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20.08.07

"Für einen Traum könnte ich fliegen, für ein Lied zugrunde gehen ... "

"

Doch mit den Jahren kam die Klugheit
mit der Zeit kam die Vernunft
und Tag um Tag verblassten meine Bilder.
Weil doch nichts blieb als Einsamkeit
nahm ich mein letztes Kunterbunt
ging auf den Markt der Schwerter und der Schilder.
Da sprachen Narren wie Gelehrte, Idioten wie Genies
von Wahrheit und von kolossalen Pflichten.
Und um nicht ganz allein zu sein
bot ich mein Kinderparadies
als wenn es gar nicht wär - als wenn es gar nichts wär ..."

Klaus Hoffmann

Einer der Gründe, warum ich diese Sweat-Shirts so gerne trage, ist, daß es für Fans steht, die eine Werbebande finanzierten, auf der ganz ausdrücklich stand: "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen".

Und heute ist einer dieser Tage, wo's mir nahe geht, das überhaupt zitieren zu müssen.


20.07.07

Neues von mir ...

... jetzt auch hier.

10.07.07

Sorry!!!

Wegen Inkompatibilität von Server + Software oder so ging hier ein paar Tage gar nix. Jetzt ist aber alles wieder gut!

21.06.07

Ein neuer Anfang

Das wird ein Tag! Unser Tag wird ein neuer Anfang sein an dem wir nicht mehr wanken in unserem Urteil schwanken wo wir mit denen die nach vorne schauen uns eine Zukunft bauen!

Ach, ist das schön! Mit Klaus Hoffmann in den neuen Tag starten, meine ich! Nicht allzu präzise, nicht allzu konkret, gibt aber gerade deshalb ein gutes Gefühl! Hauptsache neu anfangen, statt einfach immer nur weiter zu machen ...

Es ist schwül und eklig draußen, die Spinnmilben fressen meine Rosen auf, die Gewinnmaximierer in der Firmenzentrale verhalten sich ähnlich - tangiert mich heute alles peripher, wie Andrea W. 1980 immer zu sagen pflegte, wenn der Klaus Hoffmann mir den neuen Tag einläutet! Heute rette ich die Welt! Jawohl! Damit sie Dir gefällt! Ja! Denn mein Weg ist mein Weg ist mein Weg ... (oops, manchmal ist Musik hören für mich wie für andere Leute kiffen. Aber immer noch besser kiffen als e-mails schreiben)

14.06.07

Kommentarwirren

Liebe Kommentatoren, falls eine Pics Europe oder so Fehlermeldung erscheint, dann heißt das nicht, daß der Kommentar nicht veröffentlicht wurde!

Ebenso wird aus mir unerfindlichen Gründen derzeit auch der eine oder Kommentar geschluckt, ich weiß auch nicht, warum - das ist dann definitiv kein Versuch der Zensur, des Unwillens oder des Sonstwatts, und für jedes Mal, wo das passieren sollte: 'Tschuldigung!

PS: Ansonsten ist hier auch gerade Spam-Befall, wie auf frisch ausgetriebenen Rosen sich Blattläuse tummeln und Mehltau saugt, vielleicht ist mir ja auch was in die Löschaktion gerutscht - kann mir mal irgendwer erklären, wieso Menschen eine solche Energie entfalten, überall dummes Zeug und eklige Links zu platzieren, wenn sie doch wissen müßten, daß man das eh wieder löscht und eh kein Schwein den Link anklickt? Wie geht das überhaupt technisch - bei mails kann ich mir das ja noch vorstellen, aber bei diesen Kommentarfunktionen?

12.06.07

Uff! Yeah! Danke, Erik!

Sorry noch mal an alle, die zu kommentieren versuchten, was dann leider nicht klappte - hier hat ein Update das große Nirvana erzeugt, aber jetzt ist wieder alles gut!

21.05.07

Danke!

An wen auch immer - einfach dafür, daß es so wundervolle Dinge wie Spargel, Kartoffeln und Butter gibt!!!!!!!!!!!!!

09.05.07

Tarzan und Jesus

"Sing mir rein unrealistisches Lied!" singt der Funny van Dannen hier gerade und treibt mir damit sozusagen die Tränen in die Augen - und dann stoße ich auf die Diskussion dort und verlinke einfach mal, weil das ganz spannend ist.

02.04.07

Ein Tag

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Die Süße findet im Park gleich einen Spielgefährten, schon morgens auf dem Weg zum Bus: Ein kleiner, weißer Terrier mit braunen Flecken. Sie dreht so heftige Runden, daß sie zur Seite wegrutscht - ganz wie ein Auto aus der Kurve fliegt. Doch sie lacht dabei, strahlt von Schlappohr zu Schlappohr, keinerlei Blechschäden, und flitzt weiter. Das "Frauchen" plaudert über den Leinenzwang - Freilaufverbot. Bloß nicht erwischen lassen. Die Busfahrerin verkauft demonstrativ freundlich den Fahrschein, ganz Frische - die Sonne scheint. Man liest im Netz über Rauchverbote und kommende Alkoholverbote. Ewige Zeilen surren im Kopf "Für immer breit möchte ich sein, für immer breit. Willst Du wirklich immer nüchtern bleiben? Für immer breit!" Lese einen Text von Diedrichsen, daß jede kritische Bewegung immer eine Schleimspur von Irrationalismus nach sich ziehen würde. T.T. aus Köln schaut vorbei - schön ihn zu sehen! Man redet über Fußball und Denk- und Handlungsverbote im alltäglichen Jobgeschehen - und daß Aufträge ausbeiben, wenn man diese nicht befolgt. Daß man aufpassen muß, nicht selbst zum Kompromiß zu werden. Er ist da nicht in Gefahr, ich schon. Danach klaut die Süße eine halbe Tiramisu-Torte vom Tisch, obwohl sie das natürlich nicht dürfte, und ist happy. Alle anderen diskutieren über den "Summer of Love" und daß ein Love In mitten auf dem Rathausmarkt wahrscheinlich verboten würde. Es sei denn, es fände sich ein Sponsor. Dann aber bitte nur sichtdicht eingezäunt, wegen des Jugendschutzes. Ich gehe CDs kaufen, Maximo Park, Coco Rosie und Francoise Hardy. Vor dem Elektronik-Kaufhaus eine Kundgebung - Gewerkschafter? Betriebsräte? Tuba, Gitarre, Gesang und Reden von Männnern um die 50 über den Kuchen, der für Rentner, Angestellte und Arbeiter immer kleiner würde, während andere sich die Taschen vollstopfen. Stimmt ja. Ein Häufchen Menschen steht drumrum; wirkt alles ein wenig, als habe sich eine Künstlergruppe vorgenommen, die 70er Jahre nachzustellen. Irgendwie Retro. Schlimm. Sie haben wirklich gesiegt, die Anderen. Solche Kundgebungen braucht man noch nicht mal mehr zu verbieten. Nehme nicht den Bus nach Hause, sondern komme an Kunsthalle und Museum der Gegenwart vorbei. Da steht er, dieser riesige, schwarze Würfel als Hommage an Kasimir Malewitsch' schwarzes Quadrat, fast so hoch wie das Museum der Gegenwart selbst ist der. Wollten einige Städte nicht aufstellen, weil er an dieses Heiligtum in Mekka erinnern könnte - Kaba? Heißt das so? Kann doch nicht sein. Der Islam ist doch keine Alternative zu Nesquick. In Hamburg hat man einfach mit sämtlichen muslimischen Gemeinden geredet, und die fanden das Ding super. Wirkt der jetzt wirklich erhaben oder ist der einfach nur groß? Der Eindruck ist schon doll - und doch so, als wolle er einschüchtern. Monumental. Als habe der Künstler jedes Vertrauen verloren in die eigene Kraft. Kein Wunder. Ein Effekt ganz wie bei der Elbphilharmonie. Vor dem schwarzen Riesen ziemlich winzig die üblichen Mountainbiker mit Dreiviertelhose und ausrasiertem Nacken - ganz schon sexy. Haben sich nicht vertreiben lassen. Ich gehe über die Alster und genieße Blick und Licht. Ich lebe in der schönsten Stadt der Welt.

06.03.07

Nur ein Versuch ...

Weinglas: Ich fühl mich heute so leer ...

MR: Na, das werde ich heute morgen aber nicht mehr ändern ...

Weinglas:
Ach., komm, Du Spießer ...

MR (steckt sich eine Zigarette an und grübelt, ob nicht vielleicht das ein Ausweg wäre - Alkoholiker werden. Endlich ein konkretes Problem! Findet ihn dann aber zynisch, diesen Gedanken und geht zur Kaffeemaschine, um nachzuschenken.)

Kaffeebecher: Autsch! Das ist heiß!

MR: Komm, die Milch kühlt doch ein wenig ....

Kaffeebecher: Dafür klebt dann hinterher wieder der ganze Zucker in mir fest ...

MR ( stellt irritiert fest, daß die Umrisse der Karte von Texas auf dem Becher zu sehen sind. Gleich mehrfach. Eine dieser Silhouetten ist gold umrandet, und unten rechts steht neben einem fünfzackigen Stern "Metro". Was Väter so alles ihren Söhnen vererben ...)

Habermas: Soweit die Sprache aber eine poetische Funktion erfüllt, verwirklicht sie diese im reflexiven Verhältnis des Ausdrucks zu sich selber. Infolgedessen sind Gegenstandsbezug, Informationsgehalt und Wahrheitswert, Gültigkeitsbedingungen überhaupt, der poetischen Sprache äußerlich - poetisch kann eine Äußerung insoweit sein, wie sie sich aufs sprachliche Medium selber, auf ihre sprachliche Form richtiet.

Weinglas: Nonsens.

Kaffeebecher: Der "Philosophische Diskurs der Moderne" spricht ...

Weinglas: Frankfurt/M. 1989, S. 235 ... der Typ treibt einem ja jeden Rausch aus.

(Frodo guckt derweil wässrig und betroffen auf die frisch geschnittenen Rosen auf dem Balkon und zuckt mit seinen Ohren. An diese behaarten Füße werde ich mich ja nie gewöhnen, denkt MR).

Kaffeebecher: Reduziert Poesie auf Stil. Richtig so!

Weinglas: Guck Dich doch mal an! Blödes Touri-Mitbringsel! Und immer nüchtern! Koffein-Junkie!

Kaffeebecher: Schöner Wohnen-Schlampe! Erinner mich noch gut an den Tag, als MR euch vier von dieser albernen "Living at home" - oder wie die heißt - Verkaufsshow - da aus dem Derby-Park in Othmarschen mitgebracht hat ...

MR: Psssst!

Frodo: Ich versteh Dich ...

Kaffeebecher: ... wat habt ihr geposet in eurem blöden Blau, mit diesen affigen Luftblasen da inmitten eurer Glasigkeit, die aussehen wie Fehler ...

Weinglas: Selber blau ...

Habermas: Das gegen sich gekehrte identifizierende Denken wird zum fortgesetzten Selbstdementi genötigt. Es läßt die Wunden sehen, die es sich und den Gegenständen schlägt.

Weinglas: Ja, eben!

Kaffeebecher: Also nenn mich nie wieder Kaffeebecher! Der refereiert doch nur Adorno, diesen Flachkopf.

Habermas: Ebd., S. 219. Und dann, eine Seite weiter: Wir irren im Diskursiven, gewiß, wie im Exil umher; und doch wahrt einzig die inständig gegen sich selbst aufgebotene Kraft einer bodenlosen Reflexion die Verbindung mit der Utopie einer längst verschollenen, der Vorvergangeheit angehörenden, zwanglos intuitiven Erkenntnis.

Kaffeebecher: Immer diese blöde Ursprungsphilosophie ...

Weinglas
: Ach, Du bist auch adoptiert! Und das mit Intuitiven deutet der Habermas da eh nur rein!

Habermas
: Als deren Verfallsform kann sich das Diskursive freilich nicht von sich aus identifizieren; dazu verhilft ihm erst die ästhetische, mit avantgardistischer Kunst erworbene Erfahrung.

Weinglas: Ja, eben!

Kaffeebecher: Ach, ich mach gleich mal avantgardistische Kunst aus Dir, aber nicht im Sinne Duchamps, da kannste Dir sicher sein ...

(Frodos wässriger Blick hat derweil das Sofa unter Wasser gesetzt. MR schickt ihn auf den Balkon, unter dem sich prompt eine Schulklasse versammelt und allmählich Hysterie gebiehrt angesichts des Hobbits da im ersten Stock. MR geht unter die Dusche - irgendwie ist alles feucht heute. Sogar das Wetter. Ein neuer Tag beginnt).

05.03.07

De Suche nach dem Dialog

Diese dialogische Form des Bloggens finde ich ja richtig gut! Ich meine, so fing das ja auch alles mal an mit der Dialektik und der Erkenntnis, bei Platon halt ...

Schlaumeier! Nix als Rumschlaumeiern! Wenn ich mir Dich Wixer da vor Deinem Bücherregal auf und abspazierend vorstelle ....

Hey!

Ach, und dieses ewige Abgejammer wie heute morgen schon wieder! Gähn! Meine Güte! Kannst Du nicht mal richtige Probleme haben, so wie andere Leute auch?

Entschuldige bitte, heute morgen, da fühlte ich mich halt, Gott, ich hatte in diesem Van Gogh-Band geblättert und gesehen, wie der alles, wirklich alles, Stühle, Kneipen, Landschaften, mit seinen Farben einfach aufgesogen ...

Ach, Papperlapapp. Van Gogh,. Willste Dir auch 'n Ohr abschneiden, oder was?

Das finde ich aber, na, Van Gogh gegenüber nicht fair, daß der ewig auf dieses Ohr reduziert wird, von wegen "der irre Künstler" und überhaupt ....

Ach, der hat sich doch selbst auf nur ein Ohr reduziert. Und ist damit noch zu 'ner Nutte gerannt, der Wüstling. Ich erzähl Dir mal was, Hanswurst. Ich hänge hier ständig ...

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22.02.07

Van Goghsche Grippe-Attacken


Manchmal hasse ich Roy Lichtenstein aus tiefster Seele. Diesen Gemütsklauer, Kalauer-Bildhauer, Pointenbauer aus industrieller Großschweinehälftenkunstproduktion. Ja, ich weiß, die Cow ging abstract, nicht das halbe Schwein. Gerade deshalb: Zynisches Arschloch.

Gerade am 20. Todestag von Warhol - der ist doch heute? Gerade noch so? - wüte ich dann, im Pinimenthol-Bad liegend, innerlich vor mich hin - was alleine beim Pinimenthol-Bad so alles aufschreit, innerlich, ja, innerlich, Foucault, Du Sack, aufbrandet, aufwallt und alle Wissensfalten tilgt und aufhebt in Emotion, in Erinnerung an Kindheitsnächte mit frisch eingeschmierter Brust, in der es röchelte und schmerzte!

Trifft man dann noch fast den armen Hund mit dem Van Gogh-Bändchen, das man zur Lektüre mit in's grünliche Naß schleppte, der arme Hund, der nur mal kurz vorbeischauen wollte, und das genau in dem Moment, wo ich in tiefer Demut das Büchlein zugeklappt habe und es, fast schon zum Ausstieg bereit, auf den Handtuchstapel werfen wollte, damit's nicht noch nasser würde, dann haßt man - ja, man, nicht nur ich - ihn noch mehr, den Roy. Diese Pixel-Trulla. Affektierter Pop-Scheißer. Ich meine natürlich nicht ihn, sondern sein Werk, und insofern stellt das eine reine Meinungsäußerung dar.


So schleppe ich seit Tagen die Vision mit mir herum, ...

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15.02.07

Alte Witze, neu bedacht:

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""Der letzte Mensch auf der Welt kommt in eine Bar. Und was sagt er?"

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26.01.07

"So it’s Rorschach and Prozac and everything is groovy!" (Danke, David!)

rorschach.gif

Quelle: cetimosaberto

Einer von Gegenüber erwähnte sie jüngst in den Kommentaren eines Blogs nebenan: Die Tintenkleckse. Jene, die manch Psychoanalyitker zur Diagnostik nutzen wollte.

Die Pointe des Kommentars war ja wieder mal verfehlt: Es geht ja nicht darum, daß unterschiedliche Menschen Unterschiedliches sehen in den Tintenklecksen. Sondern darum, daß dann jemand Rücksckschlüsse darauf zieht, was das über die Person aussagt, die da etwas sieht. Die Forderung, daß Andere sich professionelle Hilfe angedeihen lassen sollten, die traf's schon eher.

Und das finde ich ziemlich gemein ...

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23.01.07

I shall be released!

