden kann. Und irgendwie ist's ja sogar immer ganz sexy, wenn die Jungs durch den Schlamm robben ... bitte, bitte, bitte, gewinnen heute! Lübeck hat schon wieder vorgelegt, Essen gewinnt heute unter Garantie gegen Osnabrück, und wenn Kiel die kleinen Kölner nicht an die Wand spielt, käme das ja einem Wunder gleich .... bitte, bitte, seid Kampfschweine und versenkt sie! Und, bitte, bitte, Herr Bergmann, lassen Sie diesen Dummsinn mit den "hängenden Spitzen" sein! Kein Wunder, daß bei der Ansage das Flügelspiel nur bis kurz hinter der Mittellinie stattfindet, dann alle nach innen ziehen und sich auf den Füßen rumstehen. Und, bitte Jeton Arifi spielen lassen! Der kann wenigstens Flanken schlagen und gefährliche Freistöße treten! Amen.

24.09.05

Fußball Digital

0-0-1-0-0-0 ... so die Ergebnisse der letzten Spiele des FC St. Pauli. Zählte man jetzt die Spiele gegen Wuppertal, Leverkusen und Lübeck dazu, dann läse sich das: 1-1-1-0-1-1. Wie findet man das jetzt? Fühlen tut man Angst und Genervtsein: Daß mit diesem uninspirierten Fußball binnen kurzem das Team einbricht oder aber kreislaufend den Rest der Saison dann doch nur noch 0 zu 0 spielt. Andererseits sind wir Dritter und vor den ekligen Essenern, weil unser Torverhältnis Dank der Abwehr besser ist. Trotzdem gegen Abstiegskandidaten wie Chemnitz viel zu wenig ... dafür war Momo der Star der Hundeschule! Meine Güte, hat die gut gehorcht!

Didi, Marx und "Nein, lieber keine Callas"

Samstag morgen, Schwummerstimmung, das Selbst schwappt durch Licht und Laute und sammelt sich nicht. Das sind so Morgende, da man auf keinen Fall Maria Callas hören darf, auch wenn man sich noch so sehr danach sehnt. Weil man ja keine 23 mehr ist, als man den Restalkohol nach durchzechten Nächten bei Katharina oder in der Wunderbar genoß, um dann ganz in dramatischen Gefühlen sich halb verzweifelt, halb Intensität genießend aufzulösen. Als Kitsch-Schinken voller Wahrheit wie die Streisand oder "Miß Saigon" - "Why, God, Why", "The Movie in my mind" - aus den Boxen dröhnten. Als man noch an Liebe glaubte, weil man nicht nicht wußte, was das ist. Heute liebt man Fußballvereine heiß und innig und sorgt sich um das Spiel am Nachmittag ...

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21.09.05

Zu wenig, zu wenig, zu wenig!

Meine Güte, nur'n 0 zu 0 und dann sagt der Ticker noch, der letzte Kick habe gefehlt. Ja, warum denn wohl? Wenn man so überhebliche Schleicher wie den Dinzey auf den Platz stellt, ist das ja auch nur bedingt erstaunlich. Eigentlich ist doch seit allerspätestens dem Spiel gegen Braunschweig in der letzten Saison klar, daß in der aktuellen Situation des FC St. Pauli diese Alte-Recken-Nummer-sicher-Taktik eben schiefgeht und man die Arifis dieser Welt genau so dringend braucht wie Shubi und Meggle.

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17.09.05

Es gibt nur einen Jeton Arifi!

... zumindest beim FC St. Pauli. Mann, Mann, Mann. Da hängt man fast schon schwitzend und außerordentlich aufgeregt vorm www.liverticker-basisstpauli.de und kriegt die Krise! Scheint ja ein Spiel der schönsten Chancentode da in Berlin zu sein bei Hertha II ... was alleine Meggle da laut Ticker neben das Tor befördert, das kann doch nicht wahr sein!

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