Hauptseite

18.10.07

Mach's wie Knopp '97!

"In der Befreiung der Form, wie alle genuin neue Kunst sie will, verschlüsselt sich vor allem anderen die Befreiung der Gesellschaft, denn Form, der ästhetische Zusammenhang alles Einzelnen, vertritt im Kunstwerk das soziale Verhältnis; darum ist die befreite Form dem Bestehenden anstößig. Gestützt wird das von der Psychoanalyse. Ihr zufolge begehrt alle Kunst, Negation des Realitätsprinzips, gegen das Vaterprinzip auf und ist insofern revolutionär. Das impliziert objektiv politische Teilnahme des Unpolitischen. (...) Heute ist das sozialkritische Moment der Kunstwerke zur Opposition gegen die empirische Realität als solche geworden, weil diese zur verdoppelten Ideologie, zum Inbegriff von Herrschaft wurde."


Theodor W. Adorno, Ästhetische Theorie, Frankfurt/M. 1995 (13. Auflage), S. 379

01.09.07

"Du urteilst über Menschen, aber Du hörst keinem zu"

HE_Rollen.jpg

Quelle: Schmidt's Tivoli

Ach, da packt's einen und man möchte Hymnen auf Heidi Kabel schreiben.

In die 960. Vorstellung habe ich's dann doch auch endlich geschafft. Macht Spaß, die heiße Ecke! Ein Zoten-Reigen voll schlechter Msuik, aber lustig!

Weil genau das getroffen ist, was auch meine Haupttribünenmitbewohner auszeichnet: Diese einzigartige Mischung aus trockenem Witz und Mitmenschlichkeit, die da von Pointe zu Refrain sich hangelt - gibt's das eigentlich ansonsten noch, dieses sozialdemokratische Theater, das dem Volk auf's Maul schaut und nicht bei allem unterhalb gewisser Prominenz- und Einkommensschwellen dann walhweise den Mob, Sozialbetrug oder Angst vor Arbeitslosigkeit wittert?

Klar, Figuren wie Atze Schröder, selbst Mario Barth und "Hausmeister Krause", die tun so - aber da witter ich immer die Boshaftigkeit ungebremsten Distinktionswilllens, im Grunde genommen eine tiefe Verachtung für die Figur, über die man lacht statt mit ihr. In einem Song tauchte gestern der Satz auf "Du urteilst über Mensche aber Du hörst keinem zu", Mann, da packt man sich nicht nur selbst an die Nase, da weiß man auch, daß die Habermassche Utopie der Verständigung eben kein dummes, utopische Gerede ist.

Klar wurden auch Atze Schröder und Konsorten gestern sogar zitiert - die 3 Vollprolls, die Junggesellenabschied feiern, die waren dessen Steigerung und ziemlich boshaft gezeichnet, aber das ja zu Recht ;-) ... zudem ich den T-Shirt-Spruch "Schade, daß man Bier nicht ficken kann" schon auch lustig finde, ich bekenne mich schuldig.

Aber ansonsten ward da ein Milieu sehr liebevoll auf die Bühne gebracht - der Zocker, die Huren, der von Muttern dominierte Student, der Hehler, an dem St. Pauli wie Blei hängt, die Castingteilnehmer für all die Musicals, und die unbestritten Heldinnen waren dann die Imbiss-Vekäuferinnen und ihre trockenen Sprüche. Toll. Mir geht sowas ja an's Herz.

Und die dümmsten Deppen waren der Werbefuzzi und natürlich die Bayern. Schön.

Im Grunde genommen klassisches Volkstheater mit Musik zum Mitklatschen, aber war nicht auch das Ohnesorg-Theater viel cooler als Rosamunde Pilcherscher Neo-Feudalismus, wie er auch in jedem Boulevard-Magazin zelebiert wird?

22.08.07

Von Hollyood lernen heißt leben lernen!

Na, Frau Brunotte, haben Sie eine Schwester namens Svea?

Das waren Zeiten, als wir zusammen Rommé spielten, die Svea, der Karsten und ich .... unsere Helden hießen damals Marc Almond und Georgette Dee und Jacques Brel, tatsächlich trafen wir uns Samstags immer zum "Alles nichts, oder?" gucken in einer Wohnung unweit des Kiez, wo aufgrund gelegentlichen Kakerlakeneinfalls dann "Rent to Kill" geordert werden mußte.

Ja, "Alles nichts oder?", Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder waren einfach großartig damals, und auch wenn ich Frau von Sinnen jetzt jahrelang nur schwer erträglich fand, seit der Broder immer über die herfällt, mag ich sie wieder und finde sie toll.

"Rent to Kill" war eigentlich das Überleitungsstichwort; in der gestrigen FR fand sich nämlich ein ganz spannender Text von Ulrike Brunotte. Spannend deshalb, weil die das Thema des "Helden" nicht einfach in islamische Lebenswelten externalisiert, sondern ZUGLEICH auch dort verortet, wo es am erfolgreichsten ist: In Hollywood.

Da macht jeder Drehbuch-Autor das ja ganz explizit, seitdem irgendein "Skript-Doktor" aus Versehen C.G. Jung las und dessen Konzept der "Heldenreise" als universal-mythisches Skript dann allen Plots implementieren half.

Der Held, der den "Ruf" hört, sich erst weigert, dann doch loszieht (ja, so ging's mir damals auch - wollte gar nicht da hin, wo ich jetzt noch bin, nö, wollte ja Philosophie-Professor werden, und dann nervte dieser Kumpel immer rum, komm, nur ein Praktikum, und ich folgte außerordentlich widerstrebend dem Ruf), auf den "Hüter der Schwelle" trifft (war die Sekretärin, damals, bei mir, die hat mich eingestellt) , den weisen, alten Lehmeister an seiner Seite (dem habe ich gestern immer zugeredet, er solle doch 'ne Stiftung gründen ;-) ... im Gegensatz zu Investoren sind Alt-Gesellschafter manchmal ja schon ganz schön großartige Typen), der Gestaltwandlern über den Weg läuft (allerlei Kollegen, die dann, wenn's um Konkurrieren ging, auf einmal Seiten zeigten, mit denen ich nie gerechnet hatte) und final dann vom Schwächling zum Helden reift (ja, tatsächlich, anfänglich überangepaßt und ängstlich, reifte meine große Klappe und die Lust zum Fight doch außerordentlich) , das vereint "Star Wars" mit "Spiderman" und noch ganz anderen Filme (und so manches Leben auch).

Frau Brunotte setzt den Akzent alleridings woanders:

"Der Entwürdigung mit Kampf zu begegnen, bildet, wie der Religionssoziologe Mark Jürgensmeyer festgestellt hat, immer häufiger den Hintergrund von Fällen religiöser Gewalt. Es geht um eine Art "symbolischen Machtgewinn von Männern", so Jürgensmeyers Resumée, "deren traditionelle sexuelle Rolle, ihre Männlichkeit, als gefährdet erscheint."
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das paßt nämlich, sieht man jetzt mal von den im Text gewählten Extrembeispielen und der "religiösen" und auch ganz allgemeinen Gewalt ab und läßt das Ganze in ganz "normale" Sphären sacken, sowohl auf diese so imposant auftretenden Jungdeutschtürken zu (Stolz ist sexy!) als auch auf das, was der Che über seine subkulturelle Verortung schreibt:
"In den 1990ern adaptierte man den Tarantinio-Schwarzenegger-Look, und es gab Plakate, die Arnie mit Pumpgun zeigten und dazu die Parole “Terminiert die herrschende Klasse”. So martialisch waren wir aber in der Realität nicht, eher eine abenteuerlichere Caritas."

Die Bissigen Liberalen sind leider gerade down, aber wenn ich mich richtig entsinne, wählt Rayson in seiner Antwort auf Che den ebenfalls typisch männlichen Individuierungs-Plot als seine Version der Heldenreise. Meine ich ganz unironisch, ist eben auch ein kollektives Skript, und so ganz ohne kommt man halt nicht aus - von nix kommt nix, und wer sich nicht bestimmen läßt, bestimmt sich auch nicht selbst.

"Der Entwürdigung mit Kampf zu begegnen" - das ist ja eine ganz gewaltige Formulierung. Da ist man wieder beim zentralen Thema, das wir drüben auch schon hatten: Das ist schon ganz schön gewichtig auch für übergreifende soziale Entwicklungen, diese Struktur.

Und "Kampf" hießt ja in aller Regel nicht diese extremistisch-terroristische Variante, die Frau Brunotte da beschreibt.

Mein ganze Berufsleben würde ich genau so auch zusammenfassen - in ekligen, teils menschenverachtenden Medienwelten den Objekten der Berichterstattung wie auch mir selbst als Akteur trotz alledem, trotz Kommerz und Macht und Hierarchien und all den Regeln des "Populären" eben die Würde wahren und stolz darauf zu sein.

Schade, daß diese Themen, wenn sie denn diskutiert werden, immer gleich diesen Terrorismus-Kontext aufmachen.

Auch so'n blödes, journalistisches Prinzip: Die Ausnahme beschreiben, das Andere, weil die Regel vermeindlich keinen Nachrichtenwert beinhalten würde. Völliger Quatsch: Von Hollywood lernen, das kann auch leben lernen heißen.

Und Männer auf Heldenreisen sind halt more sexy als jene, die den Kampf dann aufgegeben haben ... (so, und jetzt dürfen völlig zu Recht all jene in der Kommentarsektion sich aufregen, die mir dann zu recht erzählen wollen, das ich sonst immer das Gegenteil behaupte. Habe aber gestern schlicht und ergreifend mal wieder einen kleinen Sieg errungen ;-) ....).