Gut. Heute steht sowieso die Sonne in Opposition zu meinem Radix-Mars. Das sind die Tage, wo man streitlustig ist. Habe mal eine mir kaum bekannte Kollegin gefragt, als sie dem Firmenflur auf uns zurauschte und ausrief "Ich könnte heute jemand erschlagen!", ob sie am 20.8. Geburtstag hat. Sie guckte verblüfft. Ich hatte recht.Der Mars stand halt gerade im Quadrat zu ihrer Sonne.

Jetzt sitze ich hier, höre den Sampler "The Soul of Disco". Wundervoll. Disco Grooves mit Funk-Jazz-Einlagen, haben wir schon am Sonntag zur Lammkeule gehört. Im Römertopf gegart, das arme Schafskind - Römertöpfe kann ich nur empfehlen.

Haben uns dann vorgestellt, wie's wohl wäre, wenn wir jetzt im New York der 70er wären. Gleich rausgehen würden, uns in den Bars und Discos zu tummeln. Das Studio 54, da wären wir wohl gar nicht reingekommen; egal, immer wieder liest man so viel über jene Zeit und läßt Filme wie "Saturday Night Fever" Revue passieren. Immerhin einer der großartigsten Soundtracks der Musik- und Filmgeschichte. Und dann befällt einen seltsame Wehmut. Eben weil man es nicht erlebt hat. Weil man nicht im Central Park - oder war's der Madison Square Garten? Ist der überhaupt in New York? Egal, es geht ja hier um mythische Orte und nicht reale - dieses so wundervolle Donna Summer-Konzert erlebte, wo sie die "Mac Arthur's Park Suite" im weißen Nerzmantel performte. Scheiß auf Peta, diese aufklappbare Cover mit der Göttin war schon was.

Gleich linkt wieder jemand "Linke und ihr Musikgeschmack, gnihihihi" - war ja damals bei ähnlicher Musikauswahl schon mal der Fall. Ha! Haß! Antiamerikanismus pur! Wer gegen Disco....

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01.01.07

... like confetti on the floor ...

Na denn. Glaubet, hoffet, wisset: Da ist ein Weg. Oder der hier. Oder der hier. Vielleicht auch der. Manche Wege überkreuzen sich. Andere nicht. Egal, God Knows: Kann nix schief gehen in den nächsten 12 Monaten. Ich bin ja bei euch ;-) ... und der hier auch (obwohl ich den gar nicht verstanden habe). Der auch. Der auch. 2007, Du kannst loslegen!

14.12.06

Eine literarische Lebensbeichte

kiss-spiderwoman-9745.jpg

Foto: Metroactive Stage

In der Diskussion hier mit Raysi fiel's mir wieder auf: Daß es bestimmte Texte für das je eigene Leben geben kann, die geradezu paradigmatisch sind für ganze Lebensjahrzehnte.

Ich für meinen Teil habe so etwas komischerweise nicht im selben Sinne im Falle der Musik, weil diese viel lebensphasenabhängiger ist - The Cure und Violent Femmes hörte ich einst intensiv, letztere auch immer noch gelegentlich, doch selten . Halte ich trotzdem jeweils auf ihre Art für Riesen.

Das Live-Album von Maze featuring Franky Beverly habe ich hoch und runter gehört, "Joy and pain, sunshine and rain", "Feel that you're feeling"; ebenso das Unplugged-Album von Nirvana oder die frühen Geschichten von Massive Attack. Auch der Saturday Night Fever-Soundtrack war eine Initialzündung, für die ich mich niemals schämen werde. Meine All Time-Favorites sind dann doch eher die Knef, Klaus Hoffmann, Joan Baez, Georgette Dee oder Element of Crime (jetzt verlinkt wieder irgendwer "Gnihihi, die Linken und ihr Musikgeschmack", ein anderer lästert vielleicht über Homos und Gutmenschen, wer's braucht - zudem ich die These aufrecht erhalte, daß manche politische Debatte in der Blogosphäre sich eher in Geschmacks- und Coolness-Fragen erschöpft).

Trotzdem: Vielleicht habe ich einfach eine viel breit gefächertere Musik- als Literatur-Erfahrung, bestimmt sogar - paradigmatisch für das eigene Dasein ist nix von alledem. Das ist bei Büchern ...

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11.12.06

Wenn ich würde, wie sie mich sehen ...

Heute hasse ich einfach mal wieder Reiche und stelle ein paar davon an die Wand. Als Welt-Über-Ich ist das ja gewissermaßen meine moralische Verpflichtung, aus der ich immer dieses saugeile Überlegenheitsgefühl ziehe. Aaaaaaaah, das tut soooooooooooo gut. Oder ich knüpfe einfach mal wieder ein paar Amis an irgendeiner Laterne auf.

Mein Fidel-Castro-Schrein bekommt ein paar neue Kerzen, Diktatoren müssen schließlich gefeiert werden. Dabei bemühe ich mich meditierend, mir zu überlegen, wen ich denn heute mal wieder zu irgendetwas Lustigem zwingen könnte. Heterosexualität und Christentum will ich ja eh mit dem Instrumentarium des Antidiskriminierungsgesetzes abschaffen. Dann muß ich noch für ein paar Moscheen spenden, um den Konservatismus zu schwächen.

Und wo votiere ich denn bloß heute mal für den Absolutismus für eine Legistlaturperiode? Ach, irgendein Weg findet sich ja immer bei der totalitär gleichschalteten Linkspresse und dem Staatsrundfunk aus Honeckers und Schnitzlers Geiste. Meine heißgeliebte Antisemitenhorde, die verschafft mir schon ein Podium! Meine Adornos fasse ich nur noch angewidert an, ...

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09.12.06

Von winzigen und richtigen Traumata

Seit Tagen erfreue ich mich an der Vorstellung, eine Schädeldecke aufbrechen zu hören. Fantasiere vor mich hin, wie’s gewesen wäre, hätte ich z.B. eine Hantelstange, ‚ne schwere, massive, dabei gehabt und heftig auf ihn eingedroschen. Oder gar ein Messer – die reine Vorstellung, es in diesen Leib zu rammen wie in ein Steak, die tut so gut … dabei wäre ich ganz real dazu wahrscheinlich gar nicht in der Lage. Zum Glück. Habe halt einfach lebenslänglich Glück gehabt… und gönne mir bei sowas allenfalls eine Fantasie und keine Handlung.

Gut, CS-Gas habe ich mir jetzt trotzdem gekauft. Im Kiosk gleich bei uns um die Ecke. Jenem mit den netten Lesben, die auch in der Frauenkneipe engagiert sind. Nicht erstaunlich, dass es das dort gibt, das CS-Gas. Die sind super. Nicht nur, weil sie meinem Hund immer Frolics geben. Das war die mit Abstand größte Herausforderung in der Erziehung des Tieres, ihr beizubringen, nicht an der Leine zu ziehen, wenn wir uns diesem Kiosk nähern.

Diesen Drecksköter, der meinen Wau-Wau fast getötet hätte, jener, dessen zerstörten Schädel ich mir jetzt so genüsslich vorstelle, den habe ich noch nicht gefunden. Obwohl sich halb Hamburg jetzt nach ihm umhört und ich auch Zeugen habe. Ist schon eine blöde Situation, ...


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07.11.06

Attitude und Habitus frisch gebügelter, weißer Hemden

Ich hasse sie richtig, diese frisch gebügelten, weißen Hemden, die einen umgeben wie Leichentücher. Nein, Herr Glucksmann, ich will die nicht vernichten, keineswegs, das wohl gilt eher umgekehrt: Ich ertrage die einfach nicht. Und will dann flüchten und kann nicht weg. Wer steigt schon mal eben so in 10.000 Meter Flughöhe aus der Maschine aus ...

Diese ganzen durchschnittlich geschnittenen grauen und dunklen Anzüge da um mich herum, diese clowneske Krawattenparade und die immergleichen, dümmlichen Witze. Diese Hackfressen, die einen mit ihrem "Willkommen auf der Erfolgschiene"-Grienen buchstäblich anschreien - deren Mimik ist laut, ist Lärm.

Während wenigstens noch hohe Prozentsätze in Pinguin-Populationen schwul sind, ist diese normalisierte Sturmtruppe, deren einziges Lebensziel daran besteht, irgendwann zu denen zu gehören, die in der Buisness- statt der Economy-Class fliegen, einfach nur Ausdruck des allgegenwärtigen Rasenmäherprinzips: Wer den Kopf hochstreckt, wird rasiert.

Deshalb sind die ja alle so gleichgeschaltet in Attitude und Habitus - ...

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02.11.06

Entschleunigung, bitte!

Väterchen Frost (wieso eigentlich Väterchen?) schlurft heran und lächelt weise, die Pflanzen lehnen sich entspannt zurück. Werfen Blätter ab und sind einfach mal faul.

Für einige ist's auch vorbei - die armen Tropenbewohner, die hier auf den Balkonen buchstäblich vegitieren. Aber vielleicht hatten sie ja Spaß, die ganzen Petunien und Geranien und Fuchsien, einen ganzen Sommer lang verschwenderisch der Welt ihre Blüten einfach so zu schenken. Und noch während des allerletzen Akts der Photosynthese seufzen sie dann "Hat sich doch gelohnt!!!" und summen leise Hildes "Aber schön war es doch!" vor sich hin.

Die anderen sammeln Kraft und schlummern, all die Stauden und Gehölze, um im nächsten Sommer wieder zu platzen zu blühen sich zu verschenken sich auszustrecken und mit grüner Pracht zu imponieren.

Und unsereins kann noch so sehr Low hören ... fertig werden muß das Projekt ja. Und das nächste auch. Das nächste auch. Das nächste auch. Mit immer weniger Personal und immer weniger Geld immehr mehr schaffen. Wie jedes Mal.

Dabei ...

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01.11.06

Es stürmt Kindertage

Und es stürmt und klirrt. Mein Hund hat immer Angst, wenn es stürmt - so viele fremde Geräusche. Sie will dann nachts mit in's Bett hüpfen. Was sie aber nicht darf. Kriecht dann morgens auf meinen Schoß wie einst, als sie noch kleine Welpe war. Als sie es kaum ertragen konnte, daß die nächtliche Wärme ihrer Geschwister, ihrer Mutter und Onkels und Tanten nicht mehr um sie herum war, wenn sie schlief. Da mußte sie dann jeden Morgen noch eine halbe Stunde fest an mich gedrückt auf meinen Armen schlafen. Atmete tief durch und entspannte sich wieder. So ist sie auch, wenn's stürmt ...

Nach Martins Eintrag gestern über Samhain und das Gespräch ...

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31.10.06

Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiih! Dann doch lieber Bobby Womack und so ...

Wenn einem sonst nix einfällt, dann kann man sich ja wenigstens außerordentlich verläßlich über DIE WELT aufregen.

Absurd nur, daß parallel zu meinem Geschreibe hier gerade ein Mix mit wundervollen Tracks aus der frühen Disco-Ära läuft. Aktuell gerade Lonnie List. Und jetzt startet Barry White - ja, Barry White. Ein Traum. Und daß in Poschardts DJ-Culture die Passagen über die frühe Disco-Ära, eben über die schwarze Gay-Culture in New York, zu den stärksten gehören. Passagen über jene, die eben sonst nix haben als ihren Körper und darum diesen zelebrieren. Weil er da bis zum Sozialen vordringt. Das läßt er jetzt lieber bleiben,der Herr Poschardt. Jetzt gibt er die Riefenstahl:

"In "Devil wears Prada" ist kaum Platz für Rührung. Deshalb ist die Zeitschrift ein Erfolg. Keine scheindemokratisch legitimierte Institution der Mittelmäßigkeit verhindert Grandiosität und Glamour. Nach einem Jahr aus Fördern und Fordern - auf die denkbar härteste und kompromissloseste Art - ist die Assistentin ein neuer Mensch. 70-Stunden-Wochen haben sie reifer gemacht: Sie sieht besser aus, weiß mehr, ist schneller und konzentrierter, sexyer und mutiger. Ihr Marktwert hat sich vervielfacht. Deshalb lässt sie ihre Chefin im Stich. Das großartige an dem Film ist, dass die Chefin dies vermeintlich kühl registriert, um sich abseits aller Blicke sehr darüber zu freuen. Jemand ist ihr über den Kopf gewachsen. Dies ist das größte Kompliment für eine liberale Perfektionistin."

Ist das jetzt eine neue Form von Comedy, oder meint der das ernst?

Klar wird immerhin, und dafür gebührt dem Herrn ein Dankeschön: Dieses ganze poschardteske FDP-light-Denken speist sich zu weiten Teilen gar nicht aus einer Diagnostik der Ökonomie. Das ist, ganz schlicht, eine Ästhetisierung von Gesellschaft.

Nein, ich schreibe jetzt nicht über die "American Psycho"-Verfilmung und die Ausführungen des Anti-Helden über Huey Lewis oder Genesis. Obwohl diese Passagen - nicht das Szenische, nicht das Morden, sondern der derweil stattfindende Diskurstypus - das Denken eines Porschardt ganz gut karrikieren. Höre stattdessen lieber die sehnsüchtigen, alten Disco-Schmachtfetzen und fühl mich einfach gut. Bobby Womack und so. Toll.

Weil der Porschardt, der Bolz - und wie sie alle heißen - mich nie gekriegt haben. Da bin ich schon stolz drauf. Hätte ja passieren können.

18.10.06

Eine kurze Geschichte der Zeit

Manchmal warte ich auf Kassiopeia, die Schildkröte. Wenn ich die Zeit dazu habe, auf irgendetwas zu warten. So wie jetzt,da ich für viereinhalb Tage den Anachromismus lebe und mich als Volkswirtschaftsschädling gebährde.Ganz der Amoral mich hingebe und in Unfreiheit das Arbeitnehmerrecht zum Urlaub wahrnehme.

So richtig Urlaub war bisher nicht drin in diesem Jahr. Projekt folgt auf Projekt, die Stundenblumen welken - da kommt schon Freude auf, wenn viereinhalb Tage mal das schnöde Nichtstun, zumindest das Nix-Verwertbares tun, sich zwischendrängelt zwischen's Rumgehechel.

Und dann sitze ich da, wenn ich ...

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15.10.06

Als der Rockpalast mit Johnny Winter in der Glotze lief ...

Es gibt Orte, die kennt man. Obwohl man nie da war. Diese American Diner mit der langen Theke sind solche Orte. Mit den Herdplatten, auf denen Spiegeleier zischeln. Wo's bestimmt nach dünnem Kaffee riecht und, je tiefer in der Provinz sie herumstehen und öde in die Weite glotzen, desto mehr wird es wohl nach Schweiß riechen. Vielleicht heißen die auch gar nicht American Diner. Was ja egal wäre. Sie sehen sowieso so aus, als hießen sie so.

Manchmal sieht man übernächtigte Komissare in ihnen sitzen. Manchmal Trucker. Manchmal Teenies in Horror-Filmen, die noch nicht wissen, daß sie kurz darauf auf der Flucht vor irgendeinem Fleischerhaken sein werden - das müssen zentrale, wichtige, entscheidende Orte sein da drüben, diese langen Theken und diese Sitz-Nischen, in denen man sich zu viert gegenübersitzen könnte und doch zu zweit meistens nur sitzt. Dialogisch.

Und egal, in welchem Film, immer wirken sie so, als würden in ihnen Sätze fallen wie:

"Maggie Miller stammte nicht von hier. Und sie hat alles gevögelt, was sich bewegt hat."

Sätze, die man mitschreibt, während man fern schaut. Dieser stammt aus "Mord ist ihr Hobby" und wurde in einer Galerie gesprochen, inmitten von Kunst. Wahrscheinlich ein gut getarnter, Brechtscher Verfremdungseffekt, weil der Satz doch eigentlich in ...

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12.10.06

Dann kam der Blues und ich fühlte mich kurz besser - aber nur kurz ...

Er schwingt mir noch im Ohr, der Sound von Sonny Boy Williams. Höre schon das Knarzen und Ächzen der Veranda unter mir und sehe vor mir das Missispi-Delta ausgebreitet liegen - grün und weit. Der Hund liegt zu meinen Füßen, seufzt und schnarcht genüßlich. Ich nippe am Jack Daniels oder sowas und atme die Leere. Aus der Ferne dringt eine Mundharmonika an mein Ohr, so eine wie die von Guy Forsyth.

Obwohl ich außer ein paar Fernsehbildern gar nicht weiß, wie's da aussieht im Missisipi-Delta. Oder wie's da riecht. Und auch nicht, ob Sonny Boy Williams da her kommt. Aber da ist bestimmt viel Platz, viel Weite, und Holzhäuser mit Veranda gibt es da sicherlich auch, da im Missisipi-Delta.

Blicke mit dem geistigen Auge über die Landschaft und träume von Müssiggang (ja, Hank Chinasky, Du hast mich aufrichtig tief beeindruckt, eine so dermaßen gute Schreibe ist mir bisher in der Blogosphäre noch nicht über den Weg gelaufen - großartige Texte). Endlich Müssiggang!

