Rote Momente

Das Rot,
es sieht von jeder Seite anders aus.

Mal machtvoll, mal zaghaft bahnt es sich durch den dicken Stoff. Aber ich kann es sehen, und fühlen.
Es ist warm.

Mein Gesicht glänzt, wie die Wand, beschienen von rotem Schein.
Wirst Du es sein, die sich erinnert?

Doch auf ein Mal,
es ist nur ein Moment der Ablenkung und der Zauber ist gegangen.

Tom Buhrow liest es vor: Übernahme der Regierung durch das emotionale Establishment. Laut klopfen dann die mahnenden Finger auf der Seele.

Das Rot ist verschwunden, hat sich eingewunden, versteckt das Gesicht. Du lächelst nicht mehr. Wieviel Zeit ist vergangen seit wir noch glühten? Keine Minuten, kaum wahrzunehmen.

Ich trete einen Schritt zurück, verschaffe mir einen Überblick. Und entferne mich widerspenstig in den Morgen.

Denken ist nicht besser

Es ist ja nicht so, dass Denken an sich etwas besser machte.

Ich liege jedenfalls abends nicht im Bett und denke, „toll viel gedacht heute“.

Vielmehr entsteht Glück oft aus dem Fühlen, bisweilen sogar nichtdenken. Nichts gegen das nachdenken, aber glücklich macht es nicht.

Und doch, denke ich an Dich, dann fühlt sich das gut an.

Pochen

Das Leben pocht energisch an meinen Schläfen.
Mein Herz springt fast aus seinem Korb.

Ich schmiege mich in Gedanken an Deinen warmen Schoß.

Im Leben darf man nur selten einfach zurücksetzen. Und eine andere Abfahrt nehmen.

Solange Du bei mir bist, nehme ich den Fuß vom Gas und stelle mir vor, wie es ist, 100 Jahre alt zu sein und dem neuen Tag doch entgegen zu lachen.

Zahnzwitschentraum

Sylvie.
Bettina.

Das Dekolletee dem Fotografen zugewandt,
Filmkuss.

Du bist Liebling.
Blond. Wir begehren Dich, haben Dich so tief eingesogen, dass für Dein echtes Sein kaum Platz bleibt. Spaltensex mit Kassenbrille.

Zwischen uns passte kein Zahnzwitschentraum.
Und alles was bleibt,OMG, ist eine Pose.

Wir denken mich

„Glaubst Du wirklich, das Wirken der Welten ließe sich durch 13 teilen?“, Paul Coehl

Wir erfinden mich gemeinsam,
Entfernen die Barbarei;
Ändern jeden Tag die Welt,
Und Dich nebenbei.

Ich putze meine Zähne,
Schau‘ mir ins Gesicht.
Lächle mich an, und suche,
Aber Ewigkeit sehe ich nicht.