Blue

Der Himmel sieht aus, wie das Filmplakat einer Philippe Djian Verfilmung: Sommer an der Ostsee. Im Windschatten hat es dreißig Grad und die Ostsee fast zwanzig. Die Nächte sind nach wie vor kurz, wie die Wellen dieses kleinen Meeres.

Nirgendwo anders möchte ich diesen heiligen Wochen sein; die Karibik kannste mir nackt um den Bauch binden, wenn ich, wie diese Woche, bei drei bis fünf Windstärken warme See ins Gesicht gepustet kriege.

Der Hafenmeister trägt seit Wochen kurze Hose und hat eine Farbe im Geischt, die ungewöhnlich gesund wirkt. Hach, wenn es doch nur noch ein wenig andauerte – dieser Ostseesommer. Das ist nun mein Stoßgebet in diesen weiten, großen, dunkelblauen Himmel; um 23:00 Uhr.

Hamburger Herbst

Der Sommer ist spät gekommen in diesem Jahr. Zusammen mit lauter singenden Kindern in hellblau. Nun, es ist Ende Mai, liegt immer noch eine grunzende Arche vor dem Fischmarkt von Altona. Es gießt.

„Starkregen, 14 Grad.“, warnt das Radio.

Das Grün explodiert, und dampft Feuchtigkeit auf meine Haut. Es ist erstaunlich, kaum sind die wieder geboren, die Baumkronen unten an der Elbe, kann man sich an die kahle Traurigkeit der vielen dunklen Monate zuvor kaum noch erinnern.
„Ich will noch ein Kind. :)“, schreibt mir eine Fremde per Twitter.

Ich überlege kurz, ob ich antworten kann, und werfe stattdessen kleine Steine ins Wasser.
Wellen brechen sich fügig an dem kleinen Elbstrand, der bei Flut untergeht.

„Ich rufe nie wieder zurück.“