Da reißt mich die slowakische Nationalhymne aus den Abendträumen, und Ivan Rebroff kriecht wie ein dicker, fetter Mistkäfer mit Fellmütze aus den Untiefen meiner Erinnerung. Die hört sich auch so kosakenchorig an, die slowakische Nationalhymne. Nix gegen Ivan Rebroff, mit Mistkäfern hat der auch eigentlich rein gar nix zu tun, aber mit der Troika durch's Missipi-Delta? Nee. Nee, nee, nee.

War's nicht ...

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23.09.06

Freedom's just another word for nothing left to loose

Damals.jpg

Foto: www.beverlyhills90210.de

Seltsam, was so alles in einem hochkommt, wenn man berufsbedingt sich alte "Beverly Hills 90210"-Ausschnitte anschaut. Switch - und plötzlich hängt man wieder in den Emotionen von '92/'93 und wundert sich darüber, wie man wurde, was man ist.

Nicht nur, weil's damals Thomas gab in meinem Leben, der aussah wie Luke Perry, so sehr wie Luke Perry aussah, daß sogar wildfremde Kids in Zügen ihn auf Autogramme ansprachen, der einfach toll war - nee, weil's eben der der Zeitpunkt des Einstieges war in die durchmachtete, politics-gesteuerte und wahllos ausbeutende Welt des ganz normalen Kapitalismus, die einen ganz allmählich auffrißt...

Nachholende Pubertät + Behindertenarbeit + die Suche nach dem Wahren, Guten und Schönen im Studium der Philosophie und Sozialwissenschaften, das war zwar mit weniger Status verbunden als das, was ich heute tue. Aber es war wenigstens LEBEN. Nicht nur dieses der Willkür irgendwelcher Irren Ausgesetzt-Sein. War mehr als nur die permanente Vermittlung von Institutioneninteressen auf Produktebene...

So Leute wie ich aus linksintellektuellen Elternhäusern mit einem ...

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31.08.06

Der 31. August: Es lebe der Kitsch und der Saba-König!

Was soll man von einem Tag halten, an dem Caligula geboren wurde, die Dreigroschenoper ihre Uraufführung feierte und der zugleich der Vorabend des ofiziellen Beginns des Zweiten Weltkrieges war?

Lady Diana fuhr in Paris vor die Wand, und Wikipedia weiß zu berichten, daß an diesem Tag 1942 in Luxemburg ein Generalstreik gegen die deutsche Besatzungsmacht ausbrach, von dem ich gar nix wußte.

Der von Theodor Herzl in Basel in's Leben gerufene, erste Zionistentag in Basel fordert am 31. August 1897 (!) die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina . Nur verständlich angesichts eines europaweit sich intensivierenden Antisemitismus - eine im Zuge der sich verstärkenden Gegenaufklärung auch in Deutschland erneut und doch in historischer Kontinuität sich situierende, noch verschärfter auftretende, massenhaft sich organisierende Menschenverachtung. Gegründet in einem "rassentheoretisch" auftrumpfenden Kulturalismus...

Trinidad und Tobago feiern erst am 31. 8. 1962 ihre Unabhängigkeit ...

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21.08.06

Le jour où la pluie viendra

Heute sind die Suchanfragen, die auf diese Seite verführen, aussagekräftiger als sonst. Z.B. "Grass Nazi Antiamerikanismus". Heute morgen war da schon mal - sinngemäß - "Die 68er haben mehr Werte zerstört als das 3. Reich!" Hallelujah, die kombinierte und konzentrierte Neoliberal-Neocon-Neokonservativ-Rhetorik wirkt. Heute abend fange ich mal wieder an, meine Franz-Josef-Strauss-Biographie zu lesen.

Trotz aller Differenzen und Widersprüche zwischen den erwähnten Gruppierungen - und erst Recht der über's weite Feld gestreuten Positionen einzelner Vertreter - wirkt die. Über das richtige Schreinern der Etiketten oder Zurechtschneiden der Schubladen oder auch die korrekte Verwendungsweise der Worte herrscht ja sowieso Uneinigkeit, was ja gut ist, besser, als wenn alle Sätzen wie dem oben zitierten plötzlich zustimmen könnten. Und das hier: "Das neoliberale Programm als systemische Praxis dient der Erhöhung der Produktion von relativem Mehrwert" - Danke, Nörgler! - wäre ohne diesen Begriffbesatzungsstreit mir wahrscheinlich gar nicht über den Weg gelaufen. Ja, ich weiß, keine Nachfrage, kein Wert, aber die Kritik der Kritik der politischen Ökonomie aus den 20er Jahren ist ja nun bekanntlich auch nicht das Ende der Geschichte gewesen. Das kam noch viel, viel, viel schlimmer.

Richtig freuen tue ich mich freilich darüber, wenn Menschen ...

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20.08.06

Happy Birthday, Henryk M. Broder!

Den laß ich mir jetzt aber auch nicht nehmen, dem Herrn Broder zum Sechzigsten zu gratulieren!

In der Hoffnung, daß die Haßblogs ausnahmsweise mal nicht nur ganz weit rechts sind, sondern auch Recht haben mit der Behauptung, daß der heute ist, dieser Geburtstag.

Der Mann ist immerhin der mit Abstand beste Stilist der deutschen Gegenwartspublizistik! Und bei allem, was der in letzter Zeit für Fragwürdigkeiten schreibt - mit diesem neuen Kapitulations-Machwerk scheint er den Unterbietungswettlauf mit sich selbst ja gewonnen zu haben, dem SpOn-Vorabdruck zufolge - , macht es bei ihm wenigstens Spaß, diese zu lesen.

Außerdem hat der früher richtig gute Sachen geschrieben! Großartig z.B. sein Text zur "Analität des Bösen", der sich abgedruckt findet in der erschütternd spät erst in Deutschland veröffentlichten Übersetzung (wenn ich's richtig sehe, 1986 erst - Skandal!) von Hannah Arendts "Besuch in Deutschland". "Besuch in Deutschland", das sind die ungeheuer lehrreichen Beobachtungen der jüdischen Emigrantin während einer Deutschland-Reise 1949-50: Die mentale Situation der Bevölkerung diagnostiziert sie angemessen schonungslos. Der Klappentext weiß zu berichten: "Arendts Essay gehört zum Klügsten, Bewegendsten und Weitsichtigsten, was über die sogennnte Stunde Null geschrieben wurde", und dem ist nix hinzuzufügen.

Gerade angesichts des grassierenden Neu-Bewältigen-Wollens lohnt die Lektüre, und auch jene des Broder-Textes, die der Rotbuch-Verlag nichtsdestotrotz hinzugefügt hat. Zum Glückwunsch ein paar Auszüge:


"Der "allgemeine Gefühlsmangel", den Hannah Arendt 1950 erlebt hat, mag für den Wideraufbau nach der Katastrophe nützlich gewesen sein, doch hat er einen seltsamen Zustand etabliert bzw. verfestigt: Was den Deutschen an Emotionalität abgeht, machen sie durch Reinlichkeit wett. Mögen andere Völker Frauen wie Mata Hari oder Ciccolina verehren, in Deutschland leisten Frau Caroline und die Tampax-Beraterin den entscheidenden Beitrag zur Sinnlichkeit des Alltags."

Henryk M. Broder, Die Analität des Bösen, in: Arendt, Hannah, Besuch in Deutschland, Berlin 1993, S. 8-9

"Tief im deutschen Gemüt muß es irgendwo einen Schwellkörper geben, der, sobald er sich zur vollen Größe aufgerichtet hat, das Funktionieren der Sinne beeinträchtigt. Der Schwellkörper selbst reagiert auf Stimuli wie "Wissenschaft", "Zukunft", "Utopie", "Alternative", kleineres Übel". (...) Es ist ziemlich ausgeschlossen, daß sich jemand von einer "wissenschaftlichen Idee" faszinieren läßt. Wäre es so, müßten alles Physiker immerzu wie bekifft durch die Gegend laufen. Nicht die "Wissenschaft" kreiert das Faszinosum, sondern der Wunsch nach "Ordnung", der sich in der Idee niederschlägt, und die Übersichtlichkeit, die sich aus der Idee ergibt. Und Ordnung kann als Synonym für Sauberkeit genommen werden. Was der Hausfrau das ajaxgescheuerte Badezimmer, das ist dem Kopfarbeiter die "wissenschaftliche Lehrmeinung". Ein irritierender Schmutzfleck hier wie dort führt zur selben Reaktion: es wird entweder sofort nachpoliert, der Status quo ante hergestellt, oder, falls das nicht möglich ist, der Verursacher der Verschmutzung zur Strecke gebracht."

Henryk M. Broder, a.a.O., S.14-15


Ach ja, die reinen Marktwirtschaftswissenschaftler ... seinen Adorno hat er auch gelesen. Auch Leute wie ich bekommen da ordentlich auf die Glocke: Brilliant kommentiert Broder die Abwicklung des DDRigen und macht sich vor allem über jene lustig, die inständig vertreten, das sei doch gar kein richtiger Sozialismus gewesen. Auch denen, die so wie ich Verklärung der Wirklichkeit durch massenmediale Popularisierungswucht beklagen, verpaßt der Mann erst mal einen verbalen Aufwärtshaken:

"Hinter solchen Sätzen (im konkreten Fall einer von Dorothee Sölle, MR) steckt nicht die Verachtung für totalitäre Apparate, sondern der Ruf nach einem. Es möge endlich einer kommen und die Flut, die das Fernsehen in die Wohnzimmer spült, stoppen. Es möge einer sagen, was wir sehen dürfen und was nicht, es sollen wieder saubere Zustände herrschen."
Henryk M. Broder, a.a.O.,S. 17

Da applaudieren Libertäre, Standing Ovations in Reih und Glied, und schamvoll wende ich den Blick vom Text. Und freue mich trotz allem, was er mittlerweile schreibt, daß es den gibt, den Broder.

Californication

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Foto-Quelle

In der Halbzeit läuft "Californication" von den Red Hot Chili Peppers. Gelockte Bremer Nachwuchsspieler zeigen ihren Bauchnabel, ganz schön sexy. Eros & Civilization, sozusagen. Schauen wird doch mal rein:

"Der "Kampf ums Dasein" ist ursprünglich ein Kampf um Lust: Die Kultur beginnt mit der kollektiven Bemühung um dieses Ziel. Später allerdings im Interesse der Herrschaft organisiert: die erotischen Grundlagen der Kultur werden umgebildet. Wenn die Philosophie das Wesen des Seins als Logos auffaßt, so ist dies schon der Logos der Herrschaft - die befehlende, beherrschende, lenkende Vernunft, der Mensch und Natur unterworfen werden müssen."

Herbert Marcuse, Triebstruktur und Gesellschaft, Frankfurt/M. 1979, S. 110, Erstauflage 1957


Na, ja, ich weiß schon, warum ich Marcuse nicht wirklich mag, und dennoch: Passen tut's schon. Zum Currywurstessen. Freitag nachmittag, mit Blick auf das Schulterblatt im Regen. Gegenüber die "alte Flora", ich liebe dieses morbide Abgerissensein des ehemaligen Vergnügungstempels mit all den Transparenten daran, die aussehen wie aus einem Museum für die politische Kultur der 80er.

Anständige Bürger raunen "Schandfleck", wenn sie daran vorrübergehen, ich denke eher sowas wie "Schön war die Zeit". Als man erst durch die revolutionsromantischen, brennenden Ölfässer und die Barrikaden unten an der Hafenstraße spazierte, um sich Konzerte der Goldenen Zitronen anzuhören. Und sich die Musik von Bands mit so illustren Namen wie "Ostzonensuppenwürfel machen Krebs" antat.

Und dann im Anschluß das Gerangel um den Bau des Musical-Theaters inmitten unseres Viertels - kam ich von der S-Bahn, so ...

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28.07.06

Stöckchenfang

An sowas kaut ja normalerweise mein Hund. Richtig leidenschaftlich. Manchmal, wenn ich gerade zielstrebig und wohlgemut durch die Stadt marschiere, zehrt es auf einmal fürchterlich nach schräghintenrechts an der Leine, und platsch, das Tier hat sich auf eine Wiese geschmissen und knabbert genüßlich am Stück Holz. Manchmal schnappt es sich auch welche und zeigt sie mir dann, stolz und breit lächelnd (Hunde können wundervoll lächeln, auch wenn sie so einen Zweig im Maul haben, die Augen leuchten dann): Beute gemacht. So Hunde sind schon was Feines. Die provozieren vortreffliche Phänomenologien der Beleidigung, die so gut sind, daß es dann kurz darauf zu erruptiven Eskalationen kommt - einfach, weil man beim Rumspazieren mit Thölen mal zum Nachdenken kommt. Womit ich schon ...

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Spinnmilbe fressen Rose auf

Das Wetter und die Musik - ist schon erstaunlich, daß da nicht "Hangin' around" an erster Stelle steht, wenn es schon um die Stranglers geht. Ich stehe musikalisch schon nichts anderes mehr durch als die ollen "Café del Mar"-Sampler, auch wenn die sich retrospektiv anhören wie Fahrstuhl-Musik im Kaufhof.

Spinnmilben fressen derweil meine Rosen auf, und erstaunlich ist, wie's Denken sich wandelt und windet, in's Assoziative übergeht und dem Dunst der bewegungslosen Luft sich anähnelt ... Sätzen begegnet man träge mit Kontemplation, saugt auf und kann kaum antworten, und es kompostiert sich anders, was man liest, braucht länger, findet Punkte nicht ... die große, rhetorische Geste weicht dem Flow, die Analyse der passiven Hermeneutik des Sich-Einlassen-Wollens, ohne zu wissen, worauf denn eigentlich ... Bilder kehren unaufdringlich zurück vor das innere Auge, Bilder von einst, auf der Dachterasse dieser kruden Pension in der zweiten Reihe des Playa des Figueretes (oder wie der heißt), sitzend, die "Rammstein Live"-CD drängt sich in's Ohr und das Gefühl nicht minder, diese pappigen Hotelbauten vor meiner Nase könnten mal eben so vom Sound hinweg gefegt werden ... von der Rache des Ostens am Kapitalismus als solchem. "Sie sprachen nur von Deiner Mutter - so gnadenlos ist nur die Nacht", rollende R's und Engeleien ... aus Trotz packt mich die Lust, "Wish you were here" zu hören, dabei habe ich ...


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26.07.06

Über Flughäfen

"Wir haben da noch so eine Aktion 5 plus Hut mit im Programm" spricht säuselnd die Promotionagenturvertreterstimme links von mir in ihr Handy. Das Hemd, das stolz er trägt, ist weiß, frisch gebügelt und in die Hose gestopft. "Wer fünf kauft, bekommt einen Hut dazu".

Der Typ läßt sich dabei von der Status-kompatiblen Blondine an seiner Seite den ausrasierten Nacken massieren. Das zur Gel-Fläche geglättete Haar darüber glänzt wie aus der Zeit, als die Tempo "Lust auf Prinzen" machte. "Wir könnten jedem der Gäste ein Glas - 0,1 - reichen, das wären dann so sieben Kästen. Das ist der klassische Probierkontakt, dann kaufen unserer Erfahrung nach die Leute mehr". Gefällig, die Stimme. Betont auf jeden verbalen Schmiß oder devote Butlerhaftigkeit verzichtend schmeichelt der Heini auf den roten Plastiksitzen der Sports-Bar am Münchener Flughafen dem Kommunikationsmedium als solchem. Obwohl man auf diesen Sitzen so erbärmlich schwitzt.

Eine kaum ihre Würde wahrende, ältere Dame mit goldenen "College-Schuhen" (so nannte man die in meiner Jugend, als die heutigen Liberalen im Netz noch Popper waren und Lacoste und Benneton trugen) und Wasser im rechten Bein lauscht derweil den Beschwerden der Frau Kellnerin über unhöfliche Gäste: Manche setzten sich einfach an den Tisch und herrschten sie an: "Aschenbecher!!!" Kein "Bitte!", kein "Grüß Gott!". Danach diskutierten die dann wahrscheinlich, ob sie ihr Trinkgeld gäben ...

Rechts von mir zeigt ein gealterter Öko-Schönling mit grau durchsetzten Locken, ...

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01.07.06

Kommentare + Trackbacks ...

... funktionieren wieder! Falls Bedarf ...

30.06.06

Kommentare und Trackbacks

Derzeit sind wir Opfer einer schweren Spam-Attacke, insofern mußten die Kommentar- und die Trackbackfunktionen "abgeklemmt" werden. Pardonnez-moi, habe ich auch gerade erst erfahren. Wird über's Wochenende hoffentlich geregelt.

