Mad Max in Bordesholm

Ich fahre diese Strecke regelmäßig und wenn man eine Regel aufstellen kann, dann die, dass es rund um Neumünster immer Ärger gibt. Entweder fängt hier der Stau in Richtung Norden an, weil irgendwelche Ruhrpottler in Scharen ihre Kinder und Trekking-Räder nach Dänemark kutschieren oder irgendein Investitionspaket verfrühstückt wird: „Wir bauen für Sie bis Sommer 2014“.

Ich bin eine besonnene Autofahrerin, das Autobahndreieck Bordesholm ist für mich der Alptraum und wenn ich könnte und eine Waffe hätte, dann wären am Straßenrand schon etliche weiße Kreuze, die ich initiiert hätte: LKW-Fahrer, Audi TT Hobbymachos und eben die Radtransporter aus Nordrhein-Westfalen, das wären meine Opfer gewesen. Ich zwinge mich dann immer zur Ruhe, schaue auf die alten und schönen Bäume am Straßenrand, und versuche mich über das Grün zu freuen, das es ja in Schleswig-Holstein sehr viel gibt. Meistens hilft das, und wenn Neumünster und Bordesholm passiert sind, dann beruhige ich mich meist.

Heute auch. Und regelmäßig, wenn ich die drei Windräder sehe, die so schön synchron sich drehen, freue ich mich fast. Irgendwie ist mir entgangen, dass ich sie heute nicht gesehen habe. Dabei war gar kein Nebel oder einer der häufigen Starkregen-Schauer, die dann über die Kieler Bucht ziehen. Es ist warm und hell. Fast blauer Himmel und wenn ich darüber nachdenke, wird es auch immer wärmer in meinem Wagen. „Mad Max in Bordesholm“ weiterlesen