Aufstehverbot

Es ist ein nasskalter Tag, die Wolken hängen tief über den glänzenden Dächern der Stadt, als ich mich gegen Mittag aus dem Bett schäle. Das Herunterwerfen meiner Decke war schon eine Überwindung, das Heraussteigen aus der Mulde, in der ich die letzten 12 Stunden verbracht habe, ist eine Quälerei. Statt Tanzverbot sollte es am Karfreitag ein Aufstehverbot geben – ich würde mich daran halten.→ weiterlesen

Aux Armes, Töchter von Elysion

Ich wundere mich. Darüber, dass nach der Attacke der Terroristen nun wieder Flaggen gepostet werden, Nationalflaggen. Gestern die französische, heute die belgische.Man verstehe mich nicht falsch, ich liebe die Marseillaise, die Version von der Piaf besonders, und Struppi kann ich auch gut leiden. Aber waren das nicht Angriffe auf uns alle?, ob Deutscher, Brite, Türke oder Bulgare?

Ich zögere, einzustimmen in den Chor derer, die fragen, wo unsere Batches waren, als in Istanbul Bomben explodierten, genauso nebenan, wie Tel Aviv. Auch wenn die Frage berechtigt ist.

Ich suche das Verbindende und finde es. In der Vergangenheit, in der Europäer im Terror zuversichtlicher wurden, bei jedem Abwurf deutscher Bomben trotziger. Ich nehme mir ein Beispiel, an mutigen Israelis, die Tag für Tag Tram fahren. An syrischen Neudeutschen, die NPD-Kader bergen, an den Carsi Ultras, die gegen Erdogan aufbegehrten.

Ich verachte De Maizière. Und bleibe ein Grundrechtspatriot. Aux Armes, Töchter von Elysion: Lasst unsere Solidarität unsere Hymne und Umarmungen unsere wirksamste Waffe sein.

Mehr solche Flashmobs!

Hundert Jahre

Dich zu küssen ist so schön,
Als würde die Zeit nicht vergehen.

Lass Deine Lippen bitte noch auf meinen liegen.
Lass uns zu den Sternen fliegen.

Ein Jahr lang, oder hundert.
Bis sich niemand mehr über die Küssenden wundert,
Die unter der Laterne stehen.
Oder liegen.

Bleib mit mir verbunden,
Das heilt alte Wunden.
Wenn wir nur keinen Strafzettel kriegen.

Alte Zöpfe

Kehraus, alles muss raus.

Das globalisierte Schweden wirft Bäume aus dem Fenster. Nadeln verkletten mein Haar, wie Konfetti bei der Einlaufparade. Alt ist das nun, was gestern noch lila strahlte. Raus damit; aus Herzen und Köpfen.

Nur meine Gärtnerin mahnt, 'lass die alten Blütenstände stehen, sonst wissen die Neuen nicht, wie sie sich entfalten sollen‘ – stoisch streben sie immer noch gen Himmel; halten liebevoll die Stellung, während der kalte Ostwind an ihnen zerrt.

Einsame Vorbilder, tapfere Platzhalter.

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Photo taken at: Wintergarten St. Pauli

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Imagine…

Um der Wahrheit genüge zu tun:
egal, wie gut Du logisch zu denken vermagst,
egal wieviel Du weisst und wie sehr Du dich bemühst zu denken,
Du wirst die Wendungen Deines Lebens, die vor dir liegen,
mit ihr nicht sehen.

Die Freunde, die dir noch begegnen werden auf diesem Weg,
der noch nicht begangen ist, die glücklichen Umstände und das Fortune,
das auf Dich wartet.

Denn dafür ist die Phantasie da.
Deine.

Imagine…
Venus Nordsee

Ich bin kein Held,

Ich mache dich nicht heil, ich kann dich nicht retten; ich kann die gefrorenen und zerbrochenen Teile in dir nicht kitten.

Das übersteigt mein Vermögen; ich kann deinen Schmerz nicht lindern.

Ich bin trotzdem voller Hoffnung; ich kann vielleicht viel mehr als das: Ich kann dich lieben.

„I am not a hero; I cannot fix you. I am not strong; I cannot save you. I am weak; I cannot melt the frozen, broken places in you. I am insufficient; I cannot heal your pain. But I have hope, because I can do much more than that. I can love you.“

  • Beautiful poem from Kate Bartolotta, auf deutsch von @ring2

Plug-off

Wenn ich mir die Ohrstöpsel in die Ohren lege und die Musik anschalte, dann verwandelt sich die tristeste Umgebung in eine Filmszene. Langsam weben sich Sound und das vorwinterliche Deutschland zu einem Track, der ertragbar ist.

Ich schaue hin, höre zu, wie die Landschaft an mir vorbei zieht. Zwischen meinen Ohren trifft die Information aus Auge und Ohr zusammen. Fast ist mir, als könnte ich sie berühren. Auf jeden Fall berührt sie mich. Animal.