04.06.06

Das kleine Glück und seine Tücken

Rosenprofessor Sieber.jpg

Foto: Kordes-Rosen

Das Naturschöne. Die Kontemplation. Und Samstags-Mittag-Vergnügen im Pflanzenforum an der Eulenkrugchaussee. Dann auf dem Balkon sitzen und sich die neueste Errungeschaft betrachten: Die Hochstammrose "Rosenprofessor Sieber". Ein wundervolles Gewächs, das Frische ist und verspielt vor sich hin blüht - einfach so, verschwenderisch.

Das lindert das Unbehagen angesichts der herrüberwehenden, barbarischen Laute vom "Schlagermove" - sogar "Viva Colonia" haben die da gespielt, und heilfroh ist da der Hamburger an sich, daß er keinen Karneval erleiden muß. Wobei: Das Wetter. Meine wundervolle Grace, ihres Zeichens eines englische Rose in einem traumhaften Abricot, hat gerade mal zwei Knopsen hervorgebracht - letzten Sommer blühte sie überreich. Und die Red Eden Rose hat einfach das Austreiben eingestellt, obgleich ich doch die hellblaue Clematis nur als Kontrast zu ihr gepflanzt habe. Die geheimnisvolle Rose de Resht ...

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11.04.06

Willy wählen!

"Ich habe mich immer mal wieder gefragt: An welche Jahrzehnte haben sich wohl diejenigen Zeitgenossen erinnert, die meinten, das sozialdemokratische Jahrhundert sei vorbei. Haben sie die beiden Weltkriege, Faschismus und Stalinismus ausgeblendet, die großen Wirtschaftskrisen und die neuen, existentiellen Bedrohungen? Nein, die Epoche der sozialen Demokratie muß erst noch kommen, falls und damit es ein Überleben der Menschheit gibt. (...) Die Sozialdemokratie muß sich als Volkspartei ständig erneuern. Nur so kann sie sich als bewegende Kraft bewähren. Dazu gehört, daß das Bündnis, von dem ich sprach - Arbeit, Kultur, Wissenschaft - erneuert wird, daß es vital und tragfähig ist. Vielleicht ist das nicht genau die Mitte, aber die Mehrheit ist es allemal. Mit solchen Allgemeinheiten - an denen immer etwas richtig ist - wie zum Beispiel, daß es auf die Mitte ankomme, ist uns wenig gedient. Gewiß, daß nicht die Mehrheit finden kann, wer nicht in die Mitte reicht, darauf war unsereins auch schon gekommen. Ich weiß aber auch, daß sich das Harmoniebedürfnis vieler durch die Besetzung des Mitte-Begriffs ausbeuten läßt. Dies haben uns geschickte Reaktionäre bis zum Überdruß vorexzerziert."
Willy Brandt, Die Abschiedsrede, Berlin 1987, S. 32-33

Ob's wirklich Kurt Beck ist, der diese vagen Formeln mit Inhalt füllen kann? Ich bezweifel das ... ein neuer Willy Brandt wird gebraucht, kein Landesvater mit Gemütlichkeits-Bonus ... ich trauer ... und Schröder ist schuldig.

"Die Restschule"

Aus Gründen intellektueller Lauterkeit - ja, auch ich klopfe mir gerne selbst auf die Schulter - sei noch ein Gegenartikel zu meiner gestern erneut aufgestellten Forderung nach der Abschaffung der Hauptschule empfohlen. Wenn das hier schon sonst keiner mit mir diskutiert, dann diskutier ich halt mit mir selbst. In der gestrigen FR fand sich folgendes:

"Zwar diagnostizierten die Wissenschaftler tendenziell an Hauptschulen eine höhere Gewaltbereitschaft. Gleichzeitig stellten sie aber fest, dass die Jugendlichen vor allem ihre Klassen als positives "Kontrastmilieu" zu Gewalterfahrungen außerhalb der Schule empfinden. "Wir haben eine gut funktionierende Klassengemeinschaft erlebt sowie ein hohes Engagement der Lehrer", sagt Helsper."

Die Wissenschaftler sind solche ...

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27.03.06

Er ist weg!

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Und das wurde auch Zeit. Man kann hier gar nicht aufzählen, wie viel politisch Unsägliches dieser Ex-Justizsenator Kusch da oben auf dem Foto zu verantworten hat, und heute ist er über eine "Protokollaffaire" nun endlich gestolpert und längst hingeschlagen. Ole von Beust, auch nicht viel besser, hat ihn entlassen, als hätt's dafür nicht lange schon verdammt gute Gründe gegeben. Neben all diesem meiner Ansicht nach Verwerflichen, das er gesagt und getan hat ...

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Glückwunsch! Mut! Zivilcourage!

Dieser Fall hat ja völlig zu Recht enorm viel aufgewirbelt. Ist mir völlig unverständlich, daß der eine oder andere Blogger dieses nur als eine "weitere Sau"; die irgendwo hindurchgetrieben würde, begreift - hier geht's sowohl um Prinzipelle als auch um's Menschliche. Die Bloggerin Moni bleibt jetzt standhaft, Glückwunsch! Finde ich saumutig!

Will mich auch gar nicht irgendwo dranhängen, wollte nur meine Spendenbereitschaft erneut bekunden, Kontakt steht im Impressum. Verfolge auch den Verlauf auf der Seite selbst und sehe so ja sonst auch, wann's an der Zeit ist. Und daß Udo Vetter jetzt bereit ist, die Interessen der Bloggerin zu vertreten: Super! (via wirres)

Mehr Demokratie wagen? HarHarHar ...

Da lacht sie sich schlapp, die politische Klasse, und klopft sich triumphierend auf die Schenkel. Wir haben's geschafft! Der Wähler stört uns nicht mehr, seitdem wir uns auch öffentlich verbündet haben.

Politik versteht sich als geschlossenes Handlungssystem - der Herr Wulff hat's gestern unverblümt ausgesprochen - und zieht ihr Selbstverständnis aus dem Problemelösen, nicht mehr aus dem Beitrag zur politischen Willensbildung des Volkes. Das sich schon gar nicht auf so anachronistische, linke Mythen wie jenen der "Volksvertretung" beziehen will. Repräsentative Demokratie im Deutschland 2006 versteht das Repräsentieren als Sich-Präsentieren bei Christiansen. Als irgendjemand gestern in der nichtsagendsten Polit-Sendung der bundesrepublikanischen Geschichte - ich glaube, es war der gar nicht so üble Herr von der IG-Metall - auf die desaströse Wahlbeteiligung verwies, antwortete Herr Wulff darauf, daß die Linkspartei ja eine solche sei, die nur blockiere und keine Probemlösungsansätze vorschlage. Aha. Das also ist die Antwort auf die Wahlbeteiligung?

Polit-Management nach Harvard-Buisness-School-Vorbild ist angesagt, und man tarnt dies durch Kohlismen der Über-Papis - und Mamis, wie Kurt Beck einen darstellt. Und bevor 'ne attraktive Frau gewählt wird, ...

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26.03.06

Rosen schneiden

Red Eden Rose.jpg

Seltsam. Als Sprößling eines SPD-Haushaltes, der schon im zarten Alter von 10 Jahren mit Schlümpfen und Gummifiguren zusammen mit seinen Geschwistern Parlament spielte - und das ironischerweise im Urlaub am Wolfgangsee - habe ich sonst immer Wahltage nervös und aufgeregt verfolgt, bei der ersten Hochrechnung lief der Fernseher. (Miraculix war übrigens damals immer Präsident, weil der so weise aussah - har, har! Und mein Bruder hatte 7 kleine Plastik-Wums, auf dem Schützenfest geschossen, und die waren dann schlicht "Die Opposition").

Ich habe so wundervolle Wesen wie die Red Eden Rose da oben auf meinem Balkon wohnen, außerdem noch Leonardo da Vinci, Yellow Charles Austin und die Bow Bells als Hochstämme, eine Rose des Resht, die wundervolle Grace und 'nen Oleander. Ach ja, und eine Clematis namens "The President", bin mir aber nicht sicher, ob die den Winter überlebt hat. William Morris haust da auch noch, aber der muß ...

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24.03.06

Eine kurze Korrektur vermeindlicher Irrtümer

Die Kurzfassung einer Erwiederung, die sich wahrscheinlich über Monate, wenn nicht Jahre in ganz vielen neuen Einträgen fortsetzen wird. Beziehe mich auf Statlers Antwort auf meine Einwände gegen sein unkommentiertes Posten letztlich diffamierender Zitate von Popper/Albert zu Habermas/Adorno.

zu "Irrtum #1":

"Es geht hier keinesfalls um “Intellektuellenfeindlichkeit”, sondern um eine Allergie gegen Obskurantismus."

Das mag ja sein, aus dem Kontext gerissene Zitate bewirken jedoch intellektuellenfeindliche Reflexe. Halte es mit meinem Lehrer (der Arme kann sich gar nicht an mich erinnern, und ich berufe mich hier ständig auf ihn, für mich war's aber mein Lehrer, das ist Professorenschicksal an Massenuniversitäten) Herbert Schnädelbach, daß man Rationalität auch schlicht als Verständlichkeit ...

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23.03.06

Spaziergänge mit läufigen Hündinnen und Dein Freund und Helfer

Nee. Lustig war das nicht. Ich ahnte schon, was kommen würde.

Gehe mit meinem heißgeliebten, restläufigen und außerordentlich lustvollem Hundetier auf eine Ampel zu, direkt gegenüber vom "Dom". Entgegen kommt mir eine Frau mit großem, weißem Hirtenhund, die einen häßlichen, kleinen Streuner mehrfach wegstöß, der am Hintern des Hirtenhundes klebt. Versuche abzubiegen, zu spät: Das struppige Viech dreht ab und kommt natürlich direkt auf uns zu. Hängt nun am nächsten Hintern. Über eine Ampel. Über eine zweite Ampel. Weit und breit kein Besitzer zu sehen. Läßt sich immer nur ein, zwei Meter wegscheuchen.

Noch ca. 2 Kilometer zur Arbeit. Keinen Menschen interessiert's, daß ich die ganze Zeit versuche, eine kleine Drecksthöle zu vertreiben. Nehme meine Hündin auf den Arm. Findet die blöd, sie will ja poppen. Ich will aber keine Welpen. Weitere Querstraßen, der Streuner entfernt sich. Setze mein Tier wieder ab, er kommt wieder näher. Immer näher. Meine Kleine an der Leine zerrt wie blöde, er läßt sich immer ...

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Flower-Power

Ich zitiere hier jetzt einen Kommentar aus einem anderen Blog, das ich heute morgen verlinkte, zu meinem vorherigen Eintrag.

Einfach, weil dieser sich wiederum auf meinen Eintrag bezog. Will mal darauf verzichten, in diesem Fall in einen anderen Blog zu pinkeln; halte das Ganze auch für interessant genug, um einen eigenen Eintrag daraus zu machen. Außerdem gehören meine Beiträge schließlich auch hier kritisiert. Zudem macht er deutlich, mit was für einem rhetorischen Gestus die Vertreter einer bestimmten Denkschule sich selbst das Prädikat "Kritisch" zusprechen, obwohl sie offenkundig gar nicht wissen, welchen Begriffsumfang dieses Wort hat. Falls es sich beim Zitieren von Kommentaren um eine Urheberrechtsverletzung handelt, weise man mich darauf hin.


"MomoRules sagt und bekennt eingangs seines Kommentars er sei kein Popper-Experte.

Eigentlich müsste mein Kommentar hier enden.

Popper ist ein sehr gewissenhafter und tiefgründiger Philosoph."

Ich glaube, keine Generalkritik an Popper verfaßt zu haben. War ja voll der freundlichen Worte für diesen. "Tiefgründing" ist genau eine dieser diskursiven und zudem typisch deutschen Schlenker, die nichts sagen, aber viel suggerieren. Wenn sich jemand auf die "Tiefe" eines Denkens beruft, autsch, dann heißt es vorsichtig sein.

"Viele seiner Gegner, nicht alle, wissen das Wort Schwäne korrekt hinzuschreiben. Beim Wort Falsifikation wird es bei vielen schon schwieriger."

Das hatte ich tatsächlich falsch geschrieben, da hat er Recht. Das ist aber auch schon wieder so ein nichtssagender Schlenker. Wer substanziell nix zu sagen hat, der beruft sich halt auf Rechtschreibfehler.

"Die sich daraus ergebenden logischen Implikationen haben die wenigsten verstanden und gar verinnertlicht."

Das heißt jetzt natürlich "Ich aber!", "verinnerlicht" hat The Flower übrigens auch falsch geschrieben. Dieser Gestus, des Eingeweihten, des Priesters würde ich eigentlich eher bei Mullahs oder Schwarzmagikern vermuten. genau der ist aber für manche Apologeten des neokonservativ-liberalen Denkkomplexes erschütternd typisch. Bei Konservativen kann man nix anderes verlangen, bei sich auf Popper berufenden Liberalen erwarte ich schon ein wenig mehr.

"Denken ist eine der anstrengendsten Tätigkeiten und “richtig” denken noch mehr."

Stimmt.

"Wer Popper nur mit Falsifikation und Hegel in Verbindung bringt, der kann einem schon leid tun. Aber, gegen Oberflächlichkeit muss man sich gegen alle Seiten hin absichern. Das beste Mittel dagegen ist eine (K)ritische Vernunft."

Ja, Denken und Lesen ...

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"Der Morgen" ist wieder da!

Auch von hier, fast unbekannterweise, gute Besserung und ich freu' mich drüber, da wieder lesen zu können!

22.03.06

Religion ist Herrschaftswissen

Aufschlußreiche Hintergründe zu diesem grauenhaften Exempel, das in Afghanistan vollstreckt werden soll, finden sich heute in der FR.

20.03.06

Bourdieu über Habitus

"Der Begriff Habitus bezeichnet im Grunde eine recht simple Sache: wer den Habitus einer Person kennt, der spürt oder weiß intuitiv, welches Verhalten dieser Person versperrt ist. "

Pierre Bourdieu, Satz und Gegensatz. Über die Verantwortung des Intellektuellen, Berlin 1989, S.26

In Hannover gab es ...

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19.03.06

Wie war das noch mit der Inquisition?

Habe ja gar nix Grundsätzliches gegen SpOn, aber der hier ist schon blöd: "Doch intern geht es nicht nur um Glauben, sondern auch um Macht." Na sowas!

17.03.06

Der Herr Schirrmacher und sein Männerbild

Gestern die Sauce angerührt, heute würzige Details: In der heutigen Ausgabe der BILD-Zeitung pflanzt Frank Schirrmacher seine serielle Volkserziehung fort und feiert das weibliche Geschlecht. Schön! Nicht so schön die Klischees, die er dabei reproduziert:

Zitat 1: "Durch die erhöhte Erwerbstätigkeit der Frau und der "wachsenden Last des Alters" wird sich der Wert einer Tochter in einer "Ein-Kind-Familie" erhöhen - weil die Tochter künftig beides kann: die Rolle des Brotverdieners erfüllen - und die des Betreuers."

Zitat 2: "Töchter werden sich zusätzlich um Großeltern, Eltern und kinderlose Verwandte kümmern müssen - wegen zu geringer Rente und einer funktionsunfähigen Pflegeversicherung."

(BILD, 17.3. 2006, S.8)

Das kann man sich gut vorstellen, wie Frank Schirrmacher da sitzt, die Füße auf dem Mahagoni-Couchtisch, und seiner Frau zuruft: "Uschi," (oder wie immer die heißt), "wasch mal Oma!"

Hat der gedient? Ich habe 5 Jahre in der Pflege zugebracht ...

Ich fand schon immer die feministische Ethik zutiefst konservativ, die meinte, als weibliche Tugend jene der "Fürsorge" verkünden zu müssen. Nix gegen Fürsorge, aber das gilt ja wohl für beide Geschlechter, daß fürsorgliches Verhalten richtig ist. Daß Herr Schirrmacher das nun exklusiv den Frauen vorbehalten will, spricht Bände nicht nur über sein restauratives Frauen-, sondern auch über sein Männerbild. Aber die sind in seiner Vorstellung derweil wahrscheinlich alle am Hindukusch ...

Neues Layout, neues Glück

Ja, ist noch das gleiche Blog mit dem gleichen Autor. Vorher sah's für mich ja cooler aus, aber dafür kann man's jetzt viel besser lesen. Danke, Erik! Und so schlicht ist ja auch schön ...

Das wird sich noch rächen für mich ... alle Tippfehler erkennt man sofort ... keiner glaubt mehr, da stünde was Schlaues, nur weil's sich so anstrengend liest ...

09.03.06

Weckerleuchten

Wenn man viel durch die Blogosphäre (oder was auch immer gerade der durch die Blog-Polizei erlaubte Begriff ist) surft und zudem noch im ICE nach Frankfurt den MERKUR liest, dann hat man ja manchmal den Eindruck, in ganz Deutschland hätten Linke, Islamisten und Neonazis schon längst den großen, antiamerikanischen Mob formiert, um unserem Abendland endgültig den Rest zu geben.