20.06.07

Das "albern engagierte Volk"

Paßt zum Eintrag von heute morgen, was Tom Schimmeck heute in der FR schreibt:

"Der Zeitgeist. Da bin ich Experte. Schon weil ich vor 20 Jahren einmal kurzfristig Redakteur eines damals neuen "Zeitgeist-Magazins" mit dem flotten Namen "Tempo" war. Seither verfolge ich die Wirrungen des so genannten "Popjournalismus" mit einer gewissen Faszination. Betrieben wird er meist von Söhnen und Töchtern aus gutem Hause, die viel Freude an Markenprodukten und der narzisstischen Umkreisung des eigenen Bauchnabels haben. Sie unterscheiden streng zwischen "in" und "out". Ersteres sind in der Regel sie selber, Letzteres alle anderen, insbesondere "Prolls", "Alt-68er" und all dieses irgendwie albern engagierte Volk. Politisch endet der Popjournalist nach allerlei Pirouetten verlässlich und sehr pragmatisch irgendwo zwischen Guido Westerwelle und Roland Koch. Sein Feind ist der "Gutmensch" im schlecht sitzenden Anzug. "Gutmensch" ist überhaupt eines seiner liebsten Schimpfwörter. Weil er nämliche jede Art von Haltung zutiefst verachtet."

Auch der Rest des Textes: Klasse! Ein Hoch auf schlecht sitzende Anzüge!

07.06.07

Boulevard, Bildschirme und die Ballermannisierung von Politik

"Da diese Propaganda ganz und gar auf die Mittel abgestellt ist, wird sie selbst zum eigentlichen Inhalt. Das heißt, die Propaganda fungiert als eine Art Wunscherfüllung. Das ist eines ihrer Grundmuster: Die Menschen werden "zugelassen", erhalten vermeintlich Insider-Informationen, werden in's Vertrauen gezogen, als Angehörige einer Elite behandelt, die es verdienen, die schaurrigen Geheimnisse zu kennen, die den Außenseitern verborgen bleiben. Die Lust am Schnüffeln wird angefacht und befriedigt. Immerzu werden Skandalgeschichten erzählt, vor allem über sexuelle Exzesse und Greuel; die Enrüstung über Schmutz und Grausamkeit ist nur eine sehr duchsichtige Rationalisierung des Vergnügens, das diese Geschichten den Zuhörern bereiten.

(...) Die faschistische Propaganda attackiert eher einen Popanz als wirkliche Gegner, das heißt, sie erzeugt Bilder vom Juden und vom Kommunisten und reißt sie in Stücke, ohne sich sonderlich um den Realitätsgehalt der Bilder zu kümmern. (..) Sie folgt keiner diskursiven Logik, sondern läßt sich - besonders bei rhetorischen Darbietungen - eher als eine Art organisierter Gedankenflucht kennzeichnen. Die Relation zwischen Prämissen und Schlußfolgerungen wird durch eine Verknüpfung von Gedanken ersetzt, die auf bloßer Ähnlichkeit beruht und bei der oft ein und dasselbe charakteristische Wort in zwei Behauptungen figuriert, die in keinem Zusammenhang stehen, aber durch dieses Wort assoziativ verbunden werden. Dieses Verfahren entzieht sich nicht nur den Kontrollmechanismen einer rationalen Prüfung, sondern macht es dem Zuhörrer leichter, zu "folgen"."

Theodor W. Adorno, Antisemitismus und faschistische Propaganda, in: Ernst Simmel (Hg.), Antisemitismus, Frankfurt/M. 1993, S. 150-153

Das Buch ist erstmals 1946 auf englisch in New York erschienen und analysiert die Reden amerikanischer "Haßprediger".

Der Text von Adorno gründet in 3 Studien, die im Rahmen eines Forschungsprojektes zum Antisemtismus an der Columbia University entstanden sind (keine Ahnung, ob das schon die "Studien zum autoritären Charakter" waren). Er analysierte hier "eine große Menge antidemokratischer und antisemitischer Propaganda (...), vor allem Kurzsschrift-Transkriptionen von Rundfunkansprachen einiger Westküsten-Agitatoren, Pamphlete und Wochenschriften" (ebd. S. 148).

11.05.07

Guildo hat euch lieb!

Was mich ja doch wundert, ist die Empörung über diesen Vorgang auf liberaler Seite.

Da schreibt man sich ein Jahr lang die Finger wund, um darauf hinzuweisen, daß Hierarchien und Interessen im realen Wirtschaftsleben sowas wie Meinungsfreiheit aushebeln und einfach nur Linientreue an vorgefertigte Meinungen, im schlimsten Fall Sponsoreninteressen folgend, produzieren - und jetzt wundern sie sich.

Ja, Leute, glaubt ihr denn wirklich, daß das nicht normalerweise im Vorfeld eh immer schon passiert ist, die freiwillige Selbstzensur aller mir bekannten Journalisten? Was glaubt ihr denn bitte, warum ich hier unter einem Pseudonym schreibe?

Genau dieser Vorgang ist doch prototypisch für eure ach so groß geschriebene Freiheit im ganz alltäglichen Kapitalismus, Leude. Der schaltet gleich.

Und der Springer-Verlag agiert eben aus seinen Eigentumsrechten heraus gegen Herrn Posener, als genau das, was ihr sonst so toll findet.

Den Alan Posener mag ich ja trotz allem, was er sonst so schreibt, und diese Attacke auf den Hundehasser mit der schlechten Frisur ist ganz schön mutig. Sowas macht ansonsten einfach keiner mehr. Die Reihen fest geschlossen!

Und eben der Dieckmann, das ist das, was beim Kapitalismus hinten rauskommt, mal, zugegeben, etwas allzu plakativ paroliert ... nee, nix da "Das ist Demokratie", meines Wissens hat die BILD unter ihm deutlich an Auflage eingebüßt, kann mich irren, anders als beim tatsächlich ziemlich beeindruckenden Herrn Röbel zuvor. Aber der Dieckmann bedient bestimmte Interessen eben besser, dann verzichtet man sogar mal auf Kohle. Während Röbel eben nicht auf diesen unappatitlichen Kampagnen-Journalismus setze, seine Rolle beim Gladbek-Drama jetzt mal außen vor gelassen.

Na, auf jeden Fall Glückwunsch, Herr Posener. Ich hab Sie lieb!

14.03.07

Text und Bild, 21987

"Eine noch so ausgefeilte Sprache kann zum Beispiel keine Farben kommunizieren, kein Bild vermag etwa logische Deduktionen vorzunehmen. Bilder finden auch dann, wenn sie von einem Betrachter vielleicht gar nicht "verstanden" werden, eine sinnliche Resonanz, produzieren Assoziationen sowie visuelle und emotionale Konnotationen beim Rezipienten. Eine Sprache , die nicht verstanden wird, ist dagegen bloßer Schall, ein solcher Text bloße Druckerschwärze. Sprache besteht aus distinkten Einheiten (Wörtern), die durch grammatische und semantische Regeln in begrenzter Weise kombiniert werden können. Für Bilder gilt beides nicht: Weder gibt es vorab ein Inventar (analog zum Wörterbuch), von klar unterscheidbaren Elementen, noch existiert eine allgemeine Grammatik der Bildproduktion, die syntaktische Regeln bereithielte."
Klaus Türk, Arbeitsdiskurse in der bildenden Kunst, in: Bilder als Diskurse - Bilddiskurse, Hg: Sabine Maasen, Torsten Mayerhauser und Cornelia Renggli, Götttingen 2006

"The sun comes up - I think about you, the coffee cup, I Think about you" ... schön wär's. Singt aber gerade die olle Liza hier in meinem herrlich altmodischen Mini-Disc-Deck vor sich hin, von den Pet Shop Boys produziert.

Ich weiß noch, wie aufregend das war. Damals, zu jener Zet, als Thomas mir im Tivoli-Bistro beim Hören eben dieses Liedes von Herrn Sontheim in's Ohr raunte. "Schönes Lied - gerade jetzt!"

Wie aufregend er war, der Übergang von der reinen Sprach- in die Bilder- und Musikwelten.

Mann, 3 Sinn-Ebenen kombiniert produzieren! Wat hat mich dies Gerät, der AVID, das digitale Schnittsystem, fasziniert, wo links als Einzelbildchen das Anfangsmotiv einer Sequenz aufrufbar waren, die man dann rechts wie Bausteine auf der Timeline im Takt der untergelegten Pop-Sounds anordnen konnte! Alles so schön bunt hier - mit EB-Teams rannte man los und fing Bilder ein, und wie bei allen budgeter schwachbrüstigen Produktionen ging's selten mal um das einzelne Bild, sondern um den Flow und die Dynamik. Sogar Interviews drehte man, MTV folgend, mit schlingernder Kamera, die immerhin den Vorteil hatte, den menschlichen Blick wenigstens zu simulieren - daß das Motiv sie raubte und dem menschlichen Blick gerade keine Chance ließ, das haben wir gar nicht begriffen.

Und jetzt male ich Dolce & Gabana-Werbung ab, widerspreche mir handelnd selbst und all den Sätzen in den Kommentaren und habe doch das Gefühl, daß das Verweilen bei noch so blöden Motiven der Utopie eine kleines Stück näher ist als dieser visuelle Rausch, der emotionale Bögen schafft und dann wie Tortenguß mit Sprache obendrauf garniert wird, in kurzen, knappen, verständlichen Sätzen Infomationen gliedert und keinem Bild die Chance läßt, zu überleben ...

Jetzt singt gerade Bonnie Tyler "I need a Heroe". Ich liebe Bonnie Tyler!

17.01.07

warm und kalt

Irgendwo stand neulich, Steuern und Abgaben würde niemand gerne zahlen.

Stimmt nicht: Bei allem alltäglichen Geärger über's Fernsehprogramm bin ich ja doch froh, daß es z.B. ARTE gibt, und dafür zahle ich auch gerne. Von mir aus sollte man auch all jenen, die dafür nicht zahlen wollen, den Zugang einfach verwehren.

Sind ja zumeist jene, die eh den Hang haben, sich freiweillig selbst zu verblöden, weil sie alles und jedes darauf reduzieren, daß sie für irgendetwas zahlen sollen, was sie nicht bezahlen wollen. Und zusätzliche Infos zur Welt als solcher sind bei geschlossenen Weltbildern eh nicht von Vorteil. So krakeelen sie ganztäglich über Raub und daß ihnen jemand was wegnehmen würde. Klassisches Zukurzgekommenensyndrom. Man kann sich und die Welt halt über Mangel definieren - oder über Möglichkeiten. Mir ist ja letzteres näher als Vision.

Von mir aus können die alle auswandern. Weiß gar nicht, wieso die hier politisch noch mitreden wollen, wo sie doch gar keine Politik wollen, sondern alle anderen jene Machtkonstellationen, die sie mit all ihren Kampagnen aktiv tarnen und verschweigen, aufzwängen wollen. Alle deviant in Sachen Emphatie. Nach Tibet oder auf umliegende Berge könnten die z.B. auswandern, da könnten sie was lernen. Am Montag abend z.B., da ....

Weiter lesen "warm und kalt" »

12.01.07

Bild und Text 6

"Die Vollkommenheiten dessen, den wir lieben, sind keine Fiktionen der Liebe. Lieben ist im Gegenteil das Privileg, eine Vollkommenheit zu bemerken, die anderen Augen unsichtbar bleibt."

Nicolás Gómez Dávila, Das Leben ist die Guillotine der Wahrheit, Frankfurt/M. 2006, S. 26

Bild und Text 5

"In dem Gedanken John Deweys, im besonderen Charakter der "runden", emphatisch so zu nennenden Erfahrung, die auf Künstlerisches gar nicht nicht abzielt, sei die Wurzel des dann allerdings selbstständig werdenden Ästhetischen zu finden, sind Erfahrung und Handlung eng miteinander verknüpft: Im Unterschied zum bloßen Auflesen zusammenhangloser Eindrücke auf der einen Seite und zum starren, regelhaften Ausführen eines vorgefaßten Plans auf der anderen, haben wir eine wirkliche Erfahrung dann gemacht, wenn wir, teils handelnd, teils entgegennehmend oder leidend, uns im Strom der Umstände so bewegt haben und haben bewegen lassen, daß aus beidem zusammen eine gegliederte sinnvolle Einheit entstanden ist.

(...)

Was Francis Bacon über seine Erfahrung beim Malen berichtet, hat auffallende Gemeinsamkeiten mit dem, was Dewey beschreibt: Für ihn handelt es sich dabei nicht um die Ausführung eines vorgefertigten Plans, die Realisierung eines inneren Bildes, sondern um eine handelnd stattfindende Auseinandersetzung zwischen einer vielleicht rudimentären Vorstellung und dem "Zufall", dem er durch Verwischen, Übermalen und dem wenig steuerbaren Werfen von Farbe nachhilft."

Hans Julius Schneider, Die Leibhaftigkeit ästhetischer Erfahrung, in: Franz Koppe, Perspektiven der Kunstphilosophie, Frankfurt/M. 199, S. 105-106

Na, immerhin mal Material. Arme Bachelor-Studenten, Erfahrungen dürfen die nicht mehr machen, eingezwängt im Zeitplan der Erfüllung von Vorgaben. Mündig machts sie das nicht, hat Adorno gestern im Fernsehen gesagt. Der die aktuellen Prozesse ja beschrieben hat, ohne daß er sie noch erleben mußte. Der hätte eh keine Chance an heutigen Universitäten, der Adorno. Vermute ich.

Als aktualisiertertes Archiv hat er das gesagt, begrenzt durch "In" und "Out" auf der Timeline. Und dann wurde eine Denkmal, ihm gewidmet, auf dem Frankfurter Campus gezeigt: Sein Schreibtisch in einem Glaskasten. Unterlegt mit "Was ist ist, was nicht ist, ist möglich" von den Einstürzenden Neubauten.

Aber er hat's ja auch immer schon gewußt, der Adorno. Wie Schiller. Nur im Spiel ist der Mensch er selbst, hat der gesagt. Nicht im Effizientsein, nein, im Spiel. Vorsichtshalber hat man ihm zum Klassiker erklärt. Und was hat das alles mit Text zu tun?

11.01.07

Bild und Text 4

"Die These ist, daß Kunstwerke im kategorischen Gegensatz zu bloßen Darstellungen die Mittel der Darstellung in einer Weise gebrauchen, die nicht erschöpfend spezifiziert ist, wenn man das Dargestellte erschöpfend spezifiziert hat."
Arthur C. Danto, Die Verklärung des Gewöhnlichen, Frankfurt/M. 1991, S. 226

Und dann schreitet Herr Danto noch voran und unterscheidet den Ausdruck und die Darstellung von etwas. Um kurz darauf zu erläutern, daß der Ausdruck "Ausdruck" ja so klar auch nicht sei.

Der erste Schritt oben ist ungleich interessanter. Ob damit Kunst erschöpfend spezifiziert ist, ist eine andere Frage, aber dieses Mehr als die reine Darstellung von etwas ist ja schon mal was. Nur, daß dann bereits eine Bilanz, die hübsch layoutet ist, mit Firmen-Emblem und anderem Schnick-Schnack auf dem selben Papier, eben auch schon Kunst wäre. Was ja sein kann.

Natürlich schreibt Herr Danto noch ungleich mehr intelligente Bestimmungen in sein Buch hinein. Aber die da oben reicht für heute.

Bild und Text 3

gag24.jpg

Roy Lichtenstein, Portrait of Madame Cezanne, Quelle: Lichtenstein-Foundation

Das hat er nun davon, der große Cèzanne, daß er einst behauptet hat, alles in der Natur modelliere sich wie Kegel, Kugel und Zylinder - so kamen die Ironiker um die Ecke der Kunstgeschichte spaziert und zeigten dem Verstorbenen auf, auf was sich dessen Lebensgefährtin, vom Meister selbst gemalt, denn reduzieren ließe.

Ob im Falle der Ästhetik von Bilanzen (danke!, Christian K., das Thema ist ja eine Goldmine) Vorstände sich so abbilden ließen? Ihre Mitarbeiterschaft mögen sie in Zahlenkolonnen auflösen wollen, aber sich selbst als Umriß, mit Buchstaben garniert, dann nur zu sehen?

Nelson Goodman nahm das Thema offenkundig auch sehr ernst - den habe ich nie gelesen, ich bekenne, nur Fetzen durch Athur C. Danto vermittelt bekommen zu haben. Also sei der zitiert:


"Gegen Ende von Languages of Art nimmt Goodman eine verblüffende Nebeneinanderstellung vor. Er bittet uns, die Kurve eines Elektrokardiogramms mit einer Zeichung des Fudschijama von Hokousai zu vergleichen: die Gradienten des Kardiogramms lassen sich daran erkennen, daß die Kurve als ununterscheidbar von der Kurve auf der Hokusai-Zeichnung angenommen wird. Eine der beiden Kurven ist mit Sicherheit ein Kunstwerk, die anderen ein reines Darstellungsmittel, insofern mathematische Kurven Beziehungen zwischen Zahlenmengen durch Mengen von Punkten darstellen, deren Koordinaten durch diese Beziehung bestimmt sind, und das Kardiogramm eine mathematische Kurve ist."

Arthur C. Danto, Die Verklärung des Gewöhnlichen, Frankfurt/M. 1991, 214

Kann man ja einfach mal sacken lassen. Heute abend gibt es die Auflösung, die Danto selbst wählt. Und was hat das eigentlich mit Text zu tun?

09.01.07

Bild und Text 2

fwto1.JPG

Quelle: Zeta Mentor / Swiss Re

"Die Inszenierung von 2 Welten positioniert den Spekulaten als als priveligierten Seher und Späher: Er sieht, was andere nicht sehen können. Im Unterschied aber zum Künstler, dessen Einbildungskraft ebenfalls exklusiv ist, wird das Sehen des Spekulanten als ein Erkennen der Wirklichkeit inszeniert. (...) hinter dem Vorhang findet sich die Welt, wie sie wirklich ist - der Spekulant schafft sich Durchblick und Transparenz. Seine Einbildungskraft ist also stets durch die selbstverständliche Gegebenheit der Wirklichkeit fundiert; sie kann nicht entgleisen, da sie sich ontologisch immer schon auf der richtigen Seite der Wirklichkeit weiß.."

Urs Stäheli, Normale Chancen? Die Visualisierung von Investmentchancen in der Finanzwerbung, in: Sabine Maasen, Torten Mayerhauser und Cornelia Renggli (Hg.): Bilder als Diskurse - Bilddiskurse, Göttingen 2006, S. 41-42

Schön. Das Höhlengleichnis kann für einige Propheten aus der Finanzwirtschaft somit als aufgelöst betrachtet werden. Sie können das einfach: Die Wahrheit aus dem Rauschen herausfiltern. Sie könnten verkünden wie die Seher von einst. Ihre Sprache ist das Haus des Seins - und wir, die wir draußen bleiben müssen, blicken ihnen neidvoll durch's Fenster nur zu, die Zunge hängt gierig herab ...

Das Motiv oben stammt aus einem Inserat der Swiss Re, ist dort mit der Schriftzeile "Solutions beyond the obvious" unterlegt. In einem kleingedruckten Text darunter finden sich die Sätze: "For most people the horizon is as far as they can see. But for us it represents the threshold to an unseen world of new opportunitities." Da hört man doch mit dem geistigen Ohr gleich eine sonore, natürlich männliche Stimme, die das spricht.

Bild und Text

william-mallord-joseph-turner-licht-und-farbe-der-morgen-nac-09842.jpg

William S. Turner: Der Morgen nach der Sintflut: Moses schreibt das Buch der Genesis


"Die Beziehung zwischen Bild und Text erweist hier selbst als offen. Selbst der ungewöhnliche Titel Licht und Frabe (Goethes Theorie) - Der Morgen nach der Sintflut: Moses schreibt das Buch der Genesis ist eher ein Indiz für nachträgliches Wortesuchen für etwas, was sich beim Malen erst gebildet hat - angesichts eines Bildzusammenhangs, der sich den Worten entzieht. Es war Turner offensichtlich nicht vergönnt, mit seinern Wortgestaltungen der inneren Gebärde seiner Bilder zu entsprechen."

Michael Böckemühl, Turner, Köln 1999, S. 55

Ist das so?

08.08.06

Die Anti-Traum-Droge, Intermezzo 3: Warum der Name stört ...

buch_rothko.jpg

Bild-Quelle: bad-bad.de

"Kultivierte Banausen pflegen vom Kunstwerk zu verlangen, daß es ihnen etwas gebe. Sie entrüsten sich nicht mehr über das Radikale, sondern ziehen sich auf die unverschämt bescheidene Behauptung zurück, sie verstünden nicht. Diese beseitigt noch den letzten Widerstand, die letzte negative Beziehung zur Wahrheit, und das anstößige Objekt wird lächelnd unter seinesgeichen, den Gebrauchsgütern katalogsiert, zwischen denen man die Auswahl hat und die man ablehnen kann, ohne selbst nur dafür Verantwortung zu tragen. Man sei eben zu dumm, zu altmodisch, man könne einfach nicht mit, und je kleiner man sich macht, um so zuverlässiger partizipiert man am mächtigen Unisono der vox inhumana populi, an der richtenden Gewalt des petrifizierten Zeitgeistes." Theodor W.. Adorno, Minima Moralia, Frankfurt/M. 2001, Erstveröffentlichung 1951, geschrieben 1946-1947, S. 416

Hey, Mann, das ist doch totalitär! Laß uns lieber 'ne Gala veranstalten, muß doch gehen - Heino Ferch liest "Die Todesfuge" oder so, vielleicht? Fragen wir den doch mal. Komm, nur ein Programmpunkt unter vielen. Paßt doch gerade. Aber kein zu großer Saal, nee, ist was für 3SAT, nee, nicht ARTE, dann verstehen die Franzosen nix, und da muß der Eintritt schon mit zur Finanzierung dienen. Laß uns dem Ganzen 'nen exklusives Image geben, dann zahlen die Leute mehr - das wiederholen ...

Weiter lesen "Die Anti-Traum-Droge, Intermezzo 3: Warum der Name stört ..." »

Die Anti-Traum-Droge, Intermezzo 2: Dramatisierungsmuster

"In "befriedigender Gewalt" ist der Böse normalerweise unbesiegbar, geschützt allein durch Größe, Ausrüstung, Gesetze, Machtgefüge, Position, im Vorteil durch die Machtlosigkeit anderer, die damit nicht fertig werden. In dem Moment, in dem er niedergerungen wird, darf er allerdings durchaus hilflos sein. Das ist uns recht. Zerquetscht ihn wie eine Wanze! Macht ihn platt für das, was er unserer lieben, kleinen, behinderten Judy angetan hat!

Enwticklen Sie Ihe Schurken sorgfältig. Je stärker der schurkische Charakter, umso mehr Spaß macht es, ihn zu vernichten. Um Befriedigung aus seinem Untergang zu ziehen, muss er zunächst einem liebenswerten, hilflosen Opfer etwas antun."

Larry Beinhart, Crime - Kriminalromane und Thriller schreiben, Autorenhaus-Verlag Berlin, 2003. S. 94

24.07.06

Formen der Öffentlichkeit: Die unternehmerische Risikogesellschaft und ihre strukturellen Antworten

Es gibt ja Leute, die behaupten, daß z.B. Anzeigenkunden von Zeitungen oder im Fernsehen lediglich "abgeleiteten Interessen" folgen würden. Verstanden habe ich das nicht wirklich, gemeint ist wahrscheinlich: Primär wichtig ist, daß das Medium als solches glaubürdig sei, sich gut verkaufe, das "Vertrauen" seiner Leser- bz. Zuschauerschaft gewinne. Und dann würden diese Medien eben unabhängig von ihren Inhalten eine gutes Umfeld für Werbung bieten.

Was bei per se bei im Konsumentenparadigma sich situierenden Medien wie Computerzeitschriften oder aber den wenigen, überregional relevanten Zeitungen wie der Süddeutschen, der FAZ oder dem Spiegel noch der Fall sein mag - gilt das auch für's Privatfernsehen? Wieso der Skandal rund um das Product-Placement im "Marienhof" - einem öffentlich-rechtlichen Programm? Da habe doch nur ein Sponsor nur seine Funktion erfüllt, würde dann u.U. geantwortet. Machtfragen in Wirtschafstkontexten werden ja kurioserweise nicht als solche behandelt, das erstaunt. Und daß ...

Weiter lesen "Formen der Öffentlichkeit: Die unternehmerische Risikogesellschaft und ihre strukturellen Antworten" »

19.07.06

Die Anti-Traum-Droge, Teil 6

Erzählformen wie jene, im letzten Eintrag Dargestellten sind weiterhin präsent und unterliegen doch spätestens seit MTV verschiedenen Formen der Fragmentierung - auf Seiten der Produzenten wie auch der Rezipienten.

Da ist zum einen die sogenannte "Clip-Ästhetik", der oft vorgeworfen wurde, Sinn zu destruieren , Zusammenhänge aufzusplitten und so zugleich eine postmoderne Attacke auf die Identitäten der Zuschauer darzustellen.

Große Thesen: Diese direkte Manipulation, die den, der zuschaut, direkt formt und sozusagen hervorbringt, konnte meines Wissens zwar nie belegt werden. Unterschätzen sollte man die hier nur angedeutete Entwicklung dennoch nicht. Nicht etwa, weil eine unzusammenhängende Bilderflut seit der Adaption der neuen Stilmitteln in Genres wie Magazinen oder Dokumentationen Erzählstrukturen aufgelöst habe - das hat sie nämlich gar nicht. Auch im Videoclip selbst tauchten und tauchen immer wieder ganz klassisch strukturierte Geschichten auf, ansonsten sind sie nichts als ein weiterer Ästhetisierungsschub des Fernsehens. Sieht halt gut aus, regt an, es passiert was.

Ob ich nun aber wilde Schnitte in eine Live-Performance hineinmontiere, Liebesgeschichten irgendwelcher Teenager dazwischen setze oder Computersimulationen im Sinne der l'art pour l'art einbaue: Als dies ist allemal ehrlicher als das am "Abbild" Klebende klassischer Bildsprachen. Bildfolgen als Zeitfolgen, ganz egal, ob wie einst mit ...

Weiter lesen "Die Anti-Traum-Droge, Teil 6" »

18.07.06

Die Anti-Traum-Droge, Teil 5

Her mit den Verben. Weg mit den Adjektiven. Hauptsachen in Hauptsätze. Die Zielgruppe ist maximal 40 - laß die 50er und 60er raus. Keine "Talking Heads". Es muß eine aktive Hauptfigur geben, die ein klares Ziel hat - die Geschichte erzählt die Widerstände, auf die sie trifft, um es zu erreichen.

Der Protagonist braucht einen Antagonisten. Das funktioniert auch abstrakt, die Nummer mit den antagonistischen Kräften: Individuum versus Staat, zum Beispiel, Freiheit von Zwang. Die Täter-Opfer-Konstellation ist ein Spezialfall dieser Erzählweise, einer, der wie wohl keine anderer die politische Debatte prägt.

Günstig ist, den Protagonisten, den man sich wählt, mit einem hehren Zeil zu versorgen. Weltweite Demokratisierung oder Kampf gegen den US-Imperialismus, zum Beispiel. Das sorgt für Identifikation. Wer will denn nicht das Gute - mal abgesehen davon, was er für dieses hält?

Das ist so trivial wie die Plot-Konstruktion selbst, und Triviales ist nicht immer schlimm und schon gar nicht immer falsch, wie hoffentlich auch dieser Eintrag hier belegt. Insofern empfiehlt es sich, den Antagonisten zum Täter zu machen und mit den Merkmalen echter Scheusale zu versehen. So wie im "Schweigen der Lämmer". Aber dieses Scheusal dann brechen, mit einem Mitleidseffekt versehen zum Beispiel, damit es nicht ein Klischee wirkt.

Seltsam an dem Film ist freilich, daß der Protagonistin eine "Hüter der Schwelle",und zugleich Mentor an die Seite gestellt ist, der die Merkmale des Antagonisten ungleich eleganter verkörpert als der frustrierte Killer selbst,jener, der sich loswerden, sich überwinden will. "Tu's bloß nicht, das ist pervers!" ist dann ein Teil der Message, und die Transformation ist als Monströse illustriert - ein überrgend-scheußliche Mords-Metapher, sozusagen. Aber auch eine Botschaft des Films: Die Lust wohnt oft auf der Seite des Bösen, bei Transen darf sie in Hollywood nur hausen, wenn Patrick Swayzee die spielt und dem ganzen einen Hauch von "Charlys Tante" verleiht. Wenn's im Karnevalesken, nicht in der Lust verortet ist, was gezeigt wird. Tunten sind zum Lachen da, Dirk Bach und der Herr Morgenstern spielen brav mit: Bedeutung und Praktik, in sich verschlungen. Sonst könnte der Zuschauer ja auch eine werden wollen, allen demographischen Problemen zum Trotz.

Der Protagonist muß etwas zu verlieren haben - das, was auf dem Spiel steht, muß schon etwas Großes sein: Entführe sein Kind, erzeugt die Angst, daß seine Frau umgebracht werden könnte, steck junge Mädchen in tiefe Brunnen, schick den Reichen in den Slum und laß ihn arme Menschen überfahren - wenn sein Leben daraufhin in sich zusammenbricht, dann ist die Story gut. Früher nannte man das "Fallhöhe", doch denke daran:


"Andererseits sei literarischer Ehrgeiz völlig fehl am Platz, der "filmschaffende" Autor solle sich vielmehr "immer sagen, dass die Literatur Feind Nummer eins ist"."

Wir machen keine Trends, wir satteln uns ganz oben drauf, wenn sie schon da sind. Make it simple. Make it big. Drei Regeln kennt eine gute Dramarturgie: Konflikt, Konflikt, Konflikt.

Seltsam: Das letztere ist ein Prinzip, das nur vereinzelt in die "Show"-Abteilungen großer Sender eingedrungen ist. Klar, es steuert "Sieben Tage, Sieben Köpfe" ebenso wie "Die hundert nervigsten Popsongs", genauso oft auch gilt die Regel:Schmeiß alles raus, was stört. Gerade bei der Fußball-WM wurde dies par excellence und rituell zelebriert, die neuen Pläne rund um "Ausländergesetzgebung" und Hartz IV bestätigen dieses als Wohlfühl-Prinzip des Erzählens. Da wuchert er weiter, der Heimatfilm. Also: Setze ...

Weiter lesen "Die Anti-Traum-Droge, Teil 5" »

14.07.06

Die Anti-Traum-Droge: Intermezzo 1 - z.B. Cézanne

palmer.jpg

Bild: Wildyorkshire

Es gibt Bücher, die Leben verändern können. Betty Edwards "Garantiert zeichnen lernen" ist so eines. Basierend auf der Theorie der 2 Gehirnhäflten und ihrer Funktionen - Begrifflich-abstrakt versus intutitiv-sinnlich - erkundet sie Methoden, das Sehen wieder zu lernen.

Die abstrakt-begriffliche Gehirnhälften-Theorie bräuchte sie dazu gar nicht. Die Zeichen-Übungen in dem Buch verändern auch so das Welt- und Selbstverhältnis nachhaltig. Das Diktum, man solle zeichnen, was man sieht, nicht das, was man weiß, leitet an zu Verblüffendem: Z.B. die Vorlage, nach der man zeichnet, einfach auf den Kopf drehen und dann loslegen. Oder: Nicht die Gegenstände zeichnen, sondern die Räume zwischen diesen. Zimmerecken zeichnen, also etwas, das im Gegensatz zu Gesichtern oder Stühlen kein Wissen-wie (Nase in die Mitte, zwei Augen oben drüber) im Laufe der eigenen Erfahrungshistorie hervorgebracht hat.

Sie beschreibt, wie man durch diesen Techniken in ein anderes Zeitgefühl gleitet: Man ist ganz in der Welt ...

Weiter lesen "Die Anti-Traum-Droge: Intermezzo 1 - z.B. Cézanne" »

11.07.06

Die Anti-Traum-Droge, Teil 4

Mein Gedächtnis sagte mir: Auf die Frage, warum denn Massenmedien im Gegensatz zu Wissenschaften wie der Philosophie nix Bleibendes hervorzubringen hätten, unternähme Niklas Luhmann den Versuch einer Antwort:


" Der Code des Systems der Massenmedien ist die Unterscheidung von Information/Nichtinformation. (...) Diesen Anforderungen genügt der Informationsbegriff von Gregory Bateson: Information ist danach "irgendein Unterschied, der bei einem Ereignis später einen Unterschied macht." (...) Die wohl wichtigste Besonderheit des Codes Information/Nicht-Information liegt in dessen Verhältnis zur Zeit. Informationen lassen sich nicht wiederholen. Eine Nachricht, die ein zweites Mal gebracht wird, behält zwar ihren Sinn, verliert aber ihren Informationswert. Wenn Information als Codewert benutzt wird heißt dies also, daß die Operationen des Systems ständig und zwangsläufig Information in Nicht-Information verwandeln. (Fußnote: Hier liegt ein wichtiger Unterschied zwischen dem Code der Massenmedien und dem Code des Kunstsystems. Kunstwerke müssen eine hinreichende Ambiguität, eine Mehrzahl möglicher Lesarten aufweisen). (...) Mit anderen Worten: Das System veraltet sich selbst. Fast könnte man daher meinen, es verwende letztlich den Code neu/alt, gäbe es nicht auch andere Gründe, eine Information nicht zu bringen. (...) So wie die auf der Basis von Geldzahlungen ausdifferenzierte Wirtschaft den unaufhörlichen Bedarf erzeugt, ausgegebenes Geld zu ersetzen, so erzeugen die Massenmedien den Bedarf, redundierte Informationen durch neue Informationen zu ersetzen: fresh money und new information sind zentrale Motive der modernen Gesellschaftdynamik."

Niklas Luhmann, Die Realiät der Massenmedien, Opladen 1996 S.36 + 39 + 41 + 42 + 43-44

Ah. Das ist nun natürlich gar keine Antwort auf die Frage - so kann's Gedächtnis trügen: So verstanden, würden auch wissenschaftliche Werke ...

Weiter lesen "Die Anti-Traum-Droge, Teil 4" »

10.07.06

Die Anti-Traum-Droge, Teil 3

Michel Foucault hatte gute Gründe, seine Antrittsvorlesung damit zu beginnen, daß er nicht anfangen wolle und doch müsse.

"Ich glaube, es gibt bei vielen ein ähnliches Verlangen, nicht anfangen zu müssen: ein ähnliches Begehren, sich von vornherein auf der anderen Seite des Diskurses zu befinden und nicht von außen ansehen zu müssen, was er Einzigartiges, Bedrohliches, ja vielleicht Verderbliches an sich hat. Auf diesen so verbreiteten Wunsch gibt die Institution eine ironische Antwort, indem sie die Anfänge feierlich gestaltet und sie mit ehrfürchtigem Schweigen umgibt und zu weithin sichtbaren Zeichen ritualisiert."

Michel Foucault, Die Ordnung des Diskurses, Frankfurt/M. 1991, S. 9-10

Das Collége de France freilich, wo Foucault die Lehre antritt, ist das mit den höchstmöglichen Weihen ausgestattete akademische Zentrum des französischen Denkens. Gewinnt das Sprechen, das dort beginnt bei einem, der 's "geschafft" hat, nicht ungleich mehr Einzigartigkeit als die Kontaktaufnahme an einer Bar, beispielsweise, bei der man ja auch nicht weiß, was man als erstes sagen soll, es sei denn, man ist Kölner?

Dieses so feierliche, erste Sprechen Foucaults in neuer Funktion, ...

Weiter lesen "Die Anti-Traum-Droge, Teil 3" »

08.07.06

Die Anti-Traum-Droge, Teil 2

"Als Kind wollte er ein Goldfisch sein. Ich sagte zu ihm: Na, hör mal, mein Häschen, du magst doch kein kaltes Wasser. Da war er zutiefst verblüfft und erwiderte: Dann eben eine winzige Sekunde lang, ich möchte so gerne wissen, woran er denkt."

Mutter von Muzil, in: Hervé Guibert, Dem Freund, der mir mein Leben nicht gerettet hat, Reinbek bei Hamburg 1991, S. 109

Super-O-Ton. Den würde jeder zitieren in einem Print-Artikel, oder in Sendungen, sei's Radio oder TV, hineinmontieren. Medien sind Selektion - die Passage wählten sie aus. Es spricht: Die Mutter eines Weltberühmten. In der Welt des Geistes ist der frisch Verstorbene eine "A-Promi", über den sie das sagt, unmittelbar nach seinem Tode. In seinem Geburtsort sagt sie das zu Journalisten, kurz vor der Beisetzung. Für diesen einen Moment ist sie allererste Wahl, die Angehörige des Weltstars. Der Kontext weist auch ihr A-Promi-Status zu.

So sitzen sie in den Redaktionen aller Medien und diskutieren stundenlang: Wer A-, wer B- und wer C-Promi sei. Zuerst geht dann je nach Thema die Anfragewelle für Interviews an die A-, dann die B-, dann die C-Promis raus. Die A-Promis sagen zumeist sowieso ...

Weiter lesen "Die Anti-Traum-Droge, Teil 2" »

07.07.06

Die Anti-Traum-Droge, Teil 1

I.

"Der Roman gewinnt Konturen. Es geht jetzt um etwas viel übleres als atomare Vernichtung - nämlich um eine Anti-Traum-Droge, die dem Menschen die Fähigkeit zur Schaffung von Symbolen und Mythen nimmt, seine intuitiven und telepathischen Anlagen zerstört, so daß sein Verhalten vorherbestimmt und kontrolliert werden kann nach den Methoden, die sich in der Naturwissenschaft als nützlich erwiesen haben. Kurzum, diese Droge eleminiert aus der menschlichen Gleichung den Störfaktor des Spontanen und Unvorhersehbaren. Ich habe von der erhöhten Empfänglichkeit für traumhafte, nostalgische Eindrücke bei leichten Entzugserscheinungen gesprochen. Das ist der Ausgangspunkt für die Anti-Traum-Droge. Roman handelt von riesigen Kafka-Verschwörungen, telepathischen Sendern mit bösen Absichten, dem elementaren Konflikt zwischen Asien, das für spontanes Leben steht, und dem Westen mit seinem äußeren Zwang, Charakterpanzer und Tod. Aber es ist schwer zu sagen - besonders bei einem selbst - für welche Seite jemand arbeitet. Agenten infiltrieren ständig die Gegenseite und diskreditieren sie durch Exzesse und Übereifer. Genauer gesagt, Agenten wissen nur selten, auf welcher Seite sie tätig sind.

Während Wissenschaftler an der Anti-Traum-Droge arbeiten, kommt es zu einem Durchbruch von Traumsituationen in die dreidimensionale Realität, und man hat Drogen entdeckt, die symbolbildende und telepathische Fähigkeiten verstärken. Jeder Abweichler wird also zu einer Bedrohung für die Kontrolleure, die auf den ersten Blick sämtliche Vorteile auf ihrer Seite haben, da sie über die Mittel zur Relitätskontrolle verfügen (...)"

William S. Burroughs, 19.Feb. 1955, Tanger, in: William S. Burroughs, Briefe an Allen Ginsberg, Frankfurt/M. 1994, 3. Auflage

Allmorgendlich krieche ich in meine kleine Küche, vom Käfer zu Ansätzen der Menschlichkeit reifend, schalte das Radio ein, die NDR 2-Morning-Show. Setze Kaffee auf, die Krönung - diese ganze Latte Machioto-und-"Pads"-und so-Mode finde ich gruselig. Ich liebe Filterkaffee, der einfach so durchläuft, weil alles fließt. Dieses ganze affektierte Milchgeschäume, das andere des Morgens betreiben, nee, nix Für-Mich-Seiendes. Und gehe dann noch mal ins Bett.

Mein Hund robbt derweil unter diesem hervor und taumelt sich in's Wohnzimmer zum Weiterschlafen. Eine Zigarettenlänge später röchelt das dunkelblaue Monstrum von Kaffeemaschine aus dem WAL-Markt grausig, Verrecken simulierend dampft es das letzte Wasser in den Filter. Also wieder rein in die Küche, raus aus dem Bett. Jeden Morgen dann erst mal eine Kaffeetassenlänge im Küchenkorbstuhl sitzen und den Flur entlang starren - dort hinten, an der Balkontür, hört die Wohnung auf ...

Weiter lesen "Die Anti-Traum-Droge, Teil 1" »

04.07.06

Der Schlußsatz Bourdieus über das Fernsehen

"Man muß schon ein sehr zähes Vertrauen in das (unleugbare, aber doch begrenzte) Potential des Volkes zum "Widerstand" haben, um mit einer gewissen "postmodernen Kulturkritik" davon auszugehen, der Zynismus der Fernsehproduzenten, die sich in ihren Arbeitsbedingungen, ihren Zielen (dem Ringen um mximale Vermehrung des Publikums, um das "gewisse Plus", das ausmacht, daß etwas "sich besser verkauft") und ihrer ganzen Denkweise immer mehr den Werbeagenten nähern, fände seine Grenze oder sein Gegengift in dem aktiven Zynismus der Zuschauer (den vor allem das zapping illustriert): Die Fähigkeit, bei strategischen Spielen des Typs "Ich weiß, daß Du weißt, daß ich weiß" reflexiv und kritisch mitzuhalten und die vom manipulativen Zynismus der Fernseh- und Werbeproduzenten angebotenen "ironischen und metatextuellen" Botschaften auf einer dritten und vierten Verstehensebene zu überbieten, als universell gegeben vorauszusetzen, heißt nämlich, einer der perversesten Formen der scholastischen Illusion in ihrer populistischen Fassung aufzusitzen."

Pierre Bourdieu, Über das Fernsehen, Frankfurt/M. 1998, S. 139-140

05.04.06

Nachschlag zu Baring

Woher der Mann aus dem vorherigen Eintrag sein Wissen höchstwahrscheinlich schöpft, kann man heute in der FR lesen:

"Der Fall sei "sehr schief dargestellt worden", Schlagworte wie "Hasschule" seien, trotz der Probleme, "absolut unzutreffend". Um die Lage möglichst dramatisch darstellen zu können, hätten Journalisten gezielt "die problematischen Schüler aktiviert", sich selbst zu inszenieren. Hochschild will die Kontakte der Schule zu den Medien abbrechen. Um die Arbeit weiterführen zu können, werde es keine weiteren Presseerklärungen mehr geben.

Schülersprecherin Katrin El-Mahmout kritisierte, Schülern sei Geld für Geschichten über Gewalt- und Drogenexzesse geboten worden. Der schlechte Ruf der Schule verschlechtere die Chancen der Schüler: "Wir wollen uns irgendwann bewerben, wir wollen nicht stigmatisiert werden", sagte El-Mahmout: "Ich möchte einfach, dass die Presse nicht mehr über uns Scheiße schreibt."

Soweit heute die FR. Hochschild ist der neu eingesetzte, komissarische Leiter der nunmehr berühmt-berüchtigten Berliner Rütli-Schule. Gestern abend beim NDR-Magazin ZAPP gab es einen Beitrag zur Berichterstattung über diese Schule zu sehen, der diese Darstellung vollumfänglich unterstützte (und der übrigens auch die krude Datenbasis, die der aktuellen Demographie-Debatte zugrundeliegt, auseinandernahm).

22.02.06

Die strukturelle Kopplung von Blubber, Fasel und Bla oder mal'n bißchen Medientheorie

Heute mal wieder was richtig Populäres! Sowas, was mordsmäßig Traffic erzeugt!

Gestern nämlich - am Schreibtisch im Büro den ganzen Tag KOMMUNIZIEREN, nee, manchmal ist das einfach unerträglich, immer neben sich, zugleich agierend im sozialen System, zu stehen und als Mensch gar nicht dazuzugehören ... ja, so ist das bei Niklas Luhmann, der Mensch gehört nicht zum sozialen System dazu, denn das besteht aus Kommunikationen und autpoetisiert sich selbst. Oder so.

Also lieber 'n (bewußtseinssystemimmanenten) Nostalgie-Trip auf die Schlüterstraße. Halben Tag Urlaub an die Personalabteilung gefaxt, und Vorfreude: Mal wieder wie früher in Büchern wühlen in der Heinrich-Heine-Buchhandlung, in die ich früher, frisch inspiriert von Schnädelbach- oder später Max Miller- und Martin-Seel-Vorlesungen, immer marschierte, um mich mit neuem Denkstoff zu versorgen. Verstehen ja die meisten nicht, aber für mich war und ist das LUST.

Doch: Schock!, die gibt's gar nicht mehr, die Buchhandlung! War so, als hätte man mir ein Stück Heimat genommen ... stand aufrichtig frustriert davor und war kurz richtig verzweifelt. Aber bin ja nicht blöd - ahnte schon ...

Weiter lesen "Die strukturelle Kopplung von Blubber, Fasel und Bla oder mal'n bißchen Medientheorie" »

21.02.06

Meinungsmärkte, die Zweite

Bei Don Dahlmann findet sich ein guter Artikel im "Freitag" verlinkt und kommentiert, der die Frage aufwirft, inwiefern sich hierzulande auf saftigen Wiesen der Meinungsfreiheit getummelt wird. Das Ergebnis ist ähnlich wie in einem Eintrag, den ich vor ein paar Tagen postete:

Weiter lesen "Meinungsmärkte, die Zweite" »

10.02.06

Das alles ist Deutschland!

seeed.jpg

(Foto: Jamilah via irieites)

Gut, ich fand Revolverheld aus Bremen ja besser. Trotzdem: Seeed haben's schon aus Prinzip verdient, dieses Raabsche Förderalismus-Event gestern abend zu gewinnen. Fand ja andere Songs - Tracks? Was sagt man da neudeutsch? - von denen schon besser, ...

Weiter lesen "Das alles ist Deutschland!" »

05.02.06

Lebensstile, die zweite

Das hier ist so daneben, daß ich's einfach zitieren muß:

"Die persönliche Befindlichkeit ist mir persönlich als Ausgangspunkt journalisitscher Themen oder Ideen immer noch lieber als ein sich an Zielgruppen und Marktforschungen heranschwänzelndes Servicegedudel („das wollen die Leute lesen“). Ins gleiche, nämlich ins eigene Fleisch, schneidet sich Engelmann auch mit dem Vorwurf, das alles sei ja auch nur in Berlin ein Thema: Das gilt zum einen für vieles, und führt trotzdem nicht zwangsläufig zu Schreibverboten, und ist, zum anderen halt Teil des Themas. Wo soll man denn sonst die Zunahme von Blumentöpchen im öffentlichen Raum als Symptom gesellschaftlicher Veränderungen deuten – im Voralpenland?"

Und Existenzielles Besserwissen bejubelt das auch noch. Wer einmal ...

Weiter lesen "Lebensstile, die zweite" »

01.02.06

Berlin-Bashing und Lebensstile

Berlin-Bashing mag ich ja sowieso. Diese nur um sich selbst kreiselnden Kohorten der Selbstgefälligkeit da rund um Mitte herum treiben mich immer in den ICE zurück nach Hamburg. Sollen sie doch reden und sich feiern, egal - aber laßt den Rest der Republik einfach in Ruhe.

Drum: Was heute Jan Engelmann zur Schein-Diskussion um Neue Bürgerlichkeit in der taz schreibt, ist einfach so klasse, daß mir noch nicht mal irgendwas einfällt, ...

Weiter lesen "Berlin-Bashing und Lebensstile" »

15.01.06

Osthoff und Beckmann oder: Print, Fernsehen und Blogs

Eine echte Fleißarbeit mit Erklärungs- und Unterhaltungswert findet sich beim Demagogen (via wirres.net): Akribisch zusammengesammelte Kritiken zum Beckmannschen Osthoff-Interview. Interessant ist sowas nicht nur, um mit guten Gründen Beckmann zu dissen. Interessant ist es vor allem hinisichtlich ...

Weiter lesen "Osthoff und Beckmann oder: Print, Fernsehen und Blogs" »

11.01.06

Für Monokultur und Intoleranz! Oder doch nicht?

Zeilenschinden eines großen Stilisten (ob er ein großer Denker ist, daran scheiden sich die Geister ebenso wie an allen anderen großen Denkern auch)?

Da guckt einer fern, schreibt ein wenig mit, was läuft und gibt dann außerordentlich breit getreten, Ironie eher andeutend als ausarbeitend, den Inhalt einer RTL2-Sendung wieder. Suggeriert viel, sagt aber nix.

Was'n mit Herrn Broder los? Fast wie Girlanden, wie Zierwerk, Efeu oder sowas ranken sich dann ein paar schwache Seitenhiebe gegen vermeindliches Gutmenschentum um die langatmige Nacherzählung, und so deute ich jetzt wenigstens die, um mich nicht zu ärgern, diesen Text gelesen zu haben.

Zitat:

Weiter lesen "Für Monokultur und Intoleranz! Oder doch nicht?" »

05.01.06

Ein Grimme-Preis - mindestens! - für Marcel Kolvenbach und Pagonis Pagonakis

Gestern lief im Rahmen der eh schon überragenden WDR-Reihe "Die Story" ein Film über den Tod von Oury Jalloh. Im Netz ein viel diskutierter Vorfall - ein mit Handschellen an Händen und Füßen an eine Matratze fixierter schwarzer Asylbewerber verbrannte in einer Gewahrsamszelle in Dessau.

Ein Fall aus dem ganz alltäglichen, bundesrepublikanischen Horror. Überragend erzählt war's zudem und deshalb ergreifend anzuschauen, wie Autoren diesen schrecklichen Vorfall filmisch behandelten. Ich habe selten etwas gesehen, ...

Weiter lesen "Ein Grimme-Preis - mindestens! - für Marcel Kolvenbach und Pagonis Pagonakis" »

04.01.06

Exit

TrumanShow_3.jpg

... das hat man nun vom Fernsehen ...

03.01.06

Enteignet Springer?

Gut, das Interview mit dem Vorsitzenden jener Komission, die über die Springer/SAT 1-PRO 7-Fusion entscheidet, in DIE ZEIT ist so ganz taufrisch nicht mehr.

Ganz spannend ist sie jedoch hinsichtlich des vorheriges Eintrages, nämlich dem Thema der Verfassungstreue bundesdeutscher Bürger. Preisfrage: Wäre ein Springer-Funktionär ein Verfassungsfeind, wenn er sich denn gegen die potenzielle Enteignung (die ja gar keiner plant) sträuben würde?

Ich weiß ich das nicht, ich bin ja kein Jurist. Und meines Wissens - man korrigiere mich, wenn's falsch ist - ...

Weiter lesen "Enteignet Springer?" »

28.12.05

Fanclub der Sehnsucht

2Jferien-8.jpg

Ja, Herr von Dannen, nicht nur nach dem Fanclub der Sehnsucht wird gefahndet - warum gibt's eigentlich keine großen Weihnachts-Vierteiler mehr? Das waren doch Ereignisse, Serien, in die hinein getaucht man alles um sich rum vergaß (als Kind zumindest) und der nächsten Woche dann sehnsüchtig entgegenfieberte ... erinnere mich düster an "2 Jahre Ferien", ziemlich gut an "David Balfour" nach dem Roman von Robert Louis Stevenson ... daß Fernsehen aber auch diese fatale Tendenz hat, immer gerade das wirklich Schöne zu versenken ... bißchen spät jetzt, die Suche nach dem Weihnachts-Vierteiler, wo schon wieder alles vorbei ist, aber trotzdem ...

27.12.05

Der gespielte Schwulenwitz

Nee, nix da "palim, palim"...

Jan Freitag ist einer der besten über Fernsehen schreibenden Printjournalisten - einfach, weil er im Gegensatz zu Hans Hoff, Edo Reents und noch Schlimmeren (vorzugsweise bei der Berliner Zeitung) sich auf die Möglichkeiten des Mediums auch einläßt, anstatt wahlweise Seminarwissen, epischen Autorenfilm oder aber die Erzählweisen des Print-Journalismus selbst im Fernsehen zu erwarten. Die meisten TV-Kritiker haben ja noch nicht einmal begriffen, daß Fernseh-Journalismus nicht nur aus Off-Text, sondern auch aus Bildern, Figuren und Ton besteht. Ganz klassisch z.B. der Nachsatz nach einem Verriß "dafür gibt es aber schönes Archivmaterial zu sehen". Na super. Daß die Besorgung und Auswahl bereits viel Personal bindet, hohe Kosten verursacht und das Arrangieren dessen an sich schon eine Aussage ist, das versteht der gemeine, post-universitäre Galao-Feuilletonist nicht. Aber der muß dann ja auch den blanken Hohn seiner eigenen Kollegen ertragen, wenn er sich daran versucht, Neil Young-Biographien zu verfassen ...

Jan Freitag macht das alles nicht. Heute nimmt er völlig zu Recht in der FR das diffamierende Schwulenbild in TV-Comedies auseinander. Lesenwerter Artikeln, kann man jeden Satz unterschreiben. Fehlt nur ...

Weiter lesen "Der gespielte Schwulenwitz" »

15.12.05

Die Schuld an Pro Sieben-Ranking-Shows

Um dies eine Mal mich mal selbst zu zitieren: "ergänzend ist eigentlich nur noch zu erwähnen, daß Pop zum Teil tatsächlich zur Legitimationsideologie für allerlei Schauerliches geworden ist, zumeist durch das Mittel der Entwertung: Bei Big Brother denkt halt kein Schwein mehr an George Orwell."

Heute morgen geschrieben, um prompt bestätigt sich dies ein weiteres Mal - nachzulesen hier.

Was soll das? Pop ist, wenn man über Milchschnitten schreibt, soweit ist klar. Des weiteren folgt der Text der Maxime: Acessoires, Persönlichkeiten und Produkte mit vielen Worten möglichst sinnlos umschmeicheln und "tabufrei" durcheinander würfeln, lustig!. Und "probiotisch" kommt ja immer an, wie jeder andere, noch so blöde Öko-Witz eben auch - die Technik war ja ganz, ganz kurz mal originell, all das zu Zeiten des zum Glück auch schnell wieder verwehten Sommers der deutschen Popliteratur. Britische Popliteratur war immer schon anders ...

Mittlerweile hat sogar RTL nach 5 Jahren Aufzählen noch der letzten Tropfkerze, der letzten Eis-Sorte - Dolomiti! Ach ja! Seufz! - und der letzten Vorabendserie, die dann angeblich auch gleich eine ganze Generationserfahrung darstellen soll, gemerkt, daß dieses blödsinnige Listen-Denken noch den letzten Vollproll inzwischen anödet. Das ist bedauerlicherweise trotzdem ...

Weiter lesen "Die Schuld an Pro Sieben-Ranking-Shows" »

28.11.05

Fragen Sie Herrn Regener oder wie führe ich wirklich schlecht ein Interview?

Der Nachwuchs. Auch nicht besser als die Altvorderen. Heute scheint der Tag der Jounalismus-Kritik zu sein. Da pflügt man so querbeet durch die blühenden Äcker des Netzes und findet tief verbuddelt auf der DIE ZEIT-Homepage ein Interview mit Sven Regener. Freut sich auf anregende Lektüre - und dann sowas: http://zuender.zeit.de/2005/47/svenregener. Bis auf die letzte Frage wirklich ein gutes Beispiel ....

Weiter lesen "Fragen Sie Herrn Regener oder wie führe ich wirklich schlecht ein Interview?" »

Hilde-Schändung und auf nach zurück!

Spiegel.jpg

"Keine Experimente" wagt der SPIEGEL und nimmt, na klar, nunmehr mal wieder die 50er Jahre auf den Titel. Kein Wunder, daß dies geschieht, kurz nachdem Frau Kanzler losgemerkelt hat. Eine Frechheit ist's, dann auch noch von der großen Knef profitieren zu wollen, indem man sie zentral positioniert. Sie ist doch die Personifizierung dessen, was Deutschland ...

Weiter lesen "Hilde-Schändung und auf nach zurück!" »

25.11.05

Von wegen "in Würde ruhen"!

Warum weidet sich die Medien-Nation eigentlich so ausgiebig an toten Kindern? Natürlich ist der Fall Jessica entsetzlich und macht fassungslos und erfordert wohl auch kollektive Trauerarbeit - ein Rätsel ist mir dennoch, warum nun seitdem immer wieder so endlos schrecklich dieses Schicksal referiert wird und, ob TV oder Print, allesamt offensichtlich gar nicht genug bekommen können von der Schilderung noch der grausigsten Details? Warum brauchen die das?????????????

13.11.05

Grobes Foul auf'm Bolzplatz

Blödes Wortspiel, das mit dem Bolzplatz, wenn man sich im folgenden zum wiederholten Male über Norbert Bolz aufregen will - ich geb's ja zu.

Ja, aufregen will: Emotionen haben ja oft Gründe, und was der große Verabschieder der Gutenberg-Galaxis seit geraumer Zeit absondert, kann man wirklich nur als karnevaleske Autosuggestion inneruniversitärer Zirkel bezeichnen. Der Denker mit der Pappnase, so wird es einst in den zeitgeistorientierten, also kulturgeschichtlichen Fußnoten stehen ... heutiger Anlaß, sich mit ihm zu beschäftigen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19017/1.html.

Es sei zitiert:

Weiter lesen "Grobes Foul auf'm Bolzplatz" »

10.11.05

Börsen-Bonmot des Vormittags

"Da darf man dem DAX nicht verübeln, daß er ein wenig zurückgezuckt ist", so eben ein "Wirtschaftsjournalist" im Morgenmagazin. Der DAX muß schon eine faszinierende Persönlichkeit sein ...

05.11.05

Eine Eisbahn im Park

sturmflut-1962-04-967x524,property=banner.jpg

Gerade gestern abend noch: Durch die Wallanlagen spaziert. Dicke Männer in Overalls hatten die Rollschuh-Bahn in eine Eisfläche verwandelt. Sie testeten gerade die Musikanlage. Scheppernder Euro-Trash drang aus den Boxen.

Ein paar Stunden später. Bleibe doch beim Zappen immer wieder am großen TV-Sturmflut-Doku-Drama hängen. Schwanke zwischen Faszination und echtem Ärger. Dann erzählt Helmut Schmidt - großartiges Interview-Bild, im Profil, im Halbdunkel -, daß sie damals 1962 nicht wußten: Wohin mit den Leichen? So haben sie die Toten auf's Eis der Schlittschuhbahn in den Wallanlagen gelegt ...

Danach eine Spiel-Szene: Angehörigesind zu identifizieren. Ein O-Ton hineingeschnitten, ein alter Mann mit zitternden Lippen, der beschreibt, wie er sie alle verlor, Tränen im Blick, das Trauma bis heute spürbar ... es wird mir jetzt mulmig sein, wenn ich an der Eisbahn vorbeilaufe.

Und doch: Was sollte das?

Weiter lesen "Eine Eisbahn im Park" »

16.10.05

Die neue Mitte kriegt sie alle

Fernsehpreis.JPG

Allein schon, weil das "e" dazu neigt, sich zu stark an den rechten Rand zu drängen. Alleine schon, weil ein Thema wie der Fernsehpreis in Blogs lediglich belegt, daß die Faszination der Mainstream-Medien dann doch als Sog die Welt verschluckt, verdaut - na, und was dann danach so passiert, eben auch. Wer einmal da gewesen ist, im Coloneum, bekommt doch nur 'nen dicken Hals angesichts dieser kläglichen Sehnsucht nach Hollywoodeskem auf deutschem Boden und der ...

Weiter lesen "Die neue Mitte kriegt sie alle" »

14.10.05

Die Elbe spuckt euch wieder aus!

Da schau ich so'n Hamburg-Portrait auf dem ZDF-Doku-Kanal mir an, bin gerade dabei, mich innerlich zu echauffieren, und dann steht da unter "Schnitt" im Abspann die eigene, beste Freundin als Cutterin. Kurzer Schreck. Gut, superschön montiert war es in der Tat. Aber daß man mit Slogans wie "Der Hafen rückt jetzt wieder in den Mittelpunkt der Stadt" sowas wie diese unverschämt häßlichen, postmodernen Bauten unten in Neumühlen - unter anderem von der EDEL - zu legitimieren versucht, ist ärgerlich. Dann wird noch per Off-Text rumposaunt, daß Hamburg ja nicht nur Alster, sondern eben auch Elbe sei, was ja stimmt, aber nicht so, wie's in der Doku dargestellt wird. Dann denk ich so vor mich hin, daß genau die, die sowas sagen - der hochrespektable Theo Sommer z.B., der der einzige Interview-Partner ins Ganze war - bitte fortbleiben sollen von der Elbe. Na gut, Herr Sommer, das nehm ich zurück, soll dann doch gerne zu UNS stoßen, aber nicht diese anderen sonoren Gestalten - Elbe ab Teufelsbrück, okay, joggt und golft doch da rum, aber bitte nicht davor stadteinwärts von hier aus gesehen. Wenn sie wenigstens sich auf die Hafencity beschränken würde, diese Leute, die glauben, Stadt lebe einzig durch Architektur-Großprojekte und Kultur von oben. Das ist lediglich die zwar notwendige, aber eben nur halbe Miete, und die andere Hälfte wird in Hamburg mittlerweile mit Platzverbot belegt. Konnte man auch in der Doku sehen: Container-Terminals ohne arbeitende Menschen, und das wurde noch als Modernität in Konkurrenz mit Rotterdam gefeiert. Bestimmt findet sich auch ein Mäzen für gesponsorte Zuschauer-Roboter für die Elbphilharmonie. Kultur ohne Erfahrung und auf Straßen und an Stränden und in Parks (mit Hunden!) gelebtes Leben ist keine. Eine Elbphilharmonie ohne Punks auf der Reeperbahn ist toter Stein. Für den hat der aktuelle Senat ja eine Vorliebe, sei's bei Knästen oder der Elbrandbebauung - alles Spontane, Lebendige, Improvisierte jenseits hochkommerzialisierter, verordneter Vergnügungsevents hingegen wird nach Berlin vertrieben. Was hier bleibt, sind staatstragende, betagte Feuilletonisten ...
Der Abspann verkündete konsequent, daß diese Reportage/Doku in Kooperation mit DIE ZEIT entstanden sei, sogar das DIE ZEIT-Wappen wurde lang und breit thematisiert, als sei DIE ZEIT Hamburg, dem ist aber gar nicht nicht so - sie ist ein traditionsreiches, wichtiges Stück davon, aber beispielsweise der HINNERK ist ebenso Hamburg ... der kann nur keine Dokus finanzieren.
Die Elbe zwischen Landungsbrücken und Övelgönne war so lange Zeit UNSER, und die, die z.B. bei Westbam das Hamburg-Klischee formen (der hat ja die These, die Popper seinen die einzige Jugendkultur, die Hamburg je hervorgebracht habe), blieben auch brav an der Alster, wo sie hingehören.
So reibt man sich, wie so oft, die Augen in dieser Mischung aus Tränen und stumpfem Staunen, das Hamburger Stadtpolitik derzeit alltäglich hervorbringt. Hofft, daß diese Architekten, die die Hafencity entwerfen und trotz hoher Reflektion und intensiver Recherche nur Scheußlichkeiten in die Welt setzen, auch genau dort bleiben und sehnt sich nach den Pontons und den Brachflächen jenseits des Speichers damals, die gab's mal, als die Vorhut der Privatisierung des Elbblicks noch nicht so weit vorgerückt war ... und ich mit Skinheadmädchen II im Walkman mich so freute, auf diesen Fluß schauen zu dürfen ... wieso der ZDF-Doku-Kanal so eine Form des Werbefilms für's Halbwahre fördert und ermöglicht, ist mir bei allem, so hohen Respekt vor dem Autor doch ein Rätsel ... wobei mir Fred neulich eh sagte, meine Dokus seien ja eher FC St. Pauli als Bayern München. Da war ich richtig stolz drauf ...

29.09.05

DVB-T ist doof

Weil die Nachbarn immer schon voher jubeln. Bestimmt 20 Sekunden, bevor das Tor bei mir im Fernseher fällt. Da rennt der Altintop gerade noch an der Mittellinie rum, fenetisches Gebrülle aus dem Haus gegenüber - die haben wohl Kabel oder Satellit. Und dann fällt'sein wenig später, dieses Traumtor ... toll. Das Tor. Dies Früher-Jubeln raubt einem jede Spannung ...
Wobei angesichts des Jahrestages des Einheitsvertrages noch anzumerken sei, daß bis heute der Sprachduktus eines Altintop mir näher und vertrauter ist als sächseln oder Ost-Berliner Ich-mach-einen-auf-niedlich-Genuschel. Das zum Thema Leitkultur, die es nicht gibt ... die hat auch Münte gerade im MoMa kommentiert. "Wir hören jetzt erst einmal genau hin, was der andere meint." Das zum Thema Koalitionsverhandlungen, Wahlkampf und Subkulturen ...

24.09.05

No more Sportschau anymore

Jetzt wird einem sogar der samstägliche Frühabend versaut ...

Weiter lesen "No more Sportschau anymore" »

23.09.05

Bianca - Wege zu Peter Hahne

Soeben auf arte, also www.arte-tv.com, ganz plötzlich Inspiration. Die These der Reportage "Das Gesetz der Serie" (http://www.arte-tv.com/de/geschichte-gesellschaft/geliebte-glotze/Themenabend/968908.html) bzw. derer Protagonisten kurzgefaßt: Was Charakterzeichnung und Erzählweisen betrifft, so habe in den USA dank Networks wie HBO die TV-Serie das Kino längst hinter sich gelassen und sei dessen stereotyper Effekthascherei schlicht überlegen. Ein Signal mehr - also sowas wie 'ne Ampel, aber das darf man ja derzeit nicht sagen - , daß wir hierzulande schlicht falsch amerikanisiert sind, anstatt von denen dann zu lernen, wenn's wirklich was zu lernen gibt. Und genau deshalb gibt es Peter Hahne! Der steht symbolisch für die Verweigerung genau dieses Gedankens.

Weiter lesen "Bianca - Wege zu Peter Hahne" »

Mit freundlicher Unterstützung durch:
ringfahndung.de