Heute Morgen am Hamburger Flughafen

Heute Morgen am Hamburger Flughafen: eine ältere Dame fragt die Frau am Boardingcardcheck, wo sie hin muss. Die Gefragte schaut die Dame gelangweilt an (offenbar keine Viefliegerin, sie hat nur ein Stück Handgepäck) und entgegnet, ohne das rhythmische Kaugummikauen zu unterbrechen: „Folgen Sie einfach der Masse da“

Heute Morgen am Hamburger Flughafen: eine ältere Dame fragt die Frau am Boardingcardcheck, wo sie hin muss. Die Gefragte schaut die Dame gelangweilt an (offenbar keine Viefliegerin, sie hat nur ein Stück Handgepäck) und entgegnet, ohne das rhythmische Kaugummikauen zu unterbrechen: "Folgen Sie einfach der Masse da

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Von der Scham überwältigt

Von der Scham überwältigt, bricht beinahe die Stimme. Nun schauen sie alle zu mir. Zu spät; jetzt muss es raus. Wieder und wieder: ‚Entschuldigen Sie die Störung, ich lebe derzeit auf der Straße und …‘ – warum nur spüre ich keine Routine? Die meisten Menschen im Waggon scheinen eine zu spüren, routiniert lassen sie meinen Hilferuf über sich hinwegziehen.

Von der Scham überwältigt, bricht beinahe die Stimme. Nun schauen sie alle zu mir. Zu spät; jetzt muss es raus. Wieder und wieder: 'Entschuldigen Sie die Störung, ich lebe derzeit auf der Straße und ...' - warum nur spüre ich keine Routine? Die meisten Menschen im Waggon scheinen eine zu spüren, routiniert lassen sie meinen Hilferuf über sich hinwegziehen

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Hamburger Herbst

Der Sommer ist spät gekommen in diesem Jahr. Zusammen mit lauter singenden Kindern in hellblau. Nun, es ist Ende Mai, liegt immer noch eine grunzende Arche vor dem Fischmarkt von Altona. Es gießt.

„Starkregen, 14 Grad.“, warnt das Radio.

Das Grün explodiert, und dampft Feuchtigkeit auf meine Haut. Es ist erstaunlich, kaum sind die wieder geboren, die Baumkronen unten an der Elbe, kann man sich an die kahle Traurigkeit der vielen dunklen Monate zuvor kaum noch erinnern.
„Ich will noch ein Kind. :)“, schreibt mir eine Fremde per Twitter.

Ich überlege kurz, ob ich antworten kann, und werfe stattdessen kleine Steine ins Wasser.
Wellen brechen sich fügig an dem kleinen Elbstrand, der bei Flut untergeht.

„Ich rufe nie wieder zurück.“