Halberstadt trotzt dem Mega-Trend und erweist sich als Spalter: Konstantin Wecker durfte dort ein Konzert gegen Neonazis nicht geben, weil die NPD mit aktiver Teilnahme drohte (via rebellmarkt und Statler & Waldorf, na sowas!)

Da ist's wohl an der Zeit ("Es ist an der Zeit", Wader, "Und auch Dich haben sie schon genauso belogen, wie sie's mit uns auch heute noch tun"), mal wieder Wecker und seine radikal-liberalen, völlig ironiefrei, Gesänge zu zitieren. Z.B. den hier, der mich vortrefflich durch die Pubertät leitete:

"Und keinem ist der Arm so lang
auch nicht der Obrigkeit
daß mir ein ehrlicher Gesang
im Halse stecken bleibt."

Oder auch der hier: "Du bist so häßlich, daß ich's kaum ertragen kann, mich stört Dein Lächeln und Dein Gang, mich stört die Art, wie Du mich ansiehst" - gut, eigentlich ein wirklich erschütterndes Beziehungsdrama als Lied, das wirklich unter die Haut geht, kann man aber auch ohne weiteres Halberstädter NPD-Funktionären und Stadtverordneten zusingen. Und der ewige Hoffnungsschimmer, in musikalische Form gegossen:

"Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
und der Himmel ein Opal.
Weiß ich, daß das meine Zeit ist,
weil die Welt dann wieder breit ist
satt und ungeheuer fett".

Ist zwar völlig unpolitisch und nicht zum Thema passend, aber mit Abstand das schönste Lied von Wecker ... und das hier ist ja nur ein Blog.

06.03.06

Oscar-Verleihung

oscar.jpg

Den Kalauer kann ich mir einfach nicht verkneifen - warum ging der Oscar eigentlich nicht an ver.di?

03.03.06

Demokratieverständnisse

Es soll ja Leute geben, die Demokratie eh als eine Art notwendiges Übel betrachten. Übel deshalb, weil eine Mehrheit über eine Minderheit bestimme und deren individuelle Freiheit einschränken würde.

Mit solchen Prämissen gewinnt man freilich noch nicht einmal ein Fußballspiel. Nicht umsonst war ja Tennis dann auch der Trend-Sport in den Reagan-Thatcher-80ern. Aber schon beim Doppel wird's richtig schwierig, das Prinzip der individuellen Freiheit. "Diese Mitspieler-Schwein zwingt mich zurück an die Grundlinie" !

Daß übrigens sogenannter Fun-Sport in den 90ern so zog, auch das kein Zufall: Da galt ja dies "Spaß in der Masse" als zeitgemäß, da unterwarf sich der Mensch den Gesetzen des Marketings, indem er an "Eventkultur" sich assimilierte. Mit anderen fuhr man Skateboard oder Snowboat und setzte dabei ganz auf onanistische Lust und Spaß. Verglichen mit Tennis schon mal ein Fortschritt, und trotzdem war's Gruppenwixen statt Sex ...

Zurück zum Thema: Liberales Denken hat ja, zuende gedacht, so einen seltsamen Hang zum Verbot. Dem Verbot gesetzlicher Regelungen zum Beispiel, die Interessenvertretungen ökonomisch ....

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28.02.06

Pro Elfenbeinturm

Das Spiel ist ausgefallen, kein Lübeck-Sieg zu feiern, kein Mitfiebern am Liveticker, Wetter auch Scheiße ... und dann liest man Diskussionen rund um Bloglesungen und fragt sich nur: Meine Güte, können die sich nicht alle mal liebhaben ... man schwimmt weiter durch's Netz und bleibt ständig neu daran hängen, daß jeder Hauch der Abstraktion, ja, allein schon der Versuch zu begründen, doch nur lächerlich und vor allem öde sei und fühlt sich plötzlich wieder mitten im Leben.

Boulevard und Entertainment, that's all: Andere Leute vorführen wollen (Boulevard) und alles, was nicht unmittelbar als Gag funktioniert, wird verbal in die Tonne getreten (Entertainment). Als wären nicht genau das die RTL- und BILD-Mechanismen, die eh schon tödlich nerven ... wer Literatur totalisiert, ist auch vor Ernst Jünger nicht mehr sicher.

Und da in jedem Film- oder Romanschreib-Lehrbuch dann steht: "Es gibt 3 dramarturgische Regeln: Konflikt, Konflikt, Konflikt!" wird dieser überstilisiert. Hab nicht mal Lust, die Anlässe dieses Eintrags zu verlinken. Mir jetzt auch egal, ob das hier jemand versteht.

Elfenbeintürme müssen schöne Orte sein ... bestimmt angenehm kühl und ruhig, und keiner pöbelt stumpf rum ... 'nen tollen Ausblick muß man da haben ... sieht die Wolken ziehen, und 'nen Astra kriegt man da bestimmt auch ...

25.02.06

In Schützengräben

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Wahrscheinllich bin ich in der Tat nur Schlaffi, Softie, Gutmensch oder, ohne es nun unbedingt zum zentralen Pfeiler meiner Selbstdefinition gemacht zu haben, tief im Innern dann doch sowas wie Christ. War wohl eine richtige Entscheidung von mir, Zivildienst zu machen, für Kriege wäre ich in der Tat nicht zu gebrauchen. Habe zwar nie gekifft (nur probiert, mochte ich nicht, inhaliert habe ich aber), schäme mich trotzdem bis heute nicht dafür, damals einen Teil meiner Pubertät bei Friedensdemos zugebracht zu haben. Bin da bis heute sogar ziemlich stolz drauf. Deshalb kräuseln sich in der Tat auch meine Nackenhaare und nicht nur die, wenn ich solche Einträge beim geschätzten Statler lese.

Nicht, weil ich die darin enthaltene, politische Position als "das Böse" oder ähnliches empfinden würde. Ihm geht's auch um's "Gute", und ihn treibt's zur Verzweiflung, daß den Weg, den er richtig findet, so wenige nur einschlagen wollen hierzulande.

Für seine Position gibt es gute Gründe, es gibt auch gute dagegen, wie's in der Politik halt ist. Und der geschilderte "Fall" der Weltpolitik macht es ja noch viel schwerer, gegen die militärische Option zu sein, als es im Fall des Irak-Krieges war.

Probleme habe ich mit der Rhetorik. Mit der Sprache. Mit der Attitude. Das ist aber kein rein ästhetisches Ressentiment. "Seltsamerweise verhalten sich die Sozialdemokraten aber gerade im Atomkonflikt genau so wie Waldorfschüler." Ha, Weicheier! Halt solche, die auf anderen Schulhöfen dann gehänselt oder gleich vor's Maul kriegen würden, und das zu Recht! ... "grenzdebile Gesinnungsethiker".

So sehr ich sonst gegen Leitkultur wettere: Die geteilte, geschichtliche Erfahrung, in zwei Weltkriegen halb Europa zerbombt und niedergemetzelt zu haben, läßt sich ja nicht mal eben so negieren. Daraus pazifistische Schlüsse zu ziehen, kann ich trotz aller berechtigten Einwände gegen "Appeasement" einfach nicht schlimm finden. Allenfalls falsch.

Das Fallbeispiel am Anfang von Statlers Eintrag ist jedoch genau so eines, wie ich's noch von den Leuten kenne, die ein paar Jahre älter sind als ich und die berühmte "Gewissensprüfung" für Wehrdienstverweigerer absolvieren mußten. Ich brauchte nur eine schriftliche Begründung schreiben, habe statt Bund 20 Monate Behindertenarbeit gemacht und bin da bis heute sehr stolz drauf, ich grenzdebiler Gesinnungsethiker.

Habe gestern abend zu später Stunde in diesen Horror-Streifen da oben reingezappt. Die Schützengräben waren schon eindrucksvoll inszeniert, meine Güte. Habe dann gegrübelt, wann rein autobiographisch ...

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22.02.06

Schöner Wohnen

Das hier ist angesichts von dem hier und dem hier in der Tat ziemlich wichtig. Deshalb sei's verlinkt (ich liebe Sätze ohne Inhalt, aber voller Verweisungszusammenhänge).

Auch Noahs Kommentar dazu sei jedem ans Herz gelegt, der immer noch glaubt, Begriffspolitik sei irgendeine spinnerte Masche politisch korrekter Gutmenschen, die einzig am Leben hält, daß sie die Freidenkern den Mund verbieten wollen, und nur, weil sie politisch links stehen, allein schon wegen Stalin, Politik im Wesentlichen als Verbot, Einschränkung und Unterdrückung verstünden ... nix da: Sie kennen einfach den Schöner Wohnen-Farbkatalog! Da gibt's dann "Ziegelrot", "Sesam", "Mais" und "Mango" ... alles so schön farbig ...

Ver.di, Tierarzt, Liberta

Finde den ver.di-Streik ja auch seltsam, habe darüber auch an anderer Stelle geschrieben (kam 'ne tolle Diskussion bei raus, habe richtig was gelernt, danke nochmal!).

Ist zwar für andere Branchen wirklich gut, der Ver.di-Streik, Tierärzte z.B. Wenn man eines von diesen Viechern hat, die wirklich jeden Scheiß fressen, der irgendwo auf der Straße rumliegt - habe zwar weder Cocker noch Beagle, aber jeder Besitzer dieser Rassen wird wissen, wovon ich schreibe -, dann wird der Spaziergang durch Städte derzeit zur Tortur. Dabei hat mein heißgeliebtes Tier gerade vor ein paar Wochen wegen schwerem Magen- und Darm-Katarr drei Tage am Tropf gehangen, wurde geröngt und behudelt und gespritzt, und ratzfatz war ich 200 Euro los. Und das alles wegen irgendwas, was irgendwo rumlag ... aber, wie gesagt, da's den Tierärzten hilft, ist's halt Umverteilung im Kleinen.

Wie man nun jedoch aus den Streik-Folgen auf die "Überlegenheit" der Privatwirtschaft schließen kann, gerade, wenn man sich hehre Begriffe wie "Freiheit" auf die Fahne schreibt, das ist mir dann doch ein Rätsel. Inwiefern denn "überlegen"? Weil die Leute da besser spuren und gehorchen in der Privatwirtschaft?

Ist das Streikrecht nicht gerade Ausdruck der Freiheit von Arbeitnehmern? Könnte es nicht sein, daß nur deshalb in anderen wirtschaftlichen Bereichen Gedanken an einen Streik gar nicht erst aufkämen, weil mittlerweile ein allgemeines Klima der Angst das Wirtschaftsleben durchdrungen und vergiftet hat, jedes Selbstbewußtsein längst verreckte? Und Freiheit ohne dieses Selbstbewußtsein, Freiheit in Angst erläutere man mir bitte ...

Für manche (keineswegs alle) Wirtschaftsliberalen ist ja Unterdrückung z.B. durch einen Vorgesetzten nicht weiter relevant, man kann ja den Job wechseln - HARHARHAR! Nicht weiter erstaunlich ist, daß der andere, aktuelle Streik sich nur noch um Sozialpläne und Betriebsvereinbarungen dreht ... Freedom's just another word for nothing left to loose ... aber auch die AEG-Mitarbeiter haben ja bald mehr FREI-Zeit ...

PS: Freiheit heißt doch Liberta auf italienisch? Dunkle Erinnerungen an meine lang verflossene Jugend zwischen Teakholzmöbeln mit grünen Lederkissen und selbstgehäkelten Gardinen raunen mir ein Lied von Milva in's Ohr, "Freiheit in meiner Sprache heißt Liberta, gibt es ein schöneres Wort als Liberta?" - das hatte man davon, wenn die Mutter EMMA las ...

18.02.06

Block-Gegensätze

Maxeiner & Miersch sind immer wieder ein guter Anhaltspunkt dafür, welche Postionen man lieber nicht vertreten sollte. Weil man deren Texten immer die Motivation anspürt - die sind zumeist auf individualbiographische Verarbeitungsprozesse reduzierbar selbst dann, wenn man die inviduelle Biographie der Autoren gar nicht kennt.

Da mischen sich offensichtlich ungenügend verarbeitete Frustrationserfahrungen mit einem harten Ringen um so etwas wie eine möglichst männliche, möglichst kämpferische personale Identität, und wie alle psychisch schwachen Gemüter - so wirken sie zumindest, keine Ahnung, ob's sie wirklich sind - finden sie Wege hierzu nur in Abgrenzung gegen Andere.

Diese eigentümliche Sehnsucht nach dem Heroischen ähnelt dem verpickelter Teenie-Jungs, die dann in Superhelden-Comics sich flüchtend von wahrer Größe, Stärke und dem Sieg des Guten gegen alle Widerstände träumen und so die Demütigungen, Komplexe und Selbstzweifel des Alltags vergessen können. Schurken wie der Joker bevölkern ihr regressives Gemüt, und deshalb lieben sie ja Bush so sehr, der genau diesem Mythos sich verschrieben hat und ihn als Weltpolitik auslebt.

Da sie's offensichtlich brauchen, in Gut und Böse-Kategorien zu denken, machen sie in ihrer aktuellen Kolumne explizit, ...

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17.02.06

Das häßliche Gesicht des Westens

Nachschlag zum gestrigen Eintrag - Zitat aus einem Artikel von Michael Lüders in der Frankfurter Rundschau:

"Selten habe sich in der Region "das hässliche Gesicht des Westens" so unverhüllt gezeigt wie in den letzten Wochen, schreibt Al Ahram aus Kairo. "Nutznießer dieser Entwicklung sind einmal mehr die islamischen Fundamentalisten. Sie erleben einen Aufschwung, den niemand mehr für möglich gehalten hätte, weil die Menschen ihrer Phrasen längst überdrüssig geworden waren. Die gesamte Region sieht sich mit einer neuen Welle des Islamismus konfrontiert." Der Wahlsieg der Hamas, der wachsende Einfluss schiitischer Kleriker in Irak, der Erfolg der Muslimbrüder bei den Parlamentswahlen in Ägypten im vorigen Jahr, das ungebrochene Selbstbewusstsein der iranischen Führung - das alles sei nicht zu verstehen ohne den fortgesetzten Versuch, die Region nach westlichen Vorstellungen neu zu gestalten."

Laß ich mal so stehen.

11.02.06

Marcuse, Molina und die Militärdiktatur

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Es muß in den frühen 80ern gewesen sein. Da knutsche mich eine Spinne, und mit einem Griff in ein Regal aus schwarzem Stahlgetänge und Buchenbrettern hielt ich die Blaupause für mehr als 20 Jahre Leben in den Händen ...na gut, im Knast war ich nicht. Aber sonst.

In einer kleinen Stadtbibliothek in einem Vorort geschah's, im Souterrain eines 70er-Jahres- Baus mit Waschbeton-Fassade. Betrat man das Gebäude, führte zur Linken die Treppe zur Eingangshalle eines Schwimmbades hinauf. Chlorgeruch und Kinderkreischen, kreisende Rentner hinter Glas - in diesem herrschte Badekappenzwang, da habe ich den Frei- und Fahrtenschwimmer gemacht, und es gab eine Michbar mit 2 Sorten Eis: Rotes und weißes Softeis. Von der Halle mit den hohen Fensterfronten gingen Türen ab, führten auf zwei Flure mit den Räumlichkeiten der Volkshochschule, auch unsere selbstverwaltete ...

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Patriotisches Bettgespräch

Hierzu (via FDOG) ist wohl nur noch Erich Kästner zu zitieren:

Hast Du, was in der Zeitung stand, gelesen?
Der Landtag ist mal wieder sehr empört
von wegen dem Geburtenschwund gewesen.
Auch ein Minister fand es unerhört.

Auf tausend Deutsche kämen wohl pro Jahr ...

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10.02.06

Klarheit atmen ...

und diesen Text über Urteilskraft lesen. Ein Muß!

07.02.06

Kein Bildnis

"Das altestamentarische Bilderverbot hat neben seiner theologischen Seite eine ästhetische. Daß man sich kein Bild, nämlich keines von etwas machen soll, sagt zugleich, kein solches Bild sei möglich. Was an Natur erscheint, das wird durch seine Verdoppelung in der Kunst eben jenes Ansichseins beraubt, an dem die Erfahrung von Natur sich sättigt. Treu ist Kunst der erscheinenden Natur einzig, wo sie Landschaft vergegenwärtigt im Ausdruck ihrer eigenen Negativität."

Theodor W. Adorno, Ästhetische Theorie, Frankfurt/M. 1970/1995, S. 106

06.02.06

Christiansens Christenstyle

Die Einspieler in der Christiansen-Sendung sollen natürlich zuspitzen. Um die Debatte anzuheizen. Mit Journalismus hat das Format auch nur am Rande zu tun - recherchiert eher ein Meinungsspektrum, was ja okay ist.

Daß jedoch im Einspieler über einen vermeindlichen Kampf der Kulturen ständig ein grafisch animierter Krummsäbel gegen ein goldenes Kreuz klirrt, empfinde ich schlicht als Frechheit.

Falls in diesem Konflikt Kulturen aufeinanderprallen sollten, dann doch eindeutig eine säkulare auf eine religiöse. Nicht umsonst hat auch der Papst die Karrikaturen kritisiert. Wieso findet dann in letzter Zeit immer diese massenmediale Zwangschristianisierung Deutschlands statt? Die Christiansenisierung war schließlich schon schlimm genug....

04.02.06

Nordfriesland ...

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(Foto: Sigrid Sveistrup)

... ist übrigens auch sehr schön!

Heavy Stuff

Bei Der Morgen ist ziemlich Gruseliges rund um einen Moderaufruf gegen Dr. Dean zu lesen, gepostet in der Kommentarfunktion jenes Blogs, das ich nicht mal in kritischer Absicht verlinke, weil ich mir nicht sicher bin, ob sich dort nicht strafrechtlich relevante Inhalte finden - und hiermit meine ich nicht die Kommentare.

Ob dem so ist, sollen Juristen untersuchen, ich kann's wirklich nicht beurteilen und behaupte es somit auch nicht. Ich verstehe jedoch nicht, wieso so viele meiner "lesenswerten Klassenfeinde", um Statlers & Waldorfs Zuschreibung zu gebrauchen, darauf linken. Das ist mir schlicht ein Rätsel. So was läßt man rechts liegen und belegt es noch nicht mal mit Tiernamen, das wertet nur auf. Und während mir ja einige Formulierungen rund um den "Karrikaturenstreit" ...

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02.02.06

Streichelt Kuschs Ego!

Manchmal, aber nur manchmal muß man sogar was aus der Hamburger Morgenpost zitieren. In der heutigen Ausgabe, auf S. 9, findet sich ein herrliches Interview mit ehemaligen, niedersächsischen Justizminister und Kriminologen Christian Pfeiffer. Thema: Der Hamburger Justizsenator Kusch. Der ist ja eh bekannt als schlimmer Finger, nun forderte er die Abschaffung des Jugenstrafrechts. Was Pfeiffer über ihn sagt, ist darüber hinaus bei ganz schön vielen ganz schön oft anwendbar:

"Er scheint in einer narzisstischen Krise zu stecken. Offenbar hat er Lustgewinn daran, alle vier Wochen durch einen neuen verrückten Vorschlag aufzufallen. Er braucht diesen Kitzel, es streichelt sein Ego."

16.01.06

Alltag in Deutschland

Da ist man doch ganz plötzlich hellwach, liest einmal mehr einen Beleg für die fatale Liaison anti-islamischer Hetze und Neonazismus und fragt sich zudem, wie manch Kommentator darauf kommt, die Pariser Riots auf tradierte Barabarei aus Herkunftsländern zurückzuführen und sich einzubilden, wahlweise Frankreich oder Deutschland seien ja an sich und durch und durch ziviliserte Hochkulturen.

Die Jagd auf Hamed H. und wie deutsche Gerichte damit umgehen, kann man bei "Mut gegen rechte Gewalt!" nachlesen. Via Partisan.

Macht, Müdigkeit, Mathematik

Müdigkeit2.JPG

(Quelle: Fachbereich Mathematik, Universität Oldenburg)

Montage sind ja - allseits bekannt - geprägt durch tiefe Müdigkeit. Nur kurz aufstehen, schon Erholung weg. Da sieht man eine Woche ausgebreitet vor sich liegen - auf ihr stehen sie, die potenziellen Fettnäpfchen, Hürden und Sparringe, elegant eingebettet in die eigentlich so klar strukturierte ...

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06.01.06

Sigmund Freud - bloß nicht als unsere Straße!

Provinzposse in den Randregionen der Metropole: Die Bürger von Hamburg-Wandsbek haben ihren Widerstandsgeist gegen Zumutungen der Bezirksverwaltung entdeckt, und einige Parteien schüren eifrig das Feuer. Auf Wunsch der jüdischen Gemeinde sollte eine Straße in Hamburg nach dem Begründer Psychoanalyse benannt werden, das Wandsbeker Bezirksamt schlug daraufhin die "Wandsbeker Allee" vor. Allseits Empörung.

"Sollen die kleinen Leute unter politischen Entscheidungen leiden?", fragte Liu Guosheng (42), Geschäftsführer eines Reiseunternehmens, das in der kommenden Woche an die Wandsbeker Allee ziehen wollte" schreibt dazu das Hamburger Abendblatt, Springers Postille von Weltgeltung, Sammelbecken für Edelfedern ...

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02.01.06

Nachtrag Sylvesterabend: Stille, Weite, Ewigkeit

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(Foto: Sigrid Sveistrup)

Ich liebe große Begriffe, in diesem Blog-Eintrag sitzen sie sogar mal am richtigen Fleck. Kann nur jedem empfehlen, diesem widerlichen Geknalle, diesen Zielwürfen auf Menschen auf der Reeperbahn und anderswo zu entfleuchen und - tieeeeeeeeeeeef durchatmend - stattdessen lieber über die Strandplatte von St. Peter Ording zu lustwandeln.

Bis 20 h kein Knaller, keine Rakete, keine wahweise durchgeknallten oder frustrierten Party-Suchenden, die porentief vom Streß des verordneten Vergnügens durchdrungen durch ihr fremdbestimmtes Dasein hecheln, um sich auch ja nicht einsam oder überflüssig zu fühlen, um Neujahr und den Montag drauf dann auch wirklich Erlebnisse vorzuweisen zu haben, die zur Kompensation der Post-Sylvester-Depression neben den Galao auf Café-Tische geknallt werden wie Auto, Haus und Frau in dieser blöden Werbung ...

Stattdessen ein Gefühl, als promeniere man gepflegt und tief entspannt über den Jupiter-Mond Europa ... danach Gespräche an Fleischertheken, daß selbst VFB Lübeck-Fans an unseren Aufstieg glauben und nicht mehr an ihren ... 2006 kann kommen! Ich bin bereit!

Na, dann kann ja 2006 nix schief gehen: Der Club der Optimisten startet durch!

Grinsen.JPG (Quelle: Blau-Weiß-Oberbauerschaft)

Das Foto belegt es: Deutschland strotzt vor Lebenslust und Schaffensdrang! Schluß mit German Angst, Gejammer und anderen Zukunftshindernissen! Freuet euch und tretet ihm bei - dem Club der Optimisten. Zumindest dann, wenn ihr einflußreich seid - aber ansonsten ...

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30.12.05

Prost Neujahr

Als letzter Eintrag dieses Jahr sei die göttliche Knef zitiert - aus ihrem Song "Prost Neujahr", gerade neu auf CD erschienen:

"Man blickt zurück und denkt an sich, an wen denn sonst, fühlt sich nicht schlecht, man gibt sich recht ja, was denn sonst, die Liebe kam und ging vorbei, wie oft zuvor, etwas gehetzt, doch sehr geschätzt, kam man empor, wenn man's so recht bedenkt, es war ein gutes Jahr.

(...)

Man blickt voraus und gießt sein Blei und wünscht sich seht dass man im neuen Jahr ein gänzlich anderer wär, dass man so jung und treu und gut wie nie zuvor, doch die Gewohnheit lacht und singt dir sanft ins Ohr: Nun trink mal brav den Sekt und mach dir doch nichts vor."

Prost Neujahr, es war ein gutes Jahr."

In diesem Sinne ...

29.12.05

Was ist schon ein Jahr?

Hieß die so, die deutsche Version von Johnny Logans "What's another year?"? Und hieß der überhaupt so, der zweifache Grand Prix-Gewinner, hieß der Johnny Logan?

Das Loch zwischen den Jahren treibt manche Blogger in den Genuß genau dieses Im-Loch-Seins, andere hingegen in den Frauenzeitungsjournalismus. Schlimm.

Da machen dann plötzlich alle mit. Auch jene, die man sonst geradezu verehrt für ihre wirklich extrem gute Schreibe. Und doch: Diese Fragebögen zum Jahresende - nee!!! Wenn man sich das mal genau durchliest - die Fragen, nicht die Antworten -, fragt man sich ja doch, ob ein Leben in Klöstern oder Krisengebieten ...

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20.12.05

Mc Kinsey und die Volkswirtschaft

Bravo! Ein Applaus für:Nicola Holzapfel! Ganz ironiefrei! Toller Text !

Nicht, daß das Frau Holzapfel jetzt interessieren würde, ob ich nun applaudiere oder auch nicht, ich tu das auch nur rein selbstzweckhaft - ist aber wirklich schön, wie sie diese Selbst-Legitimation der Controlling-Kriterien-Totalisierer, der Ober-Propagandisten der Berater-Republik durch sich selbst erzeugende Umfrageergebnisse auseinandernimmt.

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19.12.05

Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen.

Da schiebt man sich, noch halb verschlafen, morgens mit dem Hund an Schulhöfen vorbei durch den Schneeregen. Da fröstelt man so vor sich hin und will einfach nur wieder hinein ins Warme der eigenen Wohnung ... da schießen einem diese Nietzsche-Zeilen durch den Kopf, "Wohl dem, der eine Heimat hat", jetzt mal Heimat als konkretes Zuhause verstanden. Da begibt man sich googlend auf die Suche nach diesem Gedicht - findet's nicht, aber stattdessen das hier. Schön! Auch 'ne Antwort auf den Schneeregen ... auf jeden Fall eine bessere als ausgerechnet Nietzsche ...

Glückwunsch, Wolfgang Schäuble!

Im Gegensatz hierzu erweist sich Wolfgang Schäuble nun doch als echter Pragmatiker jenseits stumpfer Hetze. Abgesehen davon, daß ich mich immer noch frage, wieso "Parallelgesellschaften" in Blankenese oder Berlin-Mitte weniger problematisch sein sollen als in Wilhelmsburg oder Neukölln, ist die enorme Sachlichkeit, Unaufgeregtheit und der positive Grundton im Interview mit der Stuttgarter Zeitung gegenüber Zuwanderung wirklich voll zustimmungsfähig. Zeige mich freudig überrascht. Klasse.

Nachtrag:
Wieso DIE ZEIT in ihrer Wiedergabe des gleichen Interviews nunmehr einen scheinbar autoritären Passus herauspickt und zur Headline macht, ist mir ein Rätsel. Daß sich der Glückwunsch an Schäuble nur und ausschließlich auf das Interview bezieht und nicht auf andere, nunmehr im ZEIT-Artikel erwähnte Positionen des Innenminsiters, ist ja hoffentlich klar ....

14.12.05

Volkswirtschaft mal anders

Urlaub ist was Schönes. Und volkswirtschaftlich sinnvoll: Gleich am ersten Tag kommt man mal wieder ordentlich zum Lesen, und um so mehr Blog-Einträge springen dabei raus. Die ja beruflich wichtig sind: Wie im Falle des Präreflexiven bei Husserl bildet sich hier eine eher spontane, ungehobelte, nicht in jedem Fall zuende gedachte Denkmasse, ...

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11.12.05

Neo-Wilhelminismus

Das paßt zum Sich-Gebährden Hamburger Behörden unter dem Senat des Herrn von Beust:

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09.12.05

Marajo

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Zu viel Realität ist doof.

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08.12.05

Trauer, Schrecken, Horror, Scheiße!

Wenn das hier wahr würde - furchtbar wär's!!!

Meine heißgeliebte FR!

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU PLUS - sensationell wichtig ist sowas. Ist ja noch nicht mal übertrieben, diese Zeitung, die sich all dieser modische Häppchenscheiße, diesem ganzen ökonomistischen Nachgeplapper so konsequent entzieht, diese Zeitung, in der man noch nachlesen kann, was Gewerkschaften wirklich sagen, anstatt immer schon die diffamierte Variante in große Rhetorik verpackt präsentiert zu bekommmen (nicht, daß ich denen besonders häufig zustimmen würde, den Gewerkschaften, ich will aber wenigstens wissen, was deren Positionen sind, und was Herr Hundt und seine Kumpels sagen, kann ich ja auch in allen anderen Zeitungen lesen, mal als Zitat und mal ab- und umgeschrieben von sogenannten Journalisten), es ist also wirklich nicht übertrieben, eben diese Zeitung als eine der letzten Bastionen der Demokratie in einem - von ein paar Nischen abgesehen - ansonsten fast komplett gleichgeschalteten Medien-Kosmos zu begreifen.

Und der FR-PLUS-Teil - wirklich vorbildlich, weil er zu vertiefen versuchte, was andere einfach nur breit treten. Mit dieser Zeitung geht's mir wie 'nem Rentner, der an alles sich gewöhnt hat und aus Gewöhnung Glück gewinnt, die gehört zum gelungenen Tag einfach mit dazu!

Was soll ich als Hamburger denn mit Frankfurter Lokalnachrichten??? Liebe Leude von der FR, ich habe euch doppelt abonniert (einmal für mich, einmal für meine Schwester), macht keinen Scheiß!

07.12.05

O Schreck!

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Da erkläre ich so ganz für mich allein den 7.12. zum Tag der Dichtung und dann sowas: Auf einmal, an irgendeiner Bushaltestelle in der Hamburger Neustadt, durchfährt mich ein Name wie Schock: Kristiane Allert-Wybranietz!

Das geht tief unter die Haut, ein Schlag wie in die Magengrube - gegen diese Kristiane Allert-Wiebranitz-Verschenken-Welle waren noch "The Fog - Nebel des Grauens" oder dieses Texas-Chain-Dingens-Massaker reine Komödien. Auf einmal sinnierten erwachsene Menschen in Sätzen wie "Einsam fühle ich mich, wenn ich meine Hände austrecke und nur Fäuste fühle" oder so ähnlich vor sich hin, meistens genau jene, die auch den "Tod des Märchenprinzen" mit sich rumschleppten wie eine Bibel. Schlimm war's!

Wieso man solche Leutewie Frau Allert-Wybranietz irgendwo abspeichert und Jahre später dann plötzlich wieder weiß, wie die hießen und was sie waren, obwohl man ewig nicht an sie dachte ... verstehen tue ich nicht, wo das dann plötzlich herkommt.

Aber zur prompten Kompensation der Erinnerung an so schlimme Zeiten nun noch'n Gedicht:

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Es kann nicht gut sein, wenn man friert ...

So erkläre ich mal aus aktuellem Anlaß diesen 7. Dezember zum Tag der Dichtung ... noch aktueller der Anlaß, gerade mit dem Hund draußen gewesen zu sein. Nix gegen Jahreszeiten, aber da wirbeln einem dann doch Zeilen von einst durch's Hirn und bilden Eiskristalle:

(...)

Schon sehr bald, da wird man wieder frieren,
und man ist so hilflos, wenn man friert.

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05.12.05

"Auszumerzende Schwachstellen" und die Parallelgesellschaft

Es gibt sie noch: Artikel in großen Tageszeitungen, die statt auf plumpe Slogans und Kampfbegriffe nebenbei auch noch auf Texte zur Versachlichung und zur Begriffsanalyse setzen. Heute: DIE WELT. Toller, differenzierter und klarer Text Text zum Thema "Parallelgesellschaften". Kein Wunder, daß der Autor Franz Walter nunmehr der niedersächsischen Landesregierung ein Dorn im Auge ist - bemüht diese Partei sich doch derzeit, diesen Begriff zur Stiftung von "Identität" - mit was auch immer - zu instrumentalisieren. Verwunderlich hingegen, daß der Präsident der Universität Göttingen, Kurt von Figura, sie bei diesem Anliegen unterstützt und das Institut des Politikwissenschaftlers als "Schwachstelle" seiner Universität begreift, die es "auszumerzen" gelte - das schreibt zumindest DIE ZEIT. Gut, daß ein Franz Walter der Regierung ein Dorn im Auge sein könnte, wird dort auch nur als Frage formuliert. Passen würde es, zweifelsohne ...

Nachtrag 10.12.: Im Apocalypso-Blog kann der Kommentar von Franz Walter selbst zu diesem Vorgang nachgelesen werden. Seinen Akzent

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04.12.05

Fußball Pränatal

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Bei einem solchen Hochzeitsbild der eigenen Eltern kommt man wohl nicht umhin, später selbst Fußball-Fan zu werden ... wenn's zum Spielen schon niemals reichte ... 1 Einsatz in der Klassenmannschaft und nach 3 Minuten wegen hohem Bein vom Platz gestellt .... dann nur nur noch auf der Bank gesessen und für die Haupttribüne geübt ....

Zu spät gemerkelt - aber trotzdem!

Daß nämlich, setzt man das Merkelsche Motto "Mehr Freiheit wagen" in Beziehung zum Willy Brandtschen Original, "Mehr Demokratie wagen", da hinten als Motto "Freiheit statt Demokratie" 'rauskommt. Und das bringt dann doch in's Grübeln ...

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03.12.05

Sehnsucht nach Foucault, nach Habermas und Herbert Schnädelbach

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Bin ja doch eitel und neugierig und schaue deshalb immer in den "Statwatches" nach den den paar Hits, Suchanfragen und so, die Menschen auf diese Seite führen. Ein ganz klein wenig häufiger als andere (so oft nun auch wieder nicht, aber immerhin) schaut hier jemand von einem "PC Outside" der Universität Greifswald vorbei. FU Berlin war auch schon dabei, aber Greifswald - ich gebe zu, ich weiß noch nicht mal, wo das ist. Da schaut man dann ...

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Lust & Liebe

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(Quelle: austrianpsycho/flickr)

Mein aktuelles Lieblingsposting im St.Pauli-Forum:

"Ach so ich bin im übrigen nicht verliebt, nicht mal fast

... aber dafür hab ich Nudelsuppe!"

01.12.05

Weltaidstag oder: Da sei der Papst vor

Der mit Abstand beste Eintrag zum heutigen Weltaidstag findet sich hier . Nicht nur lustig zu lesen, auch wahr.

Die päpstliche Drohung, Organisationen nicht mehr zu unterstützen, die Homosexuelle ihrerseits unterstützen oder positiv darstellen, zeigt nun auch hier Wirkung - über die rege ich mich ja eh derzeit täglich auf, über diese Zeitung. Und das zu Recht:

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Ich bin mein Rembrandt!

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(Quelle: tbee/Flickr)

Da hat mein Michel Foucault dann aber doch so richtig was angerichtet. Seit er das Motto der "Ästhetik der Existenz" verkündete, kamen allerlei Schöngeister aus ihren nach Schöner Wohnen-Farbe stinkenden Penthouses oder auch Altbauwohnungs-WGs in Kreuzberg oder Ottensen gekrochen ...

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29.11.05

Mein Hund hat geerbt!

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Na gut, so richtig gut scannen läßt sich das Bullterrier-Quietsch-Tier nicht, aber Danke nochmal, Noah!

25.11.05

Du bist nichtssagend

Was will der Mann uns eigentlich sagen: http://blog.sueddeutsche.de/inpeace/eintrag.php?id=19? Solche Texte sind ärgerlich. Die locken auch Deppen wie mich ...

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24.11.05

Boys, Boys, Boys

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Nein, um Sabrina geht's im folgenden nicht.

Stattdessen um das, was durch meinen Kopf eher schleppend sich bewegt, wenn ich kurz vor dem Einschlafen noch mal durch's Programm zappe und - mein zweites Mal - Tokio Hotel sehe (bei 1Live Krone - warum gibt es 1Live Krone?). Dann kurz die Fassung verliere. Wie kann man diesen Kindern das nur antun? Die sind ja fast noch prä-pubertär ... dann gebe ich mich weiter ...

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22.11.05

Kanzlerin Merkel

Was fühle ich eigentlich an so einem Tag, da Angela Merkel zur Kanzlerin der BRD gewählt wurde?

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Da, wo man herkommt …

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Immer wieder seltsam, am Grab des eigenen Vaters vorbeizufahren. Mit dem ICE, dann kurz zu winken. Am alten Weg zur Grundschule auch noch entlangzugleiten, wo ich als Kind keine Ahnung hatte, was so alles auf mich zukommen würde. Wo wir eine groteske Version von Bill Haleys „Rock Around The Clock“ vor uns hinsangen, als Grundschulkinder, „1, 2,3,4, Leichen im Sarg, 5,6,7,8 Leichen im Sarg – Deckel drauf, der Sarg ist voll, die Leichen tanzen Rock’n’Roll“ …
Dann an diesem Reihenhaus vorbeizufahren,

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Die Konsistenz von Putenfleisch

Ich finde es nicht in Ordnung, wenn Taxifahrerinnen einem auf dem Weg zum Bahnhof lang und breit davon berichten, wie sie auf sie sogenanntes Ekelfleisch stießen. Da sitzt man da, komplett verpennt, auf dem Rücksitz, ist viel zu früh aufgestanden und mit nüchternem Magen, in dem der Kaffee Wellen schlägt, in’s Taxi gestiegen – und bekommt detailliert bereichtet, wie sie die frisch gekaufte Pute aus dem Paket holte, wie sie dran roch, wie sie es befühlte und ihr klar war: Das ist nicht mehr gut, das Fleisch. Ihr Mann hätte das ja gar nicht gemerkt, der sagte zu ihr, alles sei doch in Ordnung, und so stark habe es ja auch gar nicht gerochen – aber sie wäre es ja immer, die kochen müsse, und wisse deshalb ganz genau Bescheid über die Konsistenz von Putenfleisch ….

17.11.05

Vitamin-C-Verlust

15 Minuten Ärger kosten den Körper 300 Miligramm Vitamin C, hat soeben im Morgenmagazin ein älterer Herr verkündet. Wann ist ein Mensch ein Mensch, möchte man da den mich auch oft Vitamin C kostenden Deutschrock-Knödel Herbert Grönemeyer paraphrasieren. Und nach der Zeitungslektüre der letzten Tage bin ich offensichtlich ein Fall für eine schwere Grippe.

15.11.05

Geile Säue

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So, dann schaue ich mal über meine eigene Seite und stelle in tiefgreifendem Erschrecken fest, daß alle Klischees bedienend lauter alte Diven zu sehen sind. Also, denke ich mir, mach ich's doch wie Erik und suche mal so 'ne richtig "geile Sau" von Pornstar, nur eben schwul. Grübel rum, und der einzige, der mir namentlich bekannt ist, ist Tag Adams. Also gebe ich unter Google-Bild-Suche "Tag Adams" ein, und was taucht auf: Unter anderem das Bild da oben! War also wieder nix mit Sex sells ...

Die schönsten Regenlieder

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Aus gegebenem Anlaß - das Wetter halt - schießen sie einem durch die gesammelten Sinne (vor allem jene, die Feuchtigkeit erfassen): Die schönsten Regenlieder! Mein Alltime Favorite ist ja immer wieder Dalidas "Am Tag, als Regen kam". Oder auch Alexandras "Es ist Novemebr und der Regen dringt durch die Kleider auf die Haut. Ich geh alleine auf den Wegen die mir vom Sommer her vertraut: Was ist das Ziel in diesem Spiel das der Natur seit je gefiel?". Allein schon, weil die Vorstellung von Naturzielen so schön ist .... ja, Erik, auch Madonnas "Rain" fand ich immer trivial, während bei meinem einzigen Bonnie Tyler-Konzert, als der Wolkenbruch just zu den ersten Tönen von "Total Eclipse of the Heart" losplatzte, ein so richtig deftiger Wolkenbruch, es einfach wunderschön anzusehen war, wie genau im Rhythmus dieser großartigen Hymne die Regenschirme, einer nach dem anderen, sich öffneten ...

"German Angst" in Australien?

Na sowas. Nachdem alle Leitartikler der britischen Presse nachplapperten, als nicht furios und eindeutig das Merkel die Wahl gewann, zustimmend "The German Angst" beschworen und so gar nicht einsehen wollten, daß das Pochen auf Arbeitnehmerrechte die einzig mögliche, denkbare und vernünftige globale Perspektive ist, jetzt das: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4954744_TYP6_THE_NAV_REF3_BAB,00.html.

Als sei Australien 'ne deutsche Kolonie gewesen ... jetzt wird wahrscheinlich "The German Angst" zur schlimmeren Epidemie als die Vogelgrippe erklärt und ganz Australien zur Besitzstandswahrernation erklärt, die ja schon in den Strafkolonien, aus denen sie hervorgegangen ist, Versorgungsmentalität quasi genetisch verankert bekam - was'n Quatsch: Global werden muß der politisch Kampf gegen die Nivellierung nach unten zugunsten weniger. Also: Danke, Australien, ihr macht schon mal mit!

11.11.05

Trosthund

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Dieser Hund ist ein Trosthund. Hat heute eine meiner RedaktionsassistentInnen so gesagt.

Schwer gebeutelt inmitten einer großartigen, überrragenden Girlgroup haben die vereinigten PraktikantInnen, VolontairInnen und RedaktionsassistenInnen Unglaubliches geleistet und waren - wie in jeder Produktion - die eigentlichen Pfeiler der Zufriedenheit der Kunden. Eine solche Infrastruktur ist überlebensnotwendig. Doch wie bei jeder Produktion geraten gerade jene, die noch nicht so lange im rauhen Produzentenleben sich aufhalten, kontinuierlich an die eigene Grenzen.

Und in genau diesem Kontext fiel der Satz - sinngemäß: "Immer dann, wenn ich gar nicht mehr weiter wußte und völlig fertig am Schreibtisch hockte, guckte ich mir nur Momo (so heißt der Hund) an, und es ging weiter ..."

Und dann eben dieses Wort: Trosthund. Hunde sind gut für's Arbeitsklima. Sie sind das Wahre und Gute. Sie sind Zweckfreiheit, Einfach-So-Sein und Einfach-Toll-Sein. Da ist man kurz stolz darauf, als "Chef" so ein wundervolles Lebewesen in's Team eingebracht zu haben ...

09.11.05

Und sie jammern ...

Frustation der Führungskraft: Da reißt man sich den Arsch auf und reist durch's halbe Land, um Neu-Aquise zu betreiben, tut, bisher recht erfolgreich, alles für eine gute Auftragslage 2006, freut sich von ganzem Herzen über wirklich tolle Kunden, Super-Persönlichkeiten, mit denen die Zusammenarbeit Sauspaß macht. Macht und tut und wirft seine ganze Persönlichkeit in die Waagschale, ohne, daß dies einem irgendwas ausmachen würde.

Und was machen die eigenen Mitarbeiter? Rennen mit Gesichtern durch die Gegend, als sei das Leiden Christi in sie gefahren, knallen mit Türen, pöbeln ätzend und lautstark durch Teppenhäuser und sitzen einem dann auf dem Schoß, den Tränen nahe, sie hätten ja gar kein Leben mehr, es sei so schrecklich viel zu tun und so hätten sie ja gar keinen Spaß mehr, das würde doch den Produkten schaden ...

Das sind die Momente im Leben, wo ein zutieftst konservativer Zynismus in mir aufsteigt und ich - nur ganz, ganz kurzfristig - sogar Kohls Gerede vom "kollektiven Freizeitpark Deutschland" auf einmal richtig finde ... rein emotional, ist klar. In vielerlei Hinsicht haben die ja Recht.

Ich habe gute Gründe, meinen Mitarbeitern die Adresse dieses Blogs nicht zu verraten ;-) ...

Erster WHAM-Kontakt 2006

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Gestern beim Vorbeigehen am Dom erstmals in diesem Jahr "Last Christmas" von Wham gehört. Habe wohl in letzter Zeit wenig Radio gehört ...

08.11.05

Nachschlag

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So sieht übrigens ein zerknitterter Gassi-Beutel aus, wenn man ihn einscannt. Interessant daran ist, daß dann vor allem das Wort "Brieftasche" deutlich zu lesen ist.

Die Übertragung der Verdauung des Menschen auf den Hund

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Seltsam ist, daß mein Hund immer dann loskackt, wenn ich mir gerade eine Zigarette angesteckt habe. Gebe ja zu, daß ich ohne Rauchen auch schon längst zum Opfer von Backpflaumen und Rhizinus-Öl geworden wäre ... aber daß so ein 6-Monate altes Tier das prompt adaptiert?

Zudem immer scheußliche Szenen dabei herauskommen: Dann steht man mit der Zigarette in der einen Hand, der Leine mit Hund dran, zerrend, in der anderen - und muß es irgendwie schaffen, diese blöden Beutelzu öffnen (wer die kennt, weiß, wie schwierig das ist, da die Lücke zu erschaffen). Um dann die Scheiße irgendwie einzusammeln. Und immer noch mit Zigarette in der einen Hand, Hundeleine in der anderen, zusätzlich noch den frisch gefüllten Beutel in einer der beiden durch die halbe Stadt zu promenieren, weil Hunde grundsätzlich nur in der maximalen Entfernung zum nächsten Papierkorb losscheißen.

Lustig aber, daß das "L" beim Scannen des Beutels da oben auf der Strecke blieb und man somit weiß, daß in der Tat man seinem Hund auf dem Heimweg guten Gewissens zuraunen kann: "Da haben wir aber wieder ordentlich Beute gemacht!"

Fußball Feminin

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Ich fordere angesichts dieser Einladung des "Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe" die sofortige Gründung einer Transvestiten-Nationalmannschaft. Andere Frauen könnten auf sowas doch gar nicht richtig laufen ...

04.11.05

Noah Sow bloggt!

Und dazu noch unter der weltweit einzigartigen domain "www.blogfrei.de" ... und prompt macht's auch Mordsspaß, das zu lesen!

Nicht nur ganze Generationen von "Soccer-Fetish-Boys" (in England gibt's da richtige Parties, stand mal in der Attitude, wobei manch schmächtige Wade in den weißen Stutzen mit den Originalen auf dem Fußballplatz dann doch nicht mithalten kann) werden sich über den Fußball-Artikel freuen.

Auch all die Klemmschwestern in den Stadien, gerade jene auf dem Platz, sollten applaudieren und Chöre anstimmen, z.B., dieses eine Mal sei ein blödes Klischee erlaubt, "Er gehört zu mir!" in den Fankurven anstimmen, wenn ein Tor fällt und der Torschützemit Jubel bedacht wird (wobei sie mit all den "Go West"-Varianten ja auch schon ziemlich richtig liegen, die Fans allerorten - und ABBAs "Gimme a man after midnight", von Madonna ja gerade wieder geadelt, wäre vielleicht doch einen Schritt zu weit über's Spiel hinaus) - und der schönste Satz in Noahs Text ist mit Sicherheit "Das war ein schwules Tor - und das ist auch gut so"! Na eben!

Also: Nix wie hin zu http://www.blogfrei.de/noahsow !

03.11.05

Nachrichten-Risotto

Als würden sie nicht zusammhängen wie ein zerkochter Risotto, die Nachrichten, die schlechte Laune bereiten. Die da sind: Die Telekomm (oder schreibt die sich Tele.com? Egal, den Laden sollte man ab heute sofort sowieso vergessen) feuert unter dem Propaganda-Motto "Zukunftsfähigkeit im globalen Wettbewerb" mal ein paar Zehntausend Leute und schickt pastoral-betroffen glotzende Tunnelblick-Börsianer ins Morgenmagazin, die totalitär die einzig gültige Wahrheit verkünden. Popper, der Theoretiker der Falsifikation, würde da mehrere Rollen im Grabe drehen, liebe Scheinliberale. PISA belegt, daß die Renaissance des Neo-Adels mittlerweile die ganze Gesellschaft durchdringt, und das ist ja auch poltisch so gewollt: Bildungschancen haben nur die Kinder reicher Leute, die anderen kann man dann ja auch gleich gezielt auf's Kaugummis vom Bordstein Pflücken vorbereiten. Dafür braucht man weder Mathe und Deutsch: Ran an die Haushalte. Das spart auch Geld für Lehrer und so. Also: Schulpflicht nur noch für jene, deren Eltern z.B. mehr als 3000 Euro brutto verdienen. Der Pöbel ...

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02.11.05

Haariges Vorabend-Programm

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Ausnahmsweise kein Kommentar zur Politik, zur Lage der Nation oder zur Philosphie. Auch nicht zum FC St. Pauli. Nein, einfach nur reine Freude darüber, einen sehr angenehmen Vorabend verlebt zu haben. Beim Friseur. Und auch noch mit superklasse geschnittenen Haaren hinausspaziert zu sein, mit einem Hauch von blond darin, der da vorher nicht war. Angenehme Gespräche über Musik geführt zu haben, das aktuelle Paul Weller-Album wurde mir vorgespielt, das ich schändlicherweise noch nicht kannte. Ein Traum! Folkrock vom Feinsten! Insofern, statt jetzt mit Fotos meiner neuen Frisur die Massen von Menschen zu belästigen, die täglich mehrfach diese Seite besuchen, Unmengen von Kommentaren hinterlassen und mich mit Trackbacks geradezu bombadieren, einfach mal Werbung. Für die Daum-Friseure unweit des Hamburger Rathauses. Der Besuch dort lohnt sich wirklich!

25.10.05

Heimat

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Wo bereits seit Tagen hier die ganz großen Begriffe durch meinen Blog schwirren, jetzt auch mal dieser: Heimat. Einfach, weil es immer so scheußlich ist, am Bahnhof Zoo in Berlin zu stehen. Und sich dann immer wieder so überwältigend anfühlt, in Hamburg anzukommen ...

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24.10.05

Foto zu heute morgen

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Quelle: http://www.bildergalerie-basisstpauli.de

.. da ging ja was schief. Erik, Philosophie studiert zu haben ist ja hoffentlich nix Schlimmes, oder? ;-)

(... wie zum Teufel antworte ich eigentlich auf der Kommentar-Ebene auf Kommentare?)

23.10.05

Wohlig-warmer Sonntag + das Grundgesetz

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(Quelle: http://www.fc42.de)

Ach, der Herr Boll! Wat hat der uns glücklich gemacht gestern! Genau wie der Hauke Brückner! Draußen warme Farben, drinnen warme Gefühle, und jetzt haben auch noch die Kieler gegen die HSV-Amateure 0:3 verloren, und da freut man sich sogar mal über 'nen HSVII-Sieg. Mike Lariah anerkennt sogar den Support von der Haupttribüne, aus den Boxen dringt wie seit Tagen schon Kettcars "An den Landungsbrücken raus", und ebenso summt seit Lesen des aktuellesten Eintrages auf http://www.ringfahndung.de ...

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21.10.05

Für-Sich- und Für-Andere-Sein

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Das Bild als Nachtrag zum Eintrag von gestern. Dank an The Unnamed bei Flickr. Hier tönt gerade Patrice aus den Boxen, es dringen Bob Marley-Sätze wie " 'cause a hungry man is an angry man" ins innere Ohr. Und eben "Get up, stand up, stand up for your rights". Ist Paul Weller eigentlich noch überzeugter Sozialist? Laut Sartre ist der Mensch bestimmt durch ein Defizit an Sein. Das ist was Schönes. Das existentielle Loch füllt man dann Tag für Tag durch Handeln und sich-neu-entwerfen wieder auf. Ich bin bereit! Denn das macht Spaß ...

19.10.05

Einigkeit und Recht und Freiheit

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Das Bild oben ist eigentlich eine Art Mosaik, gebaut aus einer Cola-Dose, von meinem Schwager einst in Untersuchungshaft gefertigt. Der saß da zu Unrecht, wurde nach einem erschütternden Prozeß auch zu Unrecht verurteilt (unter anderem, weil die lange U-Haft retrospektiv legitimiert werden mußte, mutmaße ich) mit einem Urteil, das als Philosophie-Erstsemester-Hausarbeit wegen ungebührlicher Polemik, krasser Logikfehler und komplett falscher Sach-Behauptungen zur Schein-Vergabe mit Sicherheit nicht geführt hätte. Das hätten noch Tutoren dem Erstsemester um die Ohren gehauen. Aber wie Justiz so funktioniert, kann man ja ...

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18.10.05

Ode an den Herbst

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Endlich nicht mehr dieses grelle, sommerliche Sonnenlicht, und das mitten im Oktober. Gut, schöne Tage waren es schon. Aber schön ist auch das Kuscheln auf's Sofa. Schön ist's, sich in den Parka zu schmiegen und in ein warmes Zuhause zu kommen. Schön ist's, zu melancholischer Musik den Rückzug zu genießen und im eigenen Seelendunkel all die Lichter zu finden. Den Hund auf den Schoß nehmen und kitschige Bücher lesen. Durch leere Parks im Dunkeln zu streifen, wo es niemanden schert, ob der Hund nun frei läuft oder nicht. Herbst ist Kitsch, und Kitsch ist Sinn. Und schön ist's, sich auf den nächsten Frühling zu freuen ...

17.10.05

Gerechtigkeit + ein Plädoyer für's Hirnficken

Heute im Park belauscht: Ein recht attraktiver Mann, ins Handy sprechend: "Kommt immer d'rauf an, wer der Richter ist. Wenn's eine von diesen Sozialdemokratischen mit den Doppelnamen ist, die im Zweifel immer für die Frau entscheiden, hast Du keine Chance." Ist als Anekdote unwitzig und kein Stück unterhaltsam. Ist aber ausssagekräftig ...

Wie ja auch der Begriff "Hirnficken". Heute in den staubigen Archiven von http://www.blogbar.defand ich den. Bin ja ein großer Fan dieser Praxis ...

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Das Wahre

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14.10.05

Das Schöne

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Arbeitsreiche Tage produzieren nicht immer auch schöne Ergebnisse. Auch den Warencharakter des Unschönen, Markenbuilding, kann man an obigem Foto studieren. Vielleicht liegt die Empfindung oder das Urteil des Unschönen auch nur darin begründet, daß wir eben doch dem Naturschönen verhaftet bleiben selbst dann, wenn allesamt im Netz unterwegs sind. Immerhin findet man bei dem googleschen Blogsearch interessantere Einträge zum Stichwort "Aschenbecher" als z.B. zu Herbert Schnädelbach, Niklas Luhmann oder Jürgen Habermas. Obgleich es einen ganzen amerikanischen Blog zu "habermasian reflections" gibt, da muß ich den link nachliefern, wenn ich den jetzt suche, ist das Bild da oben wieder weg. Weil: Trotz allem, trotz seines gelegentlich schilyesken, staatstragendem Pathos ist der Mann immer noch das beste Mittel gegen kulturellen Isolationismus, auch wenn französische Kollegen das manchmal nicht verstehen wollen, diese Dezisionisten, da denkt man dann an Marcuse versus Existentialismus. Auch wenn diagnostisch freilich Luhmann dem Marcuses Intentionen reformulierenden Habermas überlegen ist und man einen Denker, der so gewaltig und richtig gegen strategisches Handeln wettert, nicht als Mittel zu etwas benutzen sollte. Herbert Schnädelbach hat uns Zweckrationalität nach Max Weber immer anhand des "Gutzum" aus "Hallo Spencer" erläutert. Ebenso muß ich den Link zu Erdferkels unmoralischem Aschenbecher nachreichen, ein Eintrag, der zwar schon im August erschien, bei dem man aber viel darüber erfährt, wie es ist, nachts durch Kaiserslautern zu laufen und über Übergriffe amerikanischer Soldaten zu phantasieren, und das muß nicht, kann aber auch was was Schönes sein ... also, jetzt nicht unbedingt der vom Erdferkel phantasierte Übergriff, aber ... na ja .. eigentlich schreibe ich das nur, weil über die gestrige Ausgabe von DIE ZEIT gar nicht so viel zu meckern gibt. Da stürzt man dann halt kurz in Sinnkrisen und kompensiert das dadurch, daß man die EELS-CD einlegt und genießt.

13.10.05

Wurst unterm Tisch und auf'm Tisch

Wissende Leser diagnostizieren korrekt: Es geht um Malta in der Überschrift. Die Insel mit den Bussen, die so dauerhaft auf Altersheime vorbereitet. Wo Wasser aus der Dusche eher krabbelt denn fließt. So ist er zu einer Art Grandseigneur der satirischen Alltagsbeobachtung geworden - vom anarchischen Post-Punk-Dada-Chronisten des "Ungeduscht, geduzt und ausgebuht" zum gesetzten Herren mit der sonoren Stimme, der die Vielfalt seiner Ausdrucksmöglichkeiten in Würde bündelt und dosiert ... war schon lustig. Gestern, bei Max Goldt. Er hat ja keine Wahl, man kann ja nicht ...

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12.10.05

Könnten Bienen fliegen

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Sich morgens auf den Abend freuen ist etwas Schönes. Da summt man "Penis, Vagina" vor sich hin und ergänzt es durch ein rhythmisches "Walter Giller, Nadia Tiller", erinnert das Lied vom eingecremeten Arbeiter und stellt sich den unter gewissen Umständen sogar ganz anregend vor, sucht nacht dem genauen Text des unvergeßlichen "Könnten Bienen fliegen", diese Strophe mit den Pferden ... "Könnten Pferde galoppieren", und dann sitzen die doch nur im Rollstuhl und rauchen Selbstgedrehte. Endete mit "könnten Menschen lieben", das Lied. Fällt mir nicht mehr genau ein, der Text. Habe ich einst im Vollrausch an die Clowand bei Katharina geschrieben, weil ich so in Ole verknallt war, den aus Munster. Meine ersten Worte damals zu ihm waren "Du heißt genau wie der geistig Behinderte, den ich gerade betreue!" Damals war ich Zivi, und im Flirt bin ich bis heute nicht sonderlich geübt ... Heute bin ich froh, daß einst Max Goldt mit seinem Foyer des Artes mich lehrte, daß schimmliges Brot selten von Vorteil sei. Heute abend liest im er Schauspielhaus. Da geh ich hin! Damals, irgendwann Ende ...

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11.10.05

Zu viel Käse

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Es sind diesen kurzen Momente, da man plötzlich erstaunt hinter die Fassade des eigenen Lebens blinzelt. Wo man zu tief in das eigene Sein hineinblickt und sich wundert über die Gestaltung der eigenen Tage und Wochen. Da will ich den Gouda aus dem Kühlschrank holen und stelle ganz plötzlich fest, daß mittlerweile 3 noch frischverpackte Stücke des goldigen Billig-Genusses dort lagern. War mir bis dato nicht aufgefallen. Weil eben jeden Samstag wieder ich zum SPAR auf dem Großneumarkt latsche und routinemäßig und gedankenverloren ins immer selbe Fach des Kühlregals greife. Das ist interpretationsfähig ... allein schon weil "zu viel Käse" ein ähnlich universeller Ausruf ist wie "Autsch!" - oder eben Amen.

08.10.05

Überall sind Lebewesen

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Wenn das mal kein Bild für Sneakerfetischisten ist ... und die Art, wie der Mann mit den unglaublichen Augen seinen Hals dem Betrachter entgegenreckt, entspricht dem, was Günther Bloch http://www.hundeschule-eifel.de in seinem Buch "Der Wolf im Hundepelz" als Imponierverhalten beschreibt: Wenn ich meinem Gegenüber den Hals entgegenrecke und ihm somit meine verletztlichste Stelle präsentiere, demonstriere ich Dominanz. Was ja nix macht, Jungs sind ja eh oft wie die Hunde. Diese hier sind Hard-Fi, und deren Album ist ziemlich sensationell großartig. Macht Spaß, hat Schwung, ist sexy. Beinahe wären sie gestern noch auf unsere Party gekommen, die Jungs von der Band, weil meine elfengleiche, blonde Volontairin sie beim interview so bezaubert hat, daß sie von ihr zur Party eingeladen werden wollten. Waren aber doch nicht da. Dafür hat die unvergleichliche Noah Sow http://www.noahsow.de uns ein Akustik-Set geschenkt, und das war traumhaft. Wie die Party sowieso - Dank Tom und Monique und Gerd und Fred und Gondo und seinem Hundekorb für Momo und all den anderen, ungenannten. Auch wenn Hamed mir wieder zu Unrecht unterstellte, ich sei islamophob, dabei liegt mir das völlig fern - und dann fliertet der ständig und merkt das noch nicht mal. Nur Erik Hauth war nicht da http://www.ringfahndung.de, obwohl er eingeladen war. Und so weiß ich immer noch nicht, wie ich dieses scheußliche Layout hier ändern kann, weil ich ja nicht so der Movable-Typ bin ...

07.10.05

Mit Kunden einen trinken gehen

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Dann doch'n Schädel. Soviel Bier ja sonst eher beim Fuball inhalierend - bin ich gar nicht mehr gewohnt. Da war man plötzlich in Kneipen, in die man nie reinwollte und wo's dann doch ganz schön war - dem Mandaley oder so am Pferdemarkt. Und freut sich, noch im Irgendwo des Restalkohols sich selbst suchend, daß es so nett sein kann, mit Kunden einen trinken zu gehen. Weil's sich freundschaftlich anfühlte. So weiß man dann des Morgens wieder, daß erfolgreiches Wirtschaften eher ein Nebeneffekt von wechselseitigem Vertrauen und Teamwork ist, nicht das Resultat von Gewinnmaximierungsstreben, stumpfem Gepose und Sichselbstverkaufenstrategien: Mein Wort zum Freitag. Und müßte jetzt, so leicht zerschlagen, Buddah folgen und sehne mich doch nach Shiva ....

03.10.05

3.10. - Verstopfung: Das Wort zur Einheit

Alle regen sich - zu Recht, gibt ja die schwarzen Beutel - über Hundescheiße auf. Hat aber mal jemand eine Hund erlebt, der scheißen will, aber nicht kann? Habe ich heute morgen und das war ganz schön schrecklich. Die Kleine fiepte nur noch rum und war ganz verzweifelt ... ging ans Herz. Sie dachte, ich könne da was tun ... aber was macht man da? Kann kein Zufall sein, daß gerade heute ihr das widerfährt ...

30.09.05

Börsengespräche & die Blog-Persona

Seit ich einen Hund habe, gucke ich das Morgemagazin. Früher saß ich in der Küche und hörte Elke Wisswedel und diesen anderen, die NDR 2 Mogenshow, das war schön. Aber der Hund darf nicht in die Küche, dann gehe ich halt mit ihm ins Wohnzimmer. Und da läuft dann das Mogenmagazin, und jeden Morgen gibt es das "Börsengespräch". Da wird dann über die Kurse von Unternehmen diskutiert, als seien sie so eine Art E.K.G. des Herzens der deutschen Wirtschaft. Wie gnadenlos naiv! Die sogenannten Investoren und ihre Gewinnerwartungen sind's doch, die Massenarbeitlosigkeit produzieren und die Volkswirtschaft stagnieren lassen. Sehne mich dann des morgens danach, lieber die News von den Fluren der Jobvermittlungsagenturen zu hören ... aber Menschen sind ja nicht mehr so wichtig in Deutschland. Es sei denn, man braucht sie für 'ne Imagekampagne. Oder Kanzlerkandidaten vielleicht. Doch agieren sie menschlich, wie Schröder in der Elephantenrunde, ist's Fehlverhalten. Was zum anderen Thema des Eintrags führt: Wer oder was schreibt hier eigentlich?

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29.09.05

Nordlicht

So leuchten Farben nur nach Regen im Norden. Wenn die Feuchtigkeit die Klarheit des Lichts sättigt, daß selbst der Herbst Ruhe und Lebenslust, pralle Fruchtbarkeit und leisen Rückzug in einem verschwenderisch verschenkt. Ein Gang durch's fast menschenleere Planten & Blomen ist selbst bei 10°, naßgeregnet, noch schöner als jeder Urlaub im Süden. Wenn Sonnenhüte und Astern leuchten und ein Sturmtiefhimmel blaue Löcher reißt. Vereinzelt funkelt's noch am Phlox, rosa und violetter Flirt mit dem Irgendwer und Irgendwo. Unermüdlich in Pink sich ergehende, fleißige Lieschen funkeln Dich an, als würden sie blinzeln ... in ganz wenigen Momenten glaube ich doch, daß das Glück in der Einheit von Kultur und Natur liegt. Und genieße und atme tief ...
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28.09.05

If You Need A Friend

's wird Herbst, na, und ganz wie die heilige Knef muß den Herbst in mir ich noch nicht beschwören. "Wird Herbst da draußen und in mir" von der größten Hilde aller Zeiten sei also ganz ausdrücklich nicht zitiert. Dafür sei jedoch eine Ode an die kuscheligste Zeit des Jahres formuliert! Da warme Farben allerorten noch einmal die kommende Kühle in weiches Licht tauchen und langsam, aber sicher Wiedergeburten möglich werden. Da man in Parka und auf Sofas ...

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26.09.05

Über Merkel schreiben? Neeeeeee

Am Ende wird die's wirklich. Quelle Dilemma. Frau Kanzlerin. Und Frau Schwarzer findet das auch noch gut. So wie alle Frauen zu bemängeln hatten, zumindest die bloggenden, daß keine Frau im Blog-Beitrag auf ARTE in TRACKS auftauchten. Die hatten im Gegensatz zu Frau Schwarzer sogar recht ... hart wird's, über Politik zu schreiben, wenn man die Frau Merkel eigentlich nicht wahr haben will und auch sonst nicht. Dann muß man stundenlang darüber schreiben, daß Momo bei Regen im Gegensatz zur sonstigenVorliebe für Gebüsche bevorzugt auf Bürgersteige kackt. Trotz ...

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Sex in der Wüste

Der Heini mit der seiner Ansicht nach nicht mehrheitsfähigen Wahrheit war gar nicht CSU, sondern Herr Bosbach von der CDU. Um so schlimmer. Und da's jetzt doch so aussieht, als bekämen wir die zutiefst gedemütigte Frau Merkel zur Frau Kanzler, wird wohl der für gesellschaftliche Zusammenhänge schlicht unbrauchbare Wahrheitsbegriff des Physikers über uns herfallen und der Volkswirtschaft den Todesstoß versetzen. Gute Chancen für rot-rot-grün 2009. Also, auf zur Baufinanzierungsberatung